Die Geschichte um Hass und Hetze im Ahrtal wirft immer neue Fragen auf: Die Staatskanzlei dementierte am Freitag auf Mainz&-Anfrage ein persönliches Treffen von Missy Motown und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zu einem Konzept namens "KatAid", sprach aber gleichzeitig davon, es sei "eine Broschüre" übergeben worden. Derweil betont Motown, man habe "Diffamierungen" immer verurteilt und genau deshalb die Zusammenarbeit mit der Initiatorin der Seite "Faktencheck Ahrtal" beendet. Doch die Seite "Faktencheck" wurde bereits im Januar 2022 von Facebook stillgelegt - trotzdem taucht die Seite auch als Quelle in einem Abfallgutachten auf: Darin fährt die frühere Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) persönliche Angriffe - gegen einen Landwirt namens Markus Wipperfürth.

Ende April hatte Mainz& berichtet, wie Wipperfürth und sein Freund Wilhelm Hartmann als Helfer der ersten Stunde ins Ahrtal kamen, anpackten, die Straßen von meterhohem Müll befreiten, Hilfe organisierten. Und wie die beiden Helfer unbequeme Kritik am Management der Landesregierung per Videos in die Welt streamten - und wie sie dann im Internet und später sogar auch im wahren Leben von einer wahren Kampagne aus Hetze und Diffamierungen überzogen wurden. Das Ziel offenbar: Die unliebsamen "Helfer der ersten Stunde" mit ihrer öffentlichen Kritik aus dem Ahrtal zu drängen.
Die Hauptakteurin: Roswitha K. aus Bayern, Gründerin einer Facebookseite namens "Faktencheck Ahrtal", und inzwischen vom Landgericht Weilheim wegen versuchter Nötigung, Beleidigung und schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt, wie Mainz& berichtete. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, doch der Weilheimer Richter rügte explizit, das Internet sei kein rechtsfreier Raum, auch hier würden Beleidigungen geahndet - es ging dabei um die Seite "Faktencheck Ahrtal". Zu den Quellen und der ganzen Geschichte bitte hier entlang.
Kampagne aus Hass und Hatespeech: Weitere Betroffene berichten
Aussteiger aus der Hetzkampagne berichten inzwischen, wie minutiös unliebsame Helfer wie Wipperfürth und Hartmann überwacht und gestalkt wurden, und das über Monate hinweg. Sie waren nicht die einzigen: Auch der Bausachverständige Maik Menke wurde von Roswitha K. und ihrem Netzwerk minutiös verfolgt und als "Nazi" verleumdet. Verfolgt und unter Druck gesetzt wurde auch die Genuss-Journalistin Beate E. Wimmer - auch sie streamte Live-Videos und Podcasts aus dem Ahrtal. "Man hat eine bestimmte Person auf mich angesetzt, die mich aushorchen sollte", berichtet Wimmer im Gespräch mit Mainz&: "Während meiner Abwesenheit wurden sogar meine Mülltonnen zuhause durchsucht."
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