Schier unbezahlbare Mieten sind eines der größten Sozialprobleme gerade auch in Mainz, für die Mainzer Linke ist das ein Topthema im Landtagswahlkampf. Im Oktober 2025 startete die Partei deshalb eine „Mietwucher-App“ in Mainz, mit deren Hilfe Mieter die Höhe ihrer Miete im Vergleich überprüfen und überhöhte Mieten auch gleich melden können. Bundesweit ist diese App bereits in fast 30 Städten im Einsatz. Nun startete die Mietwucher-App auch in Koblenz, die Linke fordert: Die bestehenden Gesetze gegen Mietwucher müssten endlich angewandt und in vollem Umfang genutzt werden.

Die Landeshauptstadt Mainz gehört zu den Städten mit den teuersten Mietpreisen in ganz Deutschland überhaupt, seit Jahren liegt die Stadt in den Top Ten der teuersten Städte – zeitweise sogar unter den Top Five. daran haben auch die Neubaugebiete im Mainzer Zollhafen und am Heilig-Kreuz-Areal nichts geändert – im Gegenteil: Die hochpreisigen Wohngebiete treiben Mieten und Kaufpreis weiter in die Höhe, sagen Experten.
Im Landtagswahlkampf hat sich nun die Linke den Kampf gegen Mietwucher auf die Fahnen geschrieben, Anfang Oktober 2025 brachte die Partei einen Antrag im Mainzer Stadtrat ein, eine digitale Plattform für Mieter einzurichten, die sie bei der Erfassung und Bekämpfung von Mietwucher unterstützen soll: Im Abgleich der Daten aus dem Mietenspiegel mit denen des Mietvertrages könne man feststellen, ob Mietwucher vorliegen könnte.
Mietwucher-App; 4000 Mieten überprüft, 46 Fälle angezeigt
„In Frankfurt wird Mietwucher konsequent von der Stadtverwaltung geahndet – und das mit großem Erfolg“, sagte Linksfraktionschef Tupac Orellana damals: „Von 2020 bis 2024 wurden mehr als 1000 Fälle verfolgt und teilweise zur Anzeige und vor Gericht gebracht.“ Die betroffenen Mieter hätten die zu viel gezahlte Miete zurückerhalten. „Und Mainz ist nicht in der Lage, ein solch erfolgreiches Konzept umzusetzen?“, schimpfte Orellana – denn: Der Mainzer Stadtrat lehnte den Antrag der Linken mit breiter Mehrheit ab.

Die Linke startete daraufhin eine Mietwucher-App in Mainz, die die Partei bereits in knapp 30 anderen Städten eingeführt hatte. Die Informationen, die die App liefere, seien Grundlage dafür, dass Mieter gegen Mietwucher vorgehen könnten“, argumentierte die Linke. Sie sorge damit für etwas mehr Gerechtigkeit und einen Ausgleich, auf den die Betroffenen einen Anspruch hätten. Der Stadtrat habe „den Kampf gegen Mietwucher bis auf Weiteres vertagt, dabei wäre es so wichtig, jedes wohnungsmarktpolitische Instrument zu nutzen, um den rasant ansteigenden Mieten Einhalt zu gebieten“, kritisierte Orellana.
Nicht aufgedeckte Fälle von Mietwucher beträfen zudem nicht nur die unmittelbar betroffenen Mietverhältnisse, sondern auch den gesamten Mietspiegel, der auf Basis der bestehenden Mieten – also auch den überhöhten Mieten – ermittelt wird. „So dreht sich die Mietenspirale auch durch Mietwucher immer schneller“, klagte Orellana. Am 15. Januar startete die Linke die Mietwucher-App nun auch in Koblenz, und dabei wurden auch gleich erste Zahlen für die Städte genannt, in denen die App bereits einige Zeit läuft.
„Seit der Einführung der Mietwucher.app in Rheinland-Pfalz haben fast 4.000 Haushalte ihre Miete überprüft“, teilte die Linke mit. In Mainz und Ludwigshafen seien bereits insgesamt 46 Fälle überhöhter Mieten an die jeweiligen Verwaltungen weitergegeben worden. „Das zeigt, dass der Bedarf riesig ist, und die Politik endlich etwas gegen die Wuchermieten tun muss“, betonte Caren Lay, mietenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion. Ziel der Linken sei es, für noch mehr Städte in Rheinland-Pfalz die Mietwucher.app bereitstellen zu können, kündigte Linken-Landeschefin und Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert an: Nach der Landtagswahl wolle die Linke das Thema ganz oben auf die Agenda im Landtag setzen – falls sie denn in das Parlament einzieht.
Info& auf Mainz&: Den Link zur Mietwucher-App sowie Infos dazu findet Ihr hier im Internet.







