Am morgigen Donnerstag gilt es wieder, Ohren zu spitzen und Handys festzuhalten – es wird wieder laut. Pünktlich um 11.00 Uhr sollten Eure Handys mit einem lauten Ton losschrillen, dann wäre alles gut gelaufen: Es wieder bundesweiter Warntag. Immer Anfang September testen Bund, Länder und Kommunen dabei ihre Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle, bei der Technik hat sich viel getan. Wo es aus Sicht der Experten noch hapert ist bei der Krisenvorsorge der Bevölkerung: Genügend Vorräte und richtige Vorbereitung können gerade auch bei Blackouts entscheidend sein.

Es ist der mittlerweile 6. bundesweite Warntag, und er ist mittlerweile schon zur Routine geworden. Immer Anfang September erproben Bund, Länder und Kommunen ihre Warnsysteme für den Ernstfall, das sei ein bewusster „Stresstest unter Volllast“, heißt es beim zuständigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) immer – geprüft wird die gesamte Übermittlungskette bei den Warnungen von der Auslösung bis zum Endgerät.
Und das ist gut so, denn in der Vergangenheit zeigte der Warntag wiederholt massive Lücken im System auf. Mal funktionierte die Weiterleitung zwischen Bund und Kommunen nicht, dann wieder lösten Warnapps nicht aus, oder Handys reagierten nicht auf das 2022 eingeführte Cell Broadcasting. Dabei wird ein schriller Warnton direkt auf die Handys gesandt, die sich in einer bestimmten Funkzelle befinden, eine Warnapp ist dafür nicht notwendig. Im Ernstfall können so Menschen in einer bestimmten Region direkt und ohne Umwege gewarnt werden – die Einführung war eine Konsequenz aus der Flutkatastrophe im Ahrtal.
Das hört Ihr bei der Probe-Warnung auf Handys und via Sirenen
An morgigen Donnerstag ist es wieder so weit: Pünktlich um 11.00 Uhr sollen die Handys bundesweit losschrillen, und so die Probe-Warnung an alle Bundesbürger übermitteln. 2025 klappte das zuletzt gut, nicht so hingegen beim ersten landesweiten Warntag im März 2025: Damals funktionierte beim Test in den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz die technische Übertragung der Warnnachricht vom Warnsystem MOWAS an die Warnapps Katwarn und HessenWARN nicht. Bei Bundeswarntag im September 2025 wiederum löste die Mainzer Feuerwehr statt der Entwarnung einen neuerlichen Warnton aus – eine eher kleinere Panne.

Der Plan für diesen Warntag: Um 11.00 Uhr versendet das BBK eine Testwarnung über das Modulare Warnsystem MOWAS, die wird an alle angeschlossenen Radio- und TV-Sender, digitale Anzeigetafeln, die Warnapps sowie eben das Cell Broadcasting ausgespielt. Zusätzlich testen die Kommunen ihre Sirenenanlagen, das gilt auch für Mainz und Wiesbaden. Zu hören sein sollte dann ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton, das Signal „Warnung der Bevölkerung“. Um 11.45 Uhr soll es dann bundesweit die Entwarnung geben – einen einminütigen, gleichbleibenden Dauerton. Entwarnt wird auch über das Cell-Broadcast-System, allerdings ohne Signalton.
In Mainz gibt es aktuell 35 Sirenen des Typs E57 und 34 elektronische Hochleistungssirenen des Typs Sonus, wie die Stadt auf ihrer Homepage informiert. Bei den Sirenen des Typs E57 handele es sich noch um die klassischen Zivilschutzsirenen, bei denen ein elektrisch angetriebener Rotor Luft durch ein Gehäuse mit Öffnungen, den sogenannten Stator, presst und hierdurch den charakteristischen Sirenenton entstehen lässt. Seit 2023 werden nun zusätzlich insgesamt 36 elektronische Hochleistungssirenen des Typ Sonus in allen Stadtteilen installiert, 35 sollen bereits vor Ort sein. Die ließen sich durch eine Batteriepufferung auch bei einem Stromausfall noch mehrere Tage lang auslösen, betont man bei der Stadt.
BBK: Auf das wichtige Thema Warnung aufmerksam machen
„Unser Ziel ist es, die Menschen auf das wichtige Thema Warnung aufmerksam zu machen“, betont BBK-Präsidentin Grit Tüngler. Die Rückmeldungen der Bürger nach dem Warntag seien daher „für uns entscheidend bei der Auswertung: Nur durch ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Warnkanälen können wir das Warnsystem gezielt verbessern, und für den Ernstfall noch verständlicher und zuverlässiger gestalten.“ das BBK wirbt deshalb, sich an seiner Online-Umfrage zu beteiligen und die Erfahrungen zu den ausgelösten Warnungen mit dem BBK teilen.
Info& auf Mainz&: Einen Link zur Online-Umfrage schickte das BBK leider nicht mit, wir gehen aber mal davon aus, dass Ihr am Donnerstag hier im Internet fündig werdet. Unter dem Link findet Ihr auch einen großen Ratgeber, wie Ihr selbst für Krisen und Katastrophen vorsorgen könnt. Infos der Stadt Mainz zum Thema findet Ihr hier im Internet.






