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Jahresarchive: 2016

Trigon am Binger Schlag: Neuer Komplex mit Büros, Wohnen und modernem „Me and All“-Hotel

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Die Abbrucharbeiten am Binger Schlag sind in vollem Gange, an der ehemaligen Automeile entsteht ja ein völlig neuer Komplex mit Wohnungen, Büros und einem Hotel. Wegen der Bauarbeiten verläuft der Fuß- und Radweg entlang der früheren Aral-Tankstelle ja schon seit Juni auf der rechten Fahrspur der Straße, der Autoverkehr musste eine Schleife fahren. Platz geschaffen wird hier für ein völlig neues Stadt-Entrée: Das Trigon, ein großer Komplex aus Wohnen und Büros. Flaggschiff wird das neue „me and all“-Boutique Hotel des Lindner Konzerns. Dazu noch einmal unser Artikel vom Juni 2016:

Es tut sich was am Binger Schlag, der Verlängerung vom Hauptbahnhof zur Saarstraße – endlich. Viele Jahre war hier ja die Automeile von Mainz, doch seit vielen Jahren dümpelten die uncharmanten Flachbauten hier nur noch dem Verfall entgegen. Das ist nun vorbei: in wenigen Tagen rollen hier die Bagger an und machen Platz für einen großen Neubau: „Trigon“ heißt, was hier entstehen soll – ein Dreieck aus Wohnen, Büros und einem weiteren neuen Hotel. Das „me and all“-Boutique Hotel des Lindner-Konzerns wird 160 Zimmer haben und zwei Besonderheiten: Eine Saunalandschaft auf dem Dach und in der Lounge im Erdgeschoss soll Platz sein für regelmäßige Lesungen, Wohnzimmerkonzerte und andere Events mit regionalen Künstlern – dann hätte das einst hier untergeschlüpfte Peng ja doch eine Fortsetzung…

Visualisierung DRK 2
Neuer Bürokomplex Trigon am Binger Schlag – Visualisierung: Infra Architekten

Trigon GmbH heißt die Projektrealisierungsgesellschaft, zu der sich die Mainzer Aufbaugesellschaft MAG sowie die J. Molitor Immobilien GmbH zusammengeschlossen habe. Gemeinsam will man bis Ende 2018 das Gelände am Binger Schlag entwickeln und bebauen. Auf dem 6.700 Quadratmeter großen Filetstück am Eingang zur Mainzer Innenstadt sollen ein Hotel, ein Bürokomplex sowie urbanes Wohnen entstehen. Der Abriss der jetzigen Bauten soll noch diesen Monat starten, ab August wird der Rohbau für die neuen Projekte errichtet.

An der Seite der Aral-Tankstelle soll ab 2017 ein sechsgeschossiges Bürogebäude mit rund 6.200 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, hier soll dann auch die neue Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes untergebracht werden, mit mehr Platz und deutlich verkehrsgünstiger als bisher. Das ist der dritte Bauabschnitt.

Bauabschnitt zwei von „Trigon“ ist eine Wohnanlage mit rund 150 Einheiten, die zwischen Römerwall und Linsenberg liegen wird, also vom Binger Schlag abgewandt. Ein Innenhof und die Blockrandbebauung sollen die Wohnungen weitgehend vor dem Verkehrslärm schützen – urbanes Wohnen, in der Tat. Wie die Trigon GmbH mitteilt, sieht das Konzept urbanes Wohnen mit 1- bis 2-Zimmer-Appartements vor, auch „einige“ 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen soll es geben. Die Wohnflächen sollen zwischen 30 und 100 Quadratmetern liegen, über die Preise sagt die Mitteilung leider nichts.

Trigon Wohnbebauung - Foto mann+schneberger Infra
Geplante Wohnbebauung des Trigon-Komplexes – Visualisierung: mann+schneberger/ Infra Architekten

„Mit dem Projekt Trigon leisten wir gerade in der Achse zwischen Universität und Hauptbahnhof einen wichtigen Beitrag zur Entspannung des innerstädtischen Wohnungsmarktes“, findet MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann, der Eingangsbereich in die Innenstadt werde völlig neu gestaltet. Die Architektur ist dabei allerdings eher funktional-gesichtslos, moderne Architektur halt. 😉 Am wirklich nicht schönen Binger Schlag wird der neue Komplex aber in jedem Fall eine deutliche Verbesserung zum Status Quo, dazu sorgt eine exponierte Lounge des Hotels für einen besonderen Hingucker. Die Gestaltung stammt von den Mainzer Architekturbüros Infra System GmbH sowie mann+schneberger Architekten.

Das neue Hotel wird denn auch als erster Teil des Trigon-Komplexes realisiert. „me and all“ ist eine neue Boutique-Hotel-Linie des Hotelkonzerns Lindner. Boutique Hotels sind übrigens „persönlich geführte, individuelle, kleine und nicht selten luxuriöse Hotels“ (Danke Wikipedia), der Begriff und das Marketingkonzept kommen natürlich aus den USA. „me and all“ heißt nun die Linie von Lindner, es sollen „keine Hotels von der Stange, sondern authentische Teile ihrer Stadt“ sein, wie Lindner auf seiner Homepage schreibt.

„Check in and chill out“, lautet die Maxime von Lindner, der Konzern verspricht „spannendes Design, charmantes Understatement und edle Materialien“ bei gleichzeitig gemütlicher Atmosphäre in allen Bereichen und den Zimmern. „Feinste multimediale Technik“ soll für die Vernetzung sorgen, Lobby, Lounge, Working-Areas und Bar „zum lässig-eleganten Living-Room Downtown“ verschmelzen – das Ziel sind hochmoderne urban-hippe Häuser.

Visualisierung Hotel 2
Hingucker und Bauphase 1: Das neue „me and all“-Hotel am Binger Schlag – Visualisierung:Infra Architekten

Die sollen aber nicht gesichtslos, sondern auch individuell gestaltet sein: Das Mainzer Hotel werde „eine Hommage an den nah gelegenen Mainzer Hauptbahnhof“, dem so wichtigen Knotenpunkt im Rhein-Main-Gebiet und seiner historischen Empfangshalle im Stil der Neorenaissance, verspricht Lindner. Antike Elemente wie historische Etagenanzeiger über den Aufzügen, opulente Kristallleuchter, Chesterfield Sofas und verschnörkelte Holzregale sollen das Hotel prägen, ein Stilbruch zum Äußeren, würden wir sagen… Für eine Anspielung auf das Thema Bahnhof sollen Kofferablagen aus Zügen früherer Zeiten sorgen sowie Eisenbahnschienen als Tisch- und Stuhlbeine und antike große Bahnhofsuhren.

Eine weitere Besonderheit für Mainz: Die Lounge im Erdgeschoss soll eben auch Location für lokale Kultur sein, man wolle „Urban Locals“ ins Hotel einladen und Mainzer Lebensgefühl ins Hotel bringen. Es wäre sozusagen indirekt die Fortsetzung jener Zeit, als das Peng, die Mainzer Kulturinitiative, aus dem Verkaufsraum des ehemaligen Autohauses eine urbane Kulturlounge machte – wäre toll, wenn das gelänge.

Weiteres Highlight des Mainzer Hotels: Ein über zwei Stockwerke reichender Fitness- und Wellnessbereich mit Saunagarten auf dem Hoteldach samt großartigem Ausblick über Mainz. Deutet sich da eine Nachfolge des Taubertsberg-Bades an, das Medienberichten zufolge angeblich kurz vor einer Insolvenz steht? Wir sind gespannt, ob die Wellnesslandschaft des Hotels dann auch für „Urban Locals“ offen ist. Fertig soll all das Ende 2018 sein – wir sind gespannt.

 

 

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Weihnachtsmarkt: Schausteller schlagen Gleitzeit für Öffnungszeiten vor – Streit um Verlängerung bis Silvester

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Die schönste Kulisse für einen Weihnachtsmarkt ist noch immer der Dom- Foto: gik

Sechs Mal werden wir noch wach – heißa, dann ist endlich wieder Weihnachtsmarkt! Es wird aber auch Zeit: Bei diesem schrecklichen, ungemütlichen Bäh-Wetter sehnt man den Beginn der Adventszeit geradezu herbei. Am Donnerstag, dem 24. November, wird nun der 42. Mainzer Weihnachtsmarkt eröffnet, hurra! Die 98 Stände sind in diesem Jahr weitgehend unverändert geblieben, leider gilt das aber auch für die Öffnungszeiten: Noch immer schließt der Markt um 20.30 Uhr. Nun schlägt Schausteller-Vorsitzender Marco Sottile eine Gleitzeit am Abend vor. Streit gibt es unterdessen um die Verlängerung der Teil-Weihnachtsmärkte auf den Plätzen in der Innenstadt nach Weihnachten und bis Silvester.

Das war er, der Mainzer Weihnachtsmarkt 2014! - Foto: gik
Bald geht’s wieder loooos: Der Mainzer Weihnachtsmarkt 2016 steht vor der Tür – Foto: gik

Der Mainzer Weihnachtsmarkt geht in sein nunmehr 42. Jahr und gilt als einer der schönsten der Republik. Völlig zu Recht: Zu Füßen des ehrwürdigen Mainzer Doms verbreitet der Budenzauber unterm Lichterhimmel einfach eine unschlagbar schöne Atmosphäre. Und nach den Turbulenzen um die neue Ausschreibung 2014 läuft es auf dem Weihnachtsmarkt inzwischen rund: 94 Prozent der Beschicker gaben in einer Umfrage der Stadtverwaltung an, mit der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Ausstellern zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, 89 Prozent sagten, auch zwischen den Beschickern untereinander herrsche ein „harmonisches Verhältnis“. Geht doch. 😉

Neue Stände mit Schmuck und Schutzengeln aus Holz

Das liegt natürlich auch daran, dass die Stände 2015 für drei Jahre fest vergeben wurden. Entsprechend wenig Neuerungen gibt es auf den ersten Blick in diesem Jahr: Praktisch alle 98 Stände sind noch am selben Ort und haben dieselbe Ausrichtung – allerdings nur vom Prinzip her. 2016 werde es „wieder ein hochwertiges und modernes Angebot geben“, versicherte Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP), allerdings nur schriftlich per Pressemitteilung – der Vorstellungsrunde im Rathaus am Freitag musste der Dezernent krankheitsbedingt fern bleiben.

Dazu gibt es einige neue Stände: Krankheitsbedingt wird nämlich leider unser Lieblingsstand mit Papierwaren aus Berlin fehlen, und noch ein weiterer Anbieter fiel aus. So gibt es einen neuen Schmuckstand sowie einen Stand mit Schutzengeln und anderen Engelsfiguren aus Holz der Firma „Heaven and Angels“. Dazu hat Schausteller Georg Spreuer seinen Imbiss- und seinen Fischstand rundum erneuert, und auch andere Gastrostände werden sicher neue Leckereien im Gepäck haben. Durch die Debatten um die Neuordnung wurde zudem viel Kreativität bei den Marktbeschickern freigesetzt, viele haben ihr Sortiment modernisiert, neue Waren aufgenommen. Wir sind gespannt.

Weihnachtsbaum vor dem Gutenberg Museum kleiner
Neu waren 2015 der Weihnachtsbaum vor dem Gutenberg-Museum und die festliche Beleuchtung, links neben dem Römischen Kaiser soll ab 2018 ein Bücherturm als Erweiterung gebaut werden – Foto: gik

So gibt es weiter 18 Essenssstände von der Suppenküche bis zu Bratwurst und den legendären Reibekuchen, dazu kommen 22 Süßigkeitenstände – damit steht es 50 Essenstände zu 44 Geschenkeständen. Auch beim Glühwein sind wieder alle mit dabei: Der große Kult-Glühweinstand an den Markthäusern, der Winzer-Glühwein an der Pyramide und all die anderen tollen Glühweinanbieter, die Ihr im großen Mainz&-Glühweintest von 2015 genau nachlesen könnt. Auch die beiden Kinderkarussels sind wieder dabei, das große Weihnachtsdorf lockt mit Hütten und Lagerfeuern, und ein reichhaltiges Musikprogramm wird auf der Bühne am Liebfrauenplatz hinter dem Dom angeboten.

Weihnachtsmarkt durch Baustelle Gutenberg-Museum beschnitten?

„Genießen Sie den Markt noch mal, nächstes Jahr ist da Baustelle am Gutenberg-Museum“, schreckte jedoch bei der Pressekonferenz im Rathaus der Sprecher der Marktbeschicker, Rolf Weiß, die Anwesenden auf. Wenn die Baustelle für den Bücherturm komme, „dann verlieren wir deutlich an Platz“, dann werde der deutlich kleiner, unkte er – und stieß auf heftigen Widerspruch: „Der Markt bleibt auf jeden Fall, wie er ist“, versicherte Marktleiter Dieter Krebs.

„Die Besucher sollen sich bitte keine Sorgen machen“, sagte am Abend auch Marco Sottile gegenüber Mainz&. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller versicherte, Stadt und Schausteller arbeiteten bereits jetzt mit Hochdruck daran, dass der Markt von der kommenden Baustelle nicht beeinträchtigt werde. „2017 startet die ohnehin nicht“, verriet Sottile, „es wird frühestens 2018 werden.“ Und auch dann werde man Mittel und Wege finden, den Markt „genauso attraktiv zu gestalten“, betonte Sottile: „Das ist doch unser Job als Profis.“

Überhaupt wurmte es den Vorsitzenden der Schausteller-Vereinigung, dass das Engagement der langjährigen Traditionsunternehmen von der Stadt noch immer nur halbherzig gewürdigt werde. „Wir haben einen offiziellen Beratervertrag mit der Stadt“, sagt Sottile, „warum lädt man uns dann zu solchen Veranstaltungen nicht ein?“ Der Markt laufe gut, die Neuordnung sei gelungen, nun aber „müssen wir noch am Feinschliff anfangen“, sagte er. Dazu zählten etwa die Abdeckung von knallorange-farbenen Stromkästen oder auch die Verbesserung der Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer mit besseren Kabelbrücken.

Und 2015 habe er binnen Stunden Rindenmulch zum Abdecken der Beete organisiert, die Schausteller am Sonntagmorgen mal eben für Sauberkeit und geleerte Papierkörbe gesorgt, berichtete Sottile. „Das kann kein Beamter der Stadt leisten, völlig klar“, sagt er, schön wäre es aber dann auch, wenn solche Verbesserungsvorschläge nicht als Kritik angesehen würden. „Die Wahrheit hilft oft dabei, es besser zu machen“, sagte Sottile, Ziel sei doch, „eine geile Veranstaltung zu machen.“

Weihnachtsmarkt Schillerplatz mit grünem Fastnachtsbrunnen
Der Weihnachtsmarkt auf dem Schillerplatz öffnet erstmals auch nach Weihnachten seine Tore – Foto: gik

Ärger um Verlängerung der Nebenmärkte bis Silvester

Ärger gibt es allerdings um eine Neuerung der Mainzplus Citymarketing: Die Wintermärkte am Bahnhof, am Schillerplatz und am Neubrunnenplatz sollen in diesem Jahr erstmals auch nach Weihnachten bis zum 30. Dezember geöffnet haben. Wir finden die Idee, auch nach Weihnachten noch einen Glühwein in der Stadt trinken und Waffeln essen zu können, super, hatten sich das doch viele Mainzer gewünscht. Doch damit sollen auch die im vergangenen Jahr vermehrt installierten Verkaufsbuden „zwischen den Jahren“ weiter machen dürfen, die Schausteller des großen Weihnachtsmarktes sehen das als Wettbewerbsverzerrung.

„Wir sind absolut dagegen“, sagte Weiß am Freitag, Weihnachtsmarktartikel würden vor Silvester „sicher nicht mehr“ verkauft. Die Verlängerung der Märkte auf den anderen Plätzen sei „ein Test“, der auf Wunsch der anliegenden Geschäfte und Quartiere zustande gekommen sei, verteidigte Sittes Referentin Andres die neue Regelung. „Wir werden sehen, ob sich das bewährt“, sagte Andres, „man muss auch mal was Neues ausprobieren dürfen.“

„Ich weiß nicht, wer nach Weihnachten noch Kerzen, Gestecke und Strohkugeln kauft, ich jedenfalls nicht“, zeigte sich aber auch Sottile skeptisch. Essens- und Glühweinstände könnten von der Verlängerung sicher profitieren, doch die machten nur 25 Prozent der Märkte aus. „75 Prozent gucken in die Röhre“, sagte Sottile, Ziel müsse aber doch „eine Win-Win-Situation für alle“ sein. Auch könnten die Nebenmärkte Kunden vom großen Weihnachtsmarkt abziehen und so die Kundenbindung schwächen, befürchten die Schausteller.

Gleichzeitig würden längere Öffnungszeiten für den Weihnachtsmarkt am Dom aber mit Verweis auf die Marktsatzung nicht genehmigt: „Das ist wie wenn ich zwei Kinder habe, und der 8-Jährige muss nach dem Sandmännchen ins Bett und der 7-Jährige darf noch Tatort gucken“, kritisiert Sottile, „das ist einfach ungerecht.“ Dezernent Sitte sei aber auch im Vorstand der Mainzplus Citymarketing, „er ist der Vater beider Söhne“, betont Sottile.

Ende um 20.30 Uhr: Sottile schlägt Gleitzeit mit späterem Schluss am Abend vor

Glühweintest - Rolf Peter Barth
Länger Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, das wär doch was! – Foto: gik

Dazu kommt: Die Öffnungszeiten des großen Mainzer Weihnachtsmarktes sind immer noch gleich geblieben – der Markt schließt weiter um 20.30 Uhr unter der Woche und um 21.00 Uhr am Wochenende. Vielen Besuchern ist das zu früh, gerade Arbeitnehmer mit längeren Arbeitszeiten oder Pendler aus Frankfurt kritisierten in der Vergangenheit den im Vergleich zu anderen Märkten frühen Feierabend, der zudem ja auch ziemlich strikt durchgesetzt wird. In Wiesbaden etwa hält der Sternschnuppenmarkt seine Tore jeweils eine halbe Stunde länger offen, das Ergebnis ist eine deutlich entspanntere Atmosphäre im Gegensatz zu Mainz. Hier bricht um kurz vor Schluss regelmäßig Hektik an den Glühweinständen aus, wir finden: Das ist in Zeiten flexibler Arbeitszeiten einfach nicht mehr zeitgemäß.

„Wir sind überhaupt nicht für die Verlängerung“, wehrte jedoch Marktbeschicker-Sprecher Weiß eine Debatte darüber kategorisch ab: „Wir Warenverkäufer verkaufen abends ab 19.00 Uhr gar nichts mehr.“ Dann sei nur noch „die ganze Uni“ zum Glühweintrinken auf dem Markt, dann komme niemand mehr durch, und der Frust bei den Verkaufsgeschäften sei groß. Und man könne ja auch „mal eine halbe Stunde früher“ losgehen, sagte Weiß.

Einen deutlich interessanteren Vorschlag machte da Schausteller-Vorsitzender Sottile im Mainz&-Gespräch: „Ich hätte den Vorschlag einer Gleitzeit am Abend“, sagte er Mainz&, „dass die Händler schon zumachen dürfen und die Glühwein- und Essensstände machen noch eine halbe Stunde länger.“ Es könne doch eine „Muss-Pflicht“ zum Öffnen bis 20.30 Uhr geben, und wer dann wolle, dürfe noch eine halbe Stunde länger aufhaben, schlägt Sottile vor. Das komme allen Seiten entgegen.

Info& auf Mainz&: Der 42. Mainzer Weihnachtsmarkt wird am Donnerstag, dem 24. November 2016, um 17 Uhr offiziell eröffnet, die Buden öffnen aber schon morgens um 11.00 Uhr. Bis zum 23. Dezember öffnen die 98 Stände täglich von 11.00 Uhr bis 20.30 Uhr, von Freitag bis Sonntag von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Am 23. Dezember ist bereits um 19.00 Uhr Schluss. Die feierliche Eröffnung am 24.11. um 17.00 Uhr findet vor  dem Haus am Dom auf der neuen Weihnachtsmarktbühne auf dem Liebfrauenplatz statt und wird von den Mainzer Dombläsern, dem Bass-Bariton Derrick Ballard vom Staatstheater Mainz sowie der Kantorei St. Alban umrahmt. Das gesamte Programm mit Musik und Nikolaus sowie Ausstellungen und Sonderaktionen auf dem Weihnachtsmarkt findet Ihr hier bei der Stadt Mainz zum Download. Ebenso viele weiterführende Infos.

 

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Deutsche Umwelthilfe will Fahrverbote für Diesel in Mainz ab 2018 durchsetzen – Klage aktiviert

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Auto an Auto: die Rheinallee - Foto: gik

Jetzt wird es ernst für Diesel-Fahrzeuge in Mainz: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will nun endgültig auf gerichtlichem Weg Fahrverbote für Diesel in Mainz ab 2018 durchsetzen. Man habe nun die Klage gegen die Stadt Mainz wegen der hohen Abgasbelastung wieder aufgenommen, teilte die DUH am Mittwoch mit. Man akzeptiere nicht länger, „dass Mainz auf Zeit spielt und die freie Fahrt für Dieselstinker höher bewertet als die Gesundheit seiner Bürger.“ Die Stadt Mainz reagierte gekränkt: Die DUH würdige die „großen Anstrengungen“ von Mainz in Sachen Verringerung der Schadstoffbelastung nicht, sagte Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne). Auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) schaltete sich ein – und kritisierte den Bund. Dort wird derzeit über eine „Blaue Plakette“ für Diesel gestritten.

Auto an Auto: die Rheinallee - Foto: gik
Dichter Verkehr auf der Rheinallee bedeutet auch hohe Stickstoffdioxid-Gase – Foto: gik

„Wir sind zuversichtlich, dass in der Landeshauptstadt Mainz ab 2018 Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zur Einhaltung der geltenden Grenzwerte gelten werden“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Mainzer Stadtregierung „verweigert nun seit sechs Jahren ihren Bürgern das Recht auf ‚Saubere Luft‘ und verstößt damit gegen Artikel 2 des Grundgesetzes, dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

Der Versuch der DUH, außergerichtlich wirksame Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung zu erreichen, „müssen wir nach knapp drei Jahren als endgültig gescheitert erklären“, betonte Resch. Man hoffe nun auf eine schnelle Entscheidung des Mainzer Verwaltungsgerichts – und gehe davon aus, dass es spätestens 2018  ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Mainz geben werde.

Klage aus 2011 ruhte – Mainz nicht genug getan

Bereits im November 2011 hatte der Umweltverband Klage gegen das Land Rheinland-Pfalz wegen Überschreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid in Mainz eingereicht. Hintergrund: Der seit 2010 verbindlich geltende Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt. Der nämlich wird in Mainz erheblich überschritten, und zwar seit Jahren. „Die Herkunft dieses gefährlichen Atemgiftes ist zu 87 Prozent dem Straßenverkehr und insbesondere den dieselbetriebenen Fahrzeugen zuzuschreiben“, betont die DUH.

CO2-Austritt Walpodenstraße Autos - Foto Linda
Dicke Luft in Mainz: Die DUH verklagt die Stadt Mainz wegen zu hoher Schadstoffe durch Diesel – Foto: Linda

Im Dezember 2013 hatte sich die DUH dann bereit erklärt, ihre Klage ruhen zu lassen, um mit der Stadt außergerichtlich zu einer Lösung zu kommen. „Die Stadt Mainz sollte unter anderem Messungen in Auftrag geben, die verkehrsbezogenen Hauptemittenten identifizieren und geeignete Maßnahmen zur kurzfristigen Einhaltung der Grenzwerte ergreifen“, heißt es weiter.

Knapp drei Jahre später aber würden die NO2-Grenzwerte in Mainz weiterhin überschritten. Man bedaure das Scheitern der außergerichtlichen Verhandlungen, aber nun müsse man wirksame Maßnahmen gegen die anhaltend hohe Luftbelastung in Mainz gerichtlich erwirken. Die Stadt habe einfach „keine Maßnahmen ergriffen, welche die Schadstoffbelastung kurzfristig senken werden“, kritisiert die DUH.

Stadt Mainz: Maßnahmen werden nicht gewürdigt

In Mainz sieht man das aber anders: Die Stadt sei „überaus enttäuscht“, dass die DUH „die Kraftanstrengungen“ der Stadt zur Verringerung der Schadstoffbelastungen nicht würdige, sagte Umweltdezernentin Eder. Man habe in den vergangenen Jahren „zahlreiche Maßnahmen ergriffen und große Anstrengungen unternommen“, um die Luftreinhaltung in Mainz zu verbessern, soweit die Kommune das überhaupt könne. Als Maßnahmen zählte Eder dazu auf: die Einführung der von der DUH geforderten Umweltzone, eine „nennenswerte Steigerung“ des Radverkehrsanteils von 12 auf 20 Prozent – und insbesondere die Realisierung der Mainzelbahn.

Allerdings ist das Straßenbahnprojekt noch immer im Bau, erst ab Dezember soll die Bahn rollen – die Auswirkungen können frühestens im kommenden Jahr greifen. Ob die Mainzelbahn dann tatsächlich etwas dazu beiträgt, dass weniger Diesel durch Mainz rollen, darf bezweifelt werden – eine kurzfristige Reduzierung der Schadstoffe, wie ja von der DUH gefordert, war die Mainzelbahn sicher nicht. Und offenbar hat auch die tatsächliche Steigerung des Radanteils ebenso wenig den Stickstoffdioxidausstoß positiv beeinflusst wie die Umweltzone – auch Diesel-Fahrzeuge erhalten schließlich die grüne Plakette, die zur Einfahrt berechtigt.

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Tabelle zu den Jahresmittelwerten von Stickstoffdioxid in Mainz, gelb markiert sind die Überschreitungen – Grafik: LUF

Stickstoffdioxidwerte weiter über Grenzwert

Tatsächlich musste die Stadt Mainz am Mittwoch im Stadtrat einräumen: Die Stickstoffdioxid-Jahreswerte haben sich in Mainz kaum oder gar nicht verbessert. Insbesondere an drei neuralgischen Punkten wird der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm weiter erreicht oder deutlich überschritten: Spitzenreiter ist die Parcusstraße mit einem Jahresmittelwert von 57 Mikrogramm, an zweiter Stelle steht die Große Langgasse mit 45 Mikrogramm. Vor fünf Jahren aber war die Luft in der Großen Langgasse mit 46 Mikrogramm genau so dreckig, in der Parcusstraße wurden 2011 56 Mikrogramm gemessen.

Eine leichte Verbesserung gab es allein in der Rheinallee: Hier wurden 2011 noch 45 Mikrogramm gemessen, 2015 waren es aber immer noch 40 Mikrogramm. Und die Zitadelle lag mit 39 Mikrogramm auch nur hauchdünn unter dem Schwellenwert, vor fünf Jahren wurde der hier noch mit genau 40 Mikrogramm erreicht. Tatsache ist: Mainz hat in den vergangenen fünf Jahren keine Verbesserung der Luftverschmutzung in Sachen Stickstoffdioxid erreicht.

Zurückgegangen seien aber die Werte bei Feinstaub und Ruß, betont die Stadt: Der Jahresmittelwert beim Feinstaub sei in der Parcusstraße von 34 Mikrogramm im Jahr 2005 auf nur noch 24 Mikrogramm in 2015 gesunken – auch hier liegt der Grenzwert bei 40 Mikrogramm, jeweils auf Kubikmeter gerechnet. Der Tagesmittelgrenzwert von 40 sei in den vergangenen Jahren zwischen 9 und 19 Mal pro Jahr überschritten worden, erlaubt sind 35 Tage pro Jahr. Zudem sei seit Einführung der Umweltzone die Rußbelastung zurückgegangen: Betrug der Jahresmittelwert in der Parcusstraße 2011 noch 3,7 Mikrogramm pro Kubikmeter, so seien es 2015 nur noch 2,6 Mikrogramm gewesen. Dies könne als ein Erfolg der am 01.02.2013 eingeführten Umweltzone betrachtet werden, betonte die Stadt.

MVG Bus am Höfchen
Auch Diesel betriebene Busse sind Dreckschleudern par Excellence – Foto: Grimminger

Fast 35 Prozent aller Autos in Mainz sind Diesel

Der DUH aber reichen diese Verbesserungen nicht, vor allem auch, weil die Stickstoffdioxidbelastung hausgemacht ist: Rund 60 Prozent der Verursacher an der Messstation Parcusstraße sind „als lokaler Anteil zu bewerten“ – im Klartext: Autos aus Mainz. In der Großen Langgasse beträgt der lokale Anteil 49 Prozent, in der Rheinallee und an der Zitadelle 41 bis 43 Prozent. Grund sei, wie überall in Deutschland, die Zunahme der Dieselfahrzeuge, teilte die Stadt weiter mit:  Mittlerweile sind 34,8 Prozent aller Pkw in Mainz Diesel, allein in den vergangenen zwei Jahren sei ihre Zahl um 3.028 gestiegen, das entspricht einem Plus von 9,5 Prozent.

Die DUH will deshalb nun sofort schnelle Maßnahmen und fordert Fahrverbote für Diesel. Die Stadt spiele zu Lasten ihrer Bürger auf Zeit und verweigere wirksame Maßnahmen, kritisiert sie – und verweist auch darauf, dass allein rund ein Viertel der NO2-Belastung von Bussen des öffentlichen Nahverkehrs verursacht wird, 15 Prozent durch Transporter und Lkw. Und die Stadt habe die eigentlich für 2014 vereinbarten abschließenden Stickstoffdioxid-Messungen durch die Universität Heidelberg erst im Juni 2016 vorgelegt.

Höfken fordert Änderung der Abgasverordnung – vom Bund

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) verteidigte unterdessen die Stadt, die viel getan habe, und sieht den Bund in der Pflicht: „Die DUH müsste eigentlich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verklagen“, sagte Höfken Mainz& am Mittwoch in Mainz. Der nämlich müsse die Abgasverordnung ändern, damit endlich die Grenzwerte für Diesel-Fahrzeuge gesenkt würden. „Dann hätten wir 80 Prozent weniger Emissionen aus Diesel“, sagte Höfken, „dann kämen die Städte auch auf ihre Werte.“ Den Städten fällt nun auch auf die Füße, dass die Autobauer jahrelang bei den Abgaswerten tricksten – und die Autos viel mehr Schadstoffe ausstoßen, als eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehen. Eine schnelle Reduzierung der Schadstoffe wäre durch eine Änderung der Abgasordnung zudem nicht zu erreichen – unwahrscheinlich, dass eine Änderung noch vor der Bundestagswahl 2017 kommt.

Und just seit heute diskutieren die Verkehrsminister von Bund und Ländern über eine weitere Maßnahme: Die Einführung einer „Blauen Plakette“, wie sie der BUND seit Jahren fordert. Die würde die Diesel-Fahrzeuge in schädlichere und weniger schädlichere Fahrzeuge unterteilen – allerdings werden weitgehend „saubere“Diesel nach der Euro-Norm 6 erst seit vergangenem Jahr überhaupt verkauft, berichtet der SWR, der das Thema Blaue Plakette sehr schön zusammenfasst. Der ADAC ist deshalb – natürlich – gegen die Blaue Plakette und fordert schon jetzt umfangreiche Ausnahmen. Die wiederum würden aber die Wirkung gleich wieder untergraben. SWR-Umweltexperte Werner Eckert kommt deshalb zur Einschätzung: „Die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme wäre ein pauschales Fahrverbot für Diesel in den Innenstädten.“

Erste Variobahn für Mainzelbahn - Foto MVG
Hilft die Mainzelbahn bei der Vermeidung der Luftverschmutzung? – Foto: MVG

Klage gegen Düsseldorf schon gewonnen

DUH-Anwalt Remo Klinger sieht denn auch für die Klage gegen die Stadt Mainz gute Chancen – gerade erst gewann die DUH am 13. September ein Verfahren gegen die Stadt Düsseldorf in genau derselben Sache. Auch dort lagen die Messwerte trotz zahlreicher Maßnahmen und trotz Umweltzone 2015 noch immer weit über dem Grenzwert und mit 59 Mikrogramm ähnlich hoch wie in Mainz.

Die Kammer des Verwaltungsgerichts urteilte deshalb, die Stadt müsse aus staatlicher Pflicht zum Schutz der Gesundheit den Grenzwert „schnellstmöglich“ einhalten und dafür sofort seine Luftreinhaltepläne fortschreiben. In diesem Rahmen müssten „insbesondere auch Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ernstlich geprüft und abgewogen werden“, forderte das Gericht. Das geltende Immissionsschutz- und Straßenverkehrsrecht enthalte dafür schon jetzt entsprechende Grundlagen.

Das Urteil zeige, dass die rechtlichen Grundlagen für Beschränkungen des Fahrens mit Dieselautos längst bestünden, betonte Klinger, und fügte hinzu: „Wenn der Stadt keine anderen Maßnahmen einfallen, mit denen der Grenzwert endlich eingehalten werden kann, werden wir auf Zufahrtsbeschränkungen für Dieselautos auch im Verfahren gegen Mainz bestehen.“

Info& auf Mainz&: Mehr Hintergrundinformationen zur Klage der Deutschen Umwelthilfe DUH gegen die Stadt Mainz findet Ihr hier im Internet, das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 13.9.2016 könnt Ihr hier nachlesen.

 

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Sternschnuppen: Vom 17. auf 18. November regnet es Sterne – Leoniden bis 21. November zu sehen

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Der November war einmal als „der Sternschnuppenmonat“ bekannt, wusstet Ihr das? Grund sind die Leoniden, ein Sternschnuppenregen, der scheinbar aus dem Sternbild Löwe kommt. Bei den Leoniden handelt es sich um winzige Fragmente aus dem Schweif des Kometen Tempel-Tuttle, die er auf seiner Bahn hinterlassen hat. In den vergangenen Jahren habe sich Phänomen zwar etwas abgeschwächt, „aber die Leoniden werden auch 2016 ein beeindruckendes Schauspiel an den Himmel zaubern“, sagt Jan-David Förster von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz. Hauptnacht ist die Nacht vom 17. auf den 18. November, insgesamt sind die Leoniden aber vom 9. bis zum 21. November zu sehen.

Sternenhimmel - Foto AAG
Faszinierend ist der Blick in unseren Nachthimmel eigentlich immer – Foto: AAG

Natürlich ist der November keine so schöne Jahreszeit zum Sternschnuppen-Gucken wie die lauen Sommernächte, dazu spielt momentan das Wetter so gar nicht mit… Regen und dicke Wolken werden wohl morgen den Blick zum Himmel verstellen. Wenn Ihr aber Glück habt, könnt Ihr ein kosmisches Schauspiel erleben: In der Highlightnacht auf Freitag fallen etwa zehn bis zwanzig Sternschnuppen pro Stunde vom Himmel. Grund sind Überreste des Kometen Tempel-Tuttle, die er auf seiner Bahn hinterlassen hat, winzige, wenige Millimeter bis ein paar Zentimeter große Fragmente aus dem Schweif des Kometen. Temple-Tuttle umkreist in einer Umlaufbahn von 33 Jahren Dauer die Erde auf einer elliptischen Bahn.

„Immer im November taucht die Erde während ihrer Reise um die Sonne in diese Wolke aus kosmischen Staubteilchen ein und einige verglühen dann in unserer Atmosphäre“, erklärt Förster. Die Leuchterscheinung, die wir als Sternschnuppe kennen, sei dabei aber gar nicht das Verglühen des Teilchens selbst sondern eigentlich das Nachleuchten von heißen Gasen (Plasmen). Diese entstehen durch die große Hitze im Zuge starker Reibung, wenn die Kometenpartikel mit mehr als 250 Stundenkilometern auf unsere Atmosphäre prallen.

Scheinbarer Ursprungsort ist das namensgebende Sternbild Löwe (Leo) etwa 10 Grad nordöstlich des Sterns Regulus. Die Leoniden werden wohl in diesem Jahr nicht so spektakulär, bedauern Experten. „In diesem Jahr stört der noch zu drei Viertel volle Mond das Spektakel, sodass die lichtschwachen Sternschnuppen wohl überstrahlt werden“, sagte Förster bedauernd. Nach dem „Supermond“, der sich auch in Mainz eigentlich als gar nicht so spektakulär entpuppte, dürften nun also auch die Leoniden wenig aufregend ausfallen. Aber gucken schadet ja nix 😉

Info& auf Mainz&: Mehr zur Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz  findet Ihr unter www.astronomie-mainz.de oder hier auf Facebook. Mehr über die Pläne der AAG zu einer Sternwarte in Rheinhessen findet Ihr in diesem Mainz&-Artikel.

 

 

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Sozialdezernent Kurt Merkator geht 2017 in Ruhestand – SPD beruft Findungskommission

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Er war einer der erfahrensten Dezernenten im Mainzer Stadtvorstand, hoch geschätzter Fachmann und granteliger Klartext-Redner: Kurt Merkator, Dezernent für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit. Schon länger hatte der 64-Jährige angekündigt, mit 65 Jahren sein Amt abgeben zu wollen, jetzt macht der Sozialdemokrat es wahr: Im Sommer 2017 hört Merkator auf. Das Bedauern ist groß, hatte Merkator doch gerade bei Schulen und Kindergärten ganz unspektakulär Großes geleistet: Ausbau der Kitas, Schulfrieden, neue IGS, Merkator löste Probleme, leise, mit den Leuten, zielgerichtet. Dass Mainz die Flüchtlingskrise 2015 meisterte wie nur wenige Städte im Land ist auch ihm zu verdanken. Nun soll eine Findungskommission einen Nachfolger suchen.

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Kurt Merkator, Sozial- und Schulderzernent in Mainz, hört zum Juni 2017 auf – Foto: Stadt Mainz

„Ich möchte Sie darüber informieren, dass mit Schreiben vom 14.11.2016 Herr Beigeordneter Kurt Merkator mich gebeten hat, mit Ablauf des 30.06.2017 in den Ruhestand treten zu können“, informiert Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Montag die Fraktionen im Mainzer Rathaus. “ Ich werde diesem Wunsch natürlich entsprechen“, schrieb Ebling weiter, auch wenn das Ansinnen „ein schmerzvoller Moment“ sei. Merkator genieße „als Mensch wie als Politiker wie kaum ein anderer hohe öffentliche Wertschätzung über alle Parteigrenzen hinaus, die für sein hohes Engagement, die große Fachkenntnis und ein kaum übertreffbares Maß an Integrität stehen.“ Merkator sei in seinem Wirken in allen Bereichen in allerhöchstem Grade anerkannt und geschätzt.

Dass der Dezernent die eigene Nachfolge frühzeitig und mit einer Einarbeitungszeit für die Neubesetzung regeln wolle, spreche für seinen Weitblick, lobte Ebling zudem und fügte hinzu: „Wir kennen uns seit Ewigkeiten, Kurt Merkator hinterlässt ein top bestelltes Feld.“ Auch die Mainzer SPD reagierte mit Bedauern: „Er ist ein Politiker, der sich in seinen Ämtern durch Kompetenz, Durchsetzungskraft und Zuverlässigkeit ebenso auszeichnet wie durch Loyalität, Standfestigkeit und Weitsicht“, sagte für den SPD-Vorstand Klaus Euteneuer. Merkator habe „Orientierung auch in schwierigen Zeiten“ geboten und gerade mit seinem effizienten und geräuschlosen Handeln in der Flüchtlingskrise entscheidend zur Lösung beigetragen.

Merkator wurde 1952 in Mainz geboren und trat 1979 in die SPD ein, der gelernte Berufsschullehrer für Wirtschaft und Englisch lebt mit seiner Familie in Finthen. 1989 bis 1994 war Merkator dort zunächst Ortsvorsteher, bevor er 1995 in den Mainzer Stadtrat einzog und dort zwei Jahre später Fraktionschef wurde. 2003 wurde er Dezernent für Finanzen, Steuern und Kfz-Zulassung, nach der Umbildung des Stadtvorstandes 2007 dann Dezernent für Soziales, Jugend und Finanzen. Letzteren Bereich gab er später an Bürgermeister Günter Beck (Grüne) ab. Vor allem aber war Merkator ein Sozialdemokrat alten Schlages: Zupackend, unprätentiös und sein Amt ganz in den Dienst der Menschen stellend.

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Kurt Merkator in Action: Bei der Vorstellung der Flüchtlingsunterkunft in der Wormser Straße – Foto: gik

Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin tritt in große Schuhe – wer es wird, das soll nun eine Findungskommission erarbeiten. Eine ebensolche Findungskommission setzte die Mainzer SPD am Montagabend ein, die Sozialdemokraten haben laut Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP den Zugriff auf den Posten. „Die Nachfolgerin oder der Nachfolger soll eine Persönlichkeit sein, die die politische Autorität mitbringt, die ein solches Amt erfordert“, sagte Ebling. Derjenige müsse gegenüber den Bürgern seine Positionen vertreten, vermitteln und verantworten können, gleichzeitig aber auch die Mehrheit in den Gremien, vor allem dem Stadtrat, von ihrem Tun überzeugen. Und sie müsse eine Behörde mit zahlreichen Mitarbeitern leiten, führen und motivieren können.

Als heißer Kandidat wird allerdings bereits einer gehandelt: Eckart Lensch, Fraktionschef der SPD im Mainzer Stadtrat. Der 56 Jahre alte Neurologe arbeitet allerdings als Oberarzt bei den Helios-Kliniken in Wiesbaden, bleibt die Frage, ob er tatsächlich auf den Dezernentenstuhl wechseln würde. Immerhin: Lensch ist nicht Mitglied der Findungskommission, was stark darauf hindeutet, dass er zu den Kandidaten gehört. Die sechsköpfige Findungskommission soll nun einen Vorschlag erarbeiten und im kommenden Jahr vorlegen, über die Kandidatur soll dann ein Parteitag entscheiden. Die Bürger könnten sich aber darauf verlassen,. dass der bestgeeignetste Bewerber für das Amt gefunden werde, versicherte Ebling.

Die SPD hatte in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen mit ihren Sozialdezernenten: Merkators Vorgängerin, die hoch gelobte Birgit Collisi (SPD), machte sich einst quasi bei Nacht und Nebel davon – sie wechselte ohne Wissen von Partei und Stadtvorstand nach kürzester Zeit im Amt nach Bochum. Nach den schlechten Erfahrungen damals dürften die Mainzer nun erneut auf einen Nachfolger aus Mainz setzen.

 

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„Adam Lux – Enthusiast der Freiheit“ – Offenes Wohnzimmer setzt Reihe fort – Video Mainzer Marseillaise

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An diesem Samstag setzt das „Offene Wohnzimmer“, der Nachbarschaftsladen in Mainz-Kostheim, seine Reihe über den Revolutionär und Freiheitskämpfer Adam Lux fort. In „Adam Lux – Enthusiast der Freiheit“ geht es um die Frage, was den „philosphischen Bauern“ aus Kostheim motivierte, so sehr für die Rechte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit einzutreten, dass er dafür sogar auf der Guillotine in Paris sein Leben gab. Darum geht es im Gespräch mit Michael C. Recker, dem Lux-Kenner und Mitinitiator des damaligen Kulturklärwerks auf der Maaraue bei Kostheim. Am Freitag macht das „Offene Wohnzimmer“ zudem beim Vorlesetag mit und veranstaltet einen Schmuck-Flohmarkt.

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Der Mainzer Revolutionär und Freiheitskämpfer Adam Lux

Wir mögen so Initiativen, wo Menschen selbst aktiv werden, um Lebensbedingungen zu verbessern. Im März gründete eine Initiative einen neuen Stadtteiltreff für den rechtsrheinischen Alt-Mainzer Stadtteil. In einem ehemaligen Ladengeschäft in Ortsmitte wird seither diskutiert und gefeiert, werden Sprachkurse abgehalten, Konzerte und Lesungen veranstaltet. Auch ganz einfache offene Nachmittag gibt es, jeder kann vorbeikommen, reden, Kaffee oder Wein trinken. „Es wird wirklich toll angenommen“, sagte eine der Initiatorinnen, die Journalistin und Ortspolitikerin Marion Mück-Raab (AUF) nun Mainz&: „Wir machen das, weil wir nicht wollen, dass in Kostheim die Bürgersteige hoch geklappt werden, dass das kein Stadtteil wird, wo man nur noch  schläft, aber woanders hingeht, sich nicht kennt.“

Im November widmet sich das Offene Wohnzimmer nun dem Revolutionär Adam Lux, der die Mainzer Republik 1792 mit gründete und den Idealen der Französischen Revolution völlig verfiel. „Als Untertan eines deutschen Fürsten wurde ich geboren, heute habe ich kein anderes Vaterland mehr als die Freiheit“, lässt Stefan Zweig den Revolutionär sagen, der am 4. November 1793 desillusioniert in Paris unter der Guillotine starb – entsetzt von den Schrecken und dem Terror, den die Kinder der Revolution entfesselt hatten. Es waren die Werte einer gerechten Welt, der Gleichheit aller Menschen und der Freiheit von Tyrannei, denen Lux rettungslos verfiel – und ohne die er nicht mehr leben wollte: „Ich liebe die Republik, auch wenn sie mich tötet“, lautet der Schlusssatz von Zweigs Drama „Adam Lux“. Die ganze Geschichte über Adam Lux haben wir hier aufgeschrieben.

In Mainz war damals die Begeisterung für die französischen Werte groß, Befreiung von absoluten Herrschern, Begeisterung für Presse- und Meinungsfreiheit – all das traf damals den Lebensnerv der Menschen und macht die Geschichte von Adam Lux deshalb heute so aktuell.

Wohlan! Die Wahl ist leicht!

Nur Freiheit oder Tod!

Weh dem! Fluch dem!

Der je es wagt,

Und unsrer Freiheit droht.

So sangen sie damals bei der „Mainzer Marseillaise“, dem Lied der freien Mainzer von Friedrich Lehne. Wie das klingt, demonstrierte eindrucksvoll Anfang November die Sängerin Britta Niklaus: Bei der Lesung aus Stefan Zweigs Drama „Adam Lux“ sang sie im Offenen Wohnzimmer live die Marseillaise. Wir haben Euch davon ein kleines Video mitgebracht – entschuldigt bitte die schlecht optische Qualität, es war einfach sehr dunkel in dem Raum…

Nun folgt Teil zwei der kleinen Reihe zum Gedenken an Adam Lux, Teil drei gibt es am Donnerstag, den 24. November: Ab 15.00 Uhr wird unter dem Motto „Feiernd umwindet, Menschen, das Freiheitsmal!“ ein Freiheitsbaum zur Erinnerung an Adam Lux gesetzt, es ist eine Kunst-Installation der Künstlerinnen Martina Hammel und Annette Gut. Die Arbeiten an der Installation beginnen um 15.00 Uhr, das Kunstobjekt ist auch in den Tagen danach noch im Offenen Wohnzimmer zu bewundern. Mehr zur Mainzer Republik von 1793 lest Ihr hier auf Mainz&: „Wohlan, die Wahl ist leicht – nur Freiheit oder Tod!“

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Lesung aus Adam Lux im Offenen Wohnzimmer mit Marion Mück-Raab und Andreas Toschka – Foto: gik

Das Offene Wohnzimmer bietet aber natürlich auch noch andere Veranstaltungen als Adam Lux: Am Freitag, den 18. November 2016, beteiligt sich der Stadtteiltreff an der Kostheimer BuchLese. Antje Spyra liest um 16.00 Uhr im Offenen Wohnzimmer aus dem Buch „Eierlikörtage – Das geheimer Tagebuch des Hendrik Groen, 83 ¼ Jahre.“ Der Eintritt ist frei. Und um 18.00 Uhr geht es gleich weiter mit „Schmuck und Schnittchen“, einem kleinen Schmuckflohmarkt im Offenen Wohnzimmer. In gemütlicher Atmosphäre können die verschiedensten Schmuckstücke zu Flohmarktpreisen erworben werden.

Passend zu Lux gibt es am Donnerstag, den 24. November, um 19.30 Uhr einen französischen Konversationsabend. Der Kurs wird von der Französischlehrerin Nadine Fez geleitet, es geht um lockere Konversation, hier könnt Ihr Euer Französisch trainieren. Für Vereinsmitglieder beträgt die Kursgebühr 5,- Euro, Nicht-Mitglieder zahlen 10,- Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte an mueck-raab(at)gmx.de oder telefonisch unter 0159 (und dann) 01036057.

Info& auf Mainz&: Samstag, den 19. November 2016, 18.00 Uhr, zweite Veranstaltung der Adam-Lux-Reihe: „Adam Lux – Enthusiast der Freiheit“, Gespräch mit Michael Cäsar Recker, der sich seit langem mit Adam Lux beschäftigt. Dazu gibt es Rotwein aus der Donnermühle und Jambon de Mayence von der Metzgerei Walz aus Mombach. Ort: Offenes Wohnzimmer, Winterstraße 13 in Mainz-Kostheim, der Eintritt ist frei. Mehr zum Offenen Wohnzimmer findet Ihr hier im Internet.

 

 

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Geld vom Auto aus am Automaten ziehen – Mainzer Volksbank eröffnet ersten GeldAUTOmat Nähe Messe

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Wer viel mit dem Auto unterwegs ist (sein muss), kennt das Problem: Man bräuchte ja schnell noch Geld vom Geldautomaten, aber vor der Filiale ist mal wieder weit und breit kein Parkplatz zu finden. Schnell mal ranfahren und zack, Geld abheben – bisher war das ein schöner Traum. Bis jetzt: Seit Montagabend leuchtet den Autofahrern an der Messe hinter Mainz-Hechtsheim eine blaue Geld-Tankstelle entgegen: Unter einem großen blauen Dach kann man hier an zwei Geldautomaten direkt vom Auto aus Geld abheben. Der Geldautomat der Mainzer Volksbank (MVB) nimmt damit seinen Namen wörtlich, es ist die erste befahrbare Geld-Tankstelle in Mainz und der sehr weiteren Umgebung.

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Anfahrt zum Geld tanken: GeldAUTOmat der Mainzer Volksbank in Hechtsheim – Foto: gik

„Für unsere Kunden bedeutet das ab heute: Kein Aussteigen bei schlechtem Wetter und keine aufwendige Parkplatzsuche bei einer städtischen Filiale mehr“, sagte MVB-Vorstandschef Uwe Abel bei der Eröffnung, was wir der Pressemitteilung entnommen haben. Die MVB habe schon lange den Plan gehabt sich im neu entstehenden Gewerbepark geeignet zu platzieren, mit der neuen Geldtankstelle sei das „außergewöhnlich gelungen.“ Der GeldAUTOmat sei „ein Gewinn für die Kunden“, sei eine innovative Neuerung und mit seinem Standort gerade auch für Besucher der Messe praktisch, sagte Abel weiter.

Zu finden ist der GeldAUTOmat an der Kreuzung der Ludwig-Erhard-Straße mit Barcelona-Allee und Athener-Allee, oder einfacher: Genau gegenüber der Jet-Tankstelle und in unmittelbarer Nähe der Zufahrt zu Möbel Martin und Hechtsheimer Messe-Gelände. Schon von Weitem leuchtet das hohe Dach mit dem intensiven Blau den Autofahrern entgegen, gerade nachts ist es nicht zu übersehen. Mainz& hat gleich mal den Test gemacht und ist vorbei gefahren.

Und es ist wirklich so einfach, wie es klingt: zweimal rechts abgebogen, und schon steht man unter dem weiten Dach, das fraglos an eine Tankstelle erinnert. Auf jeder Seite der Säule steht dann ein ganz normaler, wenn auch besonders schicker Bankautomat zur Verfügung, und das auch in unterschiedlichen Höhen – ein Service für die SUVs. Wer lange Arme hat, kann direkt aus dem Autofenster die Karte in den Schlitz stecken, alle Eingaben tätigen und das Geld entnehmen. Kleinere Menschen öffnen einfach die Autotür oder steigen kurz aus. Das Auto bleibt „bei Fuß“, es gibt kein Parkplatzsuchen, kein Einparken – binnen Sekunden ist die Transaktion erledigt.

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Geld abheben direkt aus dem Auto beim MVB GeldAUTOmat – Foto: MVB

Nur die Ausfahrt aus der hell beleuchteten und natürlich noch sehr sauberen Anlage ist irritierend: Ich kam doch von links, soll jetzt aber nach rechts fahren – und lande in einer stockdunklen Straßenschleife, deren Verlauf bei Nacht überhaupt nicht zu erkennen ist. Dann muss ich sogar noch einmal rechts abbiegen, um auf der richtigen Straßenseite an der Ausfahrtampel zu landen – uff. Auf einen Blick ist das alles zumindest bei Nacht nicht zu erkennen, hier wären mehr Schilder oder schlicht mehr Licht sehr hilfreich.

Nach Angaben der MVG erweitert die Mainzer Bank mit den beiden neuen Geldautomaten ihr eigenes Automatennetz von bisher 110 auf nun 112 Automaten. Damit habe man „weiterhin eines der dichtesten Geldautomatennetze in ganz Rheinhessen.“

Info& auf Mainz&: Den neuen GeldAUTOmat findet Ihr an der Kreuzung der Ludwig-Erhard-Straße mit Barcelona-Allee und Athener-Allee, oder einfacher: Genau gegenüber der Jet-Tankstelle und in unmittelbarer Nähe der Zufahrt zu Möbel Martin und Hechtsheimer Messe-Gelände. Mehr zur MVB auf dieser Homepage.

 

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Fluglärm dröhnt über Mainz – Infoveranstaltung über Lärmobergrenzen mit Deutschem Fluglärmdienst

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Kaum war das Wetter mal wieder gut, der Himmel klar – dröhnten über Mainz die Flugzeuge. Speziell an diesem Wochenende wurde Mainz mal wieder von einem Lärmteppich dröhnenden Ausmaßes überzogen. Speziell in Lerchenberg, Marienborn, Hechtsheim, Laubenheim und der Oberstadt war kaum ein Entkommen. „Lärmterror in Mainz und das am Sonntag schon seit 5.00 Uhr heute morgen, das ist gesundheitsgefährdend“, schimpfte der Mainzer Kardiologe Thomas Münzel via Facebook: „unglaublicher Lärm über der Uniklinik, unfassbar……..“ Da trifft es sich gut, dass die Mainzer Initiative gegen Fluglärm just für diesen Donnerstag, den 17. November, zu einer Informationsveranstaltung einlädt. Themen: Lärmpausen, Ryanair und Ultrafeinstaub.

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Ununterbrochenes Dröhnen: Flugzeuge am Himmel über Mainz – Foto: gik

„Lärmobergrenze – Beruhigungspille für die Region?“, lautet der Titel der Veranstaltung, die um 19.30 Uhr im INNdependence Hotel in der Oberstadt startet. Die Lärmobergrenzen sind ein Lieblingsprojekt des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne), mit denen der Grüne den Lärm vom Frankfurter Flughafen deckeln will. Al-Wazir will eine Grenze einziehen, die nicht überschritten werden darf, das Problem: Der Wert liegt noch leicht über dem heute bereits real stattfindenden Lärm, leiser wird es deshalb nicht. Dennoch liegt in der Lärmobergrenze eine Chance: weil die Fluglinien eine Steigerung ihres Verkehrsaufkommens dann nur noch über leisere Flugzeuge erreichen können, könnte es langfristig dennoch leiser werden – alles dazu findet Ihr in diesem Mainz&-Artikel.

Besonders interessant an der Veranstaltung am Donnerstag: Vortragender ist Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst (DFLD). Der DFLD hat das Hessische Verkehrsministerium bei der Entwicklung der Obergrenzen beraten, seine 2015 entwickelten Fluglärmkarten bildeten die Grundlage für die Errechnung und die Kontrolle der neuen Lärmgrenze. Der DFLD ermittelt schon seit Jahren höchst genau Werte von Flugspuren und real existierendem Fluglärm, Mainz&-Leser kennen den Link zur Homepage www.dfld.de unter den Fluglärmtexten. ? Hier könnt Ihr nach Regionen sortiert beeindruckende Flugspurenkarten ansehen, und das sogar live, sowie die verschiedensten Mess- und Lärmwerte anzeigen lassen.

DFLD Vergleichskarte Fluglärm 2008 - 2012
DFLD Vergleichskarte Fluglärm 2008 – 2012

Weise, Vorsitzender, Gründer und Mastermind hinter dem DFLD, tat aber noch mehr: Im Auftrag der Zukunftsinitiative Rhein-Main (ZRM), dem Zusammenschluss Fluglärm-geplagter Kommunen, sammelte er fünf Jahre lang bis dahin streng geheime Daten, legte den Karten die realen Flugwege zugrunde und errechnete erstmals den Lärm ab 40 Dezibel statt bis dahin 55 Dezibel. Das Ergebnis: Präzise Lärmkarten, die erstmals den wahren Radius des Fluglärms aufzeigten. Von Bad Kreuznach im Westen bis Bad Orb im Osten, von Lorsch im Süden bis Usingen im Norden zeigen die neuen  Karten, dass die Belastung durch Fluglärm vom Frankfurter Flughafen viel, viel weiter reicht, als offizielle Karten das bislang zeigten. Und Weise verknüpfte die Flugdaten erstmals mit der Anzahl der darunter liegenden Einwohner – das ergab eine korrekte Anzahl der Fluglärm-Betroffenen.

Es dürfte also ausgesprochen spannend werden zu hören, was Weise live zu berichten hat. Aber auch die weiteren Themen sind von hoher Relevanz: Die neuen Ryanair-Verbindungen vom Frankfurter Flughafen sollen zur Sprache kommen, Kritiker befürchten wachsenden Lärm durch den Billigflieger. Auch das Thema Ultrafeinstaub durch Flugzeuge rund um den Flughafen soll Thema sein wie der Stand der Klageverfahren gegen den Planfeststellungbeschluss der Stadt Flörsheim, teilte die BI mit.

Info& auf Mainz&: „Lärmobergrenze – Beruhigungspille für die Region?“ – Informationsveranstaltung der Mainzer Initiative gegen Fluglärm am Donnerstag, 17.11.2016, um 19.30 Uhr im Hotel INNdependence in der Oberstadt in Mainz. Mehr zur Mainzer Initiative gegen Fluglärm findet Ihr hier im Internet. Und natürlich darf auch unter diesem Fluglärm-Artikel der Hinweis auf den Deutschen Fluglärmdienst unter www.dfld.de nicht fehlen. 😉

 

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GCV feiert 125 Jahre und entführt mit genialen Kammerspielen höchstnärrisch in Kneipe zum Xaver

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Hans-Peter Betz als blasierter Wissbadener Baron mit Kutscher Helmut Grimm - Foto: gik

Man kann ja eine Sitzung auch einfach mal in 4.11 Minuten machen. So richtig komplett mit Komittee, Protokoller, Ballett, Margittche, Guddi Gutenberg und natürlich den Hofsängern. Kann man nicht? Die Schnorreswackler können: Bei den Närrischen Kammerspielen des Gonsenheimer Carneval-Vereins (GCV) zauberte die junge Gesangstruppe eine Turbo-Sitzung auf die Bühne, dass das Zwerchfell Überstunden machen musste. Zum Start des 125. Jubiläumsjahrs legen die Gonsenheimer auf ihr ohnehin schon übliches Niveau noch mal einen drauf: In der Gründungskneipe Zum Xaver gab es großes närrisches Theater feinster Machart.

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Liebevolle Kulisse, neuer Präsident: Martin Krawietz wacht im Sessel über die Gründung seines GCV anno 1891 im Wirtshaus Zum Xaver – Foto: gik

Es war im Jahr 1892, als sich in einer Kneipe mitten im alten Gunsenum (Gonsenheim für Nicht-Meenzer) ein Lehrer, der reichste Bauer des Ortes, der Pfarrer und der Bäcker trafen. „Die Kneipe hatte einen Ofen, und der war warm – wer weiß, wie wir sonst geheißen hätten“, sagte der frisch gebackene Präsident Martin Krawietz zur Eröffnung. Im schicken Frack schwang Krawietz nun nicht mehr die Protokoller-Seiten, sondern dirigierte mit seiner Glocke vom Rande aus die Spielerschar auf der Bühne – ganz gemäß der neuen Rolle als Chef des Vereins. Und natürlich ehrte der zu Beginn erst einmal seinen Vorgänger. Horst Ernerth wurde für seine 17 Jahre währende Präsidentschaft flugs zum Ehrenpräsidenten ernannt. „Wir haben gar nicht anders können „, entschuldigte sich Krawietz.

Die Gonsenheimer zeichnen sich einfach dadurch aus, dass sie die Fastnacht zwar mit tiefstem närrischen Herzblut feiern, sich selbst dabei aber überhaupt nicht ernst nehmen. Und so strotzte die Anstatt-Komittee-Crew aus Sebastian Grom (Lehrer, für gewöhnlich Sitzungspräsident), Peter Büttner (Pfarrer), Rudi Hube (Bauer) und Thomas Becker (Bäcker) nur so von Frotzeleien über Gunsenumer, Bäcker („Mein Schwiegersohn, der Ditsch, der ist so faul, für den müsste man ’ne Maschine erfinden, wo der fertige Teig oben reinkommt und die fertige Brezel unten raus…“)  und Gunsenumer Becker („Der hat schon 11 Kinder, der will wohl ganz Gunsenum bevölkern…“).

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„Lehrer“ Sebastian Grom, „Pfarrer“ Peter Büttner, „Bauer“ Rudi Hube und „Bäcker“ Thomas Becker gründen den Verein – Foto: gik

Wunderbar dabei die Neuentdeckung Peter Büttner als „Parrer“ mit Riesen-Piffche (Riesen-Weinglas), der gegen Ende seinen Rausch so überzeugend spielte, dass Grom ihn völlig verdutzt fragte: „Spielst Du das noch, oder bist Du echt so voll?“ Was ist schon das vorbereitete Skript, wenn man in Gunsenum ist? Wenig ert, war die Antwort am Samstagabend: Ob die Technik streikte, die Schnurrbärte rutschten oder der Text einfach ausblieb – die Akteure auf der Bühne rissen mit spontaner Situationskomik („Die E-Mail mit dem Text von 1892 hat sich wohl verspätet“) alles raus, was da kam und die Zuschauer so erst recht zu Lachsalven hin.

Nein, es war keine übliche Sitzung mit Protokoller und Guddi Gutenberg – und das bekam den Kammerspielen ausgesprochen gut. Die Nachrichten Anno 1892 verkündete stilecht der Leierkastenmann, und Peter Beckhaus verkörperte wieder einmal mit viel leisem Feinsinn eine nostalgische Figur. Den Kurbelkasten mit Strippe, genannt Telefon, verkündete er als neueste Erfindung, ebenso die Rolltreppe und das Weckglas mit dem Gummiring. Nur eines, das war doch immer gleich in Mainz: Anno 1892 bauten sie die Gleise für die Ludwigsbahn durch Mainz, und „durch die Bauarbeiten liegt der Stadverkehr ganz lahm…“

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Ein Schauspieler, drei Souffleure – oder vielmehr: Vier Vollblutfastnachter! Michael Emrich (Muschel), Christian Schier (Koch), Martin Heininger (Schauspieler) und Benno Hellmold (Baum) – Foto: gik

Nun, in jener Schänke zum Xaver jedenfalls, da suchten die vier Herren nach einem neuen Zeitvertreib – ihr Sparverein war gerade jämmerlich am Durst gescheitert. „Was mit Zukunft! Was Modernes!“ will der Lehrer. „Ein Theater“, schlägt einer vor. „Mitten in der Stadt? Du bist doch nicht ganz dicht“, sagt der Becker. Der will aus der Bäckerblume vorlesen, der Lehrer will lieber Shakespeare – Auftritt der vier Souffleure. Und die demonstrieren, was man aus „Sein oder nicht…“ alles machen kann: Souffleur 1 war beim Zahnarzt und ist deshalb nicht zu verstehen („Dein oder nicht Dein!“), Souffleur 2 ist ein Baum, der mehr mit den Blättern raschelt, und Souffleur 3 ist Koch („Wein oder nicht Wein!“) – alles zusammen ergibt Kokolores und solch hochwertigen Klamauk, dass das Publikum nicht mehr weiter weiß vor Lachen.

Kein Wunder, stehen da doch Michael Emrich, Benno Hellmold, Christian Schier und Martin Heininger gemeinsam auf der Bühne, und die vier Urfastnachter sind als Team eine wahre Fastnachts-Gewalt. Ganz nebenbei wird noch die halbe abendländische Theaterkultur durch den Kakao gezogen – ganz großes Kino. Noch zwei Mal kommen die vier am Abend wieder – aber dazu später mehr.

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Spritziger Running Gag: Mario Vohmann hier als chinesischer Rose/Lose-Verkäufer – Foto: gik

„Nein, Theater geht nicht“, sagt Lehrer Grom nach dem wahrhaft närrischen Ausflug auf die Bretter Kopf schüttelnd, „Wir brauchen etwas ganz Neues, was der Vorort noch nie gesehen hat.“ – „E Eishäusche auf dem Juxplatz?“, fragt einer. Nein, der Lehrer weiß Rat: Da gibt es doch den MCV, den Mainzer Carneval-Verein, der macht so Sitzungen, „des ist lustisch, des mache mer aach!“ Sitzungspräsident will der Lehrer auch gleich werden. „Nix da“, bescheiden ihn seine Kollegen: Erstens sei er viel zu dünn, zweitens kein Messdiener (namens Andreas Schmitt, Anmerkung der Verfasserin) – „bevor du das wirst, wird erst bei uns eine Frau Reichskanzlerin, und ein Meerschweinchen amerikanischer Präsident!“ Die Geschichte hat das bekanntlich schon entschieden…

Die vier Herren begeben sich derweil auf die Suche nach Programmpunkten: „Wir brauchen politische Reden mit Witz und Schärfe“, sagt Grom, „Kokolores, Unsinn, Dummzeug.“ Witze brauche man, findet der Bäcker: „Gemüse-Witze, Kartoffel-Witze, Bo(h)ne-Witze…“ Bekanntlich hat auch diesen Wunsch die Geschichte weise erfüllt – mit Herbert Bonewitz brachte der GCV einen der größten Fastnachter aller Zeiten hervor.

Grom Senior, Erhard mit Vornamen, schreitet derweil ein, stänkert über die Idee mit dem Fastnachtsverein, grantelt, schimpft: „Heute gegründet, morgen bankrott“, prophezeit er, ein Vorortverein habe doch kein Niveau und dann noch in so einer alten Turnhalle, „da kommt doch keiner!“ Das alles verpackt der Grom wie immer in perfekte fastnachtliche Reimkultur – na, das ist doch der erste Vortrag! Wirt Xaver entpuppt sich danach als Gesangstalent: Uli Brüggen legt als Sänger eine geniale Nummer zwischen Stimmungslied und gerocktem Jazz hin und reißt den Saal zur Standing Ovation von den Sitzen – wo war der Mann die letzten Jahre nur?

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Grandiose Stimme, super Sound: „Wirt“ Uli Brüggen rockt den Saal – Foto: gik

Singen können auch die Fleischworschtathlete, gute Stimmung verbreiten auch – „einstimmig angenommen“, ruft der Lehrer begeistert. Das gilt natürlich auch für Ercan Demirel und die Brüder Andy und Matthias Bockius: Die Blues Brothers von Mainz besingen den ausgefallenen Rosenmontagszug, rappen die Halle und werden mit „Komm mit nach Meenz“ und ihrer Hymne „Das heeßt Meenzer“ gerade zu den neuen heimlichen Stars der Fastnacht. Und wie gut, dass den Hausfrauen für ihr Turnen gerade der Raum abhanden gekommen ist – so kommt der neue Fastnachtsverein auch zu seinem Ballett, in diesem Fall der Füsiliergarde.

Ein zweites Mal schwingen dann später die Mädels vom GCV-Ballett mit Dirndln, Lederhosen und einer heißen Techno-Nummer die Beine – auch in diesem Jahr steppt wieder Christoph Seib als Mann in der Mitte mit. Klasse! Seib hatte zuvor schon den „Zimmermann auf Wanderschaft“ gegeben. Der kalauert sich erst mal durch die italienischen Nudelsorten und dreht dann so richtig mit einem „Gouda-to si“-Lied samt Fortsetzung hin zum Schimmelkäse auf… zum Kugeln.

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Vier Alte und vier Junge auf der Parkbank – geniale Eulenspiegelei! – Foto: gik

So geht es rasant weiter durch Gesellschaft, Politik und Vereinsgeschichte im bunten Mix. Der Rosenverkäufer ist Chinese und verkauft deshalb Lose statt Rosen – oder Postkarten, wobei er auf einmal verteufelte Ähnlichkeiten mit einem gewissen Herrn Hitler hat. Mario Vohmann gibt einen herrlich verdreht-närrischen Running Gag, für den er völlig verdient vom Publikum gefeiert wird. Überhaupt schaffen es die Gonsenheimer wieder einmal, eine ganze Riege neuer Gesichter auf die Bühne zu zaubern – ein Haufen neuer Talente! Wie etwa Jens Ohler, Johannes Emrich, Andi Müller und Achim Hube (naja, nicht alle davon sind neu ;-)), die als junge Gegenstücke zum Quartett Emrich, Hellmold, Heininger und Schier agieren: In einer wahrhaft närrischen Eulen-Spiegelei mimen die Acht „Die 4 Alte und die 4 Junge“ auf der Parkbahn – was so aus den Leuten nach 125 Jahren wird…

Die sinnieren über den Brexit – und bekommen gleich eine Idee: „Da könnten dann doch auch die Kasteler abstimmen, dann wär’s ein Wixit“, sagt einer. „Nein, ein Kaxit“, sagt ein anderer. Nur bei einem ist man sich einig: „Mainzelbahn? Scheißdreck“, grantelt einer, „was will ich denn uff de Lerchenberg? Wenn ich ZDF gucke will, mach‘ ich den Fernseher an.“ Auch die Veganer kriegen ihr Fett weg, ebenso Mainz 05-Präsident Harald Strutz, der wegen seiner Jahresbezüge von 300.000 Euro einstecken muss: „Bei 05 haben sie noch einen ehrenamtlichen Helfer im Verein – den Präsidenten…“ – „Mer strutze net, mer hunn“, ergänzt ein Alter, für die Hochdeutschen unter Euch: „Wir prahlen nicht, wir haben…“

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Hans-Peter Betz als schnöseliger Wissbadener Baron mit Kutscher Helmut Grimm – Foto: gik

Apropos prahlen: Natürlich strandet in der Kneipe zum Xaver auch ein Wiesbadener – Hans-Peter Betz gibt mit großer Geste einen herrlich überkandidelten Wissbadener Baron. Köstlich! Der „Guddi Gutenberg“ genießt es sichtlich, mal in eine andere Rolle zu fallen und gibt natürlich eine wunderbare Zielscheibe für alle Bosheiten über die Nachbarn jenseits des Rheins ab. Vielleicht sollte man doch, sinniert der Herr Baron, eine Brücke von Schierstein über den Rhein bauen… „Gott bewahre“, sagt der Pfarrer: „Was Gott geschieden hat, soll der Mensch nicht verbinden!“

Nun ja, beruhigt der Baron: „Gut Brück‘ will Weile haben“, und man könne ja einfach mal von beiden Seiten anfangen zu bauen, dann entscheide sich in der Mitte schon, ob es zwei oder vier Spuren würden… Das Chaos um die Schiersteiner Brücke und die verkorksten Planungen auf Mainzer Seite waren natürlich gemeint. Im Xaver ist derweil das Amt für Vereinsgründungen aufmarschiert, und die Herren vom Amt sind höchst skeptisch: Carneval Verein, was soll das sein? „Ein Verein für die, die keiner woanders braucht“, mutmaßt einer der Herren, „das ist dann Brauchtumspflege…“ Thorsten Schäfer und Torsten Spengler (oder waren die „h“s anders verteilt? Sorry, die Herren!) legen zwei feine Amts-Herren hin.

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Elvis lebt! Zumindest beim GCV… Michael Emrich, Christian Schier, Martin Heininger und Benno Hellmold (v.l.n.r.) – Foto: gik

„Es läuft, die Sitzung ist fast komplett“, seufzt Lehrer Grom glücklich – und dann kommen doch noch die Elvis Brothers. Noch einmal legen Emrich, Hellmold, Heininger und Schier närrische Situationskomik pur aufs Parkett, kämpfen mit sich auflösenden Perücken und rocken mit Rucki Zucki nach Elvis-Manier den Saal. Für atemlose Gänsehaut aber sorgt eine ganz besondere Ballade: Wenn das Heile Gänsje „In the Ghetto“ erklingt, dann hält der Saal die Luft an, scheint die Welt einen Moment lang still zu stehen – ein Geniestreich von, natürlich, Christian Schier.

Am Ende ist der Wein geleert, der vielversprechende neue Carneval-Verein gegründet – nur der Name fehlt noch. Also wird erst einmal ein Foto der stolzen Runde gemacht, zu sehen sind darauf aber nur verwackelte Schnauzbärte… Die Geburt der Schnorreswackler! Und die legen gleich darauf ihre furiose Turbo-Sitzung in 4.11 Minuten aufs Parkett – die Fastnacht in Gunsenum ist geboren! Wir gratulieren und freuen uns schon mal auf die nächsten 125 Jahre. 😉

Info& auf Mainz&: Vorher wird natürlich erst einmal das 125. Jubiläum des Jahres 2017 gefeiert – der GCV tut das unter anderem mit einer großen Jubiläumssitzung am Samstag, den 3. Februar 2017 in der Mainzer Rheingoldhalle. Infos und Karten gibt’s hier im Internet.

Und hier noch unsere Fotogalerie – bitte schön:

 

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Mainz liest bunt – Vorlesetag mit Geschichten über Heimat in der ganzen Stadt

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Jetzt ist es so weit: Es wird wieder vorgelesen! Am Freitag, dem 18. November ist bundesweiter Vorlesetag, und Mainz wird als „Vorlesehauptstadt“ ihrem Titel wieder einmal alle Ehre machen: In der Heimatstadt Gutenbergs wird ja sowieso schon viel gelesen, geschmökert und vorgelesen. Am Freitag aber könnt Ihr dem Vergnügen schlicht nicht entkommen: In Dutzenden von Veranstaltungen, in Schulen, Läden, Kitas, Cafés, beim Juwelier, in der Kunsthandlung, im Schuhladen und beim Brezelbäcker – überall wird in Mainz am Freitag vorgelesen. Thema in Mainz sind dieses Jahr Geschichten aus der Heimat: „Mainz liest bunt“, lautet das Motto. Los geht’s schon heute Abend mit den ersten Vor-lesungen, die letzten finden am Sonntag statt – Mainz macht aus dem Vorlesetag ein ganzes Vorlese-Wochenende.

programm-vorlesetag-2016-mainz-liest-buntSeit 2004 findet der bundesweite Vorlesetag am dritten Freitag im November statt. Die gemeinsame Initiative der Zeitung Die Zeit, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung will ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens setzen, denn das hat rundum positive Auswirkungen auf Kinder und Erwachsene. Die Gutenberg-Stadt Mainz beteiligte sich natürlich von Anfang an – und darf sich seit 2014 sogar stolz „Öffentlichkeitswirksamste Vorlesehauptstadt“ nennen: Mainz gewann nämlich den Wettbewerb des Vorlesetags. Die Stadt habe „mehr als 130 zum Teil ausgefallene Vorlese-Aktionen“ organisiert und „das Vorlesen weit in die Stadt und die Öffentlichkeit getragen, zum Beispiel durch einen Vorlese-Flashmob in der Innenstadt oder öffentliche Lesungen im Kino und im Theater“, urteilte die Jury beeindruckt.

Lesungen im Weinhaus, Türkischen Zentrum, Dom, Türmerwohnung

Auch in diesem Jahr wird Mainz seinem Titel wieder alle Ehre machen, übergreifendes Thema ist „Mainz liest bunt – Geschichten über Heimat.“ Wer Mainz kennt weiß, das wird keine dumpfe Deutschtümelei: „Heimat, an diesem Begriff scheiden sich die Geister: Manche halten ihn für völlig überflüssig, andere legen ihn sehr weit aus, wieder anderen gibt er Halt“, sagt dazu Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD): „Wir möchten mit diesem Thema zum Dialog und zu Diskussionen anregen. Denn wenn wir von ,Heimat‘ sprechen, hat das immer etwas mit Menschen zu tun – auf ganz unterschiedliche Art und Weise.“

Und so geht es am Vorlesetag um Literatur über neue Heimaten, humoristische Texte über typische Merkmale eines jeweiligen Landstrichs aber eben auch um Heimatverlust und Flucht. Da drehen sich Lesungen im Weinhaus Michel um Mundart und im Türkischen Kulturzentrum um die Frage „Heimat – woher Du kommst“, im Landesmuseum werden Krimis aus Rheinhessen gelesen, und in der Kunsthalle Mainz gibt es unter dem Titel „Herr Mroué, was ist Heimat?“ eine performative Lesung eigener Texte von Schülern des Otto-Schott-Gymnasiums zur Ausstellung „Between Two Battles“ des libanesischen Künstlers Rabih Mroué.

Das aber ist wahrlich nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Programms: Anne Seghers, Krimis der Drei ???, Comic-Lesungen oder Romeo und Julia in Gonsenheim und Finthen – die Bandbreite ist groß. Gelesen wird in der Türmerwohnung von St. Stephan, auf dem Eventschiff Cassian Carl, in der Staatskanzlei, den Ortsverwaltungen, dem Dom, der Synagoge, im Stadtwerke-Hochhaus und im Obsthof Appel Happel – unglaublich. Und natürlich sind auch wieder Politiker aller Couleur dabei, Minister, Ex-OBs und viele, viele Autoren. Chansonnette Ulrike Neradt liest in der Opel-Arena für die 05-er Classics.

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Vorlesetag 2016 mit Postkartenaktion „Heimat ist“ auch am Mainzer Dom – Foto: Stadt Mainz

Postkarten-Installation „Heimat ist…“ mit zwei Führungen dazu

Flankierend dazu gibt es in den Geschäften in der Innenstadt die Installation „Heimat ist …“: An Fotoleinen baumeln hier Postkarten und Bierdeckel, auf denen viele Mainzer sowie Besucher der Stadt in den vergangenen Wochen ihre Gedanken und Ideen zum Thema Heimat festgehalten haben. Die farbenfrohen Installationen – etwa mit Zeichnungen und Malereien von Schülern der Leibnizschule und der Eisgrubschule – laden dazu ein, stehen zu bleiben, vorzulesen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Und natürlich könnt Ihr auch selbst eine der ausliegenden Postkarten nehmen und ergänzen, was Euch zu dem Satz einfällt: „Heimat ist…“

Zu ausgewählten Orten der Installation gibt es am 18. November zwei Rundgänge: Um 11.00 Uhr lesen Bürgermeister Günter Beck (Grüne) und Schauspieler Armin Dillenberger Texte über Heimat, unter anderem von Herbert Bonewitz und Joke van Leeuwen. Die beiden lesen auch die Gedanken der Mainzer zum Heimatbegriff vor – und greifen diese szenisch auf. Das dürfte ein besonderes Erlebnis werden…. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr im Rathaus, Anmeldung für Oberstufenschüler und/oder Erwachsene unter mainz.online@stadt.mainz.de.

Um 14.30 Uhr startet ein zweiter Rundgang, Ausgangspunkt ist Musik Alexander in der Bahnhofstraße 9.  Schüler des Oberstufenkurses Darstellendes Spiel des Gymnasiums Mainz-Oberstadt haben sich im Unterricht mit dem Thema Heimat beschäftigt und nehmen die  Teilnehmer mit auf eine szenische und spielerische Reise – von Musik Alexander über die Öffentliche Bücherei – Anna Seghers bis ins Nelly’s. Zielgruppe dieses Rundgangs sind vor allem Kinder zwischen 6 und 13 Jahren, Anmeldung ist auch hier noch an mainz.online@stadt.mainz.de möglich.

Mainz, 25.04.2015, Portraits des Mainzer Oberbürgermeisters Michael Ebling , Foto: Alexander Heimann /Vollformat Fotografie Dziemballa Heimann UG, Schäfergasse 5, 65428 Rüsselsheim, Fon 0177-5626350, Bankverbindung Kreissparkasse Gross Gerau BLZ. 50852553 , KTO. 16003352. Alle Honorare zzgl. 7% MwSt. Steuer NR: 02137830174
Oberbürgermeister Michael Ebling mit Dom, dem Inbegriff von Heimat für Mainzer – Foto: Alexander Heimann

Auftakt mit Ebling und Sektprobe am Donnerstagabend im Cuvée

Den Auftakt zum Vorlesetag macht OB Ebling persönlich am Donnerstagabend: Um 18.00 Uhr wird im Cuvée das verlängerte Vorlesewochenende in Mainz eröffnet, Ebling liest dabei Passagen aus der Reportage „Im gelobten Land“ aus Henning Sußebachs „Die große Welt gleich nebenan. Expeditionen in den deutschen Alltag“. Dazu gibt es passend zum Thema „Heimat“ eine Sektprobe mit den Erfindern des Winzersekts aus Rheinhessen: Die Erzeugergemeinschaft Winzersekt aus Sprendlingen hat drei edle Winzersekte zur Verkostung im Gepäck, einen Chardonnay extra trocken, einen Spätburgunder Weißherbst halbtrocken und natürlich den Jubiläumssekt 200 Jahre Rheinhessen, den Riesling 1816, brut. Preis für die 3er-Sektprobe: 7,50 Euro, um telefonische Anmeldung unter 06131 und dann 2401007 wird gebeten.

Nach dem offiziellen Vorlesetag am Freitag hört Mainz aber noch lange nicht auf: Am Samstag, dem 19. November, und am Sonntag, dem 20. November, gibt es auf der Mainzer Büchermesse im Rathaus ein großes Vorlese-Programm für Groß und Klein von 11.00 bis 18.00 Uhr. Am Samstag, dem 19. November, gibt es außerdem um 14.00 Uhr eine Führung zum Thema „Anna Seghers, ein Mainzer Mädchen“, die durch Kindheit und Jugend in Mainz einer der bedeutendsten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts führt. Dabei gibt es Textlesungen aus dem „7. Kreuz“ und dem „Ausflug der toten Mädchen“, Treffpunkt Dominformation.

Info& auf Mainz&: Bundesweiter Vorlesetag am Freitag, dem 18. November 2016, in Mainz unter dem Motto „Mainz liest bunt – Geschichten aus der Heimat“. Alle Infos und wirklich das komplette Programm findet Ihr hier im Internet.

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