Mit dem wachsenden Radverkehr in Mainz haben auch die Unfälle mit Radfahrenden deutlich zugenommen, ein typischer ereignete sich jetzt am Mittwoch auf der Rheinallee in Mainz: Wie die Mainzer Polizei mitteilte, kollidierten am Mittwoch, dem 05. November 2025, gegen 17.30 Uhr zwei Radfahrer miteinander. Ein Person wurde verletzt, die Fahrräder sind Schrott. Das Mainzer Radwegenetz steht seit Jahren in der Kritik, der ADFC bescheinigt der Stadt regelmäßig mangelhafte Sicherheit – getan hat sich daran so gut wie nichts.

Radfahrerkontrolle der Mainzer Polizei im Jahr 2021. Foto: Polizei Mainz
Radfahrerkontrolle der Mainzer Polizei im Jahr 2021. Foto: Polizei Mainz

2024 hatte die Mainzer Polizei einen erheblichen Anstieg bei der Zahl der Todesfälle im Mainzer Straßenverkehr registriert, fünf Radfahrer starben bei Unfällen – insgesamt zählten die Behörden 25 Tote, 2023 waren es hingegen nur 11 gewesen. Für 2025 meldete die Polizei gleichzeitig bereits 22 tödliche Verkehrsunfälle, davon waren allein 19 Senioren, die als Autofahrer oder Fußgänger verunglückten – aber eben auch mit dem Rad. Experten monieren immer wieder die Unsicherheit Mainzer Radwege, Radfahrer fordern dringend eigene Radspuren, die von der Autofahrbahn und von Fußgängerwegen getrennt verlaufen.

Bislang hat die Stadt Mainz genau solche Radwege nicht umgesetzt, Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) setzt dagegen bis heute auf Rad-Piktogramme auf den Straßen, mit denen Radfahrer mitten in den Autoverkehr geleitet werden sollen. Die Piktogramme wurden vom Landesbetrieb für Mobilität Anfang 2024 als rechtswidrig gerügt, der LBM forderte ihre Entfernung – passiert ist das bis heute nicht.

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Frontalkollision zweier Radfahrer auf der Rheinallee in Mainz

Derweil nehmen Verkehrsunfälle eben auch bei Radfahrern zu, am Montag kollidierten zwei Fahrradfahrer auf der Mainzer Rheinallee. Wie die Polizei mitteilte, fuhr ein 17-Jähriger mit dem Rad auf dem Fahrradschutzstreifen der Rheinallee in Richtung Innenstadt, hinter ihm war ein Freund ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs. Zur gleichen Zeit kam den beiden Jugendlichen aber ein anderer Radfahrer – ein 24-jähriger Mann – auf demselben Schutzstreifen entgegen, der Mann fuhr entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung stadtauswärts.

So stellt sich der ADFC einen guten geschützten Radweg vor: mit eigener Spur, getrennt von der Autofahrbahn. - Foto: ADFC
So stellt sich der ADFC einen guten geschützten Radweg vor: mit eigener Spur, getrennt von der Autofahrbahn. – Foto: ADFC

In Höhe der Hausnummer 197 – das ist im Gewerbegebiet in Richtung Mombach – habe der 24-Jährige dann technische Probleme mit seiner Gangschaltung gehabt und deshalb kurzzeitig den Blick von der Fahrbahn abgewendet. Die Folge: ein Frontalzusammenstoß mit dem entgegenkommenden 17-Jährigen. Beide Radfahrer stürzten zu Boden und erlitten Verletzungen, der 17-Jährige habe mit leichten Verletzungen zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Mainzer Krankenhaus gebracht werden müssen. Die Fahrräder seien nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit, so die Polizei weiter.

Just im Juni dieses Jahres hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC mit seinem Fahrradklimatest erneut der Stadt Mainz bescheinigt, in Sachen Fahrradinfrastruktur nicht voran zu kommen. Mainz rangiere weiterhin mit einer Note von gerade einmal 3,97 im Mittelfeld und habe sich in zwei Jahren nicht verbessern können, so das Urteil der Fahrradexperten. Schon 2016 hatte Mainz beim Fahrradklimatest eine Durchschnittsnote von gerade einmal 3,9 erreicht, damals war die Stadt gerade um vier Plätze abgerutscht und kam nur noch auf Platz 17.

 

ADFC über Mainz: schlechtes Radwegenetz, miese Sicherheit

Die Kritik am Mainzer Fahrradnetz ist seit Jahren die gleiche: eine schlechte Oberfläche der Radwege, ein schlechtes Sicherheitsgefühl und erhebliche Konflikte mit Autofahrern, vor allem auch für die Breite seiner Radwege bekam Mainz regelmäßig die Note 5. Besonders entsetzt zeigte sich der ADFC insgesamt über das Bundesland Rheinland-Pfalz: Das sei bundesweit Schlusslicht, das Fahrradklima sei „alarmierend schlecht“, klagte der ADFC – den ganzen Mainz&-Bericht dazu könnt Ihr hier nachlesen.

Radverkehr in Mainz: Piktogramme auf der Straße statt sicherer Radspuren, hier die Windmühlenstraße. - Foto: gik
Radverkehr in Mainz: Piktogramme auf der Straße statt sicherer Radspuren, hier die Windmühlenstraße. – Foto: gik

Die Zuständigkeit für das Thema Radverkehr ist in der Mainzer Landesregierung gespalten: Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) unter der Ministerin Katrin Eder (Grüne) kümmert sich um die Förderung des Radverkehrs im Rahmen des Umweltschutzes und der Mobilität, das Wirtschafts- und >Verkehrsministerium unter Daniela Schmitt (FDP) ist für den Bau vor allem von überregionalen Radwegen zuständig.

Schmitt hatte im September ihre Bilanz zum Bau von sieben Pendler-Radrouten vorgelegt, die Städte miteinander verbinden sollen, etwa Bingen und Mainz. Der Bilanz zufolge sind mehr als 330 Kilometer dieser Radrouten bereits nutzbar, müssten aber noch verbessert werden, mehr als 40 Kilometer Radwege müssen noch neu gebaut werden, wie der SWR damals berichtete. Von Eder, die bis Verkehrsdezernentin in Mainz war, ist keine solche Bilanz bekannt. Zwar gibt es einen Radverkehrsentwicklungsplan 2030, der stammt aber bereits aus dem März 2021. 

Info& auf Mainz&: Mehr zur aktuellen Verkehrsstatistik der Mainzer Polizei könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen. Unseren ausführlichen Bericht zum Fahrradklimatest 2024, der im Juni 2025 vorgestellt wurde, findet Ihr hier bei Mainz&.