Zum zweiten Mal wird das Silvesterfest nun schon durch die Corona-Pandemie eingeschränkt – auch 2021 gibt es statt rauschender Böller-Parties Kontaktverbote und ein Verkaufsverbot für Pyrotechnik. Die Polizei kündigte verstärkte Kontrollen an, Virologen warnen eindringlich vor Menschenansammlungen – auch der Jahreswechsel zu 2022 wird nur in kleinem, gedämpften Rahmen stattfinden können. Versicherungen berichten: 2020 sanken dadurch Verletzungen deutlich. Eine besondere Atmosphäre bietet zudem die Johanniskirche, der “Alte Dom” in der Mainzer Innenstadt.

Auch in diesem Jahr wird es nichts werden mit dem großen Silvester-Feuerwerk in Mainz. - Foto: gik
Auch in diesem Jahr wird es nichts werden mit dem großen Silvester-Feuerwerk in Mainz. – Foto: gik

“Wir alle sehnen uns nach Normalität und einem Silvester, wie wir es immer feiern konnten”, sagte die Mainzer Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) am Vortag von Silvester. Doch das Corona-Virus verbreite sich erneut “rasend schnell, hier hilft allein, Kontakte einzuschränken.” Zwar sinken derzeit die offiziellen Neuinfektions-Inzidenzen, doch das liegt vermutlich schlicht an den Feiertagen, an denen weniger getestet und von den Ämtern weniger gemeldet wird. Tatsächlich schickt sich die neue Corona-Variante Omikron gerade zu einem rasanten Siegeszug durchs Land an: Allein in Rheinland-Pfalz gab es am Donnerstag bereits laut Landesuntersuchungsamt 601 Verdachtsfälle und 62 bestätigte Fälle der Omikron-Variante, die als noch einmal deutlich ansteckender gilt als Delta.

Es sei daher “wichtig, dass wir an Silvester nur im erlaubten Rahmen das neue Jahr begrüßen”, betonte Matz: “Nur, wenn wir uns an die notwendigen Maßnahmen halten, kommen wir alle gut in und durch das neue Jahr.” Das Land Rheinland-Pfalz erlaubt gemäß der bundesweiten Vereinbarung zur Eindämmung der neuen Omikron-Welle bei privaten Treffen im öffentlichen Raum nur noch Zusammenkünfte von maximal zehn Personen – und zwar für Geimpfte, Genesene und diesen gleichgestellte Personen. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sind ausgenommen. Sobald aber auch nur eine nicht-immunisierte Person an einer Zusammenkunft teilnimmt, gelten die Kontaktbeschränkungen für nicht-immunisierte Personen, betonte die Stadt Mainz nun noch einmal: Ungeimpfte dürfen sich nur noch mit dem eigenen Haushalt plus höchstens zwei weiteren Personen eines weiteren Haushaltes treffen.

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Polizei statt Böller: Die Mainzer Ordnungshüter kündigten strenge Kontrollen der Corona-Regeln an. - Foto: Polizei Mainz
Polizei statt Böller: Die Mainzer Ordnungshüter kündigten strenge Kontrollen der Corona-Regeln an. – Foto: Polizei Mainz

Die Mainzer Polizei kündigte im Vorfeld verstärkt Präsenz und Kontrollen auf den Straßen an. Ein Schwerpunkt der Kontrollen durch die Ordnungsämter und die Polizei werde auf der Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln liegen, betonte die Polizei. Bestreift würden insbesondere öffentliche Plätze, an denen in den Vorjahren traditionell viele Feiernde zusammengekommen seien. “Bitte treffen Sie sich bitte nicht mit mehr als zehn Personen auf der Straße”, appellierte Matz, und bat auch um Verständnis für das Verkaufsverbot von Böllern, “denn damit werden die Krankenhäuser entlastet.”

Zum zweiten Mal in Folge hatte die Politik bundesweit ein Verkaufsverbot für Böller und Pyrotechnik erlassen, so sollen Verletzungen durch Böller unterbunden werden, um den stark belasteten Krankenhäusern nicht auch noch solche Verwundete zuzumuten. Dass das tatsächlich etwas bewirkt, berichtete nun die Barmer Krankenkasse: 2020 sei die Zahl der Krankenhausaufnahmen nach Silvesterunfällen deutlich zurückgegangen – und zwar von etwa 6.200 Fällen bundesweit im Jahr 2019 auf rund 3.800 Fälle im vergangenen Jahr. Das sei ein Rückgang um etwa 40 Prozent, berichtete die Barmer nach einer aktuellen Hochrechnung  ihrer Daten.

Private Silvesterböllereien verursachen jedes Jahr Tausende von Unfällen. - Foto: gik
Private Silvesterböllereien verursachen jedes Jahr Tausende von Unfällen. – Foto: gik

Die Analyse betrachte über zehn Jahre hinweg den Zeitraum vom 29. Dezember bis 2. Januar eines jeden Jahres. Untersucht wurden dabei stationäre Behandlungen, die durch zu viel Alkohol oder mutmaßlich durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern begründet waren, heißt es in dem Bericht der Krankenkasse weiter. Dazu gehörten etwa Alkoholvergiftungen, Gehirnerschütterungen, Knalltraumata, Augen- und Handverletzungen sowie Verbrennungen. “Laut der BARMER-Analyse ging zum Beispiel die Zahl der stationären Behandlungen von Verletzungen von rund 4.000 Fällen an Silvester 2019 auf ungefähr 2.500 Fälle im Jahr 2020 zurück”, so der Bericht weiter. Die Zahl alkoholbedingter Krankenhausaufnahmen halbierte sich ungefähr und sank von knapp 2.000 auf rund 1.000 Fälle.

Komplett verboten ist das Abbrennen von Feuerwerk übrigens auch in diesem Jahr nicht: Wer noch Altbestände hat, darf diese durchaus verfeuern – 2020 führte das bereits in Grenzregionen dazu, dass in Nachbarländern fleißig Pyrotechnik eingekauft wurde. Die Stadt Mainz weist aber darauf hin, dass es durchaus auch Böllerverbotszonen gibt: Das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist grundsätzlich immer schon verboten.

Der Alte Dom St. Johannis lädt in der Silvesternacht zur Jahresendandacht mit Dekan Andreas Klodt und Saxophonkonzert. - Foto: gik
Der Alte Dom St. Johannis lädt in der Silvesternacht zur Jahresendandacht mit Dekan Andreas Klodt und Saxophonkonzert. – Foto: gik

Zu einem besonderen Jahresausklang der ruhigen und magischen Art lädt derweil der Alte Dom St. Johannis von Mainz: Die älteste Mainzer Kirche unmittelbar neben dem großen Dom öffnet am Silvesterabend von 23.00 bis 24.00 Uhr noch einmal ihre Türen. Saxophonist Christopher Zimmer wird dann den Raum mit virtuosen Klängen füllen, Dekan Andreas Klodt um 23.30 Uhr eine Andacht feiern. Der Eingang befindet sich im Westchor in der Johannisstraße, die Veranstaltung unterliegt der 3G-Regelung.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Johanniskirche, dem Alten Dom zu Mainz, lest Ihr hier bei Mainz&. Wer sich noch einmal über die genauen Corona-Verordnungen informieren will, findet die aktuell gültigen Regeln unter www.corona.rlp.de.

 

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