Vor knapp einem Jahr schloss Mainz eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Odessa, der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) sprach damals ausdrücklich von einem „Signal der Solidarität“ mitten im Krieg. Das soll keine leere Floskel sein: Am Dienstag startete die Stadt Mainz einen Spendenaufruf für die Beschaffung von Generatoren für Odessa – und schickte selbst einen Großgenerator ans Schwarze Meer. „Strom bedeutet Leben für die Ukraine“, betonte Haase.

ZDF-Bericht über massive russische Drohnenangriffe auf Odessa Ende Dezember 2024 mit Zerstörung von Wohnhäusern und zivilen Todesopfern. - Bericht: ZDF, Screenshot: gik
ZDF-Bericht über massive russische Drohnenangriffe auf Odessa Ende Dezember 2024 mit Zerstörung von Wohnhäusern und zivilen Todesopfern. – Bericht: ZDF, Screenshot: gik

Am 24. Februar jährte sich der Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine zum vierten Mal, in Mainz fand am Abend eine Protestkundgebung gegen den Überfall auf die Ukraine mit rund 300 Menschen statt. Der Krieg in der Ukraine hat eine kritische Phase erreicht: Russland bombardiert seit Wochen gnadenlos die Energie-Infrastruktur, allein in der Hauptstadt Kyjiv sind Medienberichten zufolge seit zwei Monaten rund 1.100 Wohngebäude ohne Strom und Wärme – und das bei beißenden Minustemperaturen.

Und Kyjiv ist beileibe nicht die einzige Stadt: Ende Dezember bombardierte Russland Wohnhäuser in Odessa, Mitte Januar zerstörte Russland mit einem massiven Drohnenangriff die Energieversorgung von weiten Teilen der Stadt. 35.000 Haushalte saßen wochenlang bei heftigen Minustemperaturen in der Kälte – zum Teil bis heute. Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine startet die Stadt Mainz nun einen Spendenaufruf für die Beschaffung von Generatoren für die Partnerstadt am Schwarzen Meer.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

 

Mainz startet Spendenaufruf für Generatoren für Odessa

Die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Hafenstadt führten immer wieder zu massiven Stromausfällen, sagte Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos): „Vier Jahre nach dem Beginn des großangelegten russischen Angriffskriegs gilt mehr denn je: Strom bedeutet Leben und damit konkret Sicherheit, medizinische Versorgung und Wärme.“ Die Städtepartnerschaft mit Odessa sei „ein klares Zeichen der Solidarität“, mit den Generatoren wolle Mainz konkrete Hilfe leisten.

Dunkelheit und Kälte machen aktuell den Menschen in der ukrainischen Partnerstadt Odessa stark zu schaffen, das Foto entstand bei einer Mahnwache gegen den Ukrainekrieg im Februar 2022. - Foto: gik
Dunkelheit und Kälte machen aktuell den Menschen in der ukrainischen Partnerstadt Odessa stark zu schaffen, das Foto entstand bei einer Mahnwache gegen den Ukrainekrieg im Februar 2022. – Foto: gik

Der Städtepartnerschaftsverein Odessa hatte sich zuvor mit der dringenden Bitte an die Stadt Mainz gewandt, bei der Beschaffung von Generatoren für die kritische Infrastruktur zu helfen. Mainz kaufte daraufhin einen gebrauchten Großgenerator mit rund 200 kW Dauerleistung für 14.850 Euro. Das Aggregat sei „teilweise mit neuen Komponenten ausgestattet und befindet sich in einem guten technischen Zustand“, teilte die Stadt weiter mit – der Neupreis für ein vergleichbares Gerät dieser Größenordnung liege bei etwa 40.000 bis 70.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln der Städtepartnerschaft.

Am 24. Februar 2026 wurde der Generator gemeinsam mit weiteren Geräten der Stadt Regensburg durch die Hilfsorganisation Space Eye e.V. per Spedition nach Odessa transportiert. „Space Eye übernimmt die Transportkosten, die bei einer Einzellieferung rund 2.000 Euro betragen hätten“, betonte Haase: „Mit einer Dauerleistung von rund 200 kW können in Odessa unter anderem ein mittleres Wasserpumpwerk, eine größere Heizstation, ein Klinikbereich, mehrere kommunale Gebäude oder auch ein kleineres Rechenzentrum zuverlässig versorgt werden.“

 

„Licht & Wärme für Odessa“: Hilfe bei Notstromversorgung

Eine stabile Notstromversorgung sei von existenzieller Bedeutung, um die öffentliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten, sagte der OB, und betonte zudem: „Gleichzeitig wissen wir, dass der Bedarf weiterhin enorm ist. Wir setzen daher auch auf die Solidarität der Mainzer Stadtgesellschaft und starten für weitere Generatoren eine Crowdfunding-Aktion.“ Diese Spendensammelaktion wird von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft e.V., dem Partnerschaftsverein Mainz-Odessa e.V., dem Ukrainischen Verein Mainz sowie der Landeshauptstadt Mainz getragen.

Ukrainische Fahnen am Mainzer Dom: Zeichen der Solidarität und Unterstützung. - Foto: gik
Ukrainische Fahnen am Mainzer Dom: Zeichen der Solidarität und Unterstützung. – Foto: gik

Ziel ist es, weitere Generatoren zu finanzieren, das Spendenziel liegt bei insgesamt 25.000 Euro. Unter dem Motto „Licht & Wärme für Odessa“ sind die Mainzer nun aufgerufen, mitzuhelfen. „Jeder Beitrag hilft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Pumpstationen oder Heizaggregate mit Strom zu versorgen und damit Sicherheit und Hoffnung in einer Ausnahmesituation zu geben“, warb Haase für die Beteiligung.

Info& auf Mainz&: Spenden für die Aktion „Licht & Wärme für Odessa“ können unter dem Verwendungszweck „Generatoren Odessa“ an die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft e.V. bei der Volksbank Darmstadt Mainz eG (IBAN DE49 5519 0000 0653 9900 10, BIC MVBMD55) geleistet werden. Eine Spendenquittung wird auf Anfrage ausgestellt. Ihr wollt mehr über die Ukraine, ihre Geschichte und die Hintergründe des Krieges wissen? Gerne doch: hier findet Ihr einen ausführlichen Artikel auf Mainz& zu dem Thema.