Die SPD muss bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz auch in der Landeshauptstadt Federn lassen, behauptet sich aber im Gegensatz zum Land als stärkste Kraft in Mainz. Die CDU kann auch in Mainz deutlich zulegen, während die Grünen in ihrer Hochburg stagnieren – das hat Folgen bei den Direktmandaten: Die SPD erobert den Wahlkreis Mainz I in einem spannenden Rennen zurück und behält den Wahlkreis Mainz II, die CDU hingegen erobert das Direktmandat im Wahlkreis III.
Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz brachte einen historischen Erdrutsch-Sieg für die CDU, die damit nach 35 Jahren die Macht im Land zurückerobert – doch in der Landeshauptstadt Mainz bleibt die SPD stärkste Kraft bei einer Landtagswahl. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam die SPD demnach in Mainz auf 29,4 Prozent der Zweitstimmen, das waren allerdings 4,7 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren. Die CDU kann hingegen im Zuge ihres historischen Sieges auch in Mainz zulegen, und zwar auf 24 Prozent – ein Plus von 3,5 Prozentpunkten.

Auf Platz 3 liegen weiter die Grünen, die mit 18,5 Prozent nahezu unverändert bleiben – 2021 holten die Grünen in Mainz 18,7 Prozent der Zweitstimmen. Einen großen Sprung nach vorne machte hingegen die Linke: Nach 3,9 Prozent in 2021 holte die Linke nun 10,9 Prozent, das waren mehr als doppelt so viele Stimmen. Die AfD hingegen konnte nur leicht zulegen, sie kam am Sonntag auf 7,8 Prozent (+3,4 Prozentpunkte). Die FDP stürzte auch in Mainz ab, wo man eigentlich traditionell eine starke Basis hatte – die Liberalen kommen gerade einmal noch auf 2,3 Prozent.
Kleine Parteien verlieren in Mainz, Linke schneidet stark ab
Damit sind die Liberalen aber immer noch die stärkste Kraft unter den kleinen Parteien: Die Übrigen gingen im Duell zwischen CDU und SPD komplett unter. So kam die Europapartei VOLT auf lediglich 2,1 Prozent, die Freien Wähler und das BSW landeten bei jeweils 1,5 Prozent, und die ÖDP musste sich mit 0,8 Prozent begnügen. Immerhin: Die Wahlbeteiligung lag in Mainz bei guten 71,2 Prozent, und damit über dem Landesschnitt von 68,5 Prozent.

Besondere Freude für die SPD an diesem für die Partei ansonsten so düsteren Abend: Die Sozialdemokraten eroberten zwei der drei Wahlkreise in Mainz bei den Direktkandidaten. Besonders spannend wurde es dabei im Wahlkreis Mainz I: Hier setzte sich in einem engen Rennen Innenminister Michael Ebling (SPD) mit 28,2 Prozent hauchdünn vor der grünen Familienministerin Katharina Binz durch, die auf 27,2 Prozent kam. Damit verloren die Grünen hier das erst vor fünf Jahren zum ersten Mal eroberte Direktmandat wieder an die SPD.
Platz drei holte im Wahlkreis Mainz I die neue CDU-Kandidatin Isabell Rahms mit 17,4 Prozent, einen Achtungserfolg fuhr Linken-Kandidat Martin Malcherek mit 13,3 Prozent ein. Der Direktkandidat der AfD, Frank Senger, kam auf 5,5 Prozent der Stimmen – alle Ergebnisse zu Wahlkreis I findet Ihr hier.
Ebling, Ahnen und Schäfer holen Direktmandate
Im Wahlkreis Mainz II verlief das enge Rennen zwischen SPD und CDU, am Ende hatte hier Finanzministerin Doris Ahnen von der SPD mit 28,8 Prozent die Nase vorn. CDU-Kandidat Torsten Rohe lag mit 26,8 Prozent nur knapp dahinter auf Platz zwei, Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) erreichte noch 21,7 Prozent. Auf Platz vier folgte dann der Kandidat der AfD mit 8,3 Prozent, die Linke holte hier 6,8 Prozent alle Ergebnisse aus dem Wahlkreis Mainz II findet Ihr hier im Internet.
Den Wahlkreis Mainz III holte sich derweil die CDU zurück: Hier siegte mit 32,3 Prozent Newcomer Johannes Schäfer vor dem SPD-Landtagsabgeordneten Patric Müller, der auf 29,4 Prozent kam. Schäfer zieht damit erstmals in den Mainzer Landtag ein, als Teil der neuen starken CDU-Fraktion. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Fabian Ehmann lag mit 14,3 Prozent nur knapp vor dem AfD-Kandidaten Jürgen Wiedenhöfer, der auf 10,1 Prozent kam. Der Wettkampf um den Landtag mobilisierte hier besonders stark: Die Wahlbeteiligung war mit 74,1 Prozent im Wahlkreis II sogar noch höher als sonst in Mainz.
Info& auf Mainz&: Eine ausführliche Analyse zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz und dem historischen Sieg der CDU lest Ihr hier bei Mainz&.






