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Jahresarchive: 2016

Cinelady am 30.11. mit „Sing“, der tierischen Castingshow und dem Mainzer Weihnachtsmarkt

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Castingshows sind in, die Gesangsshow „Voice of Germany“ gerade wieder super hip – da kommt dieser Film gerade Recht: Bei „Sing“ rockt sich eine ganze Schar Tiere durch mehr als 60 Popsongs! „Sing“ ist aber nicht einfach ein Showcasting-Abklatsch, sondern ein liebevoll gemachtes Tier-Musical, das sich um Träume, Hoffnungen und die ganz große Chance auf Veränderung im Leben dreht. Und weil natürlich dies die Jahreszeit der romantischen Träume ist, hat Mainz& nichts weniger als den Mainzer Weihnachtsmarkt zu Gast: Die Mainzer Schausteller laden Euch zum Bummel auf dem Weihnachtsmarkt mit tollen Preisen ein! Alles nur bei der CineLady im Mainzer Cinestar-Kino an diesem Mittwoch, 30. November, ab 19.15 Uhr.

plakat-cinelady-30-11-16-singKoala Buster Moon hat ein Problem: Sein früher so schillerndes Theater will einfach nicht laufen. Doch Schlitzohr Buster gibt einfach nicht auf – und veranstaltet kurzerhand gemeinsam mit seinem Freunde, dem Schwarzen Schaf, die tierischste Casting-Show, die die Welt je gesehen hat.Bei der Ausschreibung verhaut sich der gute Buster mal eben – und lobt statt 1.000 Dollar glatt 100.000 Prämie aus. Das Interesse ist natürlich riesig, auch von den Medien, und so treffen sich auf der Bühne allerlei skurrile Gestalten, aber eben auch ein paar fantastische Supertalente: Da ist die Maus, die zuckersüß singt, es aber faustdick hinter den Ohren hat oder das schüchterne Elefanten-Mädchen, dem auf der Bühne die Knie schlottern.

Und da ist Rosita, gestresste Mutter von 25 (!) kleinen Ferkeln, die ihren Haushalt perfekt schmeißt und nebenher noch im Supermarkt eine fetzige Popnummer auf den Floor legt. Da ist ferner der junge Gangster-Gorilla, der die kriminellen Machenschaften seiner Familie hinter sich lassen will, und das Punk-Rock-Stachelschwein, das es nicht länger mit seinem fiesen Freund aushält. Sie alle betreten die Bühne von Busters Theater mit dem gleichen Ziel: zu gewinnen und damit ihr Leben zu verändern. Und natürlich kommt dabei eine ganze Latte Hits zu Ohren, von den 1940er Jahren bis heute, ein echter Musicalfilm eben.

Die animierten Tiere sind dabei liebevoll gezeichnete Charaktere – der Film stammt aus der Schmiede von Illumination Entertainment, die schon die „Minions“ und „Pets“ auf die Leinwand brachten. Für Drehbuch und Regie der animierten Casting-Show zeichnet Garth Jennings („Der Sohn von Rambow“, „Per Anhalter durch die Galaxis“) verantwortlich. Im Original leihen den tierischen Stars zudem zahlreiche menschliche Stars wie Reese Whitherspoon (Sau Rosita),  Scarlett Johansson (Emo-Stachelschwein Ash) oder Matthew McConaughey (Koala Buster Moon) die Stimme.

Sehen könnt Ihr die furiose Show als exklusive Vorpremiere an diesem Mittwoch bei der Cinelady schon vor dem offiziellen Kinostart. Dazu lädt das Cinestar-Kino auf ein Glas Prosecco und eine Zeitschrift Maxi ein. Mainz& aber präsentiert Euch die wunderbare Welt des Mainzer Weihnachtsmarkts: Zu Füßen des Mainzer Doms bieten Euch noch bis zum 23. Dezember rund 98 Buden allerlei Leckeres und Schönes für die Weihnachtszeit. Der Mainzer Weihnachtsmarkt gehört zu den zehn schönsten der Republik, alle Infos dazu findet Ihr hier bei Mainz&.

Info& auf Mainz&: CineLady im Mainzer Cinestar-Kino am Mittwoch, 30. November 2016, mit dem Preview von „Sing“, der tierischen Castingshow. Los geht’s um 19.45 Uhr, vorher warten im Foyer ein Glas Prosecco, eine Maxi und Mainz& mit den Schaustellern vom Mainzer Weihnachtsmarkt auf Euch! Infos zum Film und Karten hier im Internet, CineStarCARD-Mitglieder sparen 1,- Euro Eintritt.

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Landesweite Schweigeminute für Syrien und Mainz im Lichtermeer zum Gedenken an tote Flüchtlinge

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Der bittere Krieg in Syrien lässt einen richtiggehend sprachlos und vor allem hilflos zurück, die Krisenherde im Nahen Osten, aber auch in Afrika, treiben die Menschen weiter zur Flucht übers Mittelmeer – nein, 2016 war kein gutes Jahr für Frieden und positive Zukunft. Nun gibt es am Mittwoch gleich zweimal Gelegenheit zum Gedenken an die Opfer dieser Katastrophen: Kirchen, Politik und Organisationen rufen für 15.00 Uhr zu einer landesweiten Schweigeminute für die Opfer des Syrienkrieges auf. Und um 19.00 Uhr startet am Gutenbergplatz der Schweigemarsch „Mainz im Lichtermeer“. Die Initiative „Fallschirm Mensch“ ruft wie schon 2015 zum Gedenken an die Flüchtlinge auf, die im Krieg oder auf der Flucht ihr Leben ließen.

Start zum Schweigemarsch mit Fallschirm Mensch kleiner
Start zum Schweigemarsch „Mainz im Lichtermeer“ 2015 mit Fallschirm Mensch – Foto: gik

„Wir sind empört und verzweifelt über die abscheuliche Gewalt und das grenzenlose Leid, das den Menschen in Syrien widerfährt“, heißt es in einem Aufruf, den unter anderem der Landkreistag Rheinland-Pfalz verbreitet. Immer entsetzlichere Bilder, immer drängendere Appelle, „mit jedem weiteren Tag steigt die Verzweiflung darüber, dass es auch fünf Jahre nach Beginn des Krieges nicht gelungen ist, das Sterben zu beenden.“ Hunderttausende seien gefallen, Millionen Menschen auf der Flucht. „Die Bilder sind eine verstörende Mahnung, dass Frieden und Sicherheit für viele Menschen auf dieser Erde noch immer ein unerfüllter Traum sind“, heißt es weiter. Und der Krieg in Syrien sei dabei nur ein schreckliches Symbol für kriegerische Auseinandersetzungen weltweit.

„Wir sind wie so viele ratlos, wie es weitergehen soll, uns bedrängt die Frage: Wie soll dieser Krieg bloß enden“, schreiben die Initiatoren. Man dränge zwar weiter „mit aller Entschlossenheit darauf, dass dieser Krieg auf diplomatischem Weg beendet wird, aber auch wir haben keine Antwort auf die quälende Frage nach den richtigen Schritten, um dorthin zu gelangen. Auch wir haben keine Lösung für den Konflikt.“

Und so rufen die Initiatoren dazu auf, an diesem Mittwoch (30.11.)  in einer landesweiten Schweigeminute um 15.00 Uhr Solidarität mit den Opfern gerade auch in Syrien zu zeigen. Die Initiatoren, das ist ein Bündnis aus Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbänden, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Man habe sich „zusammengefunden, um ein stilles Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität“ zu setzen.

Schweigendes Gedenken im Schatten des Doms beim Schweigemarsch
Schweigendes Gedenken im Schatten des Doms beim Schweigemarsch 2015 – Foto: gik

In Mainz findet die offizielle Gedenkminute an der St. Christophskirche statt, jener Kirche in der Nähe des Flachsmarkts, die als Mahnmal für die Schrecken von Krieg und Zerstörung bewusst als Teilruine erhalten wurde. Um 15.00 Uhr wird hier unter anderem Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zur Schweigeminute erscheinen.

Am Abend zum zweiten mal Schweigemarsch „Mainz im Lichtermeer“

Für den Abend dann ruft die Initiative „Fallschirm Mensch“ zum zweiten mal zu einem Schweigemarsch für getötete Flüchtlinge und Kriegsopfer auf. Der Schweigemarsch solle ein stilles Gedenken an Flucht- und Kriegstote sein, „ein ruhiger und respektvoller Gang durch die Mainzer Innenstadt“, schreibt die Initiative: „In bedächtiger Stille und ausgestattet mit Kerzen wollen wir zeigen, dass die Schicksale nicht vergessen sind und werden.“ Man bitte daher darum, auf Sprechchöre zu verzichten und sich mit einer Lichtquelle auszustatten. „Da 2016 mehr Menschen auf der Flucht gestorben sind als in den Jahren zuvor, wäre es ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen“, heißt es weiter.

Rund 800 Menschen setzten vergangenes Jahr beim ersten Schweigemarsch „Mainz im Lichtermeer“ spontan ein Zeichen gegen Hass und Gewalt, gegen Terror und Tod – und für Humanismus, Gewaltfreiheit und Frieden. Vor dem Staatstheater fand zunächst ein leises Gedenken an die Tausenden Flüchtlinge statt, die auf dem Weg in ein besseres Leben – oder in überhaupt ein Leben – ihr Leben gelassen hatten, zumeist auf dem Meer. Auch in diesem Jahr sind wieder Tausende bei dem Versuch gestorben, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren.

plakat-mainz-im-lichtermeer-2016-kleiner„Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“, zitierte Roman Weber von Amnesty International den Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und betonte: „Für diese Werte müssen wir heute lautstark eintreten.“ Danach zog ein sehr leiser und nachdenklicher Marsch durch die Mainzer Innenstadt, so soll das auch dieses Jahr wieder sein.

Dem Aufruf von Fallschirm Mensch haben sich beide christliche Kirchen, Deutscher Gewerkschaftsbund sowie eine Reihe von Initiativen angeschlossen, dazu alle Parteien in Mainz – außer der CDU. Auf der Facebook-Seite von Fallschirm Mensch haben bereits 4.000 Menschen ihr Interesse bekundet, wieviele am Ende wirklich kommen, ist unklar. Mainz aber setzt an diesem Tag gleich zweimal ein Zeichen der Solidarität und des Gedenkens.

Info& auf Mainz&: Mittwoch, 30. November 2016, 15.00 Uhr, landesweite Schweigeminute für die Opfer des Syrienkrieges. Ort: Vorplatz der Kirche St. Christoph, Nähe Flachsmarktstraße. Ebenfalls Mittwoch, 30. November 2016, 19.00 Uhr, Schweigemarsch „Mainz im Lichtermeer“ zum Gedenken für die Opfer von Krieg und Flucht, Start ist auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater. Mehr zur Initiative Fallschirm Mensch findet Ihr hier im Internet.

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Craft Beer Messe am Wochenende: India Pale Ale, Bier mit Gurken und Schwarzwälder Kirschtorte als Bier

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Habt Ihr schon mal Schwarzwälder Kirschtorte als Bier getrunken? Nein? Dann ist das jetzt Eure Gelegenheit: Auf der 2. Mainzer Craft Beer Messe gibt es diesen Freitag und Samstag allerlei spannende Biere zu verkosten. 49 kleine Craft Beer Brauer präsentieren sich in der Halle 45 in Mombach, der alten Phoenixhalle, rund 300 verschiedene Biere gibt es dabei zu verkosten – das ist die größte Craft Beer Messe im Rhein-Main-Gebiet. Zu erleben sind Craft Beer Brauer aus ganz Deutschland, Österreich, Belgien und sogar aus Kanada, dazu gibt es Showbrauen und viele Informationen rund ums eigene Hobby-Bierbrauen.

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Probieren, schmecken, entdecken – auf der 2. Mainzer Craft Beer Messe am Wochenende in Mainz – Foto: Ram Regio

„Wie beim Wein auch geht es um das Thema Genuss und Lebensfreude“, sagt Messe-Macher Sebastian Kreuser, „das ist Genusstrinken, kein Besauf-Thema.“ Wie bei einer Weinmesse können die Besucher probieren, testen und unterschiedliche Biere kennenlernen. „Es geht auch darum, sich mal auf was Neues einzulassen“, sagt Kreuser, die unendliche Vielfalt der individuell gebrauten Biere zu entdecken. Craft Beer, das ist mit Herzblut gebrautes Bier jenseits des Mainstreams, hergestellt meist von kleineren Brauereien und mit durchaus individuellen Zutaten.

„Da gibt es etwa ein Bier, bei dem werden Gurken mit vergoren“, berichtet Kreuser, die Manufaktur Steamworks aus Kanada habe das im Gepäck. „Das erinnert im Geschmack ein bisschen an Gin Tonic, ist aber ein Bier ähnlich wie ein Pils“, erzählt er. Craft Beer heiße aber nicht, dass die Macher wild Zutaten zusammenrührten, rund 90 Prozent der Brauer hielten sich sehr wohl an das deutsche Reinheitsgebot für Bier. Doch die Zutaten Hopfen, Malz und Wasser würden beim Craft Beer eben oft kreativer gemischt als bei den großen Industriebieren, heraus kommen spannende Kreationen mit einer neuen Geschmacksvielfalt.

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Frischer Hopfen zur Ansicht auf der Craft Beer Messe – es gibt auch Tipps zum eigenen Bierbrauen – Foto: Ram Regio

So lassen manche Bierbrauer ihre Kreationen in Holzfässern reifen und verwenden dafür gerne alte Bourbon- oder Whiskey-Fässer. So entsteht auch das Schwarzwälder Kirschtorte-Bier der Firma Schoppe Bräu aus Berlin: Das werde mit Kirschen vergoren und im Holzfass gereift, erzählt Kreuser, so entstehe ein intensives, dunkles Bier mit einzigartigem Geschmack. Im Trend ist momentan zudem das sogenannte Gosenbier: Sauerbiere, die mit Salz und Koreander vergoren werden, eine Jahrhunderte alte Tradition aus der Region von Goslar. „Das hat einen leicht säuerlichen Ton und ist ein wirklich erfrischendes Getränk, gerade im Sommer sind das super Biere“, sagt Kreuser. Auf der Craft Beer Messe ist damit etwa die Welde Braumanufaktur aus Plankstadt vertreten.

Aber natürlich sind auch rheinhessische Brauer in der Halle 45 mit von der Partie: Da ist natürlich das Neustadtbier Eulchen, aber auch das Rheinhessen-Bräu und Kühn Kunz Rosen, aber auch das Brauwerk aus Bad Kreuznach und das Alzeyer Volker-Bräu. Zu kosten sind zudem Biere aus Freiburg, Bonn, Fulda und München, aus Frankfurt kommen BrauStil und der Platzhirsch Braufaktum, aus Wiesbaden die Wiesbadener Braumanufaktur. Vertreten ist zudem die Hochschule Geisenheim, sonst ja eher als Wein-Universität bekannt. Doch die Geisenheimer haben auch einen Studiengang Getränketechnologie, und dort widmet man sich auch dem Bierbrauen.

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Rund 300 verschiedene Biere gibt es auf der Craft Beer Messe zu probieren – dann mal Prost! – Foto: Ram Regio

So veranstaltet die Hochschule Geisenheim auf der Craft Beer Messe ein Showbrauen in einer Brauanlage, die auf einem Fahrrad montiert ist. Experte Arne Sperl berichtete zudem Freitag und Samstag jeweils um 18.00 Uhr in einem Vortrag über die „Entstehung eines Bieres für die Craft Beer Messe“ und verrät dabei Tipps  für Hobbybrauer in Sachen eigenes Bier. Überhaupt sind Hobby-Bierbrauer auf der Craft Beer Messe gut aufgehoben: In täglich vier Vorträgen geht es um Hobbybrauen für Fortgeschrittene, Tricks beim Brauen und einen Einblick in Ursprung und Entwicklung der neuen deutschen Bierkultur.

Und natürlich gibt es auch wieder den großen Brauwettbewerb für Hobby-Bierbrauer: Jeder Hobbybrauer kann dabei mit einem Eigengebräu teilnehmen, in diesem Jahr dreht sich der Wettbewerb um das Thema Pale Ale Plus. Laut Ausschreibungskriterien muss das Grundrezept „den gängigen Stilbeschreibungen eines Pale Ales entsprechen“, darf aber eine weitere, nicht reinheitsgebotskonforme Zutat enthalten – etwa eine Frucht, ein Kraut oder ein Gewürz –  die während des Brauvorgangs zum Bier hinzugegeben wird. Für den Wettbewerb musste man sich allerdings bis zum 4. November anmelden, eine Jury bewertet dann die eingereichten Erzeugnisse.

19 Hobbybrauer machten vergangenes Jahr mit, der Sieger überzeugte die Jury so sehr, dass das Siegerbier nun offizielles Messe-Bier in diesem Jahr ist: Ein Black India Pale Ale, „ein dunkles, richtig herbes Bier mit viel Hopfen“, berichtet Kreuser. Das Bier habe „ein schönes Röstaroma, weil Keith mit viel dunklem Malz gearbeitet hat“, es sei fruchtig, aber dennoch herb und kräftig im Geschmack. „Das ist wirklich etwas besonderes“, schwärmt Kreuser.

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Mit Probierglas und Katalog geht’s über die Messe – Foto: Ram Regio

Verkosten kann man das am Freitag und Samstag vor Ort – und auch  mitnehmen: Am Messestand nämlich kann man die Biere gleich für zuhause käuflich erwerben. Und wer sie nicht mitnehmen kann oder will, deponiert sie einfach im Messe-eigenen Abhollager. Das ist bis Sonntagmittag besetzt, so kann man die Biere entspannt am nächsten Tag noch mit dem Auto abholen.  Für den Messe-Besuch selbst empfehlen die Orgnisatoren nämlich die An- und vor allem die Abreise mit Busse und Bahnen – in der Eintrittskarte ist der Fahrpreis im Gebiet 65 im RMV (Mainz-Wiesbaden) sowie im RNN-Verbund enthalten.

Info& auf Mainz&: 2. Mainzer Craft Beer Messe vom 25. bis 26. November 2016 jeweils von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Ort: Nach der Lokhalle im vergangenen Jahr ist die Messe nun in die Halle 45 nach Mainz-Mombach umgezogen, mehr dazu hier bei Mainz&. Der Eintritt kostet 10,- Euro, ein Ticket für beide Tage 17,- Euro. Vor Ort ersteht man dann für ein Pfand von 5,- Euro das Messe-Probierglas und kauft für je 50 Cent Bier-Coins. Damit werden dann die 0,1-Liter-Probiereinheiten an jedem Stand erworben, eine Probiereinheit kostet so im Schnitt zwischen 1,- Euro und 1,50 Euro. Spezialitäten können auch mal teurer sein. Alle Infos zur Messe auch noch mal unter www.craftbeermesse.de.

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Herbert Bonewitz: „Kuckuckseier der Heiterkeit“ im Unterhaus – Neues Buch „Spaß muss sein“

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Herbert Bonewitz bei einer Buchvorstellung. - Foto: Bonewitz

Er ist eine Legende in Mainz: Einst las er als Fastnachtsstar „Prinz Bibi“ Politik und Gesellschaft die Leviten, seit 1975 nennt er sich Profi-Kabarettist – die Rede ist natürlich von Herbert Bonewitz. Nun hat der liebevoll-spitzzüngige Beobachter seiner Umgebung ein neues Buch vorgelegt: „Spaß muss sein. Die bonewitzige Hausapotheke“ heißt das neue Werk, am 1. Dezember stellt der 83 Jahre junge Altmeister das Werk persönlich im Foyer des Mainzer Unterhauses vor. Der Inhalt: eine „kunterbunte Sammlung“ von heiteren Glossen, spaßigen Kommentaren, komischen Erzählungen und ulkigen Gedichten. Die „Lesung“ ist natürlich bereits ausverkauft, es gebe aber noch Restkarten an der Abendkasse, wurde uns mitgeteilt.

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Herbert Bonewitz mit seinem neunten Buch: „Spaß muss sein. Die bonewitzige Hausapotheke“ – Foto: Bonewitz Verlag

Verzichten werde Bonewitz in seinem unterhaus-Programm dieses Mal bewusst auf gesellschaftskritische Attacken und auf aktuelle Polit-Schelte, heißt es in der Ankündigung weiter – schade eigentlich… Aber der Kabarettist wolle, dass sich „die Menschen mal erholen können von all den täglichen Katastrophenmeldungen und Krisenproblemen.“ So soll es stattdessen „Erheiterndes mit Niveau“ geben, als Gegengift zu den beängstigenden Zeiten und der „humorlosen ‚Ellbogen-Gesellschaft‘, die doch täglich mehr und mehr den direkten Weg vollzieht von der Barbarei in die Dekadenz – unter Umgehung der Zivilisation.“

Bonewitz setzt gegen Depression und miese Stimmung – ganz in der Tradition des Narren – bonewitzige Texte und hintergründige Spitzen. Auf 144 Seiten präsentiert er unter anderem „medizynische“ Erkenntnisse, ungewöhnliche Lebenshilfen, gereimte Ungereimtheiten und kuriose Alltäglichkeiten. Bonewitz habe Zeit seines Lebens „Kukuckseier der Heiterkeit“ in viele Nester gelegt, meint dazu Vorwort-Laudator Christian Vahl, das neue Buch sei „wieder so ein Kukucksei: nicht bestimmt für unser Bücherregal, sondern als Hausapotheke für unser Leben.“

Lachen ist die beste Medizin, sagt eine uralte Volksweisheit, häufiges Lachen wirkt nach Meinung von medizinischen Experten äußerst positiv auf Körper, Geist und Seele. Und so wurde Herbert Bonewitz tatsächlich vor einigen Jahren vom Leiter der Herz-Thorax-Chirurgie an der Universitätsmedizin Mainz zum „Dr. humoris causa“ ernannt – von eben jenem Professor Christian Vahl. Die „Lesung“ kommende Woche bietet eine gute Gelegenheit, Bonewitz mal wieder live zu erleben – wer ihn kennt weiß, dass seine „Lesungen“ eher „Spielungen“ sind…

Info& auf Mainz&: Donnerstag, 1. Dezember 2016, 19.00 Uhr, Herbert Bonewitz mit „Spaß muss sein“ im Foyer des Mainzer Unterhauses. Die „Lesung“ ist bereits ausverkauft, es soll aber noch Restkarten an der Abendkasse geben. Das neunte Buch von Herbert Bonewitz „Spaß muss sein. Die bonewitzige Hausapotheke“ ist bei Agentur & Verlag Bonewitz in Bodenheim erschienen und kostet 19,90 Euro. Erhältlich im Buchhandel oder im online-Shop unter www.bonewitz.de.

 

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Streit um neue Parkgebühren: FDP kritisiert Regelung ab drei Stunden – Stadt will nichts ändern

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Seit dem 1. Oktober 2015 gelten in Mainz neue Parkgebühren, für die Kunden in den Parkhäusern hatte das ungeahnte Folgen: Denn während die Stadt Mainz steif und fest behauptet, Parken sei jetzt in den Parkhäusern günstiger geworden, erlitt am Parkautomat so mancher Kunde einen gewaltigen Schock. Der Grund: Ab der dritten Stunde ist das Parken in Mainzer Parkhäusern jetzt so richtig teuer. 2,10 Euro muss man pro Stunde berappen und abgerechnet wird auch bloß pro Stunde. Ergebnis: zwei Stunden und eine Minute kosten auf einmal satte 6 (!) Euro. Das kritisierte nun die FDP und forderte im Stadtrat Änderungen – vergeblich: Für die „wenigen Kunden“, die das betreffe, sei eine Änderung „zu aufwändig und zu kostenintensiv.“

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Das Parkhaus City Port am Mainzer Hauptbahnhof von oben – Foto: gik

Die Neuregelung schlägt vor allem bei den Kunden zu, die gerade eben über die Grenze von zwei Stunden hinaus parken. Für die erste Stunde nämlich werden gerade 1,80 Euro fällig, für die zweite Stunde 2,10 Euro. Die ersten beiden Stunden aber werden im Halbstundentakt abgerechnet – nicht so danach: Ab der 3. Stunde werden satte 2,10 Euro fällig, und zwar pro Stunde. Doch zwei Stunden, das ist im Einkaufstrubel schnell erreicht, wer nur knapp darüber gerät, wird feste zur Kasse gebeten. Und auch wer auf einer Veranstaltung war und danach zum Automaten schlendert, kann ein böses Erwachen erleben – ist uns selbst mehrfach passiert.

Die städtische Parken in Mainz GmbH (PMG) hatte zum 1. Oktober 2015 die Parktarife mit dem Ziel geändert Parken auf der Straße teurer zu machen, um die Besucher direkt zur Fahrt ins Parkhaus zu bewegen. Doch zu funktionieren scheint das nicht – seither häufen sich bei uns und in anderen Medien die Klagen über horrende Parkgebühren. Die Stadt argumentiert hingegen, Ziel sei gewesen, „einen Tarif zu finden, der eine längere Verweildauer begünstigt.“ Damit wolle man den Interessen des Einkaufs- und Dienstleistungsstandortes Mainz entgegenkommen. Die Kunden könnten nun „zeitlich entspannt einkaufen, zum Arzt gehen und alle weiteren Erledigungen tätigen“ – schließlich zahle man ab der 5. Stunde maximal 10,- Euro als Tagestarif.

Aber ist das realistisch? Die Erfahrung zeigt doch: Fünf Stunden braucht zur Erledigung eher keiner, wer nur eine halbe Stunde parken will, sucht weiter eher auf der Straße die schnelle Parkmöglichkeit. Damit sorgt gerade der Tarif ab der 3. Stunde für eine erhebliche Tarifanhebung – ob das im Sinne der Einkaufsstadt Mainz ist, darf bezweifelt werden.

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Parken im Parkhaus Rathaus: besonders lukrativ für die Stadt – Foto: gik

Die FDP im Mainzer Stadtrat, immerhin Mitglied der regierende Ampel-Koalition, kritisierte nun die aus ihrer Sicht „überhöhten Parkgebühren“ und forderte Stadt und PMG auf, eine Lösung für die Gebühren ab der dritten Stunde zu finden. „Viele Kunden, die zum Einkaufen in die Stadt kommen, haben für die sechs Euro für knapp über zwei Stunden Parkzeit zu Recht kein Verständnis“, sagte FDP-Fraktionschef Walter Koppius.

Die Antwort der Stadtverwaltung: Es gebe „bislang nur sehr wenige Beschwerden dazu“, trotzdem habe man das Problem diskutiert. „Eine individuelle Lösung ist für die wenigen Kunden, die es betrifft, jedoch zu aufwändig und zu kostenintensiv“, lautete das Ergebnis der Diskussion. Den Stundentarif von 2,10 Euro einfach in zwei Mal 1,05 Euro zu teilen funktioniere nicht, da die Automaten keine Fünf-Cent-Münzen akzeptierten.

Mainz&-Kommentar: Abzocke mit peinlicher Begründung zum Schaden der Einkaufsstadt Mainz

Kommentar& auf Mainz&: Was für eine alberne Begründung: Weil die Automaten keine Fünf-Cent-Münzen akzeptieren, kann die Stadt den Stundentarif von 2,10 nicht ändern? Klar doch – und wieso geht das dann bitteschön in den ersten beiden Stunden? Die Stadt muss sich wirklich nicht wundern, wenn die Kunden der Mainzer Innenstadt entnervt den Rücken kehren. 6,- Euro Parkgebühren ab 2,01 Stunden, das ist einfach nur frech. Gefühlt kostet damit Parken in Mainz schnell mal 3,- Euro pro Stunde – wer auch nur knapp über die zwei Stunden gerät, wird zur Kasse gebeten.

Wie will die Stadt damit denn Einkaufen in Mainz attraktiv machen? Seit Wochen, nein Monaten diskutiert Mainz nun über die Attraktivität der Mainzer Innenstadt in Sachen Einkaufen, und was ist die allererste permanente Reaktion der Mainz&-Leser zu dem Thema? Richtig: die hohen Parkgebühren. „Viel zu teuer“, „Abzocke“, „ich fahr‘ nicht mehr nach Mainz“ heißt es da. Aber die Stadt behauptet, es gebe „nur sehr wenige Beschwerden“. Vielleicht sollte sie sich mal in sozialen Netzwerken umsehen oder eine Videokamera an den Parkautomaten installieren – denn wer schreibt denn heute noch einen Beschwerdebrief?

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Umsätze pro Stellplatz in den Mainzer Parkhäusern – Tabelle: Stadt Mainz

Aber nein, da wird der Kopf in den Beton gesteckt und beflissentlich ignoriert, was überall zu hören ist – Hauptsache die Kasse stimmt. Der Einkaufsstadt Mainz wird so massiver Schaden zugefügt – Experten sagen einhellig: Wer Kunden in die Stadt locken will, senkt die Parkgebühren. Und warum eigentlich hat die FDP die Anhebung in erster Linie überhaupt mitgemacht? Schließlich sitzt sie in Mainz mit am Regierungstisch – und der Wirtschaftsdezernent heißt Christopher Sitte und gehört der FDP an. Zu sagen hatte er dabei offenbar nichts. Kommentar Ende.

Satte Erlössteigerung von 200 Euro pro Stellplatz in zwei Jahren

Und die Kasse stimmt: In der Antwort auf die gleiche Anfrage der FDP legte die Stadt nämlich auch offen, was sie so mit den Parkhäusern verdient. Ergebnis: Satte 1.325 Euro erzielte die Stadt pro Stellplatz in den pmg-eigenen Parkhäusern im Jahr 2015, 2013 waren das noch 1.128 Euro pro Stellplatz. Binnen zwei Jahren stieg der Erlös pro Stellplatz im Schnitt also um 200 Euro an – bei acht Parkhäusern keine geringe Summe. Wobei der Erlös von 1.325 Euro pro Stellplatz nur für die acht PMG-eigenen Parkhäuser gilt – für die sieben „angemieteten Parkhäuser und Tiefgaragen“ werden sogar 1.764 Euro pro Stellplatz erzielt.

Zu den angemieteten Parkhäusern gehören auch die lukrativen Häuser am Rathaus und am Theater, letzteres ist mit 3.605 Euro pro Stellplatz gar der Spitzenreiter. Auf Platz zwei liegt das Parkhaus Römerpassage, das die PMG managt, hier werden pro Stellplatz 3.165 Euro erzielt. Auf Platz drei kommt das Rathaus mit 2.670 Euro pro Stellplatz gefolgt von Schillerplatz (2.309 Euro/Stellplatz) und Löhrstraße (2.289 Euro/Stellplatz). Am unteren Ende der Skala liegen das Parkhaus Wallstraße mit ganzen 269 Euro pro Stellplatz, die Tiefgarage am Deutschhausplatz mit 476 Euro pro Stellplatz sowie der City Port mit 679 Euro pro Stellplatz. Insgesamt betreibt die PMG in Mainz rund 25 Parkhäuser mit etwa 9.500 Stellplätzen.

Info& auf Mainz&: Einen ausführlichen Bericht zu allen Änderungen der Parktarife und der Argumentation der Stadt findet Ihr hier bei Mainz&. Und wir haben da einen wirklich heißen Tipp, wie Ihr Eure eigenen Parkgebühren deutlich senken könnt: Am Automaten mit EC-Karte bezahlen, das nämlich gibt einen richtig satten Rabatt von zehn (!) Prozent. Mehr über die PMG, ihre Parkhäuser und Tarife findet Ihr hier im Internet. Die gesamte Anfrage der FDP sowie die Antwort der Stadtverwaltung findet Ihr hier im Ratsinformationssystem der Stadt im Internet.

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Straßeneinbruch in Bretzenheim: Marienborner Straße bis Freitag gesperrt

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Erst war monatelang Mainzelbahn-Baustelle, nun hat die Marienborner Straße in Bretzenheim gleich ganz aufgegeben: Am Mittwochmorgen tat sich in der Straßendecke plötzlich ein Loch auf. Die Marienborner Straße musste zwischen Südring und Hans-Böckler-Straße gesperrt werden, damit ist diese wichtige Tangente schon wieder lahm gelegt. Mit der Mainzelbahn aber habe das nichts zu tun, beteuert die Stadt Mainz: „Es hat sich ein Hohlraum aufgetan“, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Mainz&. Es habe schlicht das Erdreich nachgegeben, hier sei weder Wasser noch eine andere Ursache im Spiel gewesen. Die Marienborner Straße soll Freitag wieder frei gegeben werden können.

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Die Marienborner Straße in Bretzenheim ist wegen eines Straßeneinbruchs gesperrt – Foto: gik

„Wir schauen uns das gerade an“, sagte Peterhanwahr am späten Mittwochnachmittag. Unter der Straße sei ein Hohlraum entstanden, daraufhin habe die Straßendecke nachgegeben. „Eine Unterspülung ist das definitiv nicht“, betonte der Sprecher zudem, „Wasser ist nicht im Spiel.“ Vielmehr komme es bei Straßen hin und wieder vor, dass sich das Füllmaterial im Untergrund über die Jahre hinweg bewege. „Da ist Material im Untergrund, das über die Jahre vielen, vielen Vibrationen ausgesetzt ist“, erklärte Peterhanwahr, „wenn das Erdreich nachgibt und sich setzt, in dem Moment kann eine Lücke entstehen.“ Mit der Mainzelbahn oder ihren Bauarbeiten habe das nichts zu tun, betonte er.

Eine Baufirma prüfe nun derzeit, ob noch ein Kanal in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im übrigen werde der Hohlraum einfach verfüllt, mit Schotter und Tragschicht wieder verschlossen. „Die Firma wird die Nacht durcharbeiten“, sagte Peterhanwahr, am Freitag werde die Marienborner Straße wieder zur Verfügung stehen.

Info& auf Mainz&: Vollsperrung der Marienborner Straße seit Mittwoch, 30. November, 12.00 Uhr, bis voraussichtlich Freitag, 2. Dezember, zwischen Südring und Hans-Böckler-Straße. Umleitung über die Haifa-Allee – Koblenzer Straße – vor der Frecht – und umgekehrt.

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Mainzelmännchen-Ampel für Mainz: Det weist am Neubrunnenplatz den Weg

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... und dasselbe in grün - Foto: gik

Es gibt ja Ost-Ampelmännchen und sogar Ampel-Frauen, doch jetzt hat Mainz seine ganz eigene und sehr passende Ampelfigur: Seit Mittwoch weist am Mainzer Neubrunnenplatz ein Mainzelmännchen den Fußgängern den Weg. Die bundesweit erste Mainzelmännchen-Ampel wurde am Mittag mit großem Bahnhof eingeweiht. „Wir schaffen einen echten Hingucker und setzen den Mainzelmännchen ein Denkmal“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Es ist „der schlaue Det“, der Chef der Mainzelmännchen-Truppe, der für die Ampel Pate stand, und natürlich war Det auch in voller Größe zum Termin erschienen. Stilecht mit Mütze, Brille und ausgebreiteten Armen signalisiert Det nun auch in der Ampel „Geh“ oder „Steh“.

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Da zeigt sie endlich grün: ZDF-Intendant Thomas Bellut, Mainzelmännchen Det und OB Michael Ebling mit der ersten Mainzelmännchen-Ampel am Neubrunnenplatz – Foto: gik

Es begann alles bei der 50-Jahr-Feier für das ZDF in Mainz. Im August 2013 war das, und die Mainzelmännchen wurden Ehrenbürger der Stadt Mainz. „Da haben wir überlegt, wie wir das in der Stadt noch präsenter machen können“, erzählt ZDF-Intendant Thomas Bellut. Und irgendwie sei die Idee einer Mainzelmännchen-Ampel dabei entstanden, OB Ebling habe die Idee gehabt. „Die haben Humor, die Mainzer“, sagte Bellut mit einem Schmunzeln: „Das ist witzig und ein toller Gag.“

Die Ampel am Neubrunnenplatz ist eine der am stärksten frequentierten Fußgängerampeln von Mainz, gleich am Eingang in die Fußgängerzone. Günther Baptistella kennt die gut: „Da oben im vierten Stock habe ich gewohnt“, sagt der Kostheimer, und zeigt auf das Haus gleich neben dem Platz. Dass jetzt „seine“ Ampel so geehrt wird, freut den heute rechtsrheinisch Wohnenden sehr. „Ich hab‘ noch den ersten Original-Det von damals zuhause“, sagt er, „die Mainzelmännchen gehören zu Mainz wie die Fastnacht.“

Seit dem 2. April 1963 gibt es die kleinen, frechen Männchen, die im ZDF die Werbeblöcke einrahmen. Anton, Berti, Conni, Edi, Fritzchen und der schlaue Det wurden 1963 von dem Grafiker Wolf Gerlach erfunden. Eingesetzt werden sie seit der ersten Werbesendung am 2. April 1963, seither erzählen die frechen Männchen kleine Geschichten am Rande der Werbung. Legendär ist ihr gekrähtes „Gud’n Aaaabend!“ 45.000 Mainzelmännchen-Filme wurden seither produziert, 2003 erfuhren die sechs Figuren ihren dritten optischen Relaunch. Zuhause aber sind die Mainzelmännchen auf dem Mainzer Lerchenberg und längst zu einem Symbol der Medienstadt Mainz geworden.

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Die erste Mainzer Mainzelmännchen-Ampel: rot und grün mit Det. – Foto: gik

„Wir zeigen, dass wir die Mainzelmännchen richtig lieb haben und sie im Herzen tragen“, sagte Ebling – längst sind die Mainzelmännchen auch Botschafter für die Stadt Mainz in der ganzen Republik geworden. Einige Monate bastelte die Stadt Mainz gemeinsam mit dem ZDF an der Umsetzung. „Die Kunst bestand darin, die richtige Schablone für die Umsetzung zu finden“, verriet Günther Ingenthron, Leiter des Mainzer Stadtplanungsamtes. Denn laut Straßenverkehrsordnung müssen Lichtsignalanlagen für den Betrachter eindeutig zu erkennen sein, auch musste die Helligkeit der Lampe gewährleistet bleiben.

Die Mainzelmännchen-Ampel strahlt leuchtend hell dank LED-Leuchten, die Schablone wurde gemeinsam mit der Firma Siemens entwickelt. Mehrere Schablonen wurden getestet und verworfen, bis schließlich die finale Det-Version stand. Ebling schloss nicht aus, dass noch die eine oder andere Ampel mit den Mainzelmännchen ausgestattet werden. „Inflationär wollen wir das nicht machen“, sagte der OB aber auch, „das soll schon etwas Besonderes bleiben.“

Und während die Autofahrer entnervt ob der Behinderungen hupten, freuten sich die Fußgänger sehr über die neuen Ampelmännchen, schossen Fotos, staunten und lachten. „Man merkt, dass man in Mainz ist“, sagt eine junge Frau schmunzelnd.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Mainzelmännchen könnt Ihr hier beim ZDF nachlesen. Lustiges zur Geschichte des Berliner Ampelmannes samt Geschichte zur Fußgängerampel findet Ihr auf der Seite www.ampelmann.de. Und hier unsere kleine Fotogalerie dazu:

 

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UPDATE — Ärger um Nestlé-Schließung: Gewerkschaft droht mit Protesten – Ebling schreibt an Nestlé

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Ärger bei Nestlé: Belegschaft und Gewerkschaften sind stinksauer auf die Geschäftsführung. Der Grund: Die Werksleitung halte sich nicht an ihre Zusagen, der Belegschaft im Zusammenhang mit der Werksschließung Ende 2017 tatsächlich zu helfen. Nun schaltete sich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) ein und mahnte die Unternehmensführung, sich an ihre Zusage sozialverträglicher Regelungen zu halten. Die Linke begrüßte das, fürchtete aber auch, „das politische Gewicht des Oberbürgermeisters werde hier keine entscheidende Rolle spielen.“ Die Gewerkschaften drohen unterdessen mit Produktionsstillegungen noch in diesem Jahr.

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Der Produzent des Schokogetränks Nesquik will sein Werk in Mainz bis Ende 2017 schließen

„Nestlé hat viel versprochen, hält aber nichts“, sagte Guido Noll, bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten für Nestlé zuständig, im Gespräch mit Mainz&: Fünf Verhandlungsrunden habe es bereits über den Sozialplan gegeben, auf dem Tisch liege praktisch nichts. Die Gewerkschaft droht nun mit Störungen der Produktion: Schon vor der nächsten Verhandlungsrunde am 19. Dezember werde es Proteste und Produktionsausfälle geben, sagte Noll.

Nestlé will Ende 2017 Werk nach fast 60 Jahren schließen

Der Kaffeeproduzent Nestlé hatte im März völlig überraschend angekündigt, sein Traditionswerk in Mainz-Mombach Ende 2017 schließen zu wollen. Das 1958 gebaute Mainzer Werk entspreche nicht mehr den heutigen Erfordernissen einer modernen, effizienten Kaffeeproduktion, teilte der Konzern mit, eine Modernisierung erscheine Gutachten zufolge unwirtschaftlich. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, die Modernisierung des Gebäudes jahrelang vernachlässigt zu haben. „Man hat jahrelang nur Gewinne rausgezogen“, sagte Noll, deshalb sei das Werk nun „in so einem Zustand, dass die Verkehrssicherheit praktisch nicht mehr gewährleistet ist.“

Nestlé sei zudem nicht bereit, Alternativen zur Werksschließung zu diskutieren, sagte Noll weiter: „Wir haben diverse Vorschläge gemacht, wie es gehen könnte.“ Stattdessen wolle der Konzern offenbar die Produktion der in Mainz hergestellten Produkte nach Spanien und Frankreich verlagern. In seiner ersten Mitteilung hatte Nestlé selbst das neu eröffnete Werk in Schwerin erwähnt, das ausgebaut werden solle. In Mainz war die Ankündigung von der Schließung des Mainzer Werks mit Entsetzen und Überraschung aufgenommen worden, rund 380 Menschen droht ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Gewerkschaft: Keine Einigung über Abfindungen, Teilzeit, Sozialplan

Nestlé hatte danach eigentlich angekündigt, den Mitarbeitern helfen und ihnen neue, gleichwertige Arbeitsplätze im Konzern anbieten zu wollen. „Nestlé macht aber von seinen Versprechungen nicht wirklich etwas wahr“, sagte Noll nun. So seien Bewerbungen Mainzer Mitarbeiter an anderen Produktionsorten behandelt worden wie die von Werksfremden, das sei „seltsam“. Auch habe Nestlé in den bislang fünf Verhandlungsrunden über einen Sozialplan sowie über Abfindungen keine konkreten Angebote gemacht.

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Nestlé-Werbung: Für 380 Angestellte in Mainz inzwischen ein Hohn

„Wir haben weder eine Einigung, wie hoch die Ausgestaltung der Transfergesellschaft ist, noch wer in Altersteilzeit gehen kann“, klagte Noll. Nicht einmal ein Angebot gebe es da. Die Mitarbeiter wüssten nicht, ob sie Gehaltseinbußen hätten, wenn sie intern den Arbeitsplatz wechselten. „Sie sagen etwas über die Höhe des Sozialplans, das ist aber zu wenig“, kritisiert Noll. Auch gebe es keine Informationen über den geordneten Rückzug nach dem 31.12.2017, auch das sei „seltsam.“ Stattdessen zahle Nestlé Prämien und Anreize, damit die Mitarbeiter auch ja bis zum letzten Tag blieben. „Sie haben eine Art Halteprämie geboten, die soll aber auf den Sozialplan angerechnet werden“, sagt Noll: „Nestlé will die Menschen zwingen, bis zum 31.12. zu bleiben.“

Grund sei, so vermutet der Gewerkschafter, dass die Kapazitäten in den Werken im Ausland nicht frühzeitig genug fertig würden, dem Konzern daher Einbußen drohten, wenn die Produktion in Mainz schon vor Werksende reduziert werde. Das aber gehe doch nicht, sagte Noll: Wer wisse, dass er ab Januar arbeitslos sei, müsse doch Jobs auch vor Jahresschluss annehmen können. „Wenn ich eine Perspektive schon für Juni habe, bleibe ich doch nicht“, sagte Noll. Das aber solle sich dann negativ auf die Abfindung auswirken. „Die Leute sind stinksauer“, betonte Noll.

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Das Nestlé-Werk in Mainz von der Schiersteiner Brücke aus gesehen – Foto: gik

Aufruf zur Solidarität mit Nestlé

Offenbar gilt das auch für andere Gewerkschafter: In der Szene kursiert ein Aufruf zur Unterstützung der Nestlé-Beschäftigten, der Mainz& vorliegt. Nestlé habe „bei der Verkündung der Schließungsentscheidung noch allen Mitarbeitern eine gleichwertige Anschlussbeschäftigung im Nestlé-Konzern an nahen Standorten und großzügige Lösungen bei den Sozialplanbedingungen versprochen“, heißt es darin. Davon sei aber nichts mehr übrig. Statt der Zukunft der Beschäftigten und fairen Sozialplanlösungen gehe es nur noch darum, dass „die Beschäftigten bis auf den letzten ‚Drücker‘ zur Gewinnmaximierung beitragen“ sollten.

„Wir wollen eine anständige Abfindung, weil die Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren“, sagte Noll. Die Gewerkschaft werde nun mit Aktionen die Produktion stören, damit der Druck bis zur Konzernzentrale in der Schweiz reiche. „Die müssen merken, dass sie sich verkalkuliert haben“, sagte Noll, „man kriegt sie nur am Geldbeutel.“

Auch der Grünen-Stadtrat Daniel Köbler mahnte am Montag, Nestlé müsse Wort halten. „Jahrelang hat Nestlé in Mainz gute Gewinne erzielt“, sagte Köbler. Es könne nicht sein, dass der Weltkonzern erst das Mainzer Werk herunterwirtschafte, die Angestellten „auf den letzten Metern noch zur Gewinnmaximierung voll herangezogen werden, aber ein echter Sozialplan nicht umgesetzt wird.“ Einem der größten Unternehmen der Welt mit Milliardengewinnen „steht das schlecht zu Gesicht“, fügte Köbler hinzu.

Ebling: Nestlé fährt entgegen seiner Zusagen „harten Kurs“

Und auch OB Ebling zeigte sich deutlich irritiert aus die Nachrichten von den Verhandlungen. Die Beschäftigten und ihre Arbeitnehmervertretung hätten offensichtlich nicht den Eindruck gewonnen, „dass die laufenden Gespräche zu Interessensausgleich und Sozialplan den Willen zur ,konstruktiven Lösung‘ arbeitgeberseitig zum Ziel“ hätten. Die Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG, Béatrice Guillaume-Grabisch, habe ihm aber persönlich in einem Schreiben im März 2016 mitgeteilt, man habe dem Betriebsrat „fest zugesagt, gemeinsam mit ihm an einer konstruktiven Lösung für unsere Mitarbeiter zu arbeiten.“ Das stelle sich derzeit aber anders da, so der OB.

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Das Werk von Nestlé in Mainz aus der Luft – Foto: Nestlé

So habe Guillaume-Grabisch im damaligen Brief selbst die Aufforderung an alle Nestlé-Werke kommuniziert, „frei werdende Stellen für Mitarbeiter aus Mainz freizuhalten.“ Es sei für Außenstehende deshalb „nur schwer nachvollziehbar“, dass von einer Kündigung betroffene Mitarbeiter bei Bewerbungen im Nestlé-Konzern ein reguläres Bewerbungsverfahren durchlaufen müssten, kritisierte Ebling: „Interne Bewerbungsverfahren unter den genannten Vorzeichen stelle ich mir etwas anders vor.“ Auch in der Höhe der Abfindungen oder bei zugesagten „großzügigen Regelungen zu einer Altersteilzeit“ sei der Eindruck entstanden, es werde „auf Zeit gespielt, um gegebenenfalls Abfindungen zu vermeiden“, schrieb Ebling weiter, das stehe aber „ganz im Gegensatz zu Ihrer damaligen Einschätzung“, dass zwei Jahre bis zur Schließung den nötigen Spielraum gäben.

„Bei allem Verständnis für harte Verhandlungen um einen ausgeglichenen Sozialplan scheint mir der Eindruck zu entstehen, die Konzernspitze halte es mit ihrer Wertschätzung für die betroffenen Beschäftigten nicht ganz so wie öffentlich dargestellt“, kritisierte Ebling weiter, der Konzern scheine vielmehr „einen harten Kurs“ zu fahren. Er erwarte aber, „dass ein Unternehmen in dieser Größenordnung – in enger Absprache mit der Arbeitnehmervertretung – angemessene Lösungen für alle Beschäftigten sowie die Auszubildenden entwickelt und anbietet, um die von den Betroffenen nicht zu vertretende Schließung sozial angemessen abzufedern.“

Linke: Politisches Gewicht des OB eher begrenzt

Die Linke begrüßte es, dass sich Ebling in den Konflikt einschalte, die Angestellten bräuchten nun die Solidarität der Stadt. Es sei „schlimm genug“, dass Nestlé das Mainzer Werk nach jahrelanger Vernachlässigung jetzt einfach aufgebe, sagte Linken-Kreischef Tupac Orellana: „Dass der Konzern jetzt aber noch die Arbeiter mit Blockade verhöhnt, und sie über die Zukunft im Dunkel lässt, ist eine Unverschämtheit.“ Da sich Nestlé aber offenbar von der Schließung  nicht abbringen lasse sei zu befürchten, „dass das politische Gewicht des Oberbürgermeisters hier keine entscheidende Rolle spielt“. fügte er hinzu. Der „unverantwortliche Abgang auf dem Rücken der Angestellten“ müsse von Ebling in den Städtetag getragen werden, forderte Orellana weiter. Die Kommunen müssen ihre Kräfte bündeln, um dem „Gutdünken von Konzernen“ entgegentreten zu können.

Info& auf Mainz&: Unseren Bericht über die Ankündigung der Werksschließung von Nestlé findet Ihr hier bei Mainz&.

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Schiersteiner Brücke: Neue Brückenhälfte erst im Spätsommer 2017 fertig – Teilstück eingeschwommen

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Es ist ein permanentes Ärgernis: Die Engstelle auf der Schiersteiner Brücke von Mainz Richtung Wiesbaden ist zum dauerhaften Staupropfen für das ganze westliche Rhein-Main-Gebiet geworden. Nun verzögert sich auch der Bau der Schiersteiner Brücke noch um mehr als ein halbes Jahr: Erst im Spätsommer 2017 wird die neue Brückenhälfte neben der alten Schiersteiner Brücke fertig, räumte der Straßenbaubetrieb Hessen Mobil nun ein. Grund dafür ist auch ein neues, 120 Meter langes Brückenteilstück, das nun über den Rhein an Ort und Stelle geschoben wurde. Die Engstelle auf Mainzer Seite soll allerdings „schon“ im Frühjahr 2017 entschärft werden.

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Warten aufs Anheben: Das neue Brückenteilstück über dem Rhein an der Schiersteiner Brücke – Foto: gik

Es war eine wahrhaft spektakuläre Aktion: Ein 2.000 Tonnen schweres, komplett fertiges Brückenstück schwebte am Montag quer über den Rhein und den Mombacher Rheinarm stromauf in Richtung Schiersteiner Brücke. Es war ein 120 Meter langes Teilstück des neuen Brückenbauwerks, das vom Schiersteiner Ufer an seinen Bestimmungsort gebracht wurde. Fotos davon haben wir leider nicht – Hessen Mobil informierte die Presse leider erst am Montagvormittag, als die Brücke schon fast den Rhein überquert hatte.

„Wir mussten schnell reagieren und wussten selbst erst am Montagfrüh, dass der Transport klappt“, sagte Alexander Pilz von Hessen Mobil am Dienstag Mainz&: „Wir lagen zwei Monate mit der fertigen Brücke in Wartestellung.“ Der Grund: Wasser gefüllte Pontons trugen das Brückenteilstück über den Rhein, die Schwimmkörper ragen aber bis zu 2,50 Meter tief ins Wasser hinab, um das Gewicht der Brücke tragen zu können. Um die Pontons einsetzen zu können, brauchte es einen Mindestwasserstand von drei Metern im Rhein – und der war die vergangenen Wochen nicht gegeben. So lag die fertige Brücke zwei Monate lang in Wartestellung am Ufer, am Montag dann  passte alles – und Hessen Mobil startete die dreitägige Aktion.

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Brückenteil auf Ponton, in Position zum Einbau in die neue Schiersteiner Brücke – Foto: gik

„Wir mussten um die Rettbergsaue in den Mombacher Rheinarm fahren“, erklärte Pilz. Am Montag schwamm das komplette Brückenstück gegen die Strömung langsam in seine Position zwischen Mombacher Ufer und Rettbergsaue. „Es ging alles sehr schnell“, sagte Pilz zufrieden – bereits Dienstagfrüh lag das neue Brückenstück richtig in Position auf dem Rheinarm. Die letzten Meter wurde der Koloss von Seilen gezogen, damit könne man ihn bessern steuern, erklärte Pilz.

Auf die richtige Höhe wurde das Brückenteil auf den Pontons dann erst einmal durch Stahlelemente gebracht, die einzeln unter die Brücke geschoben wurden. „Das war wie Bierkisten unterschieben“, sagte Pilz schmunzelnd. Am Dienstagmittag übernahmen Litzenheber, riesige Stahlseilzüge, das Anheben der Brücke um weitere sechs Meter auf die Fahrbahnhöhe. Dabei hakte es zunächst – es hatten sich wohl Stahlseile an einem Punkt irgendwie verklemmt. Sobald die Litzenheber greifen, sollte das Brückenteil in 50-Zentimeter-Schritten angehoben werden, das werde einige Stunden dauern, sagte Pilz.

Danach werden beide Enden der Hohlkörper verschweißt, damit sich die Brücke selbst trägt. Dann folgt die Ausstattung der Brücke mit Fahrbahnbelag und Straßenausstattung wie Geländer, Fuß- und Radweg. Am Ende wird die neue Brücke über den Rhein drei Fahrspuren tragen, auch wenn das derzeit noch gar nicht so aussieht. Die zweimonatige Wartezeit aufs Einschwimmen habe aber maßgeblich zu der Verzögerung der Fertigstellung beigetragen, sagte Pilz. Dazu kam das Wetter: Weil es zuerst zu nass und dann zu heiß war, konnte der Korrosionsschutz nicht aufgetragen werden. Dazu hätten weitere kleinere Sachen sich in der Summe zu dem neuen Abschlussdatum summiert.

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So soll die neue Zwischenlösung aussehen: Über das Teilstück West des Herzstücks soll ab Frühjahr 2017 wieder Verkehr rollen. Das wird derzeit aber noch geprüft. Derzeit rollt der Verkehr nur über Ost. – Grafik: LBM

Die Engstelle auf rheinland-pfälzischer Seite soll aber nach Möglichkeit bereits im Frühjahr 2017 entschärft werden: Derzeit werde die Statik des mittleren „Herzstücks“ geprüft, sagte Pilz. Das war genau der Teil, der bei dem Brückenunfall im Februar 2015 abgesackt und beschädigt worden war. Seither hat der Landesbetrieb in Rheinland-Pfalz das alte marode Herzstück unterfüttert, der Verkehr rollte derzeit nur über die südliche Mainzer Hälfte. Wenn auch über den mittleren Teil des Übergangsstücks zwischen Brücke und Vorlandbrücke Verkehr rollen könnte, würde Raum gewonnen – dann könnten wieder zwei volle Fahrspuren von Gonsenheim aus Richtung Wiesbaden führen.

Info& auf Mainz&: Auf Mainz& findet Ihr eine umfangreiche Berichterstattung zur Schiersteiner Brücke und dem Bauunfall im Februar 2015, der eine ganze Region lahm legte – einfach in der Suchmaske mal „Schiersteiner“ eingeben. Einen Artikel über die Fahrspurregelung in Mombach findet Ihr hier. Den Bericht zum Gutachten über die Ursache des Bauunfalls im Februar gibt es übrigens hier, einen zu Verzögerungen auf hessischer Seite hier.  Zu den Informationen des Landesbetriebs Verkehr geht’s hier entlang.

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Historischer Grenzstein in Zahlbach erinnert an Franzosen in Mainz – Einweihung Dienstag

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Es ist ein kleiner, auf den ersten Blick unscheinbarer Stein, der da am Rande von Zahlbach direkt am Aufgang zur Oberstadt steht. Doch der kleine Sandstein erinnert an große Geschichte, an Napoleon, die Franzosen, den Hauptfriedhof und eine Zeit, in der Mainz grundlegend neu geordnet wurde: Der historische Grenzstein markierte die Eingemeindung von Zahlbach nach Mainz im Jahr 1805. Für 125 Jahre gehörten Zahlbach und Bretzenheim, zwei eng verbundene Mainzer Stadtteile, zu getrennten Gemeinden. Nun wird die alte Wegmarke dem Vergessen entrissen und mit einer Stele gewürdigt.

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Kleiner Grenzstein, große Bedeutung: Die mehr als 200 Jahre alte Wegmarke markierte einst die Stadtgrenze von Mainz – Foto: gik

Es begann alles im Jahr 2012 mit einer Email an die Stadt Mainz an. „Es war Freitag, der 13. April“, erinnerte sich die Ortsvorsteherin der Oberstadt, Ursula Beyer (SPD), „eigentlich ja kein gutes Omen…“ Doch auch wenn es geschlagene viereinhalb Jahre dauerte: Es gab ein gutes Ende. Am Dienstag wurde in Mainz-Zahlbach am Aufgang zum Milchpfad eine neue Stele des „Historischen Mainz“ eingeweiht. Sie markiert nun einen mehr als 200 jahre alten Stein am Wegesrand: einen alten Grenzstein aus der Zeit der Franzosen.

Kaum kniehoch, ist der rötliche Sandstein doch ein Dokument für die Folgen einer europäischen Epochenwende: Die Französische Revolution. Die begann 1789 in Paris mit dem Sturm auf die Bastille und hatte auch für Mainz erhebliche Konsequenzen. Denn die Franzosen zogen an den Rhein und eroberten die linksrheinischen Gebiete – zunächst kurzzeitig mit der Mainzer Republik 1792-1793. Die Preußen vertrieben die Franzosen 1793 wieder, doch die blieben hartnäckig: ab 1797 verleibten sie sich die linksrheinischen Gebiete um Mainz für 17 Jahre in die Französische Republik ein.

Die Franzosen brachten nicht nur die Ideale von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, sondern auch ein umfassendes Modernisierungsprogramm mit an den Rhein: Die Franzosen bauten und gestalteten die Ludwigsstraße zum Boulevard, ordneten Mainz städtebaulich grundlegend neu. Auch ein leistungsfähiges Vermessungswesen kam zum Einsatz mit einer Kartographie, deren Genauigkeit alles Bisherige weit übertraf.

Auch das Gesundheitswesen nahmen die Franzosen in den Fokus, sowohl im Bereich der Krankenversorgung als auch im Bestattungswesen. Vor allem die winzigen und völlig überfüllten Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern, auf den Kirchhöfen, waren den neuen Herrschern ein Dorn im Auge: Von ihnen drohte die Ausbreitung von Seuchen. Um 1782 herrschte ein heftiger  Expertenstreit über die Gefährdung der Lebenden durch die Ausdünstungen der Toten.

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Kleiner Grenzstein, große Stele: Die Markierung weist auf die historische Bedeutung der Wegmarke in Zahlbach hin – Foto: gik

Die Franzosen folgten den modernen hygienischen Anforderungen – und legten die Jahrhunderte alten Kirchhöfe der Innenstadt still. Grund dafür war jedoch auch die Säkularisierung: Weil Napoleon Kirchen und Klöster enteignet hatte, war nun der Staat für die Bestattungen zuständig. Die Lösung war ein neuer Zentralfriedhof außerhalb der Stadtmauern, ein geeignetes Gelände dafür wurde im Tal der Römersteine gefunden: in der eigentlich selbständigen Gemeinde Zahlbach. Der französische Präfekt Jeanbon de St. André gründete dort 1803 den Mainzer Hauptfriedhof. Ein Zufall war das nicht: Bereits die Römer hatten im „Heiligen Tal“ von Mainz ihre Legionäre bestattet, der Legende nach starb hier auch um das Jahr 451 der erste Mainzer Bischof, der heilige Aureus, den Märtyrertod und wurde hier begraben.

Nun aber lag der neue Friedhof auf Zahlbacher Gemarkung, die Franzosen lösten das auf ihre Weise: Per kaiserlichem Dekret von 1805 hob Paris die Selbständigkeit Zahlbachs auf und schlug die Gemarkung der Stadt Mainz zu. Der Verlauf der neuen Stadtgrenze wurde durch Grenzsteine aus rotem Sandstein markiert – und genau ein solcher steht noch heute an der Ecke Bretzenheimer Straße und Milchpfad. Die Seite mit dem eingemeißelten „B“ wies dabei auf die Gemarkung der Gemeinde Bretzenheim, die Seite mit dem Rad auf die Gemarkung Mainz. Erst am 1. Januar 1930 wurde der Grenzstein bedeutungslos: An jenem Tag wurde Bretzenheim in die Stadt Mainz eingemeindet.

Auf der Stele neben dem Stein wird nun die Geschichte der mehr als 200 Jahre alten Wegmarke erzählt, sie gehört zur Reihe „Historisches Mainz“, deren Ziel es ist, Baudenkmäler, Orte und Plätze mit Hilfe von einheitlich gestalteten Hinweistafeln wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. 200 Stück stehen bereits im ganzen Stadtgebiet, für die Realisierung und Finanzierung der neuen Stele in Zahlbach setzte sich der „Verein für Heimatgeschichte Bretzenheim und Zahlbach“ ein. Geld wurde gesammelt, auch die Ortsbeiräte von Bretzenheim und der Oberstadt gaben Geld dazu – rund 2.200 Euro kamen so am Ende für die Gedenktafel zusammen.

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Fröhliche Einweihung der Stele für den kleinen Grenzstein, der sich hier hinter OB Ebling (2.v.l.) versteckt. Ganz links: Initiator Alfons Lauzi. – Foto: gik

Zu verdanken war das alles vor allem einem Mann: Alfons Lauzi hatte in jenem April vor vier Jahren die entscheidende Email geschrieben. Dem Oberstädter war beim Spazierengehen einer der roten Grenzsteine aufgefallen, gemeinsam mit seinen Töchtern machte er sich auf die Suche. „Der Stein hier war überhaupt nicht mehr zu sehen und völlig von der Erde des Hangs überdeckt“, erzählte er nun Mainz&. Lauzi besorgte sich alte Karten, spürte dem Verkauf der Grenze nach – und grub schließlich einfach nach. „Ich hab‘ gesagt: Steck‘ mal hier den Spaten rein, hier müsste der Stein stehen“, erzählt Lauzi: „Und beim ersten Stich haben wir gleich den Stein getroffen.“

Nun wurde das Gelände um den kleinen Stein geebnet, der Hang befestigt, der Boden gepflastert. Eine kleine Nische ist entstanden, mit einer großen Stele für einen kleinen Stein. „Zahlbach ist ein Ort, der immer schon große Geschichte geschrieben hat“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei der Einweihung, „nun wird das durch die Hinweisstele sichtbar.“

Info& auf Mainz&: Dienstag, 22. November 2016, 16.30 Uhr Einweihung der Stele am ehemaligen Grenzstein zwischen Bretzenheim und Mainz in Zahlbach, Ecke Bretzenheimer Straße/Milchpfad. Mehr über die Franzosen in Mainz und die Mainzer Republik erzählen wir Euch in dem Mainz&-Artikel „Wohlan die Wahl ist leicht, nur Freiheit oder Tod“. Das Offene Wohnzimmer in Mainz-Kostheim hat zudem gerade eine Veranstaltungsreihe über Adam Lux, einen Mainzer Freiheitskämpfer, der in Paris unter der Guillotine starb – mehr dazu hier. In demselben Artikel findet Ihr auch ein Video zur „Mainzer Marseillaise“.

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