Seine Geschichte geht zurück bis ins Jahr 1911, hier studierten und arbeiteten Pioniere der Luftfahrt – nun wird Jubiläum gefeiert: An diesem Wochenende feiern der Luftfahrtverein Mainz e.V. und der Flugplatz Mainz auf dem Layenhof ihr 75-jähriges Bestehen, und laden dafür die Bevölkerung zum Tag der Offenen Tür. Im Mittelpunkt des Wochenendes steht „die Faszination Fliegen“, wirbt der Verein, erleben kann man einen Segelflug, Airbus-Simulator oder auch Flieger-Oldies wie die Junkers F13, die Mutter aller Verkehrsflugzeuge.

Luftfahrtpionier Antony Fokker 1911 in seiner "Spinne" in Mainz-Gonsenheim. - Foto: Nationaal Archief Niederlande
Luftfahrtpionier Antony Fokker 1911 in seiner „Spinne“ in Mainz-Gonsenheim. – Foto: Nationaal Archief Niederlande

Die Geschichte der Luftfahrt wurde auch ein Stück weit in Mainz mit begründet, bekannt ist das heute wenig. Doch bereits im Jahr 1909 begann der Mainzer Flugzeugkonstrukteur und Gründer der Flugwerke Mainz, Jacob Goedecker, auf dem Gonsenheimer Sand mit seinen ersten Flugversuchen. „1896 weckten Berichte in Zeitschriften die Begeisterung des damals 14-Jährigen für die Fliegerei“, weiß man bei Wikipedia: „Während seines Maschinen- und Schiffbaustudiums 1902–1906 an den technischen Hochschulen in Aachen und Berlin lernte er den dort lehrenden Professor Hugo Junkers kennen.“

1909 gründete Goedecker die „J. Goedecker Flugmaschinenwerke“ auf dem Gelände der Prinz-Heinrich-Werft in Niederwalluf am Rhein, die Probeflüge fanden im „Großen Sand“ zwischen Mainz-Mombach und Gonsenheim statt. 1911 gründete Goedecker gar eine Flugschule, in der einige später berühmte Flieger ihr Handwerk lernten – so etwa der berühmte Flugzeugbauer Anthony Fokker aus den Niederlanden, der dort später Einflieger und Ausbilder wurde. Es war Goedecker, der Fokkers erstes Fluggerät baute: die „Spinne“ – die Diplomarbeit von Anthony Fokker.

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75 Jahre Luftfahrtverein Mainz: Legenden der Luftfahrt bis heute

Die Begeisterung fürs Fliegen führte zur Gründung des ersten Mainzer Flugsportvereins, des “Vereins für Flugwesen Mainz”, dem Vorgänger des heutigen Luftfahrtvereins – man schrieb den 12. Juni 1911. Der Verein organisierte Flugveranstaltungen und Schauflüge auf dem Großen Sand vor 1914. Der Segelflug nahm in Mainz 1927 mit der Gründung der “Interessengemeinschaft für Flugsport” seinen Anfang, heißt es auf der Homepage des Luftsportvereins weiter. 1930 wurde auch eine Damen-Segelfluggruppe gegründet, unter der Leitung der Luftfahrt-Pionierin Martha Mendel.

Flieger über Mainz. - Foto: Martin Trotz
Flieger über Mainz. – Foto: Martin Trotz

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich 1951 der Aero Club Mainz im Kurfürstlichen Schloß, aus dem schließlich 1952 der Luftfahrtverein Mainz e.V. hervorging – der Flugbetrieb wurde noch im selben Jahr auf dem Flugplatz Finthen aufgenommen, zunächst im Segelflug. „Durch das Engagement seiner Mitglieder entwickelte sich der Verein kontinuierlich weiter und verfügt heute über Motor-, Ultraleicht- und Segelflugzeuge sowie eine eigene Flugschule und mehr als 600 Mitglieder“, berichtet der Verein stolz – damit ist man der größte Luftfahrtverein in Rheinland Pfalz.

Der Segelflug spielt im Verein bis heute eine große Rolle, aber gleichzeitig ist der Flugplatz Mainz-Finthen auch ein Infrastrukturstandort für die ganze Region: Hier findet natürlich auch motorisierter Flugverkehr statt, und zwar unter anderem für Bundespolizei und ADAC, Organtransporte, aber auch Privatflüge für die Wirtschaft, zur Ausbildung oder für den Katastrophenschutz.

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Tag der Offenen Tür mit Segelflug und historischer Fokker

Aus Anlass des besonderen 75. Jubiläums laden Verein und Flugplatz nun für dieses Wochenende zu, „Tag der Offenen Tür“ auf den Layenhof. Im Mittelpunkt steht natürlich die „Faszination Fliegen“, zu Entdecken gibt es zahlreiche Luftfahrzeuge aus nächster Nähe: vom Segelflugzeug über historische Oldtimer bis zum Jet. Ein besonderer Höhepunkt ist die Junkers F 13, die Mutter aller Verkehrsflugzeuge, Erstflug 1919.

Der Flugplatz in Mainz-Finthen mit seinem markanten Tower, der am Wochenende besichtigt werden kann. .- Foto: gik
Der Flugplatz in Mainz-Finthen mit seinem markanten Tower, der am Wochenende besichtigt werden kann. .- Foto: gik

Wer selbst einmal erleben möchte, wie sich Fliegen aus dem Cockpit anfühlt, kann dies bei einem rund 20-minütigen Schnupperflug erfahren – ein besonderes Erlebnis, wie wir aus eigener Erfahrung wissen: In den kleinen Motorflugzeugen fühlt sich Fliegen n och hautnah und unmittelbar ein, seinen Magen sollte man allerdings festhalten…. Die Flugschule des Vereins informiert darüber hinaus über den Weg zum eigenen Pilotenschein.

Wer lieber am Boden bleibt, kann einen Blick hinter die Kulissen werfen: Im Hangar zeigen Vereinsmitglieder, wie ein Flugzeug funktioniert, und die Besucher erhalten einen Einblick in die Arbeit der Flugzeugwerft. Der Verein und der Flugplatz präsentieren natürlich auch ihre Geschichte und ihre Arbeit, dazu kann man Segelflug- und VR-Simulatoren sowie einen Airbus-Simulator erkunden. Auch der Modellflug ist mit dem benachbarten Verein Flying Circus vertreten.

Die jüngsten Besucher können den Flugplatz spielerisch bei einer Rallye entdecken, und an verschiedenen Stationen ihren Flugplatzführerschein erwerben. „Quizfragen, Malen, Papierflieger basteln und weitere Aufgaben machen den Flugplatz zu einem großen Abenteuerspielplatz – vielleicht entsteht dabei schon die nächste Generation Pilotinnen und Piloten“, freut man sich beim Verein.

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Tower besichtigen, Flugplatzführerschein und Natur erleben

Markantes Wahrzeichen des Flugplatzes Mainz-Finthen ist der Tower, und auch den kann man am Wochenende besichtigen: Von seiner luftigen Höhe bietet sich ein besonderer Blick über den Flugplatz und das Mainzer Umland. Führungen über das Gelände und den Layenhof geben zudem Einblicke in die Geschichte und die Besonderheiten des Standorts, denn ein großer Teil des Flugplatzgeländes ist Naturschutzgebiet. Mitglieder des Naturschutzbundes NABU Mainz zeigen, wie Flugbetrieb und Naturschutz miteinander verbunden werden können.

Los geht es am Samstag, den 05.09.2026 und am Sonntag, dem 06.09.2026, jeweils um 10.00 Uhr, bis 18.00 Uhr sind Gelände und Fest geöffnet. Das 75-jährige Vereinsjubiläum wird am Samstag um 11.00 Uhr mit Grußworten von Persönlichkeiten aus Politik und Sport gefeiert. Erwartet werden dabei unter anderem Innen-Staatssekretär Markus Wolf der Mainzer Bürgermeister und Sportdezernent Daniel Köbler (Grüne), der Mainzer SPD-Bundestagsabgeordnete Daniel Baldy sowie der Vizepräsident des Landessportbunds, Klaus Kuhn.

Um 15.00 Uhr dann folgt die Flugzeugtaufe der D-EQRS auf den Namen „Mainz“ durch
Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD), der im Anschluss zu einem Schnupperflug über das Mainzer Umland aufbricht. Für das leibliche Wohl sorgen Food Trucks sowie das Restaurant „Tower One“.

Info& auf Mainz&: Tag der Offenen Tür auf dem Flugplatz Mainz-Finthen am am Samstag, dem 05.09.2026 und Sonntag, dem 06.09.2026, jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, alle Infos dazu gibt’s auch noch einmal hier im Internet.