Genau einen Tag nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sind die Ladenöffnungen von vor einer Woche auch schon wieder Geschichte: Wegen weiter steigender Corona-Inzidenzen müssen die Läden in Mainz wieder schließen. Ab Mitternacht dürfen die Geschäfte wieder nur Termin-Shopping anbieten, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Montag in Mainz: „Das bedeutet einen Schritt zurück, was die Ladenöffnung angeht, das ist ein bitterer Schritt, aber ein notwendiger.“ Dazu gilt ab Dienstag eine erweiterte Maskenpflicht – auch am Mainzer Rheinufer.

Die Läden in Mainz müssen nach nur einer Woche wieder schließen. - Foto: gik
Die Läden in Mainz müssen nach nur einer Woche wieder schließen. – Foto: gik

Damit nimmt Mainz die Öffnung der Läden nach nur einer Woche wieder zurück, der Grund: Die Corona-Zahlen stiegen bereits seit einer Woche durch die Verbreitung der britischen Virus-Mutation wieder stark an. Am Sonntag hatte die Inzidenz nach Angaben der Landesregierung in Mainz bei 53,5 gelegen, landesweit lag sie bei 56,4 – und damit bereits mehrere Tage in Folge über der Marke von 50. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte bereits am Samstag angekündigt, die Corona-Inzidenz liege landesweit seit drei Tagen über der Marke von 50, damit müsse nun die geplante Notbremse wieder greifen. „Jeder weiß, was er jetzt zu tun hat“, betonte Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm.

Am Montag verkündete Oberbürgermeister Ebling nun die Schließung der Geschäfte zum Dienstag: „Wir haben die 50 überschritten, und wir erwarten auch, dass wir sie in den nächsten Tagen nicht wieder unterschreiten“, sagte Ebling. Deshalb müsse Mainz die erste Stufe der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Notbremse ziehen.

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Es sei nicht der Handel, der Schuld an den steigenden Zahlen sei, betonte Ebling zugleich. Es gebe ein diffuses Infektionsgeschehen, „wir haben eine Summe einzelner Elemente“, sagte Ebling. Der Chef des Mainzer Gesundheitsamtes, Dietmar Hoffmann, berichtete, Hauptübertragungsorte seien weiter private Haushalte, dazu gebe es aber Ausbrüche in Schulen und Kitas sowie in Arbeitsstätten. Auch einzelne Infektionen in Altersheimen gebe es wieder.

Am Mainzer Rheinufer gilt ab Dienstag eine Maskenpflicht. - Foto: gik
Am Mainzer Rheinufer gilt ab Dienstag eine Maskenpflicht. – Foto: gik

Grund sei der stark wachsende Einfluss der britischen Corona-Mutation, betonte Hoffmann, deren Einfluss liege bereits bei mindestens 50 Prozent, wahrscheinlich bei 70 bis 80 Prozent. „Diese Entwicklung wird sich nach dem, was wir heute sehen, weiter fortsetzen“, sagte Hoffmann. Mit den neuen Corona-Schnelltests habe die wachsende Zahl der Neuinfektionen noch nichts zu tun, betonte Hoffmann zudem: Bislang seien nur wenige positive Infektionen durch die kostenlosen Schnelltest gemeldet worden.

Mainz wird deshalb neben der Schließung der Geschäfte auch die Maskenpflicht ausweiten: In der Innenstadt gilt die Maskenpflicht ab Dienstag von 8.00 bis 18.00 Uhr, dazu wird eine Maskenpflicht am gesamten Rheinufer eingeführt. „Wir wollen eine zweiten prominenten öffentlichen Bereich zur Maskenpflichtzone erklären – das Mainzer Rheinufer“, sagte Ebling. Das geschehe mit Blick auf die steigenden Temperaturen, aber auch auf die bevorstehenden Feiertage.

Die Maskenpflicht soll am gesamten Mainzer Rheinufer gelten und zwar zwischen 12.00 Uhr und 22.00 Uhr. Die Zone reicht von der südlichen Eisenbahnbrücke entlang des gesamten Rheinufers vor der Innenstadt bis zur neuen Fußgängerbrücke im Mainzer Zollhafen. „Wer sich dort aufhält, kann sich und andere schützen, viele tun das bereit jetzt“, fügte Ebling hinzu. Auch der  Straßenverkauf und Ab-Hof-Verkauf von offenen alkoholischen Getränke bleibt nach wie vor verboten.

Die Zonen der Maskenpflicht in der Mainzer Innenstadt: Gelb ist der Innenstadtbereich, Grün die Zone Maskenpflicht am Mainzer Rheinufer. - Grafik: Stadt Mainz
Die Zonen der Maskenpflicht in der Mainzer Innenstadt: Gelb ist der Innenstadtbereich, Grün die Zone Maskenpflicht am Mainzer Rheinufer. – Grafik: Stadt Mainz

Von der Notbremse-Schließung sind allerdings Museen und Galerien nicht betroffen: Sie können mit Terminanmeldung weiter, wie geplant, am Dienstag öffnen. Auch bei den Dienstleistungen ändert sich nichts: Friseure und andere ähnliche Leistungen dürfen weiter geöffnet bleiben, ebenso Baumärkte und Gartencenter. Untersagt wird jedoch wieder der Proben- und Auftrittsbetrieb im Breiten- und Laienkulturbereich, auch der Breitensport wird wieder eingeschränkt: Zugelassen ist jetzt wieder nur Sport in Einzelsportarten im Freien mit maximal fünf Personen aus zwei Hausständen. Auch Kinder bis einschließlich 14 Jahren dürfen nur noch kontaktfrei trainieren, das Training in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahren und einem Trainer im Außenbereich bleibt aber erlaubt.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den steigenden Inzidenzzahlen in Mainz lest Ihr hier auf Mainz&, mehr zum Öffnungsplan von Bund und Ländern samt Notbremse-Regelung lest Ihr hier bei Mainz&. Weitere Details findet Ihr auf der Homepage der Stadt Mainz hier im Internet.

Von der Schließung ausgenommen sind:
a. Einzelhandelsbetriebe für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Getränkemärkte, Drogerien, Babyfachmärkte,
b. Verkaufsstände auf Wochenmärkten, deren Warenangebot den zulässigen Einzelhandelsbetrieben entspricht,
c. Apotheken, Sanitätshäuser, Reformhäuser,
d. Tankstellen,
e. Banken und Sparkassen, Poststellen,
f. Reinigungen, Waschsalons,
g. Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf, Buchhandlungen,
h. Baumärkte, Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte,
i. Großhandel,
j. Blumenfachgeschäfte,
k. Gärtnereien, Gartenbaubetriebe, Gartenbaumärkte

4 KOMMENTARE

  1. Warum nur ist man so zögerlich, die Infektionsschwerpunkte zu nennen? Hier gilt es gegenzusteuern und nicht mit der Dampfwalze alles platt machen. Immerhin hat die als systemkonform bekannte AZ vor wenigen Tagen fast beschämt angedeutet, dass („Groß-„) Familien einen Verbreitungsschwerpunkt darstellen. Ich kenne keine einzige Großfamilie. Interessant wäre zu wissen, ob es im Einzelhandel beim kontaktintensiven Personal eine Häufung von Infekten gibt. Gleiches gilt für Bahn und Bus.. Jetzt endlich will man die Erkrankungsrate regelmäßiger Pendler ergründen. Ich fahre jedenfalls angstfrei Bahn und Bus, auch wenn ein solcher Durchzug herrscht, dass man sich eine Erkältung einfangen kann.
    Großherzig ist, dass man jetzt endlich wieder zum feucht-fröhlichen Ballermann kann, nicht aber zu den hoch gefährlichen Ferienhäuschen in der Eifel.

  2. Tja, man nennt die Infektionspunkte nicht – weil man sie nicht kennt. Deutschland hat ein massives Untersuchungsdefizit: Seit Beginn der Pandemie gibt es praktisch keine Untersuchung, WO sich die Menschen anstecken, und es beschleicht einen der Verdacht: Man will es lieber nicht so genau wissen… Busse und Bahnen, Büros, Fabrikhallen, Schulen, Kitas – was nicht sein darf, dort wird einfach nicht hingeguckt. Und das ist jetzt keine leere Polemik….

  3. und das hat mir eine frustrierte Altenpflegerin geschrieben:
    „Die an Demenz erkrankten Menschen können gar keine Abstandsregeln einhalten. Im Gegenteil: sie fassen alles und jeden an und kennen 0 Grenzen. Es sei denn, man sperrt sie in ihr Zimmer ein… aber das darf ja nicht sein. Hinzu kommt dass wir ja alles die FFP2 Masken tragen müssen und viele Bewohner hören schwer und durch die Masken verstehen sie nichts. Ich brülle seit Monaten gefühlt “in mich hinein” und kann bald nicht mehr.“

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