UPDATE&: Einen solchen Promi-Aufmarsch hat es noch in keinem Wahlkampf in Rheinland-Pfalz gegeben: Allein in dieser Woche tummeln sich rund ein Dutzend Bundesspitzen binnen weniger Tage zu Wahlkampfzwecken in Mainz. Am Dienstag kommt etwa Ex-Bundeschefin Ricarda Lang von den Grünen, am Donnerstag SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil. Besonders stark fährt die SPD auf: Am Samstag kommen gleich vier SPD-Ministerpräsidenten zum Wahlkampf nach Mainz, ebenso die Bundesspitze der Grünen. UPDATE&: Die CDU hat nun auch ihre Termine bekanntgegeben.

Promi-Besuch am Montag: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem Flugplatz in Mainz-Finthen mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer (links) und Innenminister Michael Ebling. - Foto: gik
Promi-Besuch am Montag: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem Flugplatz in Mainz-Finthen mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer (links) und Innenminister Michael Ebling. – Foto: gik

Es herrscht Endzeitstimmung in Mainz, der Landtagswahlkampf ist in seine super-heiße Phase getreten – und die Promi-Dichte ist hoch wie nie. Am Montag weilte bereits Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Mainz, trank Kaffee mit Bürgern am Höfchen, besichtigte Drohnen am Flugplatz Mainz-Finthen und ließ sich abends auch noch in die Geheimnisse der Kult-Kneipe Andau einweihen. Am Freitag kommt nun auch noch SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil nach Mainz – dabei war der Stopp im Terminkalender ursprünglich gar nicht vorgesehen.

In knapp zwei Wochen wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt, und nach dem Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Fieberkurve noch einmal gestiegen. Besonders groß ist die Nervosität bei den Parteien der Ampel-Regierung: SPD, Grüne und FDP verloren im „Ländle“ besonders stark. Die SPD wirkte am Sonntag nach ihrem Absturz auf gerade einmal noch 5,5 Prozent geradezu in Schockstarre, das Ergebnis hat den Druck auf Alexander Schweitzer noch einmal multipliziert: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident muss nun die SPD quasi im Alleingang retten.

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Mega-Druck auf Schweitzer: Im Alleingang die SPD retten

Verliert Schweitzer die Wahl am 22. März, und damit nach 35 Jahren die Staatskanzlei in Mainz, würde die SPD wohl bundesweit in ein tiefes Jammertal stürzen – Politikbeobachtern zufolge stünde dann wohl auch die Bundesspitze rund um Lars Klingbeil auf Messers Schneide. Klingbeil hatte nach der für die SPD auch schon miserablen Bundestagswahl 2025 groß eine Aufarbeitung versprochen – stattgefunden hat sie nie. Inzwischen steht die SPD als weitgehend inhaltlos und ratlos da, ihre ehemalige Stammklientel der Arbeiter hat sich in Scharen abgewandt.

Derzeit letzter Stand vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD und CDU nahezu gleichauf, FDP nicht mal auf dem Bord. - Foto: gik
Derzeit letzter Stand vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD und CDU nahezu gleichauf, FDP nicht mal auf dem Bord. – Foto: gik

Die letzte große Bastion im Süden und Westen der Republik ist nun Rheinland-Pfalz – und die Chancen zur Verteidigung stehen nicht einmal so schlecht: Zuletzt hatte sich die SPD wieder auf einen Prozentpunkt an die lange führende CDU herangearbeitet – in Rheinland-Pfalz droht ein Wahlkrimi wie in Baden-Württemberg. Die Sozialdemokraten werfen nun alles in die letzten Wahlkampftage, was bundesweit einen Namen als Sozialdemokrat hat.

Am Donnerstag kommt nun auch SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil zu einem Zwischenstopp nach Mainz: Eigentlich wollte der SPD-Bundeschef „nur“ mit Schweitzer durch die Pfalz touren, jetzt wird spontan ein Termin am Donnerstagabend um 18.00 Uhr auch in der Landeshauptstadt angekündigt – Klingbeil macht dann im „Zeitlos“ am Schillerplatz Station. Am Samstag dann wird es richtig voll in Mainz: Um 16.00 Uhr geben sich auf dem Mainzer Leichhof gleich vier SPD-Regierungschefs aus dem Norden der Republik ein Stelldichein.

Samstag: Vier SPD-Regierungschefs, Bundesspitze der Grünen

Zu Gast sind dann die Ministerpräsidentinnen Anke Rehlinger aus dem Saarland und Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern, der neue Regierungschef Olaf Lies aus Niedersachsen sowie der Hamburger Regierende Bürgermeister Peter Tschentscher. Es ist beileibe nicht der einzige Termin am Samstag, denn auch die Grünen werfen nun alles in den Wahlkampf, was sie haben. Nach dem Sensations-Erfolg des Grünen Cem Özdemir in Baden-Württemberg hoffen die Grünen auch in Mainz auf Rückenwind – am Samstag war bereits Ex-Bundeschef Robert Habeck da.

Ex-Bundesminister und Ex-Grünen-Parteichef Robert Habeck am Samstag in Mainz mit Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder. - Foto: Grüne Mainz
Ex-Bundesminister und Ex-Grünen-Parteichef Robert Habeck am Samstag in Mainz mit Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder. – Foto: Grüne Mainz

Am Dienstag, den 10. März, könnt Ihr nun Ex-Bundeschefin Ricarda Lang von den Grünen auf dem Mainzer Wochenmarkt über den Weg laufen (11.00-12.15 Uhr) und im Anschluss (12.30-14.00 Uhr) beim Döneressen in der Mainzer Neustadt, Ort: Dönerstag am Kaiser-Wilhelm-Ring. Am Höfchen soll es dann mit Lang und Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder am Nachmittag um das Thema Pendleralltag gehen (16.00-17.30 Uhr), wenn ihr also mal Anregungen und Kritik zum Öffentlichen Nahverkehr an die aktuell zuständige Ministerin Eder loswerden wollt – da habt Ihr die Gelegenheit.

Am Mittwochabend, den 11. März, kommt dann Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Heizen, Wohnen, Zukunft“ nach Ingelheim, da gibt es dann Gelegenheit zum Austausch über das Heizungsgesetz. Am Freitag gibt sich dann Grünen-Bundeschef Felix Banaszak die Ehre, und besucht unter anderem gemeinsam mit Eder das Bio-Weingut Eva Vollmer in Mainz-Ebersheim.

Am Samstag dann stehen Marktfrühstück und Demokratiefrühstück  auf dem Plan der Grünen, zum Wahlkampfhöhepunkt am Abend (17.30-19.30 Uhr) ist dann auch Ko-Fraktionschefin Katharina Dröge in Mainz – alle Termine der Grünen hier im Überblick. Die ist von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr dann auch bei einer „Politischen Weinprobe“ im  Weingut Wagner in Essenheim dabei. Weine gibt’s zwar nur zwei Stück, dafür aber laut Ankündigung „politischen Klartext“ mit der Grünen-Landtagsfraktionschefin Pia Schellhammer.

 

CDU: Gordon Schnieder am Samstag in Mainz

Die Promidichte der jeweiligen Parteien zeigen genau auf, wer sich wo in Rheinland-Pfalz welche Chancen ausrechnet – die CDU nämlich lässt die Landeshauptstadt im Endspurt weitgehend links liegen. Die CDU-Wahlkreiskandidatin für den Mainzer Wahlbezirk I, Isabella Rahms, hatte in den vergangenen Wochen bereits CDU-Größen wie Karin Priem und Daniel Günther zu Gast, am Montag moderierte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ein großes CDU-Wahlkampfevent in der Mainzer Rheingoldhalle unter dem Titel „Einfach Mal Machen“.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (rechts) kam zur Unterstützung von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder am Montag nach Mainz. - Foto: CDU RLP
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (rechts) kam zur Unterstützung von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder am Montag nach Mainz. – Foto: CDU RLP

Doch der Wahlkampfendspurt der CDU findet weitgehend woanders statt: Kanzler Friedrich Merz kam zum Politischen Aschermittwoch nach Trier, der Wahlkampfabschluss der CDU Rheinland-Pfalz am 20. März findet samt Merz in Frankenthal statt – Mainz steht nicht auf des Kanzlers Reiseliste. Allerdings wird sich auch CDU-Spitzenkandidat und Landeschef Gordon Schnieder am kommenden Samstag in Mainz tummeln: Um 14.00 Uhr und 17.00 Uhr stehen zwei Mainz-Termine an – Details unten.

Im absoluten Endkampf befindet sich die rheinland-pfälzische FDP: Nach dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Landtag in Baden-Württemberg, droht den Liberalen in Mainz das nächste Debakel – in den Umfragen steht man derzeit bei gerade 2,5-3 Prozent. Zur Verstärkung kommt nun FDP-Mann Wolfgang Kubicki, allerdings nur nach Pirmasens und Alzey-Worms (12.03.). Parteichef Christian Dürr kommt am 18. März nach Mainz, ihn könnt Ihr abends um 19.00 Uhr im Auktionshaus an der Halle 45 in Mombach gemeinsam mit FDP-Spitzenkandidatin und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt erleben.

Dienstag: Spitzenduell Schweitzer-Schnieder im SWR-TV

Die Linke wiederum lädt am Samstag, den 14. März lieber zur Demo „Stoppt den Iran-Krieg“ vor die US-Airbase in Ramstein und schickt ihr altes Schlachtross Gregor Gysi nach Landau – das war’s. Die AfD macht mit größeren Veranstaltungen um Mainz einen Bogen, die Freien Wähler verlassen sich ganz auf ihren Spitzenkandidaten Joachim Streit. Am Dienstagabend sitzt Rheinland-Pfalz ohnehin erst einmal vor dem Fernseher: Dann findet das große Spitzenduell zwischen Schweitzer und Schnieder statt – um 20.15 Uhr live im SWR-Fernsehen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kommt am Samstag, den 14. März 2026 ebenfalls nach Mainz. - Foto: Bundesverkehrsministerium
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kommt am Samstag, den 14. März 2026 ebenfalls nach Mainz. – Foto: Bundesverkehrsministerium

UPDATE&: Die CDU hat nun auch ihre Termine mitgeteilt, der Politik-Promi-Aufmarsch geht also weiter: Am kommenden Samstag, den 14. März ist Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in Mainz zu Gast – und zwar um 13.00 Uhr im Weingut Hofmann, Am Heckerpfad in Mainz-Hechtsheim. Thema ist dann „Mainz in Bewegung – Mobilität für alle Mainzer“, es lädt ein der Mainzer CDU-Direktkandidat Torsten Rohe.

Am gleichen Abend kommt dann Schnieder Nummer 2, der Bruder des Bundesverkehrsministers: Gordon Schnieder ist zu Gast beim „Abend des Ehrenamts“ der Mainzer CDU im Erntehof Weyer, ebenfalls Am Heckerpfad in Mainz-Hechtsheim, Uhrzeit: 20.00 Uhr. Zuvor lädt Gordon Schnieder um 17.00 Uhr auf den Juxplatz in Mainz-Gonsenheim zum Eis-Essen am Eispavillon, danach will der Spitzenkandidat noch über die Frühjahrspräsentation der Mainzer Winzer in Hechtsheim, Kunst & Wein, schlendern.

Info& auf Mainz&: Alle Berichte zur Landtagswahl findet Ihr in unserem Mainz&-Dossier hier auf Mainz&.