Schon wieder müssen die Mainzer um ihre Kaufhof-Filiale in der Innenstadt bangen: Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet. Es ist die vierte Insolvenz in gerade einmal sechs Jahren, 2024 war es noch gelungen, den Standort Mainz mit einem neuen Mietvertrag zu retten. Wie es dieses Mal weitergeht, scheint aber ungewiss zu sein: Die Warenhauskette kämpft weiter vor allem mit hohen Mietkosten.

Die aktuelle Entwicklung zeichnete sich bereits im Juli dieses Jahres ab: Mitte Juli hatte die Warenhauskette Galeria Kaufhof plötzlich mitgeteilt, man prüfe an 33 Standorten den Fortbestand seiner Filialen – dazu gehörte auch der Standort in Mainz. Man prüfe die entsprechenden Filialen „unter anderem auf Mietbelastung und Ertragskraft“, den Häusern drohe die Schließung hieß es damals, etwa hier im Bericht der Tagessschau.
An diesem Freitag dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Galeria-Kette meldete erneut Insolvenz an. Die letzte große Warenhauskette in Deutschland betreibt derzeit noch 83 Warenhäuser mit rund 12,000 Mitarbeitern, nun habe Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, berichtet die Tagesschau – es ist bereits die vierte Insolvenz in nur sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen solle vorerst weiterlaufen, erklärte das Unternehmen laut Tagesschau in einer Mitteilung.
Mainzer Kaufhof bekam 2024 einen neuen Mietvertrag bis 2028
Für die Mainzer Beschäftigten und Kunden dürfte das ein Schock sein, war es doch Mitte 2024 gelungen, eine Schließung des Standortes in Mainz abzuwenden – das wurde mit großer Erleichterung und Hoffnungen verbunden. Denn der Kaufhof in Mainz gehörte bislang immer zu den profitablen Häusern mit guter Kundenfrequenz, 2024 hatte zudem der Immobilien-Investor RFR Management GmbH mehrere Kaufhof-Immobilien von der insolventen Signa gekauft, darunter auch das Haus in Mainz.

Für die Mainzer Filiale wurde ein neuer Mietvertrag ausgehandelt, der bis 2028 laufen sollte, Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) sprach von einer „tollen Perspektive“, Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) von einem „guten und wichtigen Tag für die Einkaufsstadt Mainz“ – der Kaufhof gilt als enorm wichtiger Kundenmagnet für das gesamte Innenstadtareal. Beim Kaufhof selbst betonte man, man freue sich, die 130 Jahre währende Geschichte des Mainzer Standorts „weiter fortschreiben zu dürfen.“
Auch von Modernisierungsmaßnahmen und Investitionen war 2024 viel die Rede, passiert ist aber offenbar wenig im Konzern: Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di spricht von „haarsträubenden Managementfehlern“ und kritisiert, durch die Gesellschafter seien eben keine nachhaltigen Investitionen geflossen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz, die neuen Gesellschafter retteten die Kette nach der Pleite des Mutterkonzerns Signa des Investors René Benko.
Wie es nun weiter geht, ist erst einmal unklar – womöglich dient die neuerliche Insolvenz noch einmal dazu, Mietkosten zu drücken. Denn laut Tagesschau teilte Galeria mit: Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, „um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.“
Info& auf Mainz&: Mehr zur Rettung des Mainzer Kaufhofes 2024 und der Bedeutung des Hauses für die Einkaufsstadt Mainz könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.






