EIL&: Paukenschlag am Mittwochnachmittag: Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen die städtische Marketinggesellschaft Mainzplus. Das teilte die Mainzplus GmbH selbst mit. Als Grund heißt es, es gehe um „Auszahlungen von Kurzarbeitergeld“ – konkreter wurde die Mitteilung nicht. Auch zu der Frage, wer genau welcher Vorwürfe beschuldigt wird, äußerte sich die Mainzplus nicht. „Aktive Geschäftsführer und Mitarbeiter der Mainzplus GmbH werden dabei nicht beschuldigt“, hieß es lediglich.

Die Rheingoldhalle ist der Sitz der Mainzer Ciytmarketinggesellschaft Mainzplus. - Foto: gik
Die Rheingoldhalle ist der Sitz der Mainzer Ciytmarketinggesellschaft Mainzplus. – Foto: gik

Das wirft natürlich Fragen auf, Mainz& hat eine Anfrage an die Staatsanwaltschaft Mainz geschickt, die Antwort steht bisher noch aus – der Vorfall wurde gerade erst öffentlich. Um 14.29 Uhr erreichte diese Redaktion eine Pressemitteilung der Mainzplus GmbH, die den Sachverhalt selbst öffentlich machte. Darin ist in den oben zitierten dürren Sätzen von der Aufnahme der Ermittlungen die Rede, sowie vom Themenkomplex Kurzarbeitergeld. Das könnte darauf hindeuten, dass die Vorgänge, um die es sich dreht, in der Corona-Pandemie stattfanden – damals mussten praktisch alle Marketing- und Kultureinrichtungen Kurzarbeit anmelden.

Die Mainzplus Citymarketing GmbH ist die städtische Marketinggesellschaft von Mainz, die unter anderem für Kongresse und Messen, sowie für Konzerte und Kulturveranstaltungen zuständig ist – sie bespielt etwa die Rheingoldhalle und den Frankfurter Hof sowie das Kongresszentrum im Kurfürstlichen Schloss. Anfang 2026 wurde sie in die Mainzplus GmbH umgewandelt. Interessant ist, dass man bei Mainzplus heute betonte, „aktive Geschäftsführer und Mitarbeiter“ würden nicht beschuldigt.

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Vorwürfe reichen womöglich in die Zeit der Corona-Pandemie zurück

 

Damit müssten die Vorwürfe in die Zeit des langjährigen Geschäftsführers August Moderer fallen, der hatte Mainzplus im Sommer 2022 verlassen. Als sein Nachfolger wurden Marc André Glöckner – Pressechef des damaligen Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sowie Katja Mailahn, bis dahin Umweltreferentin im grün-geführten Mainzer Umweltdezernat, als Doppelspitze installiert – das sorgte für erhebliche Kritik wegen Postengeschachers sowie wegen der üppigen Gehälter der Doppelspitze.

„Die aktuelle Geschäftsführung hat zugesichert, konstruktiv an der Klärung des Sachverhalts mitzuwirken und entsprechende Unterlagen zur Verfügung zu stellen“, teilte die Mainzplus nun weiter mit: „Dies ist heute geschehen.“ Offenbar hatte sich die Staatsanwaltschaft am Mittwoch zu einer Hausdurchsuchung bei der Mainzplus eingestellt. Von dort hieß es ansonsten nur noch; „Mit Blick auf das laufende Ermittlungsverfahren können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte zum Sachverhalt erteilt werden.“

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