Deutschland hat eine neue Weinkönigin: Paula Löber aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut ist die 78. Deutsche Weinkönigin. Jury und Publikum kürten die 29 Jahre alte Weinexpertin aus der Altmark am Freitagabend zur höchsten deutschen Weinmajestät. Aber auch Rheinhessen durfte jubeln: Die rheinhessische Weinkönigin Kathrin Knieriem wurde gemeinsam mit Natalie Schäfter aus Württemberg zur Deutschen Weinprinzessin gekürt.

13 deutsche Weinanbaugebiete gibt es, zur diesjährigen Wahl der Deutschen Weinmajestät waren zehn Kandidatinnen und ein Kandidat angetreten, die zuvor ein Jahr lang als Gebietsweinmajestät ihr Anbaugebiet vertreten hatten. Der einzige Mann in diesem Jahr war Felix Lüdenbach aus Heimersheim von der Ahr, in der Vorentscheidung vor einer Woche schaffte er es nicht ins Finale – die fünf Finalistinnen kamen aus Rheinhessen und dem Rheingau, aus Württemberg, der Pfalz und dem ostdeutschen Anbaugebiet Saale-Unstrut.
In der Fachbefragung mussten die Kandidatinnen umfangreiches Weinwissen beweisen, dazu perfektes Auftreten und charmante Spontanität. Die Fragen kamen von einer Expertenjury und betrafen Themen aus Weinbau, Kellerwirtschaft und Marketing. Da ging es etwa um den Einsatz von Drohnen im Weinberg oder die Bedeutung des Weintourismus, den CO₂-Fußabdruck einer Flasche Wein oder Möglichkeiten, den Wasserhaushalt im Weinberg gezielt zu steuern.
Deutsche Weinprinzessin: Kathrin Knieriem aus Rheinhessen
In gemeinsamen Spielen mussten die Kandidatinnen zudem Teamgeist beweisen, denn das Amt der Weinmajestätinnen ist in den vergangenen Jahren im mehr zum Teamwork geworden: Nicht nur die Deutsche Weinkönigin, sondern auch ihre beiden Weinprinzessinnen sind im In- und Ausland als Vertreterinnen des deutschen Weins und seiner Winzer unterwegs. Die jungen Damen müssen deshalb ausgewiesene Weinexpertinnen und gleichzeitig Marketingfachfrauen sein, unter den Bewerberinnen sind die Ämter begehrt – sie gelten als exzellente Sprungbretter für die Weinbranche.

An diesem Freitag nun fand die große Wahlgala im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße statt, und da mussten die fünf Finalistinnen erneut Weinwissen und perfekte Auftritte beweisen. Vor einigen Hundert Fans im Saalbau sowie Hunderttausend Zuschauern an den Bildschirmen galt es, einen Wein korrekt bei einer Blindverkostung zu beschreiben und zu erkennen, sowie bei weiteren Ratespielen Fachwissen und Spontanität zu beweisen.
Besonders Kathrin Knieriem aus Osthofen in Rheinhessen glänzte da durch exzellente Fachkenntnisse, die studierte Oenologin und Geisenheim-Absolventin arbeitet für eine Flaschengroßhandlung und wurde vor einem Jahr zur Nachfolgerin des ersten Mannes im Amt der rheinhessischen Weinmajestät gewählt: Levin McKenzie aus Mainz. Während es Levin aber nicht unter die letzten drei schaffte, spielte sich Knieriem am Freitag offenbar in die Herzen der 70-köpfigen Jury: Sie wählte die 27-Jährige unter die letzten drei im Finale.
Paula Löber erst zweite Deutsche Weinkönigin aus Saale-Unstrut
Dort entschieden dann die Zuschauer an den Bildschirmen, wer die 78. Deutsche Weinkönigin werden würde – am Ende jubelte Paula Löber aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut. Für das kleine ostdeutsche Anbaugebiet ist das eine Sensation: Zuletzt kam eine Deutsche Weinkönigin im Jahr 1993 aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut, Sandra Hake, die heute Sandra Frölich heißt. Paula Löber ist überhaupt erst die zweite Deutsche Weinkönigin, die aus Saale Unstrut kommt.

Die 29 Jahre alte Lebensmittelfachfrau arbeitet als Projektmanagerin bei der Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm und wird nun ein Jahr lang den deutschen Wein auf rund 200 Terminen im In- und Ausland vertreten. Sie wolle „insbesondere junge Erwachsene stärker für unsere Weine begeistern und ihnen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen“, sagte Paula Löber am Abend im Saalbau. Und sie wolle „den Menschen zeigen, dass die Weine aus unseren Regionen ein besonderes Kulturgut sind und authentischen Genuss versprechen.“
Aber auch die Rheinhessen dürfen sich freuen: Dass Kathrin Knieriem zur Deutschen Weinprinzessin gekürt werden würde, war im Vorfeld vielleicht nicht unbedingt zu erwarten, doch die Rheinhessin setzte sich mit hohem Sachverstand und sympathischer Bodenständigkeit durch. Dritte im Bunde ist die 25 Jahre alte studierte Physikerin Natalie Schäfter aus Württemberg, die vor allem mit einem frischen und natürlichen Auftritt punkten konnte.
Info& auf Mainz&: Mehr zu den Kandidatinnen, dem neuen und dem alten Weinköniginnen-Trio sowie dem Amt an sich findet Ihr hier im Internet.






