Es begann mit einem Foto: Einen Burggrafen wünschte sich Christoph Thelen für seine Fotoserie „Was wäre die Meenzer Fastnacht ohne…?“ – er bekam den Mann fürs Leben: Drei Jahre nach der ersten Begegnung haben Christoph Thelen und Armin Heeb am Dienstag in Mainz den Bund fürs Leben geschlossen. Die Trauung vollzog niemand Geringeres als Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos), am Abend wurde mit rund 70 Gästen kräftig gefeiert – natürlich mit allerlei Fastnachtsschwung.

Wenn die Fastnachtskampagne in Mainz läuft, begegnet man ihm einfach überall: Christoph Thelen, Augenoptikmeister aus Mainz, immer gut gelaunter Gardist und närrischer Akteur mit Herzblut und viel Liebe – ob mit der Kappe der „Rosa Käppscher“ oder in der Uniform der Mainzer Ranzengarde unterwegs. Bekannt wurde Christoph vor allem auch durch eine ungewöhnliche Aktion: Unter dem Motto „Was wäre die Meenzer Fastnacht ohne…?“ postet Christoph während der Kampagne regelmäßig Fotos aus der Mainzer Fastnacht.
Das Besondere daran: Die Fotos zeigen nur selten die großen Stars der Meenzer Fastnacht, dafür aber die vielen, vielen „normalen“ Gardisten und Vereinsaktiven, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen. Thelen macht damit einen Teil der Fastnachtsszene sichtbar, ohne den das gesamte Brauchtumsfest nur leere Hülle wäre: er würdigt die vielen Gardistinnen und Sitzungsbesucher, die Trommler im Korps und die Stillen im Hintergrund, die Kartenabreißer und die Menschen, die für das Catering hinter den Kulissen sorgen. Was Christoph indes nicht ahnte war, dass eines dieser Fotos sein Schicksal verändern würde.
Ein Foto, eine Brille eine rote Rose – drei Jahre später Hochzeit
Es war am 9. Januar 2023, als Christoph noch einen Gardisten der Burggrafengarde für seine Serie brauchte – und fand: „Was wäre die Meenzer Fastnacht ohne… den ARMIN?“ lautete der Post auf Facebook, er trug die Nummer 251 und hatte ungeahnte Folgen. Denn „der Armin“ brauchte auch noch eine Brille, besuchte prompt den Christoph in seinem Laden in der Mainzer Neustadt – und da war es passiert. Zur fertigen Brille gab es eine rote Rose – drei Jahre und viereinhalb Monate später gaben die beiden sich nun am Dienstag in Mainz das Ja-Wort.

„Sich hinzusetzen und zu sagen: Ja, wir wollen gemeinsam durchs Leben gehen „, das brauche Mut und Zuversicht, sagte Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) – der OB persönlich nahm die Trauung des Paares vor und bekannte, er sei „sehr gern Euer Trauungs-Standesbeamter geworden.“ Das Wörtchen „Ja“ sei ein kleines, doch in diesem Fall habe es große Konsequenzen: „Ja, mit Dir möchte ich den Rest meines Lebens weiter leben – ein schöneres Geschenk kann man dem Partner nicht machen“, sagte Haase: „Ihr werdet Euer Leben bunter machen, und die Fastnacht auch – und die braucht das auch.“
Tatsächlich fand die Hochzeit auch noch just am 60. Geburtstag von Christoph Thelen statt, sein Partner Armin Heeb ist ein Jahr jünger und lebte bisher in Rüdesheim im Rheingau, während der Kampagne bestimmt die gemeinsame Leidenschaft für die Fastnacht ihr Leben: Auf jeder zweiten Sitzung, so wird kolportiert, sind Christoph & Armin zu finden. Zu ihrer Trauung am Dienstagmorgen im alten Festungsflügel des Hyatt Hotels trug das Brautpaar denn auch bunte Hemden im Partnerlook – und natürlich war es Punkt 11.11 Uhr.
Haase: „Ihr macht die Stadt Mainz noch ein Stück weit bunter“
„Ihr macht die Stadt noch ein Stück weit bunter“, freute sich Haase: „Ihr zeigt ganz klar: Mainz ist nicht nur vierfarbbunt, das passt ja auch zu Eurer Geschichte, sondern Mainz ist auch Regenbogen-bunt“. Das Leben sei indes „sicher nicht immer so bunt“, es gebe auch graue und traurige Tage, Tage, an denen man sich die Haare raufe über den Partner – aber das mache eben die Ehe aus: Man gehe zusammen da durch, sagte der OB, der selbst vor fünf Jahren seine Frau Mandy heiratete.

„Ehe ist, wenn zwei Menschen versuchen, Probleme zu lösen, die sie alleine nicht hätten“, sinnierte Haase denn auch – aber das Großartige seien eben jene unverwechselbaren Momente, die man ohne den Partner eben nicht hätte. „Man gibt etwas von sich selber auf, und sagt: Wir kreieren etwas Neues, zusammen werden wir etwas viel Größeres sein – das geht weit darüber hinaus, einen Ring auszutauschen und gemeinsam zu feiern“, betonte Haase: „Dieses öffentliche Entscheidung ist eine tolle Entscheidung, eine richtige Entscheidung, eine mutige Entscheidung – und es ehrt mich, dass ich heute diesen Weg mit Euch gehen darf.“
Tatsächlich haben auch Christoph und Armin schon dunkle Stunden erlebt, eine schwere Erkrankung macht Armin Heeb seit Kurzem zu schaffen. „In der Ehe geht es nicht darum zu gewinnen“, betonte Haase – es gehe um Zuhören, sich Zeit zu nehmen für den anderen und seine Sorgen. „In diesem Zusammenspiel wird es sich immer leichter anfühlen, man spürt, man kann sich auf den anderen verlassen“ – das gebe Sicherheit. Und das ganz Besondere: „die tiefe Einsicht, dass wir geliebt werden, weil wir selbst lieben“.
Feier mit vielen Fastnachtsgästen, Musik und „Schorsch“
Und so sagten beide mit lauter Stimme schließlich „Ja“ – danach wurde gefeiert, erst mit einem Sektempfang im Innenhof des alten Festungsbaus, am Abend dann mit rund 70 Gästen in einem thailändischen Restaurant in der Mainzer Altstadt. Und dabei stammte nicht nur ein Großteil der Gäste aus der Fastnachtsszene – es gaben sich auch gleich mehrere Akteure die Ehre. Die „Zibbelkapp“ und die „Fleischworschtathleten“ sorgten für viel Schwung und manche Schunkelrunde, und schließlich verzauberte „Ignaz“ Markus Schönberg die Gäste mit seinen Lieder – „Oh, Schorsch, war des schee!“.
Post Nummer 576 der Serie „Was wäre die Meenzer Fastnacht ohne…“ lautete übrigens: „ohne MEINEN SCHATZ ARMIN“, es war der vorletzte Fotopost der Kampagne 2026 – Fortsetzung folgt 2027. Denn was wäre die Meenzer Fastnacht – ohne Christoph & Armin?
Info& auf Mainz&: Und natürlich darf bei so einem Ebent eine Fotogalerie nicht fehlen!







