Das Tauziehen um den zweiten Geschäftsführer für die Mainzer Wohnbau scheint nun endlich einem Ende zuzugehen: Der Aufsichtsrat der Zentralen Beschäftigungsgesellschaft (ZBM) der Stadt Mainz werde am 27. März 2026 über einen Personalvorschlag entscheiden, teilte nun Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) mit. Genauere Angaben über den nun gefundenen Kandidaten machte Haase nicht. Das Auswahlverfahren sei „professionell, gründlich und transparent“ gewesen betonte er – Kritik gab es allerdings an der zu transparenten öffentlichen Berichterstattung, die zum Rückzug eines Kandidaten führte.

Die Mainzer Wohnbau ist mit rund 11.000 Wohnungen in Mainz der wichtigste Player auf dem Wohnungsmarkt, das stadtnahe Unternehmen wird traditionell von zwei Geschäftsführern geleitet. Seit Ende 2023 heißt der eine Roman Becker, der zweite hieß bis Ende 2025 Franz Ringhoffer – und für den FDP-Politiker wurde seither ein Nachfolger gesucht. Die Geschäftsführerposten werden nicht allein durch Auswahlverfahren bestimmt, die Parteien im Stadtrat spielen eine gewichtige Rolle mit.
So fuhr Roman Becker auf dem „SPD-Ticket“, wie das im Fachjargon heißt, und weil seit der Kommunalwahl 2024 die CDU zur stärksten Kraft im Mainzer Stadtrat wurde, sollte der zweite Posten an die CDU gehen – so die Absprache in der neuen Kenia-Koalition. Doch das ging erst einmal schief: Gersters Berufung scheiterte im Sommer 2025 im Bewerbungsverfahren, Gerster zog seine Bewerbung zurück – wegen schlechter Performance, wurde gestreut. Gerster selbst sagte im Interview mit Mainz& hingegen, er wolle und müsse sich derzeit auf seine Familie konzentrieren – wegen pflegebedürftiger Mutter und Schwiegereltern sowie einer erkrankten Tochter.
Zweiter Wohnbau-Geschäftsführer: Wahl am 27. März
Seither lief ein neues Bewerbungsverfahren, nach Mainz&-Informationen gab es dabei rund 60 Bewerbungen. Inzwischen scheint der neue Kandidat gefunden: Der Aufsichtsrat der Zentralen Beteiligungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH (ZBM) werde in seiner Sitzung am 27. März 2026 über die Bestellung der zweiten Geschäftsführungsposition der Wohnbau entscheiden, teilte nun der Mainzer Oberbürgermeister und ZBM-Aufsichtsratschef Nino Haase (parteilos) mit. Zuvor werde der Personalausschuss der Wohnbau über den Personalvorschlag ausführlich beraten.

„Ich freue mich sehr, dass wir aus einem starken Bewerberfeld mit hochkarätigen Profilen dem Aufsichtsrat nun einen Vorschlag präsentieren können, welcher das komplette Auswahlgremium im persönlichen Gespräch wie schon vorab durch die eingereichten Unterlagen absolut überzeugt hat“, sagte Haase, und fügte hinzu: „Das Auswahlverfahren war professionell, gründlich und transparent.“
Offenbar war es allerdings wohl ein wenig zu transparent: Die Allgemeine Zeitung behauptete zunächst, unter den Bewerbern in der engsten Runde sei gar kein CDU-Kandidat mehr, dann musste sich die Zeitung korrigieren – und nannte öffentlich den Namen von Jan Fischer, derzeit Vorstand der Baugenossenschaft Ried im Kreis Groß-Gerau. Fischer geriet daraufhin so unter Druck, dass er sich gezwungen sah, seine Bewerbung zurückzuziehen, weil kolportiert wurde, er habe den Mainzer Parteikollegen bereits seine Zusage gegeben.
Mainzer Wohnbau: Zoff um Mietenerhöhung und Balkon-Kraftwerke
Durch „öffentliche Äußerungen“ sei „der falsche Eindruck entstanden, ein Vorstellungsgespräch sei ohne eine ordentliche Bewerbung vereinbart worden“, kritisierte nun ZBM-Geschäftsführer und Stadtwerke-Chef Daniel Gahr. Richtig sei vielmehr, dass wie in jedem Standard-Bewerbungsverfahren Lebensläufe und Zeugnisse der Bewerber geprüft worden seien. „Alle zum abschließenden Gespräch eingeladenen Kandidaten hatten vollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht und hatten mit der eingeschalteten Personalberatung Vorgespräche absolviert“, betonte Gahr.

Dass Bewerbungen im Verlauf eines Besetzungsverfahrens zurückgezogen würden, sei „völlig legitim und nicht ungewöhnlich“, unterstrich Gahr zudem. Nach Mainz&-Informationen war Fischer zudem keineswegs der einzige Bewerber aus CDU-Kreisen, bei den Christdemokraten in Mainz wollte man indes keinen reinen Parteipolitiker, sondern einen ausgewiesenen Fachmann, der eben zugleich eine Nähe zur CDU hat. Nach Mainz&-Informationen gab es mindestens eine weitere Person, auf die das zutraf. Nun soll sich also am 27. März die Nachfolge Ringhoffers entscheiden – wie es ausgeht, dürfte spannend werden.
Die Mainzer Wohnbau agierte in den vergangenen Jahren nicht immer unfallfrei: Mal erhöhte man
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