Ja, es gibt sie noch, die Themen die so richtig Spaß machen: Als am 7. September eine totale Mondfinsternis über Mainz bevorsteht, fasziniert der Blutmond unsere Leser – mit mehr als 13.000 Klicks ist sie das Topthema Nummer 1 im dritten Quartal des Jahres 2025. Die Themenpalette könnte bunter nicht sein: Ein vertrocknetes Grünufer im Mainzer Zollhafen, ein Beinahe-Weinkönig aus Mainz, Hagel, Brände und eine neue Coronawelle – Gonsenheim feierte, ein verein will das Römische Erbe retten und der Zollhafen wirft neue Fragen auf. Teil 3 unseres Mainz&-Jahresrückblicks 2025.

#1: Totale Mondfinsternis und Blutmond über Mainz

Sie haben eben immer noch etwas Faszinierendes, die Himmelsschauspiele: Amm 7. September verdunkelt sich der Mond über Mainz, der Erdtrabant schiebt sich in den Kernschatten der Erde und wird zum Blutmond – mehr als 13.000 Mainz&-Leser hat das fasziniert. Interessant dabei: Während den Ankündigungstext 13.089 Leser anklicken, wollen den Artikel über das Ereignis selbst noch ganze 289 lesen – wir ziehen daraus Konsequenzen für unsere Arbeit: Ankündigung, ja bitte – Nachberichterstattung: och nö. Könnt Ihr Euch sparen.

Schade eigentlich – wir hatten eine ganze Fotogalerie mitgebracht. Warum die keiner sehen wollte – wir rätseln noch. Aber 13.000 Klicks binnen 24 Stunden ist ja auch ganz schön 😉

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Totale Mondfinsternis am 07. September 2025: Über Mainz geht ein Blutmond auf – Erntemond verdunkelt, AAG Mainz lädt ein

 

#2: Vertrocknetes Grünufer im Mainzer Zollhafen: Rasen kaputt…?

Am 13. Juni wurde es mit viel Pathos und großen Worten eröffnet, zwei Wochen später war vom „Grünufer“ im Mainzer Zollhafen nichts mehr übrig: Eine braune Wüste erstreckte sich auf der Nordmole dort, wo eine „grüne Oase für die Neustadt“ versprochen war. Ein Gartenbauexperte prophezeite gar, der Rasen sei dahin und werde sich womöglich nicht mehr erholen – mehr als 12.300 Leser bewegte das Thema zum Einschalten.

Die Mainzer Zollhafen GmbH reagierte aufgeschreckt und musste einräumen: die versprochene Bewässerungsanalage existiert noch gar nicht, bewässert werde derzeit „händisch“ und mit Wasserfass. Ob da vielleicht jemand vergessen hatte, rechtzeitig einen Anschlussvertrag für die Bewässerung abzuschließen…?  Tatsache ist: Kurz nach unserer Berichterstattung wurde plötzlich wieder gewässert – der Rasen scheint sich erholt zu haben. Das Ergebnis werden wir im Frühjahr begutachten können.

Grünufer im Zollhafen Mainz: Rasenfläche auf der Nordmole zerstört? – Gartenbauexperte: „Das ist ein Totalschaden“

 

#3: Hagel-Unwetter schädigt 5.000 Hektar Weinberge

Mit dem Juli kam endlich die Hitze – und mit der Hitze die Unwetter. Bis zu zwei Zentimeter große Hagelkörner fielen Ende Juli sogar mitten in der Mainzer Innenstadt – im Rheinhessischen wurde es schlimmer: Durch Hagelschlag wurden Weinberge verwüstet und Obstplantagen geschädigt, in Mainz-Marienborn traf es die Kirschen der Amorella Kirsch-Manufaktur. Eine massive Unwetterfront, die von Western her über Rheinland-Pfalz gezogen kam, verwüstete weite Teile Rheinhessens und richtete Schäden auf rund 5.000 Quadratmeter Weinbergen an. Die Winzer spürten es im Herbst bei der Ernte: mancherorts gab es nur noch 50 bis 70 Prozent der üblichen Menge. Mehr als 9.600 Leser haben mitgefiebert.

Hagel-Unwetter am Montag im Raum Mainz: 5000 Hektar Weinberge in Rheinhessen geschädigt, Kirschen und Äpfel in Mainz

 

#4: Ein Beinahe-Weinkönig aus Rheinhessen: Levin McKenzie rockt

Wird er’s oder wird er’s nicht? Wohl noch nie hat Mainz bei einer Wahl der deutschen Weinkönigin so mitgefiebert, wie in diesem Jahr – schließlich hätte man beinahe Geschichte geschrieben. Denn mit Levin McKenzie trat erstmals ein Rheinhessischer Weinkönig zur Wahl der Deutschen Weinmajestät an – und viele trauten dem eloquenten und schlagkräftigen Winzer aus Mainz zu, die höchste Krone der Weinwirtschaft zu holen. Oder wenigstens eine Prinzen-Amtskette.

Aber es sollte nicht sein: Die Jury erweis sich als altbacken und als unwillig, neue Wege zu gehen, der lockere Wein-Influencer war für viele Traditionsteilnehmer der Jury ein rotes Tuch. So wurde eine unglaubliche Chance verschenkt, Hunderttausende junge Menschen für Wein zu begeistern und neue Käuferschichten zu erschließen – und das mitten in der größten Absatzkrise, die der deutsche Wein seit 40 Jahren erlebt. Die Mainzer jedenfalls waren elektrisiert, – mehr als 7.300 Leser wollten auf Mainz& wissen: Wie ist es ausgegangen? Kann man hier nachlesen:

E I L – Anna Zenz von der Mosel ist 77. Deutsche Weinkönigin – Levin McKenzie bei der Wahl nicht unter letzten Drei

#5: Grundstücksverkäufe im Mainzer Zollhafen illegal?

Die zweite Anzeige brachte endlich Schwung in die lahmenden Ermittlungen der Koblenzer Staatsanwaltschaft: Anfang Juli stellte Gerhard Wenderoth von der Freien Wählergemeinschaft Mainz die Strafanzeige in Sachen Zollhafen. Der Vorwurf: Das Geschäftskonstrukt rund um die Zollhafen Mainz GmbH sei eine Art „Strohmann-Konstrukt“, um Zustimmungs- und Ausschreibungspflichten der öffentlichen Hand zu umgehen – es stelle sich die Frage: Wer hat eigentlich von der Vermarktung des Areals profitiert?

Erstmals stand damit die Frage im Raum, ob die Vermarktung des Edelwohn-Areals eigentlich rechtmäßig als „privat“ abgewickelt wurde, und weder Stadtrat noch Öffentlichkeit irgendwelche Einzelheiten erfuhren – von den Erlösen kam bis heute nichts bei der Stadt Mainz an. Das sorgte für Aufsehen in Mainz, sicher auch, weil in der Anzeige eine brisante Personalie benannt wurde: der frühere Mainzer Oberbürgermeister und heutige Innenminister Michael Ebling (SPD).

Die Folge: Die Staatsanwaltschaft Koblenz nahm Ermittlungen auf, ein Anfangsverdacht fällt zumindest auf den Verkauf der Marina im Zollhafen – 7.971 Mainz&-Leser wollten sich darüber kundig machen. Unser Tipp: Lest auch mal die übrigen Artikel aus unserem Zollhafen-Dossier, darin sind nämlich wertvolle weitere Informationen zum Verständnis der gesamten Geschichte zu finden.

Mainz& exklusiv: Waren Grundstücksverkäufe im Zollhafen Mainz illegal? – Neue Anzeige gegen Innenminister und Stadtwerke

 

#6: Großbrand in Containerdorf an der Mombacher Straße

Blaulicht geht ja bekanntlich immer, aber dieser Brand war schon etwas Besonderes: An der Mombacher Straße stand ein Containerdorf in Flammen, der Brandgeruch war im ganzen Stadtgebiet bemerkbar – das Großaufgebot der Feuerwehren schreckte viele Anwohner aus dem Schlaf. Mehr als 9.000 Leser wollten darüber Bescheid wissen, verständlich. Warum aber die nachfolgende Meldung samt Zeugenaufruf dann nur noch 1.000 Leser interessierte – wir grübeln da noch. Sex & Crime verkauft sich halt… Eine Ozonwarnung im Juli interessierte übrigens auch rund 4.500 Leser, gut so: Dafürmachen wir das ja 😉

UPDATE&: Großbrand in Containerdorf in der Mombacher Straße in Mainz – Feuerwehr warnte vor starker Rauchentwicklung

 

#7: Rettet das Römische Mainz und die Jupitersäule

Das konnten wir dann wieder nachvollziehen: Als sich Anfang Juli der neue Verein „Rettet das Römische Mainz“ gründete, und sich auch gleich mit Ideen zu Wort meldete, horchten die Mainzer auf. Der schlechte Zustand vieler antiker Denkmäler, die lieblose Präsentation, das fehlende Konzept – der Bürgerverein um Ex-Landesarchäologe Gerd Rupprecht und Ex-IRM-Präsident Christian Vahl legte den Finger in eine sehr offene Wunde. Weil sich die Initiative Römisches Mainz inzwischen zum „Förderverein“ für die Landesbehörde GDKE erklärt hat, sagte Vahl der IRM Adé – der neue Verein meldete sich schon jetzt tatkräftiger zu Wort, als die IRM in den vergangene Jahren.

Erstes Thema des neuen Vereins: die verschwundene Jupitersäule vor dem Mainzer Landtag, prompt stellte sich heraus: Die Ausflüchte der Stadt Mainz waren genau das, die Jupitersäule liegt fertig restauriert in einer Bodenheimer Werkstatt – wann sie wiederkehrt: unklar. Das Rätsel ihres Verschwindens lockte mehr als 3.000 Leser zu Mainz&, die Vereinsgründung selbst mehr als 5.600. Fazit: Das Römische Mainz bewegt die Mainzer. das Tourismuskonzept des neuen Vereins für das Römische Mainz lesen im Dezember gleich noch einmal mehr als 3.200 leser.

Rettet das Römische Mainz! – Neuer Verein will Präsentation des Römischen Erbes in Mainz verbessern

#8: 1250 Jahre Mainz-Gonsenheim

Gonsenheim feiert sein 1250-jähriges Jubiläum – und Mainz&-Leser interessiert’s. Dass der zweitgrößte Stadtteil von Mainz Mitte September zum Jubiläumsfest ruft, interessiert mehr als 5.500 Leser, wir gestehen: das hat uns überrascht.  Vielleicht lag’s am fränkischen Gründe Gunzo, vielleicht am antiken Römischen Reitergut oder schlicht an der Fastnacht und den Schnorreswacklern – das Wetter spielte jedenfalls nur so mäßig mit: Ausgerechnet am Festsamstag machte es feste runter.

1250 Jahre Mainz-Gonsenheim: Zweitgrößter Mainzer Stadtteil feiert Geburtstag – Schnorreswackler, Villen und ein Franke namens Gunzo

 

#9: Stratus rast durch Mainz: Coronawelle nach den Ferien

Corona ist vorbei, das Virus passé? Von wegen: Direkt nach dem Ende der Sommerferien raste eine neue Coronawelle durch Mainz, beinahe unerkannt, aber nicht unbemerkt: Die neue Stratus-Variante brachte rasende Halsschmerzen, Durchfall und totale Schlappheit mit sich – und für manch einen neue Long Covid-Ausbrüche. Die Zahl der Coronaviren im Abwasser von Mainz stieg sprunghaft an, die Zahl der registrierten, labor­diagnostisch bestätigten COVID-19-Fälle auch – Behörden wiegelten dennoch ab: Es gebe kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch die neue Coronawelle.

Dabei lösen gerade Infektionen mit dem Coronavirus oft Nachfolgeprobleme im Körper aus, weil das Virus gezielt Schwachstellen angreift und gesundheitliche Probleme im Körper „reaktivieren“ kann – etwa, wenn der Patient schon vorher einmal mit Long Covid-Problemen zu kämpfen hatte. Experten zufolge nimmt das Risiko für Langzeitfolgen zu, je häufiger man sich mit dem Coronavirus ansteckt, auch eine scheinbar leichte Infektion kann deshalb gravierende Folgen haben. Die Tatsache, dass Mainz& sachlich und wissenschaftlich fundiert darüber aufklärte, freute unserer Leser offenbar: mehr als 4.500 lasen vorbei. Das freute uns auch, das Virus selbst weniger…

Stratus rast durch Mainz: Neue Corona-Welle seit den Sommerferien – Scharfe Halsschmerzen, Durchfall, Schlaffheit sind Symptome

Info& auf Mainz&: Und was die Mainz&-Leser zum Jahresende am meisten interessierte, lest Ihr heute Mittag in Teil vier unseres Mainz&-Jahresrückblicks. Teil 1 findet Ihr hier, Teil 2 kann man hier lesen. Übrigens: Ihr mögt unsere Arbeit und wollt gerne informiert bleiben über unsere Artikel? Dann jetzt das Mainz&-Solidarabo abschließen! Für ganze 9,- Euro im Monat lest Ihr Mainz& ohne Werbung, und der Newsletter mit allen Artikeln kommt praktisch per Email ins Haus. Los geht’s!

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