Wie geht es weiter mit der Baustelle Gutenberg Museum? Im Juni warnte die Gutenberg Stiftung, die Finanzierung des künftigen Weltmuseums der Zukunft sei überhaupt nicht gesichert, auch an der Finanzierung der Baukosten gebe es Zweifel – Tatsache ist: Der auf rund 108 Millionen Euro Kosten taxierte Neubau ist nicht komplett durchfinanziert. Dazu kommen große Probleme der Geschäftsleute rund um die Großbaustelle am Liebfrauenplatz – und mehrere angekündigte Schließungen. Nun lädt die Stadt Mainz zu einer Informationsveranstaltung, Fragen seien ausdrücklich willkommen.

Das neue Gutenberg Museum soll dem „Weltmuseum der Druckkunst“ und der Heimat der bahnbrechenden Erfindung von Buchdrucker Johannes Gutenberg endlich angemessene Präsentationsräume in einem modernen Haus geben – doch das Großprojekt stellt die Stadt Mainz vor enorme Herausforderungen. Ende Mai 2025 startete der Abriss des maroden alten Schellbaus, bis 2032 soll der Neubau hinter dem „Römischen Kaiser“ am Liebfrauenplatz stehen – doch der Nachfolger der bis Februar 2026 amtierenden Mainzer Baudezernentin Marianne Grosse (SPD), Ludwig Holle (CDU), fand bei seinem Amtsantritt leere Kassen vor, aber kein Finanzierungskonzept.
Auf rund 108 Millionen Euro wird das Neubauvorhaben inzwischen groß taxiert, im Mai musste Holle im Mainzer Stadtrat einräumen: Für die anfallenden Kosten habe die Stadt Mainz bislang nicht einmal ein Drittel der Summe als Fördermittel eingeworben – bislang stehe lediglich eine Förderquote von 27 Prozent. Auch die künftige Trägerschaft des Museums ist bis heute ungeklärt, ebenso die künftigen Betriebskostenfinanzierung – der Vorsitzende der Mainzer Gutenberg Stiftung, Günter Jertz, warf der Stadtspitze deshalb im Juni „politische Ignoranz“ vor und warnte vor einem Desaster.
Haase kritisiert Projektführung, Geschäfte mit Umsatzeinbruch
Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) wehrte sich Anfang Juli im Interview mit der Internetzeitung Mainz&: Es gebe „verschiedene Gesprächsfäden“ in Richtung Landesregierung, es brauche allerdings auch „eine genauere Projektführung“ als in der Vergangenheit und eine fertige Bauplanung – genaue Kostenplanung inklusive. Doch es gibt neue Kritik und Probleme: Gerade kündigte der Betreiber der Weinstube „Roter Kopf“ an, seine Weinstube dicht zu machen – der Betreiber klage über 90 Prozent Umsatzeinbußen, und zwar wegen der Baustelle, berichtet Jan Sebastian vom Mainzer City Management.

Tatsächlich klagte die Weinstube bereits im September 2025 über total blockierte Wege durch die enge Rote Kopf-Gasse: „Liebe Gäste wir haben geöffnet es ist nur etwas umständlich zu uns zukommen aber wir haben den Weg ausgeschildert“, hieß es süffisant auf Facebook. Und die Weinstube ist nicht die einzige mit Problemen: Auch das alteingesessene Geschäft „Perle un‘ Knöpp“ macht wohl Ende 2026 dicht, weitere Geschäftsleute rund um den Bauzaun klagen, sie würden von den Kunden einfach nicht mehr gefunden.
Nun will die Stadt offenbar mit besserer Information gegensteuern: Für Mittwoch, den 26. August 2026, lädt sie zu einem Informationsabend Modernisierung und Neubau Gutenberg-Museum“ ein. Unter dem Motto „Gemeinsam im Gespräch! – Ihre Fragen zum Projekt“ wolle man mit Anwohnern, Bürgerschaft, Unterstützern und Interessierten „weiter im Dialog bleiben“, so die Einladung der Stadt. Neben einem kurzen Bericht über die aktuellen Bauarbeiten vor Ort, solle der aktuelle Stand der Planungen erläutert werden.
Hauptaugenmerk der Veranstaltung soll aber eine offene Fragerunde sein, bei der alle Bürger und Interessierten die Möglichkeit haben sollen, Fragen und Anregungen an die Stadtverwaltung und Fachexperten vorzutragen. In dieser Runde sollen dann Oberbürgermeister Nino Haase sowie der neue Baudezernent Ludwig Holle und Museumsdirektor Ulf Sölter sowie weitere Beteiligte des Planungs- und Museumsteams als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.
Info& auf Mainz&: Der Informationsabend „Modernisierung und Neubau Gutenberg-Museum“ findet am Mittwoch, den 26. August 2026, im „Haus der Jugend“ in der Mitternachtsgasse 8 in Mainz statt, los geht’s um 18.00 Uhr. Mehr zum Thema lest Ihr hier bei Mainz&:







