Die Landtagswahl am 22. März 2026 rückt unaufhaltsam näher, gut neun Wochen vor dem Wahltermin steht nun amtlich fest, welche Parteien zu Urnengang antreten dürfen. Insgesamt 12 Parteien ließ der Landeswahlleiter zu, vier Bewerber wurden abgelehnt. Nicht alle Parteien stellen indes in allen Wahlkreisen auch Direktkandidaten, in Mainz stehen deshalb meist neun, in einem Fall zehn Parteigruppierungen sowie ein Unabhängiger auf den Stimmzetteln. Neu dabei ist das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), dem bislang aber eher wenig Chancen auf den Einzug in den Landtag eingeräumt werden.
Die Landtagswahl am 22. März könnte eine der spannendsten der vergangenen Jahre werden, denn erstmals nach 35 Jahren scheint die oppositionelle CDU eine ernsthafte Chance auf einen Regierungswechsel zu haben. Nach dem Aus der Ampel im Mainzer Stadtrat bei der Kommunalwahl 2024, scheiterte auch in Berlin die Ampel in der Bundesregierung krachend – seither gibt es in Deutschland wenig Liebe für das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP.
Dazu findet sich die SPD in einem historischen Tief wieder, im Bund kommt sie derzeit nicht über 16 Prozentpunkte in den Umfragen. Auch den grünen schlägt derzeit wenig Gegenliebe entgegen, in Rheinland-Pfalz gilt das insbesondere für die ländlichen Regionen – hier hat unter anderem das schlechte Wolfsmanagement und das Landesjagdgesetz die Grünen viele Sympathien gekostet. Auch gibt es derzeit wenig Drang zu Umweltschutz und Verkehrswende – bislang kann allerdings von diesem Trend die FDP auch nicht so recht profitieren: den Liberalen droht der Sturz aus dem Landtag.
Rheinland-Pfalz-Trend: Ändert sich das Stimmungsbild?
Der letzte Rheinland-Pfalz-Trend des SWR liegt allerdings schon drei Monate zurück, wie sich die Stimmung im Land seither verändert hat – und ob -, dürfte spannend werden: Die nächste Umfrage wird für kommende Woche erwartet. Im Oktober jedenfalls lag die CDU mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder noch mit 29 Prozent deutlich vor der SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, die aber mit 23 Prozent nicht wirklich weit weg ist. Die Grünen liegen derzeit bei 10 Prozent, die AfD dürfte mit derzeit 19 Prozent ihre Stimmanteile multiplizieren – und die FDP lag zuletzt beim SWR sogar bei unter 3 Prozent.

Das könnte sich indes noch ändern: Die Meinungsforscher von INSA sahen die FDP zuletzt im Auftrag der BILD-Zeitung wieder bei 4 Prozent. Dort werden derzeit auch die Freien Wähler verortet, die 2021 überraschend erstmals in den Mainzer Landtag eingezogen waren. Für eine Überraschung könnte zudem die Linke sorgen: Die Umfragen sahen sie zuletzt bei 6 Prozent, damit würde die Linke erstmals in ihrer Geschichte überhaupt in den rheinland-pfälzischen Landtag einziehen. Ob es so kommt: äußerst unklar – bislang war vor allem die Zustimmung in ländlichen Regionen zu dieser Partei unter ferner liefen.
Ein Fragezeichen verbindet sich auch mit dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW): Die neue Formation tritt erstmals in Rheinland-Pfalz zur Landtagswahl an, und wurde dazu jetzt auch formal zugelassen. Doch das BSW fiel zuletzt bundesweit vor allem mit heftigen Zerwürfnisse auf, gerade erst platzte die Koalition in Brandenburg mit der SPD an heftigen Auseinandersetzungen innerhalb des BSW. In Rheinland-Pfalz ist die Partei bisher kaum in Erscheinung getreten, sichtbarstes Event war der Wechsel des früheren Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Hartenfels zum BSW Anfang 2024.
Zwölf Parteien am 22. März dabei: Wer nicht zugelassen wurde
Zur Landtagswahl am 22. März wurden nun vom Landeswahlausschuss zunächst einmal die Parteien zugelassen, die auch im Landtag oder Bundestag vertreten sind – das betrifft natürlich die großen Parteien SPD und CDU, aber auch Grüne, FDP, AfD und Freie Wähler. Zugelassen wurden ferner Parteien die auch bei der Wahl 2021 kandidierten, es nicht in den Landtag schafften, aber die notwendige Zahl Unterstützer-Unterschriften beibringen konnten – das sind die Linke, die ÖDP, VOLT sowie die Tierschutzpartei.

Neu dabei sind eben das BSW sowie die „Partei der Humanisten“, auch sie erreichten die notwendigen Voraussetzungen. Das galt indes nicht für die „Basisdemokratische Partei Deutschland (Die Basis), sie verfehlte die notwendige Zahl von 2080 Unterstützer-Unterschriften. Drei weitere Gruppierungen wurden ebenfalls nicht zugelassen: Bei den Landeslisten der Parteien „Bündnis C“, „Team Freiheit“ sowie der „WerteUnion“ habe „weder die Parteifeststellung erfolgen“ noch der Wahlvorschlag wegen fehlender Unterschriften zugelassen werden können, heißt es beim Landeswahlleiter auf der Homepage.
Damit findet Ihr auf dem Wahlzettel bei der Zweitstimme 12 Parteien – für die Erststimme gilt das indes nicht: Nicht alle Parteien haben für alle Wahlkreise Direktkandidaten aufgestellt, gerade kleineren Parteien fällt das oft schwer. So treten im Wahlbezirk Mainz I (Innenstadt) elf Direktkandidaten an, in den Wahlkreise II und III aber nur jeweils neun, wie der Mainzer Wahlleiter, Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) am Mittwoch bekannt gab.
Wahlkreis Mainz I: 10 Parteien, 2 Minister, ein Unabhängiger
Der Wahlkreis Mainz I (Wahlkreis 27) umfasst die Stadtteile Altstadt, Neustadt, Oberstadt und Hartenberg-Münchfeld, hier treten diese 11 Bewerber zur Landtagswahl an – die Reihenfolge erfolgt nach der Auflistung der Stadt Mainz. Das ist indes NICHT die Reihenfolge auf dem Wahlzettel, hier geht es nach dem Erfolg der Stimmanteile der Landeslisten bei der letzten Wahl:
- Alternative für Deutschland
Bewerber: Senger, Frank
Ersatzbewerber: Steiner, Benjamin - Bündnis90/Die Grünen
Bewerberin: Binz, Katharina
Ersatzbewerberin: Sauer, Christin - Ökologisch-Demokratische Partei – Die Naturschutzpartei –
Bewerberin: Wolf-Rammensee, Dagmar
Ersatzbewerber: Helf, Jonas - Volt Deutschland
Bewerberin: Bayer, Fabienne
Ersatzbewerberin: Bär, Franziska - DIE LINKE
Bewerber: Malcherek, Martin
Ersatzbewerbung: entfällt - Bündnis Sahra Wagenknecht
Bewerber: Professor Dr. Kaenders, Rainer
Ersatzbewerbung: entfällt - Freie Demokratische Partei
Bewerber: Klann, Thomas A.
Ersatzbewerber: Dr. Panthöfer, Martin - Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Bewerber: Ebling, Michael
Ersatzbewerber: Donner, Erik - FREIE WÄHLER
Bewerber: Stufler, Erwin
Ersatzbewerber: Duvinage, Pierre - Christlich Demokratische Union
Bewerberin: Rahms, Isabell
Ersatzbewerberin: Enders, Melissa - Einzelbewerber: Emre, Yunus
Kennwort: Miteinander statt Gegeneinander
Eine Besonderheit ist hier der Einzelbewerber Yunus Emre: Der deutsch-türkische Unternehmer trat auch schon für die CDU bei Stadtratswahlen an und ist ehemaliger Vorsitzender des Landesnetzwerks der Integrationspolitiker der CDU Rheinland-Pfalz. 2025 trat er in Frankfurt als unabhängiger Kandidat für die Bundestagswahl an, jetzt will er dasselbe wohl auch in Mainz versuchen – und bekam dafür genügend Unterstützer-Unterschriften. Nötig waren dafür 125 Unterstützer. Mehr zu Yunus Emre hier auf seinem Profil im Internet.

Den Wahlkreis Mainz I holte bei der Landtagswahl im März 2021 die Grünen-Kandidatin und heutige Ministerin Katharina Binz mit 29,6 Prozent der Stimmen – nur ganz knapp vor dem SPD-Kandidaten Johannes Klomann, der auf 29,2 Prozent kam. Auf Platz 3 landete der CDU-Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner mit 17,4 Prozent, der nun ebenso wie Klomann nicht mehr antritt. Die SPD setzt stattdessen auf Innenminister Michael Ebling, die CDU auf die Nachwuchspolitikerin Isabell Rahms. Volt tritt nur hier mit einer Direktkandidatin an: Fabienne Bayer.
Wahlkreis Mainz II: 9 Kandidaten, 1 Ministerin
Der Wahlkreis Mainz II (28) umfasst seit der Reform 2021 die Stadtteile Mombach, Bretzenheim, Gonsenheim, Hechtsheim, Mombach und Weisenau, hier siegte 2021 Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) mit 30,8 Prozent. Auf Platz 2 kam damals Sabine Flegel (CDU) mit 27,1 Prozent, Platz 3 holte der Grüne Fabian Ehmann mit 18,7 Prozent, der dann über die Landesliste in den Landtag einzog. Ahnen tritt erneut an, die CDU setzt hier nun auf Stadtrat Torsten Rohe – und die Grünen auf Umweltministerin Katrin Eder.
Insgesamt treten hier diese 9 Kandidaten an:
- Alternative für Deutschland
Bewerber: Stritter, Stephan
Ersatzbewerber: Behr, Jan Richard - Bündnis90/DIE GRÜNEN
Bewerberin: Eder, Katrin
Ersatzbewerber: Aron, Josef - Ökologisch-Demokratische Partei – Die Naturschutzpartei –
Bewerberin: Dr. Weber, Gitta
Ersatzbewerber: Prof. Dr. Leinen, Felix - DIE LINKE
Bewerberin: Fassbender, Anne
Ersatzbewerbung: entfällt - Freie Demokratische Partei
Bewerber: Wiest, Hermann
Ersatzbewerberin: Rieger, Kerstin - Bündnis Sahra Wagenknecht
Bewerber: Hoffmann, Alice
Ersatzbewerbung: entfällt - Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Bewerberin: Ahnen, Doris
Ersatzbewerber: Kanka, Christian - FREIE WÄHLER
Bewerber: Weiskopf, Christian
Ersatzbewerber: Müller, Thomas - Christlich Demokratische Union
Bewerber: Rohe, Torsten
Ersatzbewerberin: Siebner, Claudia
Wahlkreis III: 9 Parteibewerber, auch VG Bodenheim dabei
Zum Wahlkreis Mainz III (29) gehören die Stadtteile Drais, Ebersheim, Finthen, Laubenheim, Lerchenberg und Marienborn – aber auch Teile der Verbandsgemeinde Bodenheim, nämlich die Orte Bodenheim, Gau-Bischofsheim, Harxheim, Lörzweiler und Nackenheim. Hier stehen nun diese neun Direktkandidaten zur Wahl:
- Alternative für Deutschland
Bewerber: Wiedenhöfer, Jürgen
Ersatzbewerber: entfällt - Bündnis90/DIE GRÜNEN
Bewerber: Ehmann, Fabian
Ersatzbewerberin: Veit-Gönner, Heidi - Ökologisch-Demokratische Partei
Bewerber: Dr. Moseler, Claudius
Ersatzbewerber: Weber, Lars - Volt Deutschland
Bewerber: Schwiertz, Thomas
Ersatzbewerberin: Sekinger, Verena - DIE LINKE
Bewerber: Arnold, Ari
Ersatzbewerbung: entfällt - Freie Demokratische Partei
Bewerberin: Glahn, Susanne
Ersatzbewerber: Hans, Volker - Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Bewerber: Müller, Patric
Ersatzbewerber: Kömür, Alper - FREIE WÄHLER
Bewerber: Hasler, Ralph
Ersatzbewerberin: Barth, Daniela - Christlich Demokratische Union
Bewerber: Schäfer, Johannes
Ersatzbewerber: Cavlak, Semih
Damit geht der Landtagswahlkampf nun in die heiße Phase – in 9,5 Wochen habt Ihr die Wahl.
Info& auf Mainz&: Mehr zum letzten RLP-Trend aus dem Oktober samt Analysen und Hintergründe lest Ihr hier auf Mainz&.






