Manchmal ploppen Themen plötzlich wieder auf, über die Mainz& schon vor Monaten oder gar Jahren berichtet hat, nicht immer können wir aus dem Stegreif dazu aktuelle Artikel recherchieren. Aber wir können Euch zeigen, was wir schon mal dazu geschrieben haben – wie im Fall der grauen Stromkosten in Mainz. Diesen Text gab’s bei uns am 29. September 2015 zu lesen, aktuell ist er immer noch. Künftig kennzeichnen wir solche Texte mit dem Zusatz „Aus dem Mainz&-Archiv“ – dann wisst Ihr Bescheid.

Sie sind ja wirklich kein schöner Anblick, die grauen Stromverteilerkästen. In der ganzen Stadt verteilt stehen graue Kästen, die über die Jahre hinweg schmuddelig und trist geworden sind. Das soll sich nun ändern: Die Mainzer Stadtwerke lassen nun triste Stromkästen von Graffiti-Künstlern verschönern. Eine erstes Exemplar wurde heute (September 2015) am Zollhafen vorgestellt. Und: die Stadtwerke suchen weitere graue Kästen, bis Ende 2016 sollen insgesamt 100 Kästen bunte Kunst werden. Eine Verschönerungsaktion gibt es übrigens auch von der Telekom für ihre grau(sig)en Verteilerkästen.

Verschönerter Stromkasten Zollhafen
Stromkasten – eindeutig schöner! – Foto: gik

Schluss mit dem Einheitsgrau von Stromverteilerkästen! Unter diesem Motto stellte Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne am Dienstag einen der ersten verschönerten Stromkästen vor. „Wir wollen Mainz auf diese Art und Weise noch ein bisschen bunter, ein bisschen schöner gestalten“, sagte Höhne. Knapp 2300 Strom-Verteilerkästen gibt es in der Stadt, bis Ende 2016 sollen mindestens 100 besprüht werden. Die Stadtwerke kooperieren dafür mit dem Künstler Moritz Overbeck und dessen Kollegen, die durften dieses Jahr schon die Gasdruckregelstation in der Zwerchallee verschönern.

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Der neue bunte Kasten steht am Rande des Zollhafen-Geländes und damit leider gerade direkt neben der Mega-Baustelle. Aber der Kasten befindet sich eben auch in der Nähe des Alten Weinlagers im Zollhafen, weswegen auf dem Kasten an der Ecke Taunusstraße jetzt Weinflaschen, Gläser und Leuchtröhren zu sehen sind. Uns erinnerte die Zeichnung ja eher an Paddel, aber das würde in unmittelbarer Rheinnähe ja auch passen 😉

Verschönerter Stromkasten und Telekomkasten mit Höhne und Künstler Overbeck- Foto Stadtwerke Mainz
Verschönerte Kästen am Zollhafen. Im Hintergrund Künstler Moritz Overbeck und Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne – Foto: Stadtwerke Mainz

Und jetzt könnt Ihr den Stadtwerken Stromkästen besonders verschmierte Stromkästen melden und sogar auch „Motivvorschläge für eine künstlerische Umgestaltung schicken“, sagte Höhne. Die Stadtwerke vergeben dann einen Auftrag an die Künstler zur Umgestaltung. Demnächst präsentiert sich übrigens auch eine Trafo-Station der Stadtwerke in der Rheinallee in neuem, buntem Outfit.

Was wiederum die Deutschen Telekom angeht – die wirbt seit Juli in einem eigenen Blog dafür, dass ihre grauen Multifunktionsgehäuse nach Rücksprache zur farblichen Umgestaltung freigegeben werden. Graffiti-Kunstwerke seien bislang ja eher inoffiziell auf den Kästen gelandet, schreibt die Telekom auf der Internetseite, das habe „schon mal Farbe ins Grau gebracht.“ Nun könnten „ganz offiziell einige Multifunktionsgehäuse ihr tristes graues Dasein“ beenden, denn „die bunten Kästen sehen eindeutig schöner aus!“ Finden wir ja lustig und gut, dass die Telekom ihre eigenen Kästen hässlich findet 😉

„Wer immer schon mal einen dieser grauen Kästen von der Deutschen Telekom verschönern wollte, kann das nun ganz legitim und einfach, ohne nächtliche Sprayaktion mit Maskierung tun“, heißt es in dem Blog zur Aktion „Aus Grau wird Bunt“. Die Kollegen der Deutschen Telekom Technik hätten deshalb beschlossen, das Prozedere dahin zu vereinfachen. „Aus dem bisher umfangreichen Papierwerk ist eine E-Mail-Version geworden, die nur noch formlos bestätigt werden muss“, heißt es weiter. Und um dei Leute noch zusätzlich zu motivieren, gibt es sogar ein eigenen Flyer dazu, der alle wichtigen Rahmenbedingungen auf einen Blick zusammenfasst.

Verschönerter Telekom-Kasten mit Streifen Zollhafen
Telekom-Kasten mit Streifen – Foto: gik

Damit der Look der Kästen nicht „verschlimmbessert“ werde, „haben die Kollegen schon noch ein Auge darauf, was die kleinen und großen Künstler da vorhaben.“ Ihr müsst also Standort, Skizze und aktuellen Zustand des Gehäuses einreichen. Regional wird dann von der Niederlassung geprüft, ob es sich überhaupt um ein Gehäuse der Telekom handelt und ob das gewünschte Motiv umsetzbar ist. Außerdem wird geklärt, ob eine kommerzielle Nutzung der Gehäuse möglich ist oder sogar bereits dahingehende Pläne bestehen. „Steht dem nichts entgegen, müssen die Motive nur noch ethisch, politisch und religiös neutral sein und dürfen keine kommerzielle Werbung enthalten“, so die Voraussetzungen.

Übrigens dürfen solche Kästen nicht tiefschwarz angemalt werden, das könnte zu verstärkter Wärmeentwicklung führen, die der Technik schaden könnte. Aus gleichem Grund dürfen die Lüftungsauslässe, Schließvorrichtungen und Scharniere nicht bemalt oder lackiert werden. Heraus kamen phantasievoll-bunt bemalte Kästen, die manchmal sogar das Objekt mit dem Hintergrund verschmelzen lassen. Schaut mal unter „Aus Grau wird bunt“ vorbei, echt beeindruckend.

Und wir erinnern in dem Zusammenhang natürlich gerne an die Lerchenberger Ortsvorsteherin Sisi Westrich, die bereits im April 2014 zwei Lerchenberger Stromkästen unter einer bunten Strickdecke verschwinden ließ. Bunt statt Grau – dazu rufen wir doch gerne auf!

Info& auf Mainz&: Wer einen verschmierten Stromverteilerkasten in Mainz melden möchte, kann sich per e-mail an die Adresse Aus-grau-wird-Kunst@stadtwerke-mainz.de wenden. Den Telekom-Blog zur Aktion „Aus Grau wird bunt“ findet Ihr genau da. Wenn Ihr hier tätig werden wollt, könnt Ihr Euch an die eigens dafür eingerichtete Email-Adresse „produktion@telekom.de“ wenden. Wenn Ihr das tut, schickt uns bitte eine Mail! Wir kommen dann vorbei und machen Fotos! Könnte eine tolle Serie auf Mainz& werden 😉 Die Mainzer Stadtwerke nehmen ebenfalls Meldungen über schrecklich-graue Kästen entgegen, eine genaue Adresse haben wir leider nicht, wir nehmen mal an, eine Email unter info(at)mainzer-netze.de würde ankommen. Die Stadtwerke im Internet findet Ihr hier.

3 KOMMENTARE

  1. Lt. AZ vom heutigen Tag (25.8.17) kann man verschmierte Strom- oder Verteilerkästen melden, was ich hier mit tue.
    ein Kasten in der Leibnitzstr., Ecke Adam-Karrillon-Str. 22 (gegenüber Kiosk) würde eine Verschönerung der vorgestellten Art vertragen.
    An dem Schulhofzaun der Grundschule Leibnitz ist in der Straße Adam-Karrillon ein Kasten total verunstaltet sowie an dem weiterführenden Schulhofzaun um die Ecke Leibnizustraße sind 3 weitere Kästen häßlich verschmiert.

    Wir finden die vorgestellte Aktion wunderbar und hoffen sehr, dass die Verschönerung der Kästen dann auch erhalten bleibt.

    • Hallo Hanna, nicht nur „laut AZ“ kann man hässliche Stromkästen melden: Mainz& schrieb schon in diesem Artikel: „Und jetzt könnt Ihr den Stadtwerken Stromkästen besonders verschmierte Stromkästen melden und sogar auch „Motivvorschläge für eine künstlerische Umgestaltung schicken“, sagte Höhne“ – das meldeten wir schon 2015 😉 Es sind übrigens die Stadtwerke Mainz, denen man die hässlichen Kästen melden soll, wir geben das aber gerne weiter! Eine Internetseite, die wir verlinken könnten, gibt’s dazu leider nicht…

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