Kann das Oktoberfest in Mainz nun stattfinden, oder nicht? Eine Woche vor dem geplanten Start ist das weiter unklar. Wie die Stadt Mainz am Freitagnachmittag mitteilte, wurden am Freitag von Seiten der Messegesellschaft neue Unterlagen eingereicht. Man müsse nun aber prüfen, ob die für eine Genehmigung ausreichten oder nicht. Nach Mainz&-Informationen hatte die Stadt Mainz die Zugänge zur Veranstaltungslocation versiegelt.

Vor einer Woche hatte die Stadt Mainz überraschend auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass das beliebte Oktoberfest auf dem Mainzer Messegelände nicht genehmigungsfähig sei: Das große Festzelt habe bislang keine Genehmigung und sei derzeit auch „nicht genehmigungsfähig“, sagte Baudezernent Ludwig Holle (CDU) – die Stadt hatte ernsthafte Sicherheitsbedenken, vor allem wegen Brandschutz und Statik des mittlerweile 20 Jahre alten Zeltes.
Das 2005 ins Leben gerufene Oktoberfest wollte in diesem Jahr seine 20. Ausgabe feiern, doch das Bauamt in Mainz schlug zwei Wochen vor dem Start Alarm: Das seit Jahren genutzte Festzelt habe bereits seit dem Jahr 2017 keine Baugenehmigung mehr, die Nutzung sei jedes Jahr nur temporär geduldet worden, nachdem kurzfristig Gutachten zu Brandschutz und Standsicherheit beigebracht wurden.
Veranstalter reicht Unterlagen nach, Prüfung steht aber noch aus
Doch in diesem Jahr fehlten grundlegende Gutachten auch noch zwei Wochen vor dem Start, hatte Holle erklärt – und das, obwohl man von Seiten der Stadt Mainz seit einem Jahr mit dem Betreiber im Gespräch sei. Bereits im Oktober 2025 sei dem Betreiber mitgeteilt worden, dass eine weitere Duldung der Übergangslösung nicht möglich sei, ein Bauantrag vom Februar 2026 sei aber nie mit den notwendigen Unterlagen versehen und abgeschlossen worden.

Zuletzt habe die Stadt noch im August 2026 die fehlenden Unterlagen angemahnt und dabei auch klar kommuniziert, dass dem Oktoberfest keine Genehmigung drohe – zumal das Zelt auch noch kurzfristig an anderer Stelle neu und anders aufgebaut wurde. Man könne sich bei 3.500 Menschen in einem Festzelt „ja nicht darauf verlassen, dass das ’schon passt'“, sagte Holle vergangene Woche im Gespräch mit Mainz&.
Die Stadt hatte dem Betreiber deshalb ein Ultimatum gestellt, bis zu diesem Freitag die fehlenden Unterlagen einzureichen – das passierte offenbar. „Der Veranstalter des Mainzer Oktoberfestes hat heute Nachmittag, am 2. Oktober 2026, Unterlagen eingereicht“, teilte die Stadt Mainz mit – ob es alle geforderten Unterlagen sind, bleibt damit allerdings offen. „Diese nachgereichten Unterlagen müssen nun dahingehend geprüft werden, ob auf dieser Grundlage das Oktoberfest stattfinden kann“, teilte die Stadt weiter mit.
Holle: „Wir hätten das Fest gerne, aber Sicherheit hat Priorität“
Für einer finale Prüfung habe die Zeit noch nicht gereicht, sagte Holle auf Mainz&-Anfrage, zudem stelle sich nach der Prüfung der Gutachten auch noch die Frage der Umsetzung. Tatsächlich liegt Mainz& ein ausführliches Sicherheitskonzept für das Mainzer Oktoberfest mit Datum vom 13. September 2026 vor, das allerdings in manchen Bereichen ziemlich vage ist. So heißt es etwa, „offenes Feuer und Pyrotechnik ist nicht vorgesehen“ – ein striktes Verbot ist das nicht, von Kontrollen etwa der Besucher ist dabei auch keine Rede.

Es waren gerade Wunderkerzen auf Sektflaschen gewesen, die in der Silvesternacht 2025 auf 2026 in einer Bar im schweizerischen Crans Montana Teile der Deckenverkleidung in Brand gesetzt hatten – bei der anschließenden Katastrophe waren 41 Menschen gestorben und 115 verletzt worden. Aufgrund dieser Katastrophe hatte die Stadt Mainz nun offenbar genauere Nachweise in Sachen Sicherheit gefordert, zumal das Brandschutzkonzept für das Großzelt – das Mainz& ebenfalls vorliegt – bereits aus dem Jahr 2005 stammt, das Zelt selbst aber nun schon seit 20 Jahren im Einsatz ist.
„Wenn es bis Freitag eine nachvollziehbare Dokumentation für eine Lösung gibt, kann das Oktoberfest stattfinden“, hatte Holle vergangene Woche gesagt und betont, die Sicherheit der Besucher und Beschäftigten habe „oberste Priorität“. Jetzt müsse man prüfen, ob die eingereichten Unterlagen für einen Genehmigung ausreichten, danach folge die Umsetzung, sagte Holle weiter – das heißt: Für das Oktoberfest wird es nun sehr eng.
Denn nach Mainz&-Informationen hatte die Stadt die Zugänge auf der Messe mit Siegeln verschlossen, Holle bestätigte das auf Nachfrage: „Wenn das Gebäude nicht sicher ist, darf es nicht betreten werden“, betonte er. Bleibt die Frage: Ist die Umsetzung der Auflagen überhaupt noch zu schaffen? Die Entscheidung müsse der Betreiber des Festes nun treffen heißt es von der Stadt, zugleich machte Holle klar: „Wir hätten das Fest gerne, wir haben ein Interesse, dass wir das hinkriegen.“ Wichtig sei jetzt vor allem, „dass alle Beteiligten Klarheit erhalten, ob das Oktoberfest stattfinden kann.“
Info& auf Mainz&: Mehr zur Vorgeschichte der Genehmigung des Mainzer Oktoberfestes könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.







