Freyas Töchter sind schon da, in voller Montur laufen sie auf, schlagen mit den Äxten auf ihre Schilde – die Wikinger kommen! Und sie sind nicht alleine: Da wirbeln orientalische Tänzerinnen, feilschen Händler auf dem Markt und rüsten sich edle Ritter zum Turnier. Auf dem Gelände der Gibber Kerb in Wiesbaden-Biebrich ist das Mittelalter eingezogen: Am 9. und 10. Mai laden „Heimdalls Erben“ zum Ausflug in die Vergangenheit – Ritterturnier und Feuershow inklusive.

Wikingergruppe "Freyas Töchter" am Samstag bei der Eröffnung des Mittelalter Spektakels in Wiesbaden-Biebrich. - Foto: gik
Wikingergruppe „Freyas Töchter“ am Samstag bei der Eröffnung des Mittelalter Spektakels in Wiesbaden-Biebrich. – Foto: gik

Holger Hörstkamp ist ein alter Hase im Geschäft der Mittelaltermärkte: Seit mehr als 20 Jahren organisiert der Biebesheimer Mittelaltermärkte samt Reitshows, nun hat es ihn erneut nach Wiesbaden gezogen. Vor zehn Jahren sei er schon einmal hier gewesen, erzählt „Holly“, wie ihn hier alle nur nennen Mainz& – jetzt wagt er einen neuen Anlauf ind er hessischen Landeshauptstadt.

Auf der großen Wiese am Vereinsheim der „Gibber Kerb“ in Wiesbaden-Biebrich, gleich hinter der Autobahn, stehen Zelte aus ungebleichtem Leinen, klingen Dudelsäcke und  Trommelklänge schon von Weitem ans Ohr der Besucher. Rund 30 Stände haben sich auf der Wiese zu einem kleinen Markt verteilt, es gibt viel Lederwaren und Schmuck, aber auch eine Korbstand, Honigwaren und Beerenliköre, natürlich Kleidung aller Art und sogar einen Falkner.

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Highlights: Ritterkämpfe zu Pferde, Feuershow am Abend

Die Falknerei aus Landau hat zwei Bussarde und eine Schleiereule mitgebracht, der Chef erklärt fachkundig die Eigenheiten der Tiere, und wer mag, kann den edlen Falke sogar auf die Hand nehmen. Im Mittelalter ritten Ritter und ihre Frauen mit den Tieren zur Jagd, der Sport war Adligen vorbehalten oder solchen, die es werden wollten. Auf der Gibber Wiese geht es hingegen familiär zu: Hier tummelt sich Volk aller Herkunft und Arten vergnügt miteinander, Besucher schlendern an Ständen entlang, dazwischen mischen sich Gewandete.

Highlights sind die großen Ritterkämpfe zu Fuß und zu Pferde, die Rüstungen sind Original-Vorbildern aus dem Mittelalter nachgebildet. - Foto: Heimdalls Erben
Highlights sind die großen Ritterkämpfe zu Fuß und zu Pferde, die Rüstungen sind Original-Vorbildern aus dem Mittelalter nachgebildet. – Foto: Heimdalls Erben

Zur Eröffnung am Samstagmittag reihten sich die Darsteller des Festes erst einmal zu einem Festzug hintereinander – ein Video dazu findet Ihr hier -, da spielten Dudelsackspieler und Trommler, wirbelten die Tribal Tänzerinnen von „Zariefe“. Für den richtigen Ton sorgen die beiden Mittelalter-Gruppen von „RatzFats und Rübe“, sowie „Heidenlärm“, die am Tag und am Abend auch auf der großen Bühne auftreten. Die befindet sich am Festplatz, der von allerlei Essenständen umringt ist: Da gibt es schnöde Pommes, aber auch leckeres Wickingerbrot, Bratwurst, Flammkuchen oder auch Wikinger-Eis.

Highlight des Festes aber sind die Ritterkämpfe zu Pferde, die Tiere werden eigens für die Show trainiert, auch Kämpfe zu Fuß kann man erleben – den Akteuren ist es wichtig, die Zeit des Mittelalters so originalgetreu darzustellen, wie möglich. Bei Rüstungen, Kleidung und Waffen gilt Authentizität, meist ist die Ausrüstung nach historischen Vorbildern gefertigt, was die Darsteller den Besuchern gerne erläutern.

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Heerlager und Mittelaltermarkt mit Armbrust-Schießen und Metbier

Drei Mal am Samstag und zwei Mal am Sonntag finden die Ritterturniere statt, am Samstagabend steht zudem eine Nacht Feuer-Reiter Show mit Heimdalls-Erben auf dem Programm. Ein kleines Heerlager mit Gruppen aus verschiedenen Epochen des Mittelalters zeigt die Lebensweise der jeweiligen Zeit, Handwerker laden zum Zuschauen und Mitmachen ein. Für Kinder gibt es etwa Rattenwerfen, oder Armbrust-Schießen, mittelalterliche Kinderspiele und natürlich Malen mit Naturfarben.

Mittelalterliches Lagerleben mit Rüstungen und Waffen. - Foto: gik
Mittelalterliches Lagerleben mit Rüstungen und Waffen. – Foto: gik

Für die Erwachsenen gibt es zudem Gaumenfreuden wie Met und Metbier oder auch einen „Salami-Dealer“, der allerlei edle Variationen zu bieten hat. Der historische Markt hat seine Tore für die Besucher am Samstag von 11.00 Uhr – 23.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet, der Wegzoll beträgt 14,- Euro – wer Gewandet erscheint, zahlt allerdings nur 8,- Euro. Das Beste aber: Kinder, die kleiner sind als ein Schwertmaß – und das ist wörtlich gemeint – haben freien Eintritt, die etwas größeren zahlen 6,- Euro. Eine Familienkarte gibt es schon ab einem Kind für 29,- Euro.

Die Anfahrt ist ein bisschen versteckt, wer mit dem Auto kommt, fährt am besten über die Tannhäuserstraße, und dann in der Verlängerung der Bleichwiesenstraße unter der Autobahn durch – dann landet man direkt auf der Wiese, die als Parkplatz dient. Achtung: Der Boden auf dem Gelände ist erheblich uneben, man stolpert ein wenig über Ackerfurchen und andere Unebenheiten – es empfiehlt sich also festes Schuhwerk. Aber das Mittelalter kannte sowieso keine Stöckelschuhe 😉

Info& auf Mainz&: Infos zum Mittelalter Spektakel von Heimdalls Erben vom 09. bis 10. Mai 2026 findet Ihr auch hier im Internet. Wir haben für Euch das Programm mitgebracht, wann die Ritterturniere stattfinden, und wann welche Band spielt – bittesehr:

Programm des Mittelalter Spektakels in Wiesbaden Biebrich von "Heimdalls Erben". - Foto: gik
Programm des Mittelalter Spektakels in Wiesbaden Biebrich von „Heimdalls Erben“. – Foto: gik