Der Krieg in der Ukraine ist längst zu einem brutalen Zerstörungskrieg geworden, jeden Tag bombardiert Russland die Energieversorgung des überfallenen Landes, zerstört Häuser und Kindergärten, tötet Zivilisten – kurz: begeht massive Kriegsverbrechen. Trotzdem hält die Ukraine noch immer durch – und nun jährt sich zum vierten Mal der Jahrestag des Kriegsbeginns. Am Dienstag, den 24. Februar ruft der Ukrainische Verein Mainz zu einer Protestdemo auf: Mainz soll zeigen, dass die Ukraine auch nach vier Jahren nicht vergessen ist.

Ukrainischer Friedensengel im Jahr 2023 bei einer Kundgebung auf dem Markt in Mainz zum 1. Jahrestag des Kriegs gegen die Ukraine. - Foto: gik
Ukrainischer Friedensengel im Jahr 2023 bei einer Kundgebung auf dem Markt in Mainz zum 1. Jahrestag des Kriegs gegen die Ukraine. – Foto: gik

Es war am 24. Februar 2022, als Russland entgegen aller Beteuerungen das Nachbarland Ukraine überfiel – für die westlichen Staaten war es ein Schock. Nach Jahrzehnten des Friedens – oder höchstens Kalten Krieges – überfiel ein Land in Europa wieder einen friedlichen Nachbarstaat, einfach um ihn sich einverleiben zu wollen. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine löste eine Zeitenwende aus, seither sind wieder Aufrüstung, Kriegstüchtigkeit und Wehrpflicht ein Thema.

In der Ukraine aber sterben inzwischen jeden Tag Zivilisten, ohne dass die Völkergemeinschaft die massiven Kriegsverbrechen noch zur Kenntnis nimmt, geschweige denn sie ahndet. Nun ruft der Ukrainische Verein Mainz zum 4. Jahrestag des Überfalls zur einer Protestdemo auf: Am Dienstag, den 24. Februar 2026, wird um 18.00 Uhr vor dem Mainzer Staatstheater eine große Kundgebung erwartet.

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Ukraine: Zeigen, dass sich die Mainzer mit dem Krieg nicht abfinden

„Uns ist es wichtig, dass wieder so viele Menschen wie möglich zeigen, dass sie sich mit diesem Krieg nicht abfinden“, sagte die Vorsitzende des Ukrainischen Vereins Maryana Boyko-Kempski im Vorfeld, und bat darum, ein kraftvolles Zeichen zu setzen: „Sie können mit Ihrer Teilnahme zum Ausdruck bringen, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer auch die Freiheit in Europa verteidigen. Mainz war hier immer beispielhaft.“

Kundgebung gegen einen krieg in der Ukraine am Staatstheater in Mainz - die Mahnwachse fand am 22. Februar 2022 statt - zwei tage vor dem Überfall auf die Ukraine. - Foto: gik
Kundgebung gegen einen krieg in der Ukraine am Staatstheater in Mainz – die Mahnwachse fand am 22. Februar 2022 statt – zwei tage vor dem Überfall auf die Ukraine. – Foto: gik

Tatsächlich hat sich Mainz für die Kriegsregion und ihre Menschen stark engagiert. Nach 12 Wochen Krieg hatte man hier bereits rund 1.500 Ukrainer aufgenommen, mehrere Organisationen aus Mainz und Rheinhessen organisieren bis heute Hilfstransporte in die Ukraine. Im April 2025 schloss Mainz eine Partnerschaft mit der Ukrainischen Stadt Odessa – bewusst mitten im Krieg und als Signal der Solidarität. Seit Anfang 2026 wird die Ukraine zudem wieder durch ein Honorarkonsulat in Mainz repräsentiert: Das Amt übernahm der Ex-IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz.

Der Jahrestag der russischen Angriffskriegs finde zu einem kritischen Zeitpunkt statt, sagte Boyko-Kempski. Während die Luftabwehr der Ukraine an Schlagkraft verliere, verstärke Russland seinen energetischen Terror gegen die Zivilbevölkerung des Landes. Unabhängig von den immer wieder zu beklagenden Verletzten und Todesopfern richteten die Angreifer ihre nächtlichen Drohnenwellen gegen die Energieinfrastruktur der Städte des Landes. „Kyjiw, die Mainzer Partnerstadt Odessa und weitere Metropolen der Ukraine sollen durch den massiven Ausfall von Strom und Wärme quasi unbewohnbar gemacht werden“, klagte Boyko-Kempski.

Doch trotz der immer massiver werdenden Angriffe scheine die Aufmerksamkeit für den Lebens- und Freiheitskampf der Ukrainer in Deutschland und Europa zu schwinden, klagt der Verein, „nicht zuletzt durch die jüngste Eskalation um die völkerrechtswidrigen Ansprüche des US-Präsidenten Donald Trump.“ Boyko-Kempski wirbt deshalb: „Die Ukrainerinnen und Ukrainer riskieren täglich ihr Leben und ihre Gesundheit für die Freiheit unseres Landes, für Europa und für die demokratischen Werte der gesamten Welt. Zeigen wir ihnen mit unseren Lichtern, dass wir sie nicht vergessen.“

Info& auf Mainz&: Die Kundgebung unter dem Titel „Licht für die Ukraine“ findet statt am 24. Februar 2026 um 18.00 Uhr auf dem Gutenbergplatz vor dem Mainzer Staatstheater. Erwartet werden auch wieder eine Reihe prominenter Redner aus Politik und Kultur. Ihr wollt mehr über die Ukraine, ihre Geschichte und die Hintergründe des Krieges wissen? Gerne doch: hier findet Ihr einen ausführlichen Artikel auf Mainz& zu dem Thema.

Der Krieg im Herzens Europas – Wie die Ukraine zum Spielball der Mächte wurde – Wie Mainz der Ukraine hilft