Das ist ja mal wieder ein hochaktuelles Thema, das die Vereinigung der Freunde der Uni Mainz für die Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur ausgewählt hat: „Künstliche Intelligenz für den Menschen: Digitalisierung mit Verstand“ lautet die Überschrift für die Vorlesungsreihe, halten wird sie niemand geringeres als Wolfgang Wahlster. Der Saarbrücker Professor für Informatik hat einen Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz (KI) an der Universität des Saarlandes inne und leitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Seine Vorlesungsreihe wird sich denn auch mit zahlreichen Aspekten der Digitalisierung beschäftigen: Dem Internet der Dinge und Dienste, Industrie 4.0, selbst fahrenden Systemen und natürlich mit menschlicher und künstlicher Intelligenz. Am kommenden Dienstag, den 13. Juni, gibt es eine weitere Vorlesung Wahlsters: Es geht um das hochaktuelle Thema von „BIG DATA: Maschinelles Lernen und Wissensextraktion aus großen Datenmengen.“.

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18. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessor Wolfgang Wahlster mit Gutenbergbüste – Foto: Stefan Sämmer

Es ist bereits die 18. Stiftungsprofessur an der Uni Mainz, eingerichtet wurde die von einer Stiftung finanzierte Sonder-Professur im Jahr 2000 zum 600. Geburtstag des Buchdruck-Erfinders Johannes Gutenberg. Seither haben hochkarätige Experten ihres Gebietes in einem Vorlesungszyklus aktuelle Themen beleuchtet, so etwa der Evolutionsbiologe Bert Hölldobler, der frühere Bundes­außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), der ehemalige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen Klaus Töpfer oder der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka.

Nun kommt mit Wahlster ein Wissenschaftler, der sich wie kein anderer mit dem Thema Künstliche Intelligenz auskennt. Wahlster ist seit 1982 Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, seine Forschungen zum Thema Künstliche Intelligenz sind vielfach ausgezeichnet – gerade erst wurde er Mitte November in Tokio von der International Conference on Multimodal Interaction (ICMI) für sein Lebenswerk geehrt, als erster Europäer im Bereich der multimodalen Mensch-Computer-Interaktion. Seit 2003 ist er Mitglied in der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die unter anderem das Komitee zur Vergabe der Nobelpreise für Physik und Chemie stellt. Mitglied der Deutschen Akademie für Technikwissen­schaften (Acatech) ist er natürlich auch.

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Apps, Smartphones, digitale Programme – künstliche Intelligenz umgibt uns heute im Alltag – Foto: gik

Vor allem aber leitete Wahlster das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die weltweit größte Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet mit über 800 Wissenschaftlern an verschiedenen Standorten in Deutschland. Mit über 70 erfolgreichen Firmenneugründungen leitet er eines der gründungsaktivsten Forschungszentren und ist in zahlreichen industriellen Aufsichtsräten und Beiräten tätig. Wer also könnte besser reflektieren und berichten von den aktuellen Entwicklungen der digitalen Revolution? Mit KI würden „immer die aktuellen Grenzen der Digitalisierbarkeit ausgelotet und überwunden“, schreibt Wahlster in seinem Exposé. Zukunftsprojekte wie Industrie 4.0, Smart Service Welt und Autonome Systeme nutzen massiv den Fortschritt auf dem Gebiet der KI aus – und solche Projekte habe er für die Bundesregierung mit vorbereiten dürfen.

Aber mehr noch: „Mit KI lassen sich künftig nicht nur Arbeitsplätze im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen wie die von Taxi-Fahrern, Zugführern bis hin zu Co-Piloten in Flugzeugen automatisieren“, schreibt Wahlster weiter: „Auch Aufgaben, die heute eine akademische Qualifikation auf mittlerer Managementebene erfordern, z. B. von Radiologen, Rechtsanwälten und Versicherungs- und Bankkaufleuten, aber auch Software-Entwicklern, können künftig immer mehr durch KI-Systeme übernommen werden.“

Das wirft natürlich auch allerhand philosophische, ethische, juristische und soziale Fragen auf – unter anderem die: Wollen wir das überhaupt? Gemeinsam mit kompetenten Wissenschaftlern und Experten will Wahlster deshalb auch „aktuelle und brisante Fragen der digitalen Revolution erörtern.“ Wahlsters Thema berühre „ein breites Diskussionsfeld, das früher oder später unser aller Alltag berührt“, freute sich denn auch Peter Radermacher, Vorsitzender der Vereinigung der „Freunde der Universität Mainz e.V.“, damit werde der Experte „dem Anspruch unserer Stiftungsprofessur in geradezu idealer Weise gerecht.“

„Digitalisierung ist in aller Munde und wird das tägliche Leben und Arbeiten, wie wir es kennen, weiter revolutionieren“, sagte auch Unipräsident Georg Krausch. Künstliche Intelligenz sei „längst kein Hirngespinst mehr“, sondern zukunftsträchtiges und hochaktuelles Forschungsfeld. Mit Wahlster habe die Mainzer Uni 2017 „die Expertise vor Ort, diese mitunter rasanten Entwicklungen und ihre Auswirkungen genauer zu betrachten, zu diskutieren und einzuschätzen.“

Info& auf Mainz&: Der 18. Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessor Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Wolfgang Wahlster tritt seine Sonderprofessur im Sommersemester 2017 an. Mehr zur Stiftungsprofessur und ihren früheren Trägern findet Ihr hier im Internet. Am Dienstag, 2. Mai 2017, findet die Eröffnungsveranstaltung seiner Vortragsreihe statt, dann spricht Wahlster über das Thema „Künstliche Intelligenz versus menschliche Intelligenz: Wie lernen, verstehen und denken Computer?“ Um 18.15 Uhr im Hörsaal RW1 im Haus Recht und Wirtschaft auf dem Uni-Campus. Die Vorlesungsreihe richtet sich auch an die interessierte Öffentlichkeit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das ausführliche Programm der Vortragsreihe findet Ihr hier. Am Dienstag, den 13. Juni 2017 hält Wahlster seinen sechsten Vortrag zum Thema „BIG DATA: Maschinelles Lernen und Wissensextraktion aus großen Datenmengen“, um 18.15 Uhr im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Campus der Universität Mainz.

Mehr über Professor Wahlster könnt Ihr in diesen Interviews nachlesen:

Interviews (Auswahl):

 

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