Vor einer Woche kündigte die Stadt Mainz einen neuen Standort für das Mainzer  Marktfrühstück an: den Schillerplatz. Am 14. März 2026 sollte hier erstmals der dritte Ausschank der Mainzer Winzer stehen, doch daraus wird nichts: Der angekündigte Start des Marktfrühstücks am neuen Standort Schillerplatz werde um eine Woche nach hinten verschoben, teilte die Stadt Mainz am Dienstag mit – Grund seien mehrere Demonstrationen in der Innenstadt. Wer wann wo protestieren will, lest Ihr hier.

Ein Federweißerstand am Mainzer Schillerplatz: Hier soll künftig auch das Marktfrühstück der Mainzer Winzer stehen. - Foto: gik
Ein Federweißerstand am Mainzer Schillerplatz: Hier soll künftig auch das Marktfrühstück der Mainzer Winzer stehen. – Foto: gik

Am 23. Februar hatten die Stadt Mainz und die Mainzer Winzer neuerliche Änderungen beim beliebten Mainzer Marktfrühstück angekündigt. Seit der Saison 2025 findet das beliebte Samstagsevent ja wegen des Neubaus des Mainzer Gutenberg-Museums nicht mehr auf dem Liebfrauenplatz, sondern dezentral an drei Standorten statt – bisher waren das der Tritonplatz, der Weinausschank am Rheinufer Höhe Fischtorplatz sowie der Leichhof.

Doch der Platz am Leichhof wurde schnell zum Problem, der Standort wurde geradezu überlaufen, dazu fuhr regelmäßig der Gutenberg Express durch die Menge – die Stadt zog die Reißleine: 2026 wird der dritte Ausschank des „Marktfrühstücks“ auf den Schillerplatz wandern, am 14. März sollte dort der Startschuss sein. Doch daraus wird nichts: Man müsse den Auftakt auf dem Schillerplatz um eine Woche auf den 21. März verschieben, teilte die Stadt Mainz am Dienstag mit. Zudem scheint die Zukunft am Schillerplatz nicht endgültig gesichert: Die Genehmigung für mehr als die drei zugesagten ersten Termine auf dem Schillerplatz hänge von einem noch ausstehenden Gutachten ab, so die Stadt.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

 

Stadt verschiebt Start am Schillerplatz wegen mehrerer Demos

„Beim ersten Marktfrühstück-Termin an einem neu angedachten Standort müssen wir mit überdurchschnittlich vielen Besuchern rechnen“, rechtfertigte der neue Ordnungsdezernent Karsten Lange (CDU) die Entscheidung. Für den 14. März seien aber mehrere Demonstrationen angekündigt, deren Umzugsstrecke den Schillerplatz berühre. Deshalb seien die Mainzer Winzer, die Versammlungsbehörde und die Polizei übereingekommen, den Start des Markfrühstücks am Schillerplatz um eine Woche zu verschieben.

Der Schillerplatz ist ein beliebter Platz für Feste - und für Demos. - Foto: gik
Der Schillerplatz ist ein beliebter Platz für Feste – und für Demos. – Foto: gik

„Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut – angesichts der kollidierenden Interessen sind wir übereingekommen, den Start des Marktfrühstücks am Schillerplatz aus nachvollziehbaren Gründen neu zu terminieren und eine Woche nach hinten zu gehen, um jeglichen Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen“, sagte Lange: „Der Weingenuss bei erwartbar starkem Zuspruch sowie das Demonstrationsgeschehen sind schwer miteinander vereinbar.“ Man bitte die Mainzer um Verständnis.

Tatsächlich haben für den 14. März die „Omas gegen Rechts“ eine Demonstration unter dem Titel „Aufstehen für Demokratie!“ angekündigt, die landesweit Menschen nach Mainz holen soll. Start der Demo soll um 11.00 Uhr ausgerechnet am Schillerplatz sein, kurz vor der Landtagswahl am 22. März wollten „Omas gegen Rechts“ aus ganz Rheinland-Pfalz in Mainz „ein Zeichen gegen den Rechtsruck“ setzen, wie es in einem Aufruf heißt. Man wolle deutlich machen, dass „Rheinland-Pfalz bunt und weltoffen bleibt, hier ist kein Platz für Hass, Hetze, Ausgrenzung und Sündenbock-Politik.“

 

„Aufstehen gegen Rassismus“ und Demo gegen Windkraft

Zeitgleich hat auch die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ für den 14. März zu einem landesweiten Aktionstag in Mainz unter dem Motto „Keine Nazis in die Parlamente“ aufgerufen. Das Bündnis will gegen die AfD protestieren, die derzeit im Umfragehoch ist, und mit derzeit geschätzten 19 Prozent ihr Ergebnis von vor fünf Jahren mehr als verdoppeln könnte. Die AfD „vertritt einen völkischen Nationalismus, setzt auf überholte Rollenbilder, greift Gewerkschaften an und verklärt eine ‚heroische deutsche Geschichte‘ mit unverhohlenem Bezug auf den Faschismus“, kritisiert das Bündnis, dessen Zusammensetzung sich aus dem linken Spektrum speist – Genaueres lest ihr hier.

Auch die Große Bleiche und der angrenzende Ernst-Ludwig-Platz sind beliebte Demo-Aufmarschorte - so wie am 14. März 2026. - Foto: gik
Auch die Große Bleiche und der angrenzende Ernst-Ludwig-Platz sind beliebte Demo-Aufmarschorte – so wie am 14. März 2026. – Foto: gik

Mit einem Sternmarsch will man sich am 14.03. mit dem Demozug der „Omas gegen Rechts“ vereinigen, die zweite Demo soll um 11.30 Uhr am Goetheplatz in der Mainzer Neustart starten. Für 14.00 Uhr ist eine gemeinsame Kundgebung in der Nähe des Landtags mit Kabarett- und Musikprogramm geplant – womöglich am Rheinufer, denn die Große Bleiche ist bereits besetzt.

Denn: Ebenfalls für den 14.03. ruft ein Bündnis „Heimat erhalten – Zukunft gestalten“ zu einer Groß-Demo in Mainz „gegen den maßlosen, konzeptlosen und rücksichtslosen Ausbau der Windkraft- und Freiflächenphotovoltaikanlagen auf.“ Man wolle vor der Landtagswahl „gemeinsam ein Zeichen für eine lebenswerte Zukunft und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen setzen“, heißt es etwa beim Veranstalter „Naturschutzinitiative“, die gegen Windkraftanlagen im Wald, aber auch gegen den Abschuss von Problemwölfen kämpft.

Termin für diese Demo: Samstag, 14. März 226 ab 14.00 Uhr auf dem Petersplatz, vor der Kirche St. Peter an der Großen Bleiche. Mit gleich drei Kundgebungen in der Innenstadt dürfte es auch erhebliche Beeinträchtigungen für den Verkehr sowie den Öffentlichen Nahverkehr geben.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Neuordnung des Mainzer Marktfrühstücks und die Gründe lest Ihr hier bei Mainz&.

Mainzer Marktfrühstück 2026 mit neuem Standort: Ab 7. März am Tritonplatz und am Rheinufer – ab 14. März am Schillerplatz