Mainz& exklusiv: Es ist die größte Naturkatastrophe in Rheinland-Pfalz seit dem zweiten Weltkrieg, und bis heute bewegt sie die Menschen stark: Die Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der in der Nacht vom 14, auf den 15. Juli 2021 insgesamt 136 Menschen im Ahrtal starben. Seit dem 18. Mai hat Rheinland-Pfalz einen neuen Ministerpräsidenten - wie geht Gordon Schieder (CDU) mit der Katastrophe um? Im Gespräch mit der Internetzeitung Mainz& betonte Schnieder nun, er widme sich intensiv den Problemfällen an der Ahr. Und er fordert: "Hier muss mehr Tempo reinkommen." Derweil erhebt Anwalt Christian Hecken schwere Vorwürfe gegen die Justiz - und fordert ein Eingreifen der Landesregierung.

Zerstörter Weinkeller in Altenahr, vier Jahre nach der Flut: Bis heute eine Ruine. - Foto: gik
Zerstörter Weinkeller in Altenahr, vier Jahre nach der Flut: Bis heute eine Ruine. - Foto: gik

Am 14. Juli 2026 jährt sie sich zum fünften Mal, die Flutkatastrophe im Ahrtal. Binnen Stunden verwüstete damals eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle das kleine Tal im Norden von Rheinland-Pfalz, mehr als 9.000 Häuser wurden beschädigt, rund 17.000 Menschen verloren ihr Hab und Gut - und 136 ihr Leben. Der Wiederaufbau danach aber wurde zur zweiten Katastrophe: "Schnell und unbürokratisch" versprach die damalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), werde die Hilfe sein - die meisten Betroffenen erlebten das Gegenteil.

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Anstatt schneller Hilfe wieherte der Amtsschimmel, "wir werden hingehalten, ausgebremst und verschaukelt", schimpfte etwa Thorsten Rech, Betreiber des Restaurants "Bahnsteig 1" in Mayschoß wenige Tage vor dem vierten Jahrestag der Ahrflut. Rech hat mittlerweile gemeinsam mit anderen Betroffenen eine Initiative gegründet,  50 Fälle von Betroffenen zählte er allein im September 2025 auf, die noch immer auf das ihnen versprochene Geld warten. Und bis heute warten die Menschen im Ahrtal vergeblich auf eine Entschuldigung der Mainzer Landesregierung für die Versäumnisse des Staates in der Flutnacht.

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Schnieder: Widme mich intensiv den Problemfällen im Ahrtal

Seit dem 18. Mai 2026 hat Rheinland-Pfalz nun einen neuen Ministerpräsidenten, und Gordon Schnieder gehörte in den vergangenen fünf Jahren zu den schärfsten Kritikern in Sachen Ahrflut. "Ich bin enttäuscht von dieser Landesregierung, die viel versprochen aber bisher wenig geliefert hat", bilanzierte Schnieder im Juli 2023 als Fraktionschef der CDU im Mainzer Landtag, und zählte auf: "Betroffene warten immer noch auf Geld, Spenden werden nicht ausgezahlt, Planungen dauern viel zu lange, überbordende Bürokratie verschlingt wertvolle Zeit." Und jetzt?

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