UPDATE& — Kurz nach der jüngsten Umfrage zur Landtagswahl im Auftrag der BILD-Zeitung legt nun auch der SWR mit seinem Rheinland-Pfalz-Trend nach. Und die sieht die oppositionelle CDU weiter klar vor den regierenden Sozialdemokraten, die AfD sehen die Demoskopen von Infratest Dimap aber im Gegensatz zum Umfrageinstitut INSA weiter auf Platz 3 und damit hinter der SPD. Kurios: Die mitregierende FDP kommt im neuesten RLP-Trend gar nicht mehr vor. Derweil schließt sich die Lücke zwischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und seinem Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) ein wenig.

In der Vertrauensgunst der Befragten liegt die CDU weiter deutlich vor der SPD, hier die Präsentation des RLP-Trends in den SWR-Abendnachrichten durch Ina Barich. - Screenshot: gik
In der Vertrauensgunst der Befragten liegt die CDU weiter deutlich vor der SPD, hier die Präsentation des RLP-Trends in den SWR-Abendnachrichten durch „zur Sache RP“-Redaktionsleiterin Ina Barich. – Screenshot: gik

Anfang Juni hatte sich der Rheinland-Pfalz-Trend des SWR-Magazins „Zur Sache RP“ zuletzt gemeldet, damals mit der Nachricht: „Die Stimmung kippt zugunsten der CDU“. Denn: Die regierenden Sozialdemokraten verloren im Sommer erheblich an Vertrauen bei wichtigen Themen, die Befragten trauten der CDU deutlich mehr Lösungskompetenzen zu. Die CDU sah der RLP-Trend im Juni denn auch bei der Sonntagsfrage deutlich vor der SPD und der AfD, daran hat sich im Prinzip nicht viel geändert.

Im neuesten RLP-Trend vom Oktober, der an diesem Donnerstag veröffentlicht wurde, liegt die CDU weiter mit deutlichem Abstand auf Platz 1, gibt aber einen Prozentpunkt ab. Demnach liegt die CDU jetzt in der Umfragegunst bei 29 Prozent, während die SPD unverändert auf 23 Prozent kommt. Die AfD kommt in der Umfrage nun auf 19 Prozent, das sind zwei Prozentpunkte mehr als noch im Juni. Damit aber sieht der SWR einen deutlichen Unterschied zur im September erstellten Umfrage im Auftrag der BILD-Zeitung: Dort schob sich die AfD mit 23 Prozent auf Platz zwei und überholte die SPD (22 Prozent).

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FDP fällt aus Trend-Darstellung, Linke könnte in Landtag einziehen

Die Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des SWR-Magazins „Zur Sache RP“ wurde zwischen dem 01. und 07. Oktober 2025 erhoben, befragt wurden dafür 1.158 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Rheinland-Pfälzer ab 18 Jahren. Die Mehrheit der Personen wird dabei den Angaben zufolge in computergestützten Telefoninterviews befragt, dazu kommen „ein Internet- bzw. Onlinegestütztes Verfahren in einem sogenannten Mixed Mode-Design“, wie es auf der Erklärseite heißt – was das heißen soll, wird dort nicht erklärt.

So sieht der RLP-Trend vom Oktober 2025 die aktuelle Stimmungslage im Land: Bei der Sonntagsfrage liegt die CDU weiter deutlich vorn. - Grafik: SWR
So sieht der RLP-Trend vom Oktober 2025 die aktuelle Stimmungslage im Land: Bei der Sonntagsfrage liegt die CDU weiter deutlich vorn. – Grafik: SWR

Kurios: Bei der Sonntagsfrage taucht die immerhin ja in Mainz mitregierende FDP überhaupt nicht mehr auf. Die ebenfalls mitregierenden Grünen müssen einen Prozentpunkt abgeben und liegen jetzt bei 10 Prozent. Die Linke sieht der RLP-Trend jetzt bei 6 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als im Juni und entspricht dem Wert aus der BILD-Umfrage – die Linke würde damit erstmals in den Mainzer Landtag einziehen. Die Freien Wähler hingegen würden mit unverändert 4 Prozent aus dem Parlament fallen.

„Alle übrigen Parteien kämen zusammengenommen auf 9 Prozent, darunter die aktuell mitregierende FDP sowie das BSW“, heißt es zu den übrigens Parteien beim RLP-Trend. Im Juni hatte der SWR die FDP noch bei 3 Prozent gesehen, offenbar sank die Zustimmung hier weiter. INSA hatte hingegen in der BILD-Umfrage die Liberalen gerade bei 4 Prozent eingeordnet, die Freien Wähler bei 3 Prozent und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bei 4 Prozent.

Wähler trauen CDU mehr Lösungskompetenz zu als SPD

Die Zustimmung zur SPD-geführten Ampel-Regierung hat sich indes nicht verbessert: In Rheinland-Pfalz gibt es – Stand heute – weiter eine Wechselstimmung. Denn: 40 Prozent sprechen sich Stand jetzt für eine CDU-geführte Landesregierung aus, das ist sogar noch ein Prozentpunkt mehr als im Juni – die SPD kommt bei dieser Frage unverändert auf 37 Prozent. Dazu passt auch, dass die Befragten der CDU mit teils großem Abstand am ehesten zutrauen, die Probleme im Land zu lösen, das gilt inzwischen nicht nur für Flüchtlingspolitik und Hochwasserschutz, sondern auch für die Bildung (26 zu 22 Prozent) und erst Recht für die Wirtschaft: Hier führt die CDU mit 36 Prozent zu 15 Prozent.

Wen hätten die Rheinland-Pfälzer lieber als Ministerpräsident? Der Abstand zwischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) ist geschrumpft. - Grafik: SWR
Wen hätten die Rheinland-Pfälzer lieber als Ministerpräsident? Der Abstand zwischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) ist geschrumpft. – Grafik: SWR

Lediglich bei der Gesundheitspolitik liegt die SPD hauchdünn mit 25 Prozent zu 24 Prozent vor der CDU, auf die Frage aber, welche Probleme die Rheinland-Pfälzer als die drängendsten sehen, sagen jetzt wieder 23 Prozent Zuwanderung/Flucht, ebenso viele nennen aber die Bildung. Auf Platz 3 kommt das Thema Mobilität/Verkehr (16 Prozent, plus 2), auf Platz vier kommt die Wirtschaft (14 Prozent, plus 4), und für soziale Ungerechtigkeit sprechen sich nur 9 Prozent als wichtigstes Problem aus.

Gleichzeitig aber geben laut RLP-Trend immer noch 49 Prozent der Befragten an, sie seien mit der Arbeit der Landesregierung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, 46 Prozent sind „weniger zufrieden“ (34 Prozent) oder „gar nicht zufrieden“ (12 Prozent, plus 1). „Sehr zufrieden“ sind Stand jetzt aber nur ganze 2 Prozent. Das uneinheitliche Meinungsbild könnte mit den Spitzenkandidaten zusammenhängen: Da liegt Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) weiter klar vor seinem Herausforderer Gordon Schnieder (CDU).

Lücke zwischen Schweitzer und Schnieder kleiner geworden

Würde der Ministerpräsident direkt gewählt, würden sich Stand heute 38 Prozent für Schweitzer entscheiden, nur 19 Prozent für Schnieder. Aber: Schweitzer muss im Vergleich zum Juni zwei Prozentpunkte abgegeben, Schnieder legt genauso viel zu – die Lücke zwischen den beiden Spitzenkandidaten ist also um 4 Prozentpunkte kleiner geworden. 43 Prozent machten derweil gar keine Angaben und konnten sich nicht entscheiden – der Ausgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 ist also weiter offen.

Der Bundestagsabgeordnete Jo Steiniger im November 2024 bei seiner Wahl zum Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz. - Foto: Steiniger
Der Bundestagsabgeordnete Jo Steiniger im November 2024 bei seiner Wahl zum Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz. – Foto: Steiniger

UPDATE&: „Schweitzer bleibt für einen Amtsinhaber erstaunlich unbekannt und unbeliebt“, reagierte darauf CDU-Generalsekretär Jo Steiniger am Donnerstag. Anders als seine Vorgänger Malu Dreyer und Kurt Beck (beide SPD) habe Schweitzer bislang „keinen Amtsbonus aufbauen können“, und das „trotz rund vier Millionen Euro zusätzlichen Ausgaben für den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz,  Talkshow-Auftritten und einer nun über ein Jahr  andauernden, mit viel Steuergeld finanzierten PR-Tour. All das verfängt nicht.“

Der Rheinland-Pfalz-Trend zeige „klar“, dass die Rheinland-Pfälzer eine CDU-geführte Landesregierung mit Gordon Schnieder als Ministerpräsidenten wollten, sagte Steiniger weiter: „Die CDU ist mit großem Abstand stärkste Kraft und bleibt entgegen dem aktuellen Bundestrend stabil.“ Die regierende SPD müsse in der Umfrage dagegen sogar um Platz zwei kämpfen. Die CDU Rheinland-Pfalz „steht bereit, um im nächsten Jahr die Verantwortung in der Staatskanzlei zu übernehmen“, unterstrich Steiniger: „Wir werden alles daran setzen, dass unser Land wieder funktioniert.“ Andere Parteien reagierten auf die Ergebnisse des RLP-Trends nicht.

Info& auf Mainz&: Alle Grafiken und Ergebnisse zum RLP-Trend vom Oktober 2025 findet Ihr hier beim SWR im Internet. Unseren Bericht vom RLP-Trend im Juni könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen, die Ergebnisse der Umfrage im Auftrag der BILD-Zeitung findet Ihr hier auf Mainz&.

BILD-Umfrage zur Landtagswahl 2026: SPD in Rheinland-Pfalz hinter AfD – „Wahl-Klatsche“ für Ampel in Mainz?