Ein massiver Wintereinbruch hat am Dienstag Mainz und das gesamte Rhein-Main-Gebiet überrascht. Um kurz nach Mittag begann heftiger Schneefall, Warnungen davor gab es zuvor nicht. Das Ergebnis: Der Verkehr in Mainz brach völlig zusammen, Leser berichten von spiegelglatten Straßen, auch in der Innenstadt. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Mainz kam es binnen vier Stunden zu rund 80 Unfällen, auch der ÖPNV ist stark eingeschränkt. Die Mainzer Polizei rät dringend, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben.

Ein überraschend heftiger Wintereinbruch hat am Dienstag Mainz erwischt. - Foto: gik
Ein überraschend heftiger Wintereinbruch hat am Dienstag Mainz erwischt. – Foto: gik

Überraschung am Dienstag: Gegen 12.30 Uhr begann es plötzlich zu schneien, binnen drei, vier Stunden fielen rund zehn Zentimeter Neuschnee, für Anfang Februar durchaus ungewöhnlich im warmen Rheintal. Vorhergesagt worden war der Wintereinbruch in dieser Form nicht: Der Deutsche Wetterdienst verschickte noch am Vormittag „amtliche Warnungen vor Frost“, noch um 14.27 war lediglich von „leichtem Schneefall“ die Rede – um 14.29 Uhr wurde dann plötzlich vor „markanter Glätte“ gewarnt.

Da lag auf den Straßen von Mainz längst dick der Schnee, auch der Rest des Rhein-Mai-Gebiets versank in dickem Schneefall. Das Ergebnis: eine wunderschöne Winterlandschaft – und Chaos auf den Straßen. Um 14.42 meldete die Polizei Mainz via Whatsapp-Channel, die Lage auf den Straßen sei „extrem angespannt“, ein hohes Verkehrsaufkommen verschärfe die Lage zusätzlich. Mainz&-Leser berichten, in der Innenstadt sei der Verkehr teilweise komplett zusammengebrochen.

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Mainz&-Leser: „Straßen in der Innenstadt sind eine Katastrophe“

„Die Straßen in der Innenstadt sind eine Katastrophe: Glatt, voller Schnee, kein Räumfahrzeug in Sicht. Die Autos schlittern herum trotz Winterreifen“, schreibt etwa Mainz&-Leserin Manuela Müller-Horn via Facebook. Auch andere Leser berichten, Streu- oder Räumfahrzeuge seien nicht zu sehen gewesen, offenbar waren nicht einmal die Autobahnen rund um Mainz geräumt. Selbst auf leichten Steigungen wie auf der Alicenbrücke blieben Busse liegen und mussten abgeschleppt werden, die Schienen der Straßenbahnen seien gar nicht mehr zu sehen gewesen.

Zugeschneite Kaiserstraße gegen 13.30 Uhr in Mainz. - Foto: privat
Zugeschneite Kaiserstraße gegen 13.30 Uhr in Mainz. – Foto: privat

Das Ergebnis: Unfälle in Serie. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Mainz gab es bis 16.00 Uhr rund 80 Unfälle, wie die Mainzer Polizei auf Anfrage berichtete. „Durch teils spiegelglatte Straßen haben sich Fahrzeuge festgefahren und blockieren die Fahrbahn, berichtete die Feuerwehr Mainz: „Wir sind an einigen Stellen im Stadtgebiet im Einsatz, um Gefahrenstellen abzusichern.“ Vor allem auch an Steigungen rund um Mainz wie etwa Richtung Finthen ging zeitweise nichts mehr, weil sich hier Lkws festfuhren.

Auch der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt: Aufgrund von Schnee- und Eisglätte kommt es aktuell auf nahezu allen Linien zu teils großen Einschränkungen und ausfällen in unsrem Streckennetz“, teilte die Mainzer Mobilität via App mit. In Wiesbaden stellte die ESWE Verkehr, im Umland der Kommunalverkehr Rhein-Nahe (KRN) den Verkehr gleich ganz ein.

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Wiesbadener ESWE: Busverkehr zeitweise komplett eingestellt

„Wegen starken Schneefalls hat ESWE Verkehr den Linienverkehr am Dienstag, 3. Februar gegen 14.00 Uhr komplett eingestellt“, teilten die Wiesbadener mit: „Die Straßenverhältnisse lassen einen regulären Betrieb im Großteil des Liniennetzes nicht zu.“ Die Sicherheit von Fahrgästen und Fahrpersonal sowie der Fahrzeuge gehe vor, wann eine Wiederaufnahme erfolgen könne, sei noch unklar. Um 15.00 Uhr hieß es dann: Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden seien seit kurz vor 11.00 Uhr mit allen 26 Räum- und Streufahrzeugen im Einsatz.

Die ESWE Wiesbaden stellte am Dienstag den Busverkehr in Wiesbaden zeitweise ganz ein. - Foto: ESWE Verkehr
Die ESWE Wiesbaden stellte am Dienstag den Busverkehr in Wiesbaden zeitweise ganz ein. – Foto: ESWE Verkehr

Man sorge dafür, dass die Hauptverkehrswege in Wiesbaden von Schnee befreit und gestreut würden, oberste Priorität hätten dabei die Busstrecken. „Die Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge konzentrieren sich zuerst darauf, die Busstrecken zu räumen und zu streuen, und erst danach auf die anderen Straßen, die sie abzufahren haben“, teilte die Stadt Wiesbaden mit. Parallel dazu kümmerten sich die Mitarbeiter der Stadtreinigungsunterkünfte um den Winterdienst in der Fußgängerzone und an den großen Bushaltestellen und kämpften gegen Schnee und Glätte auf Treppen. Aus Mainz gab es keine Meldung zum Winterdienst,

Die Polizei rät derzeit eindringlich, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden und zu Hause zu bleiben. „Lasst das Auto stehen! Abwarten“, rät die Polizei in Mainz: Man solle lieber noch ein paar Stunden abwarten, bis sich die Lage entspannt habe. Ob das allerdings hilft, ist fraglich: Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes gilt bis mindestens 19.00 Uhr heute Abend – und in der Nacht dürfte es eher glatter werden. Die Polizei wies noch einmal darauf hin, dass Winterreifenpflicht besteht. Am späten Nachmittag dann war der Autobahnring rund um Mainz wegen Unfällen komplett dicht, wie Leser berichteten: Autofahrer standen teilweise 1,5 Stunden lang im Stau.

Info& auf Mainz&: Bitte informiert Euch, wenn Ihr raus müsst, wie aktuell die Lage auf den Straßen ist! Infos zum ÖPNV gibt es hier bei der Mainzer Mobilität im Internet.

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