Vergangenes Jahr entführten „Die Vögel“ ins Wolkenkuckucksheim der Antike, in diesem Jahr quaken „Die Frösche“: Das antike Römische Bühnentheater in Mainz wird erneut Schauplatz einer uralten Komödie, die erstaunliche Parallelen zur Gegenwart aufweist. Es geht um den Wettstreit zweier berühmter – und eitler – Dichterfürsten, um nach Anerkennung lechzende Kontrahenten, aber auch um die Frage: Wer hat die besseren Lösungen für Gesellschaft und Militär? Moderiert wird das Ganze vom Weingott Dionysos, der in den Hades hinabsteigt und auf Frösche trifft….

Probenszene zu Aristophanes' "Die Frösche" vom "Theater in der Römischen Provinz". - Foto: Thüne
Probenszene zu Aristophanes‘ „Die Frösche“ vom „Theater in der Römischen Provinz“. – Foto: Thüne

Es war wohl im Jahr 405 vor Christus, als ein Bühnenstück erstmals zur Aufführung kam, das zu den berühmtesten Werken der Antike werden sollte: „Die Frösche“ von Aristophanes. Der wohl berühmteste Komödiendichter der Antike wurde um 450 vor Christus in Athen geboren, er erhielt wohl eine Ausbildung als Dramatiker – und er war ungeheuer produktiv: Mehr als 40 Werke werden ihm zugeschrieben, nur elf davon sind vollständig erhalten, heißt es bei Wikipedia.

Für seine Komödien erhielt Aristophanes oftmals hohe Auszeichnungen bei antiken Theaterwettstreiten wie etwa den Dionysien oder den Lenäen, und genau so einen Wettstreit der eitlen Dichter stellte er in den Mittelpunkt seiner „Frösche“: Dort reist der Weingott Dionysos – dem die „Dionysien“ gewidmet waren – in die griechische Unterwelt, um den verstorbenen Tragödiendichter Euripides zurückzuholen, einen der Großen seiner Zeit. Größer aber war nur Aischylos, und so sollen sich die beiden Dichter mit Worten messen, um den Besten zu ermitteln.

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„Frösche“ mit Temperament, Komik, viel Musik und Tanz inszeniert

Natürlich macht Aischylos daraus ein Feuerwerk an Wortwitz, lässt die beiden Dichterfürsten aber auch als kleinliche, nach Anerkennung lechzende Kontrahenten dastehen, die voller Eitelkeit und Selbstgerechtigkeit übereinander herfallen, bis Dionysos die berühmt gewordenen Worte seufzt: „Es gehört sich nicht für Männer, die Dichter sind, einander zu beschimpfen wie die Brotverkäuferinnen.“

Dionysos' Gang in die Unterwelt: Probenszene aus "Die Frösche" mit dem "Theater in der Römischen Provinz". - Foto: Thüne
Dionysos‘ Gang in die Unterwelt: Probenszene aus „Die Frösche“ mit dem „Theater in der Römischen Provinz“. – Foto: Thüne

Man merkt schon, die Parallelen zu modernen Gegebenheiten liegen bereits auf der Hand, das Stück wurde denn auch von der Chefin des „Theaters in der Römischen Provinz“ , Marie-Luise Thüne, behutsam an die Moderne angepasst und ohnehin gestrafft: Im antiken Römischen Theater in Mainz kann es durch die Open Air-Gegebenheiten keinen wirklich langen Theaterabend geben. „Mit Temperament, Komik, viel Musik und Tanz haben wir die Frösche neu inszeniert“, sagte Thüne im Vorfeld gegenüber Mainz& – „allerdings ohne den Inhalt zu verfälschen, denn dieser ist, verfasst von Aristophanes durchaus aktuell.“

In der Tat: Aristophanes Hauptthemen waren die Kritik an Macht, Staat und Krieg, denn seine Heimat Athen hatte sich nach langer Blütezeit in den Peloponnesischen Krieg mit Sparta verwickeln lassen, die stolze Republik befand sich im Abstieg – dazu kam noch eine Typhus-Epidemie, an der zwischen 430 und 426 vor Christus rund 30 Prozent der Athener starben. Im Jahr 405 stand Athen vor einer verheerenden Niederlage gegen die Perser, 404 endete der Krieg zwar, und Athen kehrte zur Demokratie zurück, doch die Frage lautete: Wie sollte es weiter gehen? Welche Lösungen gibt es für Staat und Militär?

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Zwei Vorstellungen am 27. und 28. August 2026 im Römischen Theater

Genau diese sollen die beiden Dichterfürsten aus dem Hades liefern, und man darf gespannt sein, ob und wem das gelingt. In jedem Fall ist für die Besucher im modernen Mainz Spannung und gute Unterhaltung garantiert – vergangenes Jahr feierte das Publikum begeistert die Adaption von Aristophanes „Vögel“ im antiken Mainzer Theater. Premiere der „Frösche“ ist nun am Donnerstag, den 27. August 2026, Beginn ist 19.00 Uhr, Einlass bereits um 18.00 Uhr. Die Karten kosten 20,- Euro und sind nur vor Ort und mit Barzahlung noch erhältlich, der Zugang erfolgt über Gleis 4 des Bahnhofs Römisches Theater. Eine weitere Vorstellung am Freitag, den 28. August 2026 ist bereits ausverkauft.

Info& auf Mainz&: Eine gute Zusammenfassung der „Frösche“ samt Einordnung in den historischen Kontext haben wir hier im Internet gefunden. Wie sich Theater im antiken Mainzer Bühnenrund anfühlt, und wie im Vorjahr die „Vögel“ ankamen – das könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen:

Das Wolkenkuckucksheim der Antike: Das Theater in der Römischen Provinz spielte mit „Die Vögel“ antike Satire in Mainz