EIL&: Der ehemalige Mainzer Kulttrainer Jürgen Klopp wird neuer Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft. Das gab soeben der Deutschen Fußball Bund (DFB) auf einer Presskonferenz bekannt. Klopp sei „ein großartiger Motivator, jemand der Mannschaften und Spieler besser macht“ – nirgend weiß man das besser in Mainz: Hier wirkte „Kloppo“ 18 Jahre lang als Spieler und Trainer, Mainz habe ihn zu dem gemacht, was er sei, sagte Klopp einmal.

Die Mainzer wussten es gleich: Als Nachfolger des nach der katastrophal verlaufenden Fußball-Weltmeisterschaft geschassten Bundestrainers Julian Nagelsmann konnte es nur einen geben – Jürgen Klopp. 18 Jahre lang wirkte „Kloppo“ in Mainz, der Rosenmontag 2001 – ausgerechnet – wurde zu seinem Schicksalstag: Über Nacht wurde Jürgen Klopp in einer Notsituation zum Trainer von Mainz 05.
Es folgte eine beispiellose Karriere, die damit begann, dass Kloppo erst einmal scheiterte – am Aufstieg in die 1. Bundesliga nämlich. Drei Mal schrammte Mainz 05 mit Klopp haarscharf am Aufstieg vorbei, und ganz Mainz litt und trauerte mit. Es waren diese Jahre, diese Erlebnisse, die den späteren FIFA-Welttrainer prägten und formten – und die ein lebenslanges Band zwischen „Kloppo“ und seinen Mainzern schmiedete.
Jürgen Klopp und die Mainzer – eine besondere Beziehung
Die Autorin dieser Zeilen stand auf dem Gutenbergplatz, als Mainz 05 im Jahr 2003 den Aufstieg haarscharf verpasste – und gemeinsam im Tal der Tränen versank. Und mit Klopp auf dem Balkon des Mainzer Staatstheaters, als der Klub und sein Trainer 2004 endlich, endlich den Aufstieg schafften. 2008 verließ Klopp die Mainzer, wurde erst Meistertrainer bei der Borussia in Dortmund, später beim FC Liverpool. Und immer begeisterte er Fans und ganze Regionen, riss mit, formte Teams, feierte rauschende Erfolge. Der Motivator, der Strahlemann, der Klartext-Redner mit Ecken und Kanten, einer, der für seine Aufgabe brennt.

Nun also Bundestrainer, für die Mainzer ist das keine Überraschung, sondern lange erwartete Konsequenz – hier weiß man, was der Mann kann. Und er weiß, was er an den Mainzern hat: „Alles, was ich bin, alles, was ich kann, habt Ihr mich werden lassen“, sagte Klopp 2008 bei seinem Abschied in Mainz, und später einmal über die Mainzer: „Das ist ein ganz besonderer Klub.“ Bis heute hat Klopp einen Koffer in Mainz, oder besser gesagt: ein ganzes Haus, immer wieder kann man ihn in der Domstadt antreffen – auch wenn der Trainer inzwischen in Wiesbaden baut.
Klopp sei von Anfang an der Wunschkandidat gewesen, verriet DFB-Präsident Bernd Neuendorf – er sei „ein großartiger Motivator, jemand der Mannschaften und Spieler besser macht.“ Der DFB strebe eine langfristige Zusammenarbeit an, Klopp soll einen Vertrag bis zur WM 2030 bekommen. „Ich weiß, dass er für diese Situation wie geschaffen ist, sagte Hans-Joachim Watzke – Klopp habe „die Fähigkeit, alle zusammenzuführen.“ Dabei helfen soll ihm auch Per Mertesacker: Er soll neuer Sportchef werden.
Klopp: „Das ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich.“
Klopp selbst sagte als erstes, er sei „erfreut“: „Es ist eine große Ehre, hier zu sitzen“ – da gehe einem auch schon durch den Kopf, wie das passiert sei, „wo kommt man her“. Es sei eine große Verantwortung, Bundestrainer zu werden. „Ich weiß, wo ich herkomme, das hier war unvorstellbar“, sagte Klopp weiter: „Das ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich.“ Für den Neustart werde es „Euch auch alle brauchen“, mahnte Klopp direkt: „Wir wollen tatsächlich jeden Stein umdrehen, meine Aufgabe ist es, der A-Mannschaft zu helfen, das werden wir tun.“

Und Klopp bewies auch gleich seine Neigung zu Motivation und Klartext: Es gehe ihm nur um die Sache, nicht um die Karriere. „Ich werde alles darein legen, was mir zur Verfügung steht“, er habe auch das für ihn beste Trainerteam zusammengestellt. Aber: „Ich mache das nicht gegen Euch, sondern für Euch – an dem Tag, an dem Ihr das nicht mehr wollt, bin ich weg. Wenn Ihr Euch daneben benehmt, und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“
Zuletzt hatte Jürgen Klopp mit viel Klartext und fundierten Analysen als TV-Experte bei der Fußball-WM bei Magenta TV begeistert – da war er quasi schon der Schatten-Bundestrainer. Auf der Pressekonferenz am Freitag warb er für neuen Schwung und Engagement. Die Fußball-Nationalmannschaft habe durchaus Potenzial und könne große Teams schlagen, spielen werde bei ihm „wer gut ist und richtig Bock hat“, gab er die Linie vor – es gehe darum, daran zu glauben, dass man etwas könne. „Ich werde nicht alles richtig machen können“, warb Klopp, „aber versucht, mich zu verstehen.“
Info& auf Mainz&: Mainz& berichtet für gewöhnlich nicht über Sport & Fußball, hier machen wir eine Ausnahme – weil Jürgen Klopp einfach in Mainz einen ganz besonderen Stellenwert hat.






![[Sponsored Post] Ein Stück zum Glück: Initiative eröffnet ersten inklusiven Spielplatz an Mainz 05-Arena – Mit Rolli und Prothese gleichberechtigt toben](https://mainzund.de/wp-content/uploads/2025/06/Spielplatzeroeffnung-Stueck-zum-Glueck-mit-Mathias-Mester-naeher-kleiner-324x160.jpg)