„Wann wird das Marktfrühstück wieder richtig“, sang Markus Schönberg in der gerade abgelaufenen Fastnachtskampagne und beklagt vor allem die schwierige Situation am Leichhof. Offenbar haben dem Sänger die Verantwortlichen bei Stadt Mainz und Mainzer Winzern gut zugehört: Zur neuen Saison 2026 wird es kein Marktfrühstück mehr am Leichhof geben – einen dritten Standort gibt es dennoch. Bereits am 7. März ist Start in die neue Saison, was die Organisatoren dann planen, lest Ihr hier bei Mainz&.

Das Mainzer Marktfrühstück ist Kult und zieht jeden Samstag mehrere Tausend Menschen in die Mainzer Innenstadt, doch 2025 war Schluss mit lustig: Der angestammte Platz am Liebfrauenplatz im Schatten des Doms stand nicht mehr zur Verfügung – Schuld ist der Neubau des Gutenberg-Museums. Nach langem Hin und Her entschieden sich Stadt Mainz und Mainzer Winzer, das Event aufzuteilen: In der Saison 2025 gab es deshalb einen Ausschank auf dem Tritonplatz hinter dem Staatstheater und einen zweiten am Leichhof, dazu wurde der Weinstand der Mainzer Winzer am Fischtorplatz bespielt.
Das gefiel nicht jedem: Der Tritonplatz habe zu wenig Atmosphäre, der Fischtorplatz keine Verbindung zum Markt – und auf dem Leichhof stieß man schnell an Kapazitätsgrenzen. Da versuche man, in Ruhe seinen Schoppen zu trinken, und dann rausche alle paar Minuten die Touribahn durch die Menge, klagte Markus Schönberg in seinem närrischen Vortrag in der Fastnachtskampagne, der es bis auf die Bühne der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ schaffte.
Schillerplatz wird 3. Standort: zentral, gut erreichbar, groß genug
Das Problem sah man aber offenbar auch bei der Stadt Mainz und den Mainzer Winzern: Zur Saison 2026 wird das Marktfrühstück auf dem Leichhof deshalb nicht fortgesetzt – stattdessen soll es nun einen dritten Ausschank auf dem Schillerplatz geben. „Wir mussten im letzten Jahr feststellen, dass dieser Ort aufgrund des starken Besucherzustroms, der damit zusammenhängenden Schwierigkeiten für die dort ansässigen Einzelhändler und des regelmäßig durchfahrenden Gutenberg-Express nicht mehr optimal war“, sagte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz(CDU) am Montag in Mainz.

Der Schillerplatz hingegen biete sich wegen seiner guten Erreichbarkeit, seiner Bekanntheit, der besonderen Atmosphäre und der Tatsache, dass dort ohnehin regelmäßig größere Veranstaltungen stattfänden, geradezu an. Vor allem hätten die am Schillerplatz ansässigen Gewerbetreibenden „von sich aus den Platz als Standort für das Marktfrühstück vorgeschlagen“, betonte Matz, man hoffe sich dadurch eine Belebung des Quartiers. „Das hat bei der Entscheidung für den Schillerplatz selbstverständlich auch eine Rolle gespielt“, sagte Matz.
Tatsächlich meldeten gerade die Einzelhändler rund um den Schillerplatz vergangenes Jahr starke Probleme an, der Kinderladen Wirth am Ende der Schillerstraße schloss seine Tore, das Juweliergeschäft Willenberg kündigte an, ebenfalls wegziehen zu wollen: Die Kundenfrequenz sei nicht mehr da. In den vergangenen Wochen seien nun „offene Fragen und kritische Punkte mit den zuständigen Stellen der Stadt besprochen und geklärt worden“, sagte Matz. Dazu zählten vor allem die verkehrliche Sicherheit, allgemeine Sicherheitsfragen oder auch der Schutz des Grünbeetes und der dortigen Grünanlagen.
Appell an Besucher: Müll entsorgen, Rücksicht nehmen
Startschuss für das Mainzer Marktfrühstück soll nun bereits Samstag, der 7. März 2026 sein. An diesem Tag öffnen die Weinstände auf dem Tritonplatz sowie am Rheinufer – der Schillerplatz startet aus organisatorischen Gründen erst am 14. März. Auf dem Tritonplatz soll es zum Start ein von den Mainzer Winzern organisiertes Begleitprogramm geben: Auftreten sollen dann etwa die Goldisch Meenzer Bube, dazu kommen Aktionen im Rahmen einer Kooperation mit Mainz 05.

„Generell wird es während der gesamten Saison spezielle Events auf dem Tritonplatz geben“, erklärte Daniel Weyer von den Mainzer Winzern: „Damit wollen wir die Attraktivität dieses Standorts stärken.“ Die Mainzer Winzer fieberten dem Start entgegen, versicherte Weyer: „Wir freuen uns, dass wir bald wieder unsere Weine den Mainzerinnen und Mainzern und unseren Gästen präsentieren dürfen.“ In Mainz spiele der Wein eine ganz besondere Rolle und sei Teil des Lebensgefühls. „Diese Lebensfreude kann man samstags von März bis Oktober an unseren Ständen erleben“, sagte Weyer.
Auch Matz betonte, die Stadt blicke dem Start des Marktfrühstücks mit großer Freude entgegen. „Die Weinstände sind seit langem eine echte Attraktion und ziehen viele Menschen aus Nah und Fern nach Mainz und in unsere Innenstadt“, betonte Matz: „An den Weinständen treffen sich alle Generationen und gerade dort kann man bei einem leckeren Glas Wein von unseren Mainzer Winzern unsere besondere Lebensart, unsere Lebensfreude und unser Mainzgefühl hautnah erleben.“
Zugleich appellierten Stadt und Winzer aber jetzt schon an die Gäste, die Regelungen zu beachten, Rücksicht zu nehmen und sich verantwortungsvoll zu benehmen. Abfälle sollten ordnungsgemäß entsorgt und Toiletten genutzt werden – und nicht die Grünanlagen. Jede Person, die wild pinkele und dabei erwischt werde, müsse mit einem Verwarngeld in Höhe von 55,- Euro rechnen. „Nehmen Sie Rücksicht, gerade auf die anliegenden Geschäfte und Gaststätten sowie die Anwohner“, so der Appell. An den Ständen werde auch wieder eine Security-Firma im Einsatz sein, zudem wird der Zentrale Vollzugsdienst das Umfeld der Stände kontrollieren.
Info& auf Mainz&: Das Mainzer Marktfrühstück startet am 07. März 2026 auf dem Tritonplatz und am Fischtorplatz, am 14. März kommt der Schillerplatz hinzu. Die Saison geht bis in den November. Die drei Weinstände haben jeweils von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet. Mehr zum Umzug des Marktfrühstücks und seinen Gründen haben wir hier auf Mainz& berichtet.







