Die Kaiserbrücke im Norden für Mainz ist eine wichtige Querung für Radfahrer und Fußgänger – ab diesem Montag ist sie indes gesperrt: Wegen Schäden am Bodenbelag muss der Weg neben der Eisenbahntrasse saniert werden. Dafür wird die Brücke aber für den Radverkehr für mindestens vier Woche gesperrt. Gleichzeitig lädt die Stadt Wiesbaden am Montag zum Spatenstich für die „Kaiserspindel“: Die spindelförmige Auffahrt auf die Brücke soll endlich kommen – aber wann ist eigentlich Baustart auf Mainzer Seite? Mainz& hat nachgeschaut.

Die Kaiserbrücke führt vom Mainzer Zollhafen aus über den Rhein nach Wiesbaden-Biebrich, die von 1901 bis 1904 gebaute Brücke ist eigentlich eine wichtige Eisenbahnquerung über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden, doch sie hat auch eine zweite wichtige Funktion: Der Weg an der Seite neben den Gleisen ist eine wichtige Route für Fußgänger und Radfahrer, um über den Fluss zu kommen.
Genau das aber wird ab diesem Dienstag nicht mehr möglich sein: Der Fuß- und Radweg auf der Kaiserbrücke wird ab dem 25. August 2026 gesperrt, wie die Stadt Mainz mitteilte. Grund sind Schäden am Bodenbelag: Bei der letzten turnusmäßigen Prüfung seien an diesem Schäden festgestellt worden, deshalb sei „zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit und Nutzbarkeit eine stellenweise Instandsetzung“ notwendig, so die Stadt Mainz.
Kaiserbrücke: Radweg 4 Wochen gesperrt, Spatenstich in Wiesbaden
Die Sperrung ist zunächst einmal für vier Wochen geplant, schon jetzt heißt es aber: „Abhängig vom Baufortschritt kann es zu Anpassungen beim Bauablauf kommen“ – konkret: Die Sperrung kann auch länger dauern. Für den Fuß- und Radverkehr würden „großräumige Umleitungen eingerichtet und entsprechend ausgeschildert“, so die Stadt weiter – viel auszuschildern dürfte es da nicht geben: Radpendler zwischen Wiesebaden und Mainz haben damit genau zwei weitere Optionen, die auch hinlänglich bekannt sind: Die Schiersteiner Brücke sowie die Theodor-Heuss-Brücke.

Fähren über den Rhein gibt es zwischen den beiden Landeshauptstädten nicht, Pendlern bleibt nur der Weg entlang der Rheinstrecke zur nächsten Brücke – oder die Fahrt mit der S-Bahn. Die Arbeiten und die Sperrung hätten nichts zu tun „mit dem laufenden Projekt der barrierefreien Erschließung der Kaiserbrücke“, betont die Stadt zudem, die Sperrung sei „bauwerksbedingt im Rahmen von Instandhaltungsarbeiten erforderlich.“
Die angesprochene „barrierefreie Erschließung“ ist schlicht der Bau der spindelförmigen Auffahrtrampe, mit der die steile Kaiserbrücke endlich auch für Rollstuhlfahrer nutzbar werden soll, aber auch für Personen mit Kinderwagen, für Lastenräder sowie generell für Radfahrer, die es nicht schaffen, die enorm steilen Treppenanlagen mit ihrem Rad zu bewältigen – gerade mit schweren E-Bikes ist das oft ein Ding der Unmöglichkeit.
Wiesbaden: „Kaiserspindel“ soll in 18 Monaten stehen
Pikanterweise lädt die Stadt Wiesbaden an diesem Montag nämlich zum symbolischen Spatenstich für den Bau der „Kaiserspindel“ auf Wiesbadener Seite: Der lang ersehnte Bau beginne endlich, teilte Noch-Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) mit, das bedeute einen „wichtigen Schritt für eine durchgängige, barrierefreie und sichere Radverkehrsverbindung zur Kaiserbrücke“ und schließe „eine seit vielen Jahren bestehende Lücke im städteübergreifenden Radwegenetz.“
Die vorbereitenden Arbeiten begannen bereits Anfang August, man plane mit einer Bauzeit von 18 Monaten, teilte die Stadt Wiesbaden Ende Juli mit. Die Kaiserbrücke bleibe für den Fuß- und Radverkehr während der Bauarbeiten „grundsätzlich nutzbar“, hieß es weiter – die Schäden am Bodenbelag waren da noch kein Thema. Es könne aber „in kurzen, zeitlich begrenzten Abschnitten zu vorübergehenden Einschränkungen kommen.“ Der Radverkehr zwischen der Kaiserbrücke und dem Yachthafen Rhein Port werde im Übrigen über die Biebricher Straße umgeleitet.
Spindel auf Mainzer Seite weiter in Ausführungsplanung
Dumm nur: Ein Baustart auf Mainzer Seite ist weiter nicht in Sicht – im Februar 2026 wurde im Stadtrat die Verlängerung des Projektes bis März 2029 beschlossen. Beschlossen hatte der Stadtrat den Bau bereits im November 2021 und bereits damals eine 100-prozentige Förderzusage aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) erhalten. Nur: Gebaut wurde bis heute nicht, stattdessen heißt es in der Stadtratsvorlage: das Projekt befinde sich „in einer intensiven Planungs- und Abstimmungsphase“ – die dauert bereits sei Ende 2022 an.

Als Gründe für die lange Verzögerung nennt die Stadt insbesondere „die notwendige bauliche Erhöhung der Hochwasserschutzanlagen im Planungsgebiet“, das habe im Verlaufe der Planungen „zu einem erhöhten Zeit- und Kostenbedarf“ geführt. Man habe nun im vierten Quartal 2025 „finale Fragen klären können, die die Finanzierung sichern“, so die Stadt weiter: Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) habe Mitte Dezember 2025 dem Antrag der Landeshauptstadt Mainz auf Laufzeitverlängerung und Aufstockung der Fördersumme stattgeben – das Projekt soll nun allein in Mainz rund 6,8 Millionen Euro kosten. Grund seien „objektive Rahmenbedingungen“ und allgemeine Kostensteigerungen.
Das Projekt befinde sich aktuell „in der fortgeschrittenen Genehmigungsplanung“ und in der Ausführungsplanung, hieß es im Februar weiter. Parallel würden „vorbereitende Maßnahmen zur Bauausführung abgestimmt“ – wann auf Mainzer Seite Baustart erfolgen könnte, dazu machte die Verwaltung keine Angaben. Die zusätzlichen Kosten würden vollständig durch Bundesmittel finanziert, eine Mehrbelastung für den städtischen Haushalt gebe es nicht.
Info& auf Mainz&: Mehr zu den Plänen für die Kaiserspindel auf Wiesbadener Seite könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen:
Wiesbaden will Radspindel an Kaiserbrücke über dem Rhein 2026 bauen – In Mainz weiter Entwurfsphase







