Große Aufregung am Gründonnerstag im Mainzer Stadtteil Weisenau: Im Hotel Bristol war Chlorgas ausgetreten, der Geruch war auch noch auf der Straße deutlich wahrnehmbar. Da Chlorgas ein Atemgift ist, ließ die Feuerwehr das Hotel komplett räumen, die Friedrich-Ebert-Straße war für knapp zwei Stunden voll gesperrt. Ursache war eine chemische Reaktion im Bereich des Hotel-Schwimmbads, die Gewerbeaufsicht prüft nun die Ursache und wann die Schwimmbadanlage wieder in Betrieb genommen werden kann.

Großeinsatz der Mainzer Feuerwehr am Gründonnerstag am Bristol-Hotel in Mainz-Weisenau. - Foto: BYC-news
Großeinsatz der Mainzer Feuerwehr am Gründonnerstag am Bristol-Hotel in Mainz-Weisenau – hier ein Archivbild. – Foto: BYC-News

Am Gründonnerstag meldete eine Angestellte des Bristol-Hotels einen Chlorgasaustritt im Keller des Hauses, genauer: im Bereich des Schwimmbads. Da die Menge des austretenden Gases nicht bekannt war, wurden umfangreiche Einsatzkräfte alarmiert – Chlorgas ist ein stark wirkendes Atemgift. So wurden neben der Berufsfeuerwehr Mainz und der Freiwilligen Feuerwehr Weisenau auch der Rettungsdienst sowie die Abschnittsleitung Gesundheit mit zwei Schnelleinsatzgruppen in Bewegung gesetzt.

“Vor Ort war ein starker Chlorgasgeruch schon vor dem Hotel wahrnehmbar”, heißt es im Bericht der Mainzer Feuerwehr weiter. Während ein Trupp mit schwerem Atemschutz in den betroffenen Technikraum im Keller vordrang, und die Ursache des Gasaustritts suchte, wurde das Hotel komplett geräumt. Ein Mitarbeiter hatte Chlor eingeatmet und wurde ambulant vom Rettungsdienst versorgt, er blieb zum Glück leicht verletzt.

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Im Keller konnten die Feuerwehrkräfte feststellen, dass in einem Kanister mit Schwefelsäure in Verbindung mit einem weiteren Stoff zu einer chemischen Reaktion gekommen war, heißt es im Bericht weiter. In der Folge hatte sich in diesem Kanister Chlorgas gebildet – und war deutlich riechbar ins Freie gelangt. Die Feuerwehrleute brachten den Kanister ins Freie und verpackten ihn in ein luftdichtes Fass, sodass kein weiteres Gas mehr austreten konnte.

Doch im Hotel hatte sich starker Chlorgeruch ausgebreitet, das Hotel wurde deshalb mit mehreren Hochleistungslüftern belüftet. Zusätzlich kontrollierte die Feuerwehr, ob sich noch Chlor in der Luft befand. Während des Einsatzes stürzte dann noch ein Feuerwehrmann und musste leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Hotelbewohner konnten jedoch nach etwas über zwei Stunden in ihre Zimmer zurückkehren.

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Die Mainzer Feuerwehr rückte am Gründonnerstag mit einem Großaufgebot in Mainz-Weisenau an. - Foto: Feuerwehr Mainz
Die Mainzer Feuerwehr rückte am Gründonnerstag mit einem Großaufgebot in Mainz-Weisenau an. – Foto: Feuerwehr Mainz

Die Friedrich-Ebert-Straße war durch das Großaufgebot und zur Sicherheit für die Anwohner für knapp zwei Stunden voll gesperrt. Ob die Anwohner aber gewarnt worden waren, Fenster und Türen geschlossen zu halten, teilte die Polizei nicht mit – eine Warnung über die Warnapp Nina oder Katwarn erfolgte jedenfalls nicht. Dabei könnten Anwohner, die den offenbar deutlich wahrnehmbaren Geruch eingeatmet haben, durchaus allergische Reaktionen bekommen haben, da sich ja offenbar eine relevante Menge des Gases im Hotel und darum herum verbreitet hatte.

Die Gewerbeaufsicht prüfe nun die Ursache für den Unfall und auch, wann die Schwimmbadanlage wieder in Betrieb genommen werden kann, heißt es weiter. Während des Einsatzes sorgten die Freiwilligen Feuerwehren Bretzenheim, Marienborn, Mombach und Stadt für den Grundschutz der Stadt Mainz durch eine Bereitschaft in ihren Feuerwehrgerätehäusern. Der Einsatz der Feuerwehr war nach drei Stunden beendet.

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