Der Hackerangriff auf die IT-Firma Count + Care hält weiter die Region in Atem: Die Auswirkungen betreffen nun auch die städtische Marketinggesellschaft Mainzplus Citymarketing. Man habe vorsichtshalber sämtliche Server, die mit dem IT-Dienstleister verbunden seien, vom Netz genommen worden und die Verbindungen gekappt, teilte die Stadt mit. Ticketverkauf und eigene Mainzplus-Seiten seien aber weiter erreichbar. Die Darmstädter Firma wurde mit einer Erpresser-Software attackiert, die Hintergründe sind aber weiter unklar.

Wenn der Totenkopf auf dem Bildschirm erscheint, dann ist man Opfer eines Erpresser-Angriffs: Ransomsoftware-Vorführung beim BKA. - Foto: gik
Wenn der Totenkopf auf dem Bildschirm erscheint, dann ist man Opfer eines Erpresser-Angriffs: Ransomsoftware-Vorführung beim BKA. – Foto: gik

Die Darmstädter IT-Firma Count + Care war in der Nacht zum Sonntag von Hackern angegriffen worden, dabei handele es sich um einen Ransomware-Angriff, sagte ein Sprecher des Hessischen Innenministeriums am Mittwoch auf Mainz&-Anfrage. Bei Ransomware handelt es sich um eine Erpresser-Software, dabei verschlüsseln die Angreifer die IT-Daten und meist auch Zugriffe der angegriffenen Firma und verlangen Lösegeld zur Freischaltung.

Die Firma habe sich an das Land Hessen um Hilfe gewandt und werde vom Hessischen Cyber Competence Center (Hessen 3C) unterstützt, sagte der Sprecher weiter. Die Experten würden bei der Analyse des Angriffs und der beweiserhaltenen Datensicherung helfen. Wer hinter dem Angriff steckt, dazu gibt es weiterhin keine Angaben. Es werde “in alle Richtungen ermittelt”, sagte der Sprecher lediglich – damit ist auch ein Zusammenhang mit russischen Hackern weiter möglich.

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In Mainz sind weiter die Stadtwerke, das Taubertsbergbad und die Verkehrsbetriebe betroffen. - Foto: gik
In Mainz sind weiter die Stadtwerke, das Taubertsbergbad und die Verkehrsbetriebe betroffen. – Foto: gik

Der Angriff auf die IT-Firma hat Auswirkungen auf eine ganze Reihe von Energieunternehmen im Rhein-Main-gebiet: Betroffen ist die Darmstädter Entega ebenso wie die Mainzer Stadtwerke. Die sogenannte “Kritische Infrastruktur” –  also Strom-, Gas- und Wassernetze – seien aber gesondert geschützt und gesichert, versichern die Unternehmen. In Frankfurt bleiben die Dienstleistungen der Frankfurter Entsorgungs- und Service-Gruppe (FES) eingeschränkt, wie die Hessenschau berichtet. Betroffen seien etwa die Sperrmüll-Anmeldung und das Online-Kundenportal.

In Mainz sind sämtliche Internetseiten der Mainzer Stadtwerke sowie von Tochtergesellschaften weiter offline, darunter auch das Taubertsbergbad und die Mainzer Mobilität. Der Ticketverkauf an den Fahrscheinautomaten, in den Straßenbahnen sowie im Center am Hauptbahnhof ist gestört, es kann sogar zum Ausfall bei Busfahrten kommen. Sonderfahrtenevents wurden gestrichen, dazu ist die Mainzer Mobilität derzeit per Email nicht erreichbar.

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Das betrifft nun auch die Mainzplus Citymarketing: Die städtische Marketinggesellschaft hat derzeit keinen Email-Verkehr. Man habe “vorsichtshalber sämtliche Server, die mit dem IT-Dienstleister verbunden sind, vom Netz genommen und die Verbindungen gekappt”, teilte die Stadt Mainz mit. Mainzplus-eigene Systeme wie beispielsweise die Internetseiten und touristische Buchungs- sowie Ticketverkaufssysteme seien aber weiter in gewohntem Umfang erreichbar.

Konzert in der Kulturgärten der Mainzplus Citymarketing, hier im KUZ. - Foto: Mainzplus
Konzert in der Kulturgärten der Mainzplus Citymarketing, hier im KUZ. – Foto: Mainzplus

Auch der Mainz STORE am Markt sei regulär geöffnet, Kunden könnten einkaufen sowie Konzert- und Veranstaltungstickets erwerben. Tickets für die kommenden Konzerte und Kulturveranstaltungen seien auch weiter problemlos online buchbar. Da aktuell auf das E-Mail Netzwerk nicht zugegriffen werden könne, seien die Mainzplus-Mitarbeiter vorzugsweise telefonisch erreichbar, hieß es weiter.

Info& auf Mainz&: Ausführliche Infos zur Störung bei der Mainzer Mobilität lest Ihr hier bei Mainz& Die Mainzplus Citymarketing ist via Telefon wie folgt zu erreichen:
mainzplus CITYMARKETING-Zentrale: 06131/242-0
mainzplus CITYMARKETING, Bereich Tourismus: 06131/242-888
mainzplus CITYMARKETING, Bereich Kultur: 06131/242-914

Mehr zum Hintergrund Hackerangriffe sowie zur Warnung vor Attacken aus Russland lest Ihr hier:

Hackerangriff auf Energieunternehmen: Mainzer Stadtwerke, Entega und Mainzer Mobilität offline – Russische Attacken nehmen zu

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