Es war vor ungefähr 2.500 Jahren, als ein gewisser Brutus einen Tempel stiftete - den Tempel für die Göttin Carna. Die war die Göttin der Gesundheit und der Bohnen, was eng miteinander zusammenhing, ihr Tempelstifter indes ein angeblicher Vorfahr des Caesarenmörders Brutus - und womöglich genauso unsichtbar wie die Unsichtbare Römergarde von Mainz. Die verneigte sich bei ihren 5. Carnarien am Montag nicht nur vor der Göttin Carna, sondern auch der Göttin des Theaters: Ehrensenatorin wurde eine Frau, die mit ihrer Leidenschaft fürs Theater den Römern keine Ruhe lässt - und so das antike Mogontiacum in unserer Zeit lebendig werden lässt. (ABO&)

Ehrung mit Streitwagen und Legionären: Marie-Luise Thüne ist neue Ehrensenatorin der Unsichtbaren Römergarde. - Foto: gik
Ehrung mit Streitwagen und Legionären: Marie-Luise Thüne ist neue Ehrensenatorin der Unsichtbaren Römergarde. - Foto: gik

Was war für die Römer das Theater? Nun, es war im wahrsten Wortsinne eine Bühne, aber nicht etwa nur für literarische Schönheiten oder packende Tragödien - das Theater war das Haus der Informationen, eine Art antikes Fernsehen, ein Ort der gesellschaftlichen Debatte und natürlich: der Unterhaltung. Im antiken Mogontiacum erhob sich zu seinen Glanzzeiten in den ersten drei Jahrhunderten ein wahrer Theater-Prachtbau: 10.000 Zuschauer fanden auf seinen hochaufragenden Sitzreihen Platz, es war ein Ort für große Feiern und derbe Sprüche.

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Im modernen Mainz sind von dem einstigen Prachtbau nur noch wenige Steinreihen zu sehen, der Großteil ist unsichtbar - und so war es nur passend, dass ausgerechnet die Unsichtbare Römergarde im Juni 2024 erneut die Zuschauerränge füllte: In dem antiken Theaterrund wurde - vielleicht erstmals wieder nach 2.000 Jahren - die Komödie des "Amphitryon" gegeben. Am Montagabend ehrte die Unsichtbare Römergarde die Frau, die dafür gesorgt hatte: Marie-Luise Thüne, Chefin der Schauspieltruppe des "Theaters in der Römischen Provinz."

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