Wintereinbruch in Mainz: Am frühen Freitagmorgen öffneten sich auf einmal die Schleusen am Himmel über Mainz und entließen einen veritablen Schneesturm samt Wintergewitter. Die Folge: Eine traumhafte Schneeschicht, die dann allerdings leider zu spiegelglatten Straßen führte. In den folgenden Stunden kam es zu rund 50 Unfällen in Mainz und Rheinhessen, davon zum Glück zum Großteil nur Blechschäden. Dramatisch erwies sich hingegen die Lage eines Linienbusses in Marienborn. Und: Der Wintereinbruch ist noch nicht vorbei, auch heute Nacht kann es noch einmal richtig glatt werden.

Schnee ist in Mainz ja selten geworden, der Wintereinbruch am frühen Morgen des 2. Januars war es noch mehr: Ein veritabler Wintersturm ging über Mainz nieder, und der hatte Eisregen, einiges an Schnee sowie Blitz und Donner im Gepäck – Mainz& konnte das live beobachten. Das Ergebnis: Ein geschlossene Schneedecke in Mainz – und danach stellenweise spiegelglatte Straßen.
In Mainz und Rheinhessen kam es nach Angaben der Mainzer Polizei in der Folge zu rund 50 Unfällen auf den Straßen, die meisten davon reine Blechschäden. Bei zwei Unfällen habe es Leichtverletzte gegeben. Tatsächlich blieben bis Samstagnachmittag in den Mainzer Stadtteilen viele Straßen ungeräumt und Gewege ungestreut, wie mehrere Mainz&-Leser berichteten. So sei gerade der Weg über die Alicenbrücke „spiegelglatt“ gewesen, berichtete eine Leserin, in der Berliner Siedlung blieben Gehwege zur Straßenbahn in Verantwortung der Stadt Mainz ebenfalls lange unversorgt.
Straße spiegelglatt, Linienbus in Marienborn drohte Absturz
Auch der Öffentliche Nahverkehr litt unter dem Wintereinbruch, zeitweise konnten Stadtteile mit starken Steigungen wie etwa Drais nicht angefahren werden. In Mainz-Marienborn kam es zu einem besonders dramatischen Vorfall: Ein Linienbus geriet auf spiegelglatter Fahrbahn am Bahnhof Marienborn ins Rutschen und wäre beinahe einen Hang hinunter auf die Straßenbahngleise gestürzt.

Wie die Feuerwehr Mainz berichtete, wurde sie in der Nacht zu Samstag um 0.40 Uhr von der Mainzer Mobilität zur Unterstützung angefordert, weil auf einem Steigungsstück zwischen dem Bahnhof Mainz-Marienborn und dem Marienborner Bergweg ein Linienbus ins Rutschen geraten war. Dabei kam die hintere Achse teilweise von der Fahrbahn ab, der Bus neigte sich gefährlich in Richtung der parallel verlaufenden Straßenbahngleise, die rund zwei Meter tiefer liegen.
„Die Straße war mit einer mehrere Zentimeter dicken Eisschicht überzogen“, berichtet die Mainzer Feuerwehr weiter. Eigene Bergungsversuche der Mainzer Mobilität seien aufgrund der extremen Glätte und der instabilen Lage nicht möglich gewesen – „es bestand die konkrete Gefahr, dass das Fahrzeug umkippen könnte.“ Fahrgäste befanden sich zum Zeitpunkt des Ereignisses glücklicherweise nicht im Bus.
Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt, Wintertrog im Norden
Wegen der Witterungsverhältnisse konnte aber auch ein Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr die Einsatzstelle nicht direkt anfahren. Das benötigte Material musste
auf dem Marienborner Bergweg ausgeladen werden, dafür war der Bereich rund 45 Minuten voll gesperrt. Die Feuerwehr leuchtete die Einsatzstelle aus und sicherte das Heck des Busses mit einem handbetriebenen Mehrzweckzug, der an einem Erdanker befestigt wurde, der in den gefrorenen Boden neben der Einsatzstelle eingeschlagen wurde. So konnte der Bus gesichert werden.

Während der Sicherungsmaßnahmen wurde der Straßenbahnverkehr vorsorglich für etwa 20 Minuten eingestellt. Die Mainzer Mobilität beauftragte dann eigenständig einen Bergungsdienst. Ein Streudienst wurde in Abstimmung mit der Feuerwehr organisiert, um die extreme Glätte zu beseitigen und Bergungsfahrzeugen einen sicheren Einsatz zu ermöglichen. Tatsächlich stellte sich dabei allerdings die Frage: Wo war denn der Streudienst der Stadt Mainz, und warum war die Bergstraße nicht schon im Vorfeld gestreut worden?
Der Einsatz der Feuerwehr dauerte rund eine Stunde. Ob und wann der Bus geborgen wurde, sowie zur Höhe eines möglichen Schadens, dazu habe man keine Informationen. Und die Lage ist noch nicht ganz vorbei: Der Wetterdienst Kachelmann spricht von einem „Wintertrog“ mit teils ergiebigen Schneeschauern bis in die Niederungen, allerdings meist nördlich von Mainz. Da die Straßen aber zum teil bereits glatt und noch schneebedeckt sind, ist heute Nacht noch einmal besonderes Vorsicht angesagt: Es kann erneut glatt werden.
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