Sie sind ein Zeichen für Tristesse und Niedergang und auch für Mainz ein Problem: Leer stehende Läden in der Innenstadt. Auch in der Mainzer City gibt es derzeit einige prominente Leerstände, etwa in der Großen Bleiche oder am Flachsmarkt, dagegen will die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) nun mit einem Trick vorgehen: Leere Schaufenster sollen mit einer Folie mit bunten Mainz-Motiven beklebt werden.

Mit Mainz-Motiven gegen Leerstands-Tristesse: Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) stellte Folien für Schaufenster-Beklebung vor. - Foto: gik
Mit Mainz-Motiven gegen Leerstands-Tristesse: Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) stellte Folien für Schaufenster-Beklebung vor. – Foto: gik

Leerstände stellten für viele Innenstädte eine zunehmende Herausforderung dar, heißt es von Seiten der Stadt Mainz, diese Entwicklung sei auch in der Mainzer Innenstadt spürbar.  „Die hiesige Leerstandsquote beträgt aktuell nur 6,5 Prozent, und ist damit recht niedrig“, betont die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU), dennoch: Attraktiv sind die leeren Schaufenster nicht „Leerstehende Ladenlokale lassen Straßenzüge weniger belebt wirken, und beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität und Wahrnehmung der Innenstadt“, sagt Matz – dagegen soll nun ein innovatives Projekt helfen.

Am Dienstag stellte Matz das Projekt „Schaufensterbeklebung“ vor: Dabei sollen die Schaufenster von leer stehenden Läden mit einer bunten, aber leicht transparenten Folie beklebt werden – „das verwandelt leere Schaufenster künftig in echte Hingucker“, sagte Matz. Dafür entwickelte das Wirtschaftsdezernat gemeinsam mit der Mainzer Agentur Alma und der Illustratorin Sophie Hertrich ein eigenes Mainz-Design, das wie ein Wimmelbild daher kommt.

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Werbung

 

Wimmelbild mit Mainz-Motiven sollen Leerstände aufwerten

Die bunte Schaufensterfolie wird von einer detailreichen Illustration geziert, die mit verschiedenen Mainz-Motiven wie Dom und Marktfrühstück, Kupferbergterrasse und Riesenrad spielt. Das Wimmelbild lade „immer wieder zum Entdecken neuer Details ein“, und komme verspielt und farbenfroh daher, sagte Matz bei der Vorstellung am Dienstag: „Mit den gestalteten Schaufenstern machen wir Leerstände wieder zu einem positiven Teil des Stadtbilds und wollen diese optisch aufwerten und die Einkaufsstraßen lebendiger wirken lassen.“

Die Schaufensterfolien sind von bunten Mainz-Motiven geziert. - Foto: gik
Die Schaufensterfolien sind von bunten Mainz-Motiven geziert. – Foto: gik

Bei der Beklebung wird eine milchig-durchscheinende Folie als Basis verwendet, die weiterhin Tageslicht in die Ladenlokale lässt – das sei ein Vorteil bei Renovierungen und Besichtigungen, sagte Matz weiter. „Als Motive greifen wir bewusst typische und identitätsstiftende Elemente der Stadt Mainz auf: unseren Dom, St. Stephan, den Rhein, den Fastnachtsbrunnen, das Mainzer Rad, Wein als Teil der regionalen Kultur sowie Szenen des urbanen Lebens und des Nahverkehrs“, so Matz.

Bei der Auswahl sei dem Wirtschaftsdezernat „eine emotionale Ansprache und eine lokale Identifikation“ wichtig gewesen: „Die Folierungen sollen nicht nur verschönern, sondern auch ein Stück Verbundenheit vermitteln“, betonte Matz. Das Wimmelbild-Prinzip biete zudem eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, denn die Eigentümer können sich ihre jeweiligen Motive fürs Schaufenster auswählen. Die mannshohen Bilder seien zudem für jede Schaufenstergröße geeignet.

Werbung

 

Herausforderung Leerstand: In Mainz derzeit 6,5 Prozent

„Die neugestalteten Schaufenster erzählen Geschichten und steigern die Aufenthaltsqualität enorm“, betonte Matz. Eigentümer, die Teil des Projekts werden möchten, könnten sich ab jetzt jederzeit an das Wirtschaftsdezernat oder an die Wirtschaftsförderung wenden – fertig zum Einsatz sollen die ersten Folien in einigen Wochen sein. Matz musste aber auch einräumen, dass die Beklebung nicht billig sei, betonte aber auch: Bei der Finanzierung wolle die Stadt den Ladenbesitzern unter die Arme greifen, man strebe ein gemeinschaftliches Modell an. Ziel sei eine niedrige Einstiegshürde, um möglichst viele Leerstände einbinden zu können.

Ende 2025 schloss das alteingesessene Geschäft Listmann in der Mainzer Innenstadt, seither steht das Ladenlokal leer. - Foto: gik
Ende 2025 schloss das alteingesessene Geschäft Listmann in der Mainzer Innenstadt, seither steht das Ladenlokal leer. – Foto: gik

Darüber hinaus enthalten die Motive eine Verlinkung zur Leerstands- und Ansiedlungsplattform „LeAn“ der Landeshauptstadt Mainz. Die Plattform wurde im August 2025 gestartet, und soll Eigentümer von leer stehenden Läden und Gründungsinteressierte gezielt zusammenbringen und so die Vermittlung von Gewerbeflächen erleichtern. Damit will die Stadt Neuansiedlungen unterstützen und langfristige Leerstände reduzieren – bislang klappt das noch nicht in großem Stil.

Als Grund nennt Matz auf Nachfrage gegenüber mit Mainz& auch die häufigen Wechsel sowie Vermittlungsgespräche der Ladeneigentümer: Wer gerade Verhandlungen wegen Vermietung oder Verkauf führe, wolle keine Zwischenmiete. Die Dezernentin kann sich dabei auf neue Zahlen stützten: Laut dem Ende Januar 2026 vorgestellten Innenstadtmonitoring erhöhte sich die Zahl der Ladennutzungen 2025 in Mainz im Vergleich zu 2024 leicht von 824 auf 828 – die Zahl der Leerstände stiegen im gleichen Zeitraum um 3 auf 54 Leerstände – dazu kamen dann noch 15 Umbauten, das waren 8 weniger.

Eine negative Entwicklung der Innenstadt sei damit nicht festzustellen, betonte Matz im Januar: Die Zahl der Einzelhandelsflächen sei seit 2020 weitgehend konstant geblieben, auch weil es immer wieder Neueröffnungen gegeben habe. Auch die Leerstandsquote sei mit Werten zwischen 6,2 und 6,8 Prozent konstant, „das ist ein guter Wert“, betonte Matz: „In vielen anderen Städten liegt die Leerstandsquote deutlich höher, vielfach bei über 10 Prozent.“ Damit nun der Leerstand, den es gibt, besser aussieht, soll „aus leer lebendig werden“ – Dank der bunten Folien.

Info& auf Mainz&: Mehr Infos zum Projekt Leerstandsbeklebung sowie zur Leerstandsplattform LeAn sowie den Unterstützungsangeboten der Wirtschaftsförderung findet Ihr hier auf der Website der Wirtschaftsförderung Mainz im Internet.

Ihr wollt keinen Mainz&-Artikel mehr verpassen und guten Journalismus unterstützen? Dann ran an das Mainz& Solidar-Abo und den Mainz&-Newsletter sichern! Wie es geht, steht hier:

Mainz& Solidar-Abo: FAQ und Anleitung