Wie viele Parteien ziehen am 22. März in den Mainzer Landtag ein? Die Frage wird immer spannender, denn die letzte SWR-Umfrage vor der Wahl zeigt starke Verschiebungen zu den bisherigen Trends. Laut RLP-Trend des Politikmagazins „zur Sache RLP“ hat die SPD die CDU nämlich fast eingeholt – und bei den kleinen Parteien schieben sich die Freien Wähler wieder zurück an die Schwelle zum Landtag. Die Linke verliert hingegen leicht, die FDP scheint endgültig raus aus dem Parlament – wir zeigen Euch die neuesten Zahlen.

Wenn Rheinland-Pfalz wählt, dann liegt die CDU lange vorn – und am Ende siegen die Sozialdemokraten. So könnte man die Landtagswahlen der vergangenen zehn Jahre zusammenfassen, und nach dem jüngsten Rheinland-Pfalz-Trend des SWR-Politikmagazins „zur Sache RLP“ wird sich an diesem Ablauf womöglich auch in diesem Jahr nichts ändern. Denn im RLP-Trend vom 26. Februar 2026 holt die SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer weiter auf – und liegt jetzt nur noch einen Prozentpunkt hinter der CDU.
Laut der Umfrage käme die CDU, wenn am nächsten Sonntag wirklich Wahlen wären, auf 28 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als Anfang Februar. Die SPD hingegen gewinnt erneut einen Prozentpunkt hinzu und kommt jetzt auf 27 Prozent – die Sozialdemokraten liegen damit jetzt auf Augenhöhe. Mehr noch: Unverändert wünschen sich 34 Prozent der Befragten Alexander Schweitzer als Ministerpräsident, nur 17 Prozent hingegen CDU-Landeschef Gordon Schnieder – der kann allerdings 17 Prozentpunkte zulegen.
Schweitzer weiter vor Schnieder, Wähler wünschen SPD-Leitung
Sorgen machen muss der CDU auch die Zahl, dass sich 35 Prozent eine Regierung unter Führung der SPD wünschen, aber nur 30 Prozent eine Regierung unter Führung der CDU – die Christdemokraten haben sich demnach bisher nicht als überzeugende Alternative präsentieren können. Allerdings gibt die SPD bei diesem Thema zwei Prozentpunkte ab, die CDU ebenfalls einen. Wohin die Unzufriedenen gegangen sind? Unklar – zur AfD jedenfalls nicht: Da wünschen sich unverändert 19 Prozent eine Regierung unter Führung der AfD.

Gleichzeitig aber ist die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung weiter ausgesprochen niedrig: „Sehr zufrieden“ äußern sich demnach nur 3 Prozent mit der Arbeit der Landesregierung, „zufrieden“ sind 41 Prozent. „Weniger zufrieden“ mit der Arbeit der Ampel sind aber 35 Prozent – und 15 Prozent sind „gar nicht zufrieden“. Damit ist mit 50 Prozent zu 44 Prozent eine Mehrheit der Rheinland-Pfälzer mit der Regierung unzufrieden.
Wirklich spannend werden könnte so am Ende die Frage: Wie viele Parteien ziehen eigentlich überhaupt in den Mainzer Landtag ein? Denn davon hängt grundlegend ab, welche Koalitionsoptionen es überhaupt geben könnte – und gerade bei den Kleinen tut sich einiges. Die Grünen nämlich geben einen Prozentpunkt ab und kommen jetzt noch auf 9 Prozent, auch die Linke sinkt um einen Prozentpunkt in der Wählergunst und liegt jetzt bei 5 Prozent – damit würde ein Einzug in den Landtag wieder zur Zitterpartie.
Freie Wähler im Aufwärtstrend, FDP unter ferner liefen
Umgekehrt setzen die Freien Wähler ihren Aufwärtstrend fort, und kommen jetzt wieder auf 5 Prozentpunkte – damit rückt ein Wiedereinzug in den Landtag wieder in Reichweite. Zu verdanken sein dürfte das dem Spitzenkandidaten Joachim Streit, der mit einem energischen und höchst präsenten Wahlkampf sowie mit viel Klartext und konkreten Themen wie die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge oder dem Skandal um üppige Pensionen für langjährig beurlaubte Staatssekretäre viel Wirbel aufrührte.

Die FDP hingegen, seit zehn Jahren Teil der Ampelregierung, scheint sich immer mehr auf eine Katastrophe hinzubewegen: Der RLP-Trend führt die Partei weiter unter drei Prozent und damit weit unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Nach dem derzeitigen Stand könnte Rheinland-Pfalz also ein Sechs-Parteien-Parlament bekommen – dann aber gäbe es eine Mehrheit nur für eine Große Koalition aus SPD und CDU, in welcher Koalition auch immer. Sämtliche Variationen mit kleineren Parteien hätten dann kein Mehrheit im Parlament.
Rein rechnerisch wäre allerdings auch eine Koalition zwischen CDU und AfD möglich, die laut RLP-Trend unverändert auf 19 Prozent kommt, doch dem hat CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder eine überaus klare Absage erteilt: „Die AfD ist eine gesichert rechtsextreme Partei. Die AfD ist unser Gegner. Sie ist nicht nur eine politische Konkurrenz – sie ist eine Gefahr für unsere Demokratie, eine Bedrohung für unsere Werte, ein Gegner unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts“, sagte Schnieder bereits im Mai 2025: „Eine Zusammenarbeit mit einer rechtsextremen Partei ist kein Kavaliersdelikt, es widerspricht allem, wofür wir als CDU einstehen.“
Zur neuesten Umfrage meldete sich CDU-Generalsekretär Jo Steiniger zu Wort: „Der Politikwechsel in Rheinland-Pfalz ist in Sicht“, die CDU bleibe die stärkste Kraft im Land, betonte Steiniger, und fügte hinzu: „Es wird das erwartet enge Rennen, aber eines ist ganz klar: Die Menschen in Rheinland-Pfalz wollen keine Ampel mehr. Sie wollen Verlässlichkeit, Haltung und klare Entscheidungen.“ Einen Wechsel im Land gebe es nur mit Gordon Schnieder und der CDU. Die anderen Parteien meldeten sich nicht zu Wort.
Info& auf Mainz&: Weitere Grafiken und Infos zum RLP-Trend vom 26. Februar 2026 findet Ihr hier beim SWR im Internet. Einen Blick auf die SWR-Umfrage von Anfang Februar 2026 könnt Ihr hier bei Mainz& werfen.







