Wusstet Ihr schon, dass es in Deutschland ein Spätburgunder-Wunder gibt? Seit Anfang der 2000-er Jahre haben sich Spätburgunder von deutschen Winzern vom Geheimtipp zum Ernst zu nehmenden Wettbewerber für französische Burgunderweine entwickelt – und schlagen diese auch gerne mal bei Blindverkostungen. Auf die tolle Entwicklung macht nun das Deutsche Weininstitut in Bodenheim bei Mainz aufmerksam, denn der 18. August ist internationaler Pinot Noir Day. Passend dazu haben wir einen Tipp für Euch: Genießt den Spätburgunder doch einfach mal gekühlt – das passt auch toll zu Gegrilltem und zu Fisch.

Sommer ist Weißweinzeit oder Rosétime? Nicht unbedingt: Zum internationalen Pinot Noir Day empfiehlt das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz mal einen radikalen Schritt. Stellt Euren Spätburgunder doch einfach mal in den Kühlschrank! Ja, Ihr habt richtig gelesen, denn leichte Burgunder-Rotweine eignen sich tatsächlich auch dazu.
„Man kann Spätburgunder auch gekühlt trinken, denn er hat relativ wenig Gerbstoffe“, sagt Ernst Büscher vom DWI. Der Unterschied: Wenn man Rotweine mit zu viel Gerbstoffen zu kühl trinkt, werden die Gerbstoffe hart und kantig. Weil der Spätburgunder mit seiner dünnen Schale aber wenig Gerbstoffe im Vergleich hat, kann man ihn auch gut gekühlt genießen – und damit wird er zum tollen Sommerwein auch an heißen Tagen.
Deutsche Spätburgunder: elegant, vielfältig, frisch
Gerade deutsche Spätburgunder eignen sich dafür besonders gut, denn Deutschland gehört noch immer zu den „Cool Climate“-Anbaugebieten: Hier ist es eben noch bei Weitem nicht so heiß wie in den südlichen Regionen rund ums Mittelmeer, die deutschen Anbaugebiete bietend deshalb perfekte Bedingungen für den Spätburgunder, heißt es beim DWI: „Die Weine bleiben dadurch feingliedrig, frisch, lebendig und balanciert – genau das, was die sowohl die Weinkenner als auch die weltweite Spitzengastronomie suchen“, erklärt Büscher.

Und das haben inzwischen auch Weinliebhaber weltweit gemerkt: „Im Land mit der drittgrößten Pinot Noir-Fläche der Welt hat sich ein wahres Spätburgunderwunder vollzogen“, sagt Büscher – genau auf diese dynamische Entwicklung will das DWI am internationalen Pinot Noir Day hinweisen. Deutsche Spätburgunder nämlich bieten eine außerordentliche geschmackliche Bandbreite, die vom Vulkangestein geprägten, kraftvollen badischen Kaiserstühler über die mineralischen Schiefer-Spätburgunder der Ahr bis hin zu den kalksteingeprägten Varianten aus der Pfalz oder Rheinhessen reicht.
„Der Spätburgunder ist in seiner Eleganz, seinem hohen Anspruch an Boden und Klima sowie mit seinen herausragenden Qualitäten das rote Pendant zum renommierten deutschen Riesling“, betont man beim DWI schon lange. Und während Rotweinkonsum an sich eigentlich auf dem Rückzug ist, hält sich der Spätburgunder gegen den Trend ganz weit vorne: Mit einer Anbaufläche von rund 11.250 Hektar ist er weiter die zweitwichtigste deutsche Rebsorte im Anbau – und wächst ganz nebenbei schon seit dem 9. Jahrhundert in Deutschland.
Spätburgunder perfekter Begleiter zu Pasta und gegrilltem Fisch
Dank einer modernen Pinot Noir-Stilistik und wegen ihres außergewöhnlich guten Preis-Genuss-Verhältnisses seien deutsche Spätburgunder so inzwischen „ein Geheimtipp für Weinfreunde und -experten aus aller Welt“, verrät Büscher im Gespräch mit Mainz& weiter. So gab es bereits 2011 eine Wein-Challenge in London, bei der deutsche Spätburgunder gegen den Rest der Welt antraten, verkostet von internationalen Top-Experten. Das Ergebnis: Sieben der Top Ten-Spätburgunder kamen aus Deutschland – der beste deutsche Spätburgunder kam damals aus dem Weingut Thörle aus Saulheim.

Höchste Zeit also, dass auch deutsche Weinfreunde den Spätburgunder mehr für sich entdecken, bislang nämlich kaufen die Deutschen lieber Billigrotweine aus dem Ausland im Supermarkt. Und noch immer hält sich hartnäckig der Mythos, Rotweine seien nichts für den Sommer – der Weinexperte hält dagegen: „Ich finde deutsche Spätburgunder den perfekten Begleiter zum Grillen“, sagt Ernst Büscher: „Auch und gerade zum Fisch – wenn der schöne Röstaromen hat, passt das hervorragend.“
Sein Tipp: Thunfisch gegrillt oder in der Pfanne, gerne mit Sesamkruste, dazu Grillgemüse und Rosmarinkartoffeln – und als Begleiter einen leichten Spätburgunder, gerne auch gekühlt. Übrigens passt (gekühlter) Spätburgunder auch hervorragend zu sommerlichen Pasta-Gerichten oder Ofenkartoffeln mit Kräuterquark – einfach mal ausprobieren! Na dann: Happy Pinot Noir Day!
Info& auf Mainz&: Mehr zur Rebsorte Spätburgunder und ihrer Geschichte findet Ihr auch hier beim Deutschen Weininstitut im Internet.







