EIL&: Spannende Ortsvorsteher-Wahl in der Mainzer Oberstadt: Am Sonntagabend lieferten sich CDU und SPD ein enges Rennen um Platz 2 – weit vorne rangieren bei der Wahl die Grünen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt der Grüne Tim Ott mit 38,6 Prozent auf Platz 1, auf Platz 2 liegt die CDU-Kandidatin Melissa Enders mit 25,9 Prozent. Damit kommt es in zwei Wochen am 22. März zu einer Stichwahl zwischen Grünen und CDU. Die SPD mit David Wilk muss sich am Ende mit 21,7 Prozent mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Die Neuwahl des Ortsvorstehers in der Mainzer Oberstadt war notwendig geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Daniel Köbler (Grüne) am 10. Februar sein neues Amt als Bürgermeister und Finanzdezernent von Mainz angetreten hat. Für seine Nachfolge hatten sich gleich sieben Kandidaten beworben, das waren ungewöhnlich viele. Sichtbar vertreten waren sechs davon im Schaufenster des Juweliergeschäfts Willenberg am Schillerplatz, Inhaber Jan Sebastian wollte damit ein Zeichen für ein konstruktives Miteinander und für die Stärkung der demokratischen Kultur setzen.
Sebastian selbst trat bei der Ortsvorsteher-Wahl für die FDP an und kam am Ende auf 4,3 Prozent. Der Kandidat der AfD, Benjamin Steiner, erzielte 4,4 Prozent, Newcomer Max Rammensee (ÖDP) kam ebenso wie der langjährige Stadtrat Erwin Stufler (FW) auf je 2,6 Prozent. Damit lagen die kleinen Bewerber weit abgeschlagen zurück, an der Spitze entwickelte sich ein spannender Dreikampf zwischen Grünen, CDU und SPD.
Spannendes Rennen um Platz 2, Grüne klar vorne
Aufgerufen zur Wahl waren am Sonntag 16.191 Wähler in der Mainzer Oberstadt, die Wahlbeteiligung lag am Ende bei 46,2 Prozent – ein guter Wert bei einer Wahl für einen Ortsvorsteher. Damit stieß die Wahl offenbar auf Interesse bei den Mainzern. Die Nase deutlich vorn hatte am Ende der Grünen-Kandidat Tim Ott: Der 28 Jahre junge Student und Stadtrat der Mainzer Grünen kam im ersten Wahlgang auf mit 38,6 Prozent klar auf Platz 1.

Das war durchaus überraschend: Der Jungpolitiker dürfte vielen Wählern gar nicht bekannt gewesen sein. Zudem warb Ott mit grüner Verkehrspolitik – genau die ist aber in Mainz derzeit ausgesprochen umstritten. Auch in der Mainzer Oberstadt gab es zuletzt scharfe Kritik an der Parkplatz-Reduzierungspolitik der grünen Mainzer Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger – an der Wahlurne schadete das den Grünen an diesem Sonntag jedenfalls nicht.
Um Platz zwei lieferten sich die Kandidatin der CDU und der Kandidat der SPD ein spannendes Rennen: In den ersten Auszahlungen lag zunächst SPD-Kandidat David Wilk auf Platz zwei, doch dann schob sich die CDU-Kandidatin Melissa Enders doch noch klar an ihm vorbei. Am Ende kam Enders mit 25,9 Prozent klar auf Platz 2 und zieht damit in die Stichwahl gegen Ott ein. Wilk lag am Ende bei 21,7 Prozent, für die SPD wohl eher eine Enttäuschung.
CDU kann bei Briefwählern punkten, Grüne an der Wahlurne
Des Rätsels Lösung: Die CDU-Kandidatin konnte bei den Briefwählern deutlich mehr Zustimmung einfahren als bei der Wahlurne, beim SPD-Kandidatin waren die Quoten zwischen Urnenwahl und Briefwahl gleich, der Grünen-Kandidat konnte mehr an der Wahlurne punkten. Das spricht dafür, dass die CDU-Wähler schnell entschlossen waren und/oder ihre Kandidatin gut kannten, während die Grünen offenbar ihre Wählerschaft noch stark motivieren konnten, zur Wahlurne zu gehen.
Damit sprachen sich nun in absoluten Zahlen 2.868 Wähler für den Kandidaten der Grünen aus, 1.926 für die CDU-Kandidatin. Für die SPD sprachen sich 1.611 Wähler aus, 326 machten bei der AfD ihr Kreuz, 321 bei der FDP. 192 Wähler entschieden sich für die ÖDP, 191 für die Freien Wähler. 38 Stimmen waren ungültig.
Damit kommt es nun am 22. März 2026 – parallel zur Landtagswahl – zur Stichwahl zwischen dem Grünen Tim Ott und der 33 Jahre alten Bauingenieurin Melissa Enders für die CDU. Ausführlichere Informationen zu den beiden Kandidaten findet Ihr hier auf Mainz&.
Info& auf Mainz&: Alle Ergebnisse und Zahlen zur Ortsvorsteher-Wahl könnt Ihr selbst hier auf der Homepage der Stadt Mainz nachlesen. Dort findet Ihr auch Auswertungen zu den einzelnen Straßen und Gebieten des Bezirks Oberstadt sowie zu den Briefwahl-Ergebnissen.
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