Für Busse und Bahnen in Mainz und Wiesbaden gibt es demnächst neue Ticketautomaten. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft und die ESWE Verkehr in Wiesbaden haben nun gemeinsam den Auftrag zur Lieferung und Implementierung „moderner stationärer Ticketautomaten erteilt“, wie beide Verkehrsgesellschaften am Dienstag mitteilten. Der Auftrag erging an die Almex GmbH aus Hannover sie soll insgesamt 107 Geräte liefern – 47 für Mainz und 60 für Wiesbaden.

Ticketautomat im Rhein-Main-Verkehrsverbund. - Foto: RMV
Ticketautomat im Rhein-Main-Verkehrsverbund. – Foto: RMV

Die bislang eingesetzten Fahrkarten-Automaten stammten aus dem Jahr 2011 und wurden bereits damals gemeinsam von den Verkehrsgesellschaften in Mainz und Wiesbaden beschafft. Inzwischen seien die Anforderungen an Nutzerkomfort, Technik und Barrierefreiheit enorm gestiegen, deshalb sei nun „eine umfassende Erneuerung erforderlich.“ Die neuen Automaten sollen denn auch die beiden zwei Verkehrsunternehmen rechts und links des Rheins mit Tarifprodukten aus dem Rhein-Main Verkehrsverbund, aber auch dem Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund und dem Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden integrieren.

Vor allem aber sollen die neuen Automaten „ein zeitgemäßes, intuitiv bedienbares Benutzerinterface“ bieten, das sich an den Erwartungen moderner digitaler Anwendungen orientiere und den Ticketkauf deutlich vereinfache, betont man nun. Große 32-Zoll-Displays sollen für eine klare Darstellung und eine komfortable Nutzerführung sorgen – das hilft insbesondere auch älteren Menschen sowie insgesamt bei der Barrierefreiheit.

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Neue Automaten: größeres Display, bessere Bedienbarkeit

„Die neuen Geräte entsprechen den Vorgaben des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes und ermöglichen durch ergonomische Gestaltung, verständliche Menüführung sowie unterstützende Funktionen wie Sprachausgabe und taktile Elemente einen möglichst barrierearmen Zugang für alle Fahrgäste“, betonen MVG und ESWE Verkehr. Dazu können die Fahrgäste können ihre Tickets sowohl bargeldlos – inklusive kontaktloser Zahlung – als auch weiterhin klassisch mit Bargeld erwerben.

Ticketautomaten der Firma Almex, gezeigt auf der Homepage der Firma. - Foto: Almex
Ticketautomaten der Firma Almex, gezeigt auf der Homepage der Firma. – Foto: Almex

„Mit der Investition in eine neue Generation von Fahrscheinautomaten sichern wir auch künftig eine flächendeckende, niedrigschwellige Vertriebsstruktur“, freute sich Florian Wiesemann, Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft. Die neuen Geräte würden insbesondere Gelegenheitskunden den Zugang erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag leisten, den Ticketverkauf in den Fahrzeugen weiter zu reduzieren und damit Pünktlichkeit und Betriebsstabilität zu verbessern. „Die gemeinsame Beschaffung mit Wiesbaden zeigt zudem, wie Kooperationen im ÖPNV effizient umgesetzt werden können und Synergien schaffen“, betonte Wiesemann.

Was die Investition kostet, und wann sie kommt, sagte Wiesemann nicht, auch nicht, ob das eine Steigerung oder einen Abbau von Ticketautomaten in Mainz bedeutet – derzeit sind die Geräte, an denen man eben rund um die Uhr einen Fahrschein in Mainz kaufen kann, ausgesprochen selten. Gerade in Mainzer Stadtteilen gibt es oft gar keine Möglichkeit, an einem Automaten Tickets zu ziehen, während gleichzeitig die Mainzer Verkehrsgesellschaft den Fahrscheinverkauf in den Bussen und Bahnen immer weiter einschränkt.

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47 neue Automaten für Mainz, 60 für Wiesbaden – Achtung: Update

Aus Wiesbaden heißt es, insgesamt würden 60 Automaten aufgestellt, dabei sollen fünf bestehende Standorte entfallen, aber gleichzeitig fünf neue hinzukommen. Dadurch werde „das Vertriebsnetz sinnvoll optimiert“, sagte Marion Hebding, Geschäftsführerin ESWE Verkehr. Due Automaten seien „gut verteilt im gesamten Stadtgebiet und damit nah an den Menschen.“ Die Almex GmbH wiederum soll nicht nur die Automaten selbst aufstellen, sondern auch die Software betreiben und Hosten, so werde „ein zuverlässiger und zukunftssicherer Betrieb gewährleistet.“

Busse von ESWE Verkehr. - Foto: ESWE Verkehr
Busse von ESWE Verkehr. – Foto: ESWE Verkehr

Bei der Hannoveraner Firma freut man sich naturgemäß über den Auftrag: Almex stärke damit seine Position als Anbieter integrierter Ticketing- und Vertriebslösungen für den öffentlichen Verkehr, betonte Head of Sales Torsten Seipelt. Besonders die Umsetzung für zwei Verkehrsunternehmen mit unterschiedlichen Tarifstrukturen zeige die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Almex-Systeme. „Unser Ziel ist es, den Fahrgästen eine durchgängig intuitive und barrierefreie Nutzung zu ermöglichen“, fügte Seipelt hinzu.

Derweil veröffentlicht die ESWE Verkehr ein großes Update für ihre Ticket-App: Dieses sei ab sofort in den App-Stores von iOS und Android verfügbar, teilte das Unternehmen mit. Die Fahrgäste dürften sich damit „auf spürbare Verbesserungen im Bedienkomfort sowie auf ein erweitertes Ticketangebot freuen“, heißt es weiter. Die „ESWE Tickets“-App wurde im April 2023 eingeführt und verzeichnete seither rund 111.000 Downloads.

Mit dem Update wurde das Aussehen an das Corporate Design von ESWE Verkehr angepasst, dazu kann man nun die Gruppentageskarte direkt digital über die App buchen, zudem steht die gesamte App künftig zusätzlich in englischer Sprache zur Verfügung. Und die Nutzer können die App jetzt individuell anpassen und ab sofort selbst entscheiden, was sie nach dem Öffnen der App zuerst sehen möchten: In den Einstellungen lässt sich die Startseite individuell auf die Verbindungsauskunft oder den Bereich „Meine Tickets“ festlegen.

Info& auf Mainz&: Die Firma Almex mit ihren Produkten findet Ihr hier im Internet.