Nach elf Monaten Bauzeit ist es kommenden Montag endlich so weit: Die Straßenbahnlinie 52 fährt dann wieder vom Mainzer Hauptbahnhof nach Mainz-Bretzenheim. Seit Juli 2025 lag die wichtige Straßenbahnverbindung brach, vor allem die monatelange Großbaustelle in Mainz-Zahlbach kam nicht voran – und kostete die Anwohner zeitweise die letzten Nerven. Die Fertigstellung wurde mehrfach verschoben, nun soll die Bahn endlich wieder rollen – damit verkürzen sich die Fahrzeiten in die City wieder deutlich.

Einfach mal Gleise auf Schienen deponiert: So sah die Baustelle entlang der Straßenbahnlinie 52 in Zahlbach Monate hinweg aus. - Foto: gik
Einfach mal Gleise auf Schienen deponiert: So sah die Baustelle entlang der Straßenbahnlinie 52 in Zahlbach Monate hinweg aus. – Foto: gik

Die Straßenbahnlinie 52 nach  Mainz-Bretzenheim gehört zu den ältesten und schönsten Straßenbahnstrecken in Mainz, doch seit Juli 2025 war sie nur noch ein Ärgernis: Seit dem 7. Juli 2025 lag die Strecke still, die Verbindung wurde durch Busse ersetzt – für die Anwohner bedeutete das dreifach längere Fahrzeiten in die City. Schlimmer noch: Die Baustelle kam einfach nicht voran.

Noch im Oktober 2025 hieß es bei der Mainzer Mobilität, der Ersatzverkehr für die Straßenbahnen der Linie 52 müsse „über dem 27.10.2025 hinaus bestehen bleiben.“ Auf der Strecke von und nach Bretzenheim müssten umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten stattfinden, die eigentlich parallel zum Gleisanschluss am Alicenplatz abgeschlossen sein sollten – es sei jedoch „leider zu ungeplanten Verzögerungen“ gekommen.

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Gleise und Fahrmasten teils erneuert, Umbau der Haltestellen

Die Strecke sollte dann im Frühjahr 2026 fertig werden, auch daraus wurde nichts: Die Gleisstrecke wurde zeitweise zum Depot für Rohre, Gleise und Baumaterial, die Umbauarbeiten an den Bahnsteigen kamen einfach nicht voran. Die Baustelle in Mainz-Zahlbach samt provisorischer Baustellenampel an der Kreuzung zum Zahlbacher Steig wurde zur Nervenprobe für die Autofahrer mit minutenlangen Standzeiten. Jetzt soll es endlich so weit sein: Ab dem 1. Juni 2026 soll die Straßenbahn  52 wieder vom Hauptbahnhof nach Mainz-Bretzenheim rollen.

Umbau der Haltestelle an der Agentur für Arbeit Ende April 2026. - Foto: gik
Umbau der Haltestelle an der Agentur für Arbeit Ende April 2026. – Foto: gik

In den elf Monaten Bauzeit wurden nach Angaben der Mainzer Mobilität die Fahrleitung erneuert sowie neue Fahrleitungsmasten aufgestellt, und zwar zwischen der Agentur für Arbeit und der Haltestelle am Milchpfad. Die Gleise wurden nur zwischen der Agentur für Arbeit und der Haltestelle an den Römersteinen erneuert, dazu habe es zusätzlich Leitungsarbeiten der Mainzer Netze gegeben, bei denen unter anderem die Unterquerung der Straßenbahngleise notwendig war.

Für Verzögerungen sorgte aber nicht nur die Baustelle auf der Alicenbrücke, sondern wohl auch die Tatsache, dass sämtliche Haltestellen entlang der 52 umgebaut werden mussten. Grund sind die neuen Straßenbahnen, die die Mainzer Mobilität im Juli 2025 bestellte: Die 22 neuen, hochmodernen Fahrzeuge der Firma Skoda sollen ab 2028 die alten Straßenbahnen ersetzen und sind deutlich länger als die alten.

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Neue Skoda-Bahnen: Umbau aller Haltestellen auf 45 Meter nötig

Die neuen Mainzer Bahnen werden etwa 43,5 Meter lang sein, 5 Doppeltüren für haben und können rechnerisch 258 Fahrgäste befördern, davon 96 auf Sitzplätzen. Dumm nur: Für die neuen Bahnen müssen die Mainzer Haltestellen umgebaut und verlängert werden, das passierte jetzt schon auf der Linie 52.

Sorgte monatelang für lange Staus und Wartezeiten: Baustelle in Mainz-Zahlbach mit nerviger Baustellenampel. - Foto: gik
Sorgte monatelang für lange Staus und Wartezeiten: Baustelle in Mainz-Zahlbach mit nerviger Baustellenampel. – Foto: gik

So wurden an den Haltestellen Römersteine, Zahlbach und Naturschaugarten Lindenmühle die Bahnsteige auf 45 Meter als Vorbereitung für die neuen Straßenbahnen verlängert und zugleich barrierefrei umgebaut. An den Haltestellen seien nun auch moderne MobiSäulen mit digitalem und barrierearm zugänglichen ÖPNV-Informationen installiert, so die Mainzer  Mobilität weiter. Ob es auch Fahrkartenautomaten gibt, sagte das Unternehmen nicht – vermutlich Nein – der Kauf von Fahrscheinen ist entlang der Strecke so gut wie unmöglich und auch in den Straßenbahnen selbst nur noch digital möglich.

Eine Änderung durch den Umbau gibt es nun auch an der Haltestelle „Naturschaugarten Lindenmühle“: Dort findet der Ausstieg aus Richtung Innenstadt nun auf der linken Seite statt anstatt nach rechts. Ein barrierefreier Ausbau des gegenüberliegenden Bahnsteiges sei nicht möglich gewesen, so die Mainzer Mobilität, deshalb sei der Bahnsteig auf der rechten Seite vollständig zurückgebaut worden. Auf den neuen Ausstieg werde auch bei der Ansage des Haltestellennamens hingewiesen.

Info& auf Mainz&: Mehr zu Baustellen und aktuellen Sperrungen sowie Umleitungen findet Ihr hier bei der Mainzer Mobilität im Internet. Einen ausführlichen Bericht über die neuen Skoda-Straßenbahnen für Mainz findet Ihr hier bei Mainz&:

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