Mainz hat wahrlich wenig Gastronomie am Rhein, nun soll ein neues Highlight das nördliche Ende des Mainzer Zollhafens versorgen: Als Nachfolger des legendären Imbiss „Zum Schorsch“ soll an derselben Stelle ein modernes Eventhaus mit Restaurant, Biergarten und Rooftop Bar entstehen. Der Name „Nordmole“ gehört irgendwie schon jetzt zum Zollhafen, die Betreiber sind gute Bekannte: der Mainzer Gastronomen Jan W. Appeltrath und dessen Partner Nils Rauer betreiben bereits unter anderem das Altstadt Café und das „Willichs“.

Das Baugelände am nördlichen Ende der Nordmole im Mainzer Zollhafen im April 2025: Hier sollen Treppenstufen zum Rhein, ein "Wäldchen" sowie eben die neue Nordmole oben auf dem nördlichen Ende entstehen. - Foto: gik
Das Baugelände am nördlichen Ende der Nordmole im Mainzer Zollhafen im April 2025: Hier sollen Treppenstufen zum Rhein, ein „Wäldchen“ sowie eben die neue Nordmole oben auf dem nördlichen Ende entstehen. – Foto: gik

Im Sommer 2023 fiel im Mainzer Zollhafen eine Institution: Der Imbiss „Zum Schorsch“ wurde abgerissen, er war aus einem Arbeiterimbiss im damaligen Industriehafen über die Jahre zu einem Kulttreff all derer geworden, die bodenständige Gastronomie mit Schnitzel und rustikalem Biertreff liebten. Damit war es nun vorbei: Nach mehr als 40 Jahren hatten die Betreiber, die Brüder Georg, Günther und Adolf Biermann,  im Oktober 2022 ihren Imbiss eingestellt – aus Altersgründen und auch ein Stück weit, weil ihnen die Perspektive fehlte.

Aus ihrem alten Kiez, dem Arbeiterumfeld, wurde in der Zeit endgültig ein Wohngebiet für Gutbetuchte, die sich Eigentumswohnungen zu horrenden Preisen leisten können – das Wohngebiet Mainzer Zollhafen hat ein völlig anderes Gesicht als vorher. Doch eines blieb gleich: Entlang des Rheins gab es weiter keine einzige Gastronomie zwischen Caponniere und der Eisenbahnbrücke. Die Entwickler, die Mainzer Zollhafen GmbH versprachen Ersatz, lange war unklar, wie er aussehen sollte – am Montag stellten Stadt Mainz und Zollhafen GmbH gemeinsam den Nachfolger für den legendären „Schorsch“ vor.

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„Nordmole“ statt „Schorsch“: Biergarten, Event Location, Rooftop Bar

Am Standort des alten „Schorsch“ soll nun bis Frühjahr 2028 eine moderne Event-Location direkt am Rhein entstehen. Auf etwa 530 Quadratmeter Fläche soll ein zweistöckiges Gebäude entstehen, in dem ein Restaurant samt Biergarten, eine Event Location, ein Eisladen sowie eine Rooftop Bar entstehen sollen. Zollhafen Mainz GmbH und Stadt Mainz sprechen von einem „innovativen Konzept“, entstehen solle „ein attraktiver Ort, geprägt von einer Atmosphäre des Wohlfühlens und Genießens.“ Man lege großen Wert auf regionale Verbundenheit gepaart mit kulinarischer Raffinesse.

Vorstellung der neuen Betreiber der "Nordmole" Jan Appeltrath und Nils Rauer (rechts mit OB Nino Haase). - Foto: Zollhafen Mainz GmbH
Vorstellung der neuen Betreiber der „Nordmole“ Jan Appeltrath und Nils Rauer (rechts mit OB Nino Haase). – Foto: Zollhafen Mainz GmbH

Spannend war zudem die Frage, wer den Zuschlag für den Betrieb der Goldlage am Rhein bekommen würde, dafür war in den vergangenen Monaten ein Bieterverfahren durchgeführt worden. Der Zuschlag ging nun an den Mainzer Gastronomen Jan W. Appeltrath und dessen Partner Nils Rauer – die beiden sind bereits bekannte Gastronomiebetreiber in Mainz: Appeltrath führte viele Jahre das „Willems“ in der Mainzer Altstadt, aktuell betreibt er unter anderem das „Altstadt Café“, die Coffee Bar „Aller guten Dinge“ sowie das vegane Restaurant „Willichs“ in der Mainzer Neustadt.

„Wir möchten in Mainz und für Mainz einen Ort der Begegnung schaffen, an dem man sich wohlfühlt, gut essen und trinken und sprichwörtlich die Seele baumeln lassen kann“, sagte Appeltrath und Rauer am Montag bei ihrer Vorstellung. Der Standort direkt am Rhein liegt direkt nördlich des neuen Grünufers auf der Nordmole, und auch nördlich der neuen Aufenthaltszone mit Treppenstufen zum Rhein und „Wäldchen“. Die „Nordmole“, so der künftige Name der Gastronomie, solle zum neuen Anziehungspunkt werden und mit „klarem Design, nachhaltigem Bauen und klimabewusster Gestaltung“ punkten.

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Moderne Architektur, regionale Kulinarik, Stärkung für Tourismus

„An dem Standort wird ein identifikationsstiftendes Bauwerk mit einer hohen gastronomischen Anziehungskraft entstehen“, versprach Zollhafen Mainz-Geschäftsführer Olaf Heinrich: „Mit der geplanten Nutzung und einem architektonisch anspruchsvollen Gebäude sehen wir eine gelungene Ergänzung des Grünufers.“ Mit der Fertigstellung der Promenade und der Fahrradspindel an der Kaiserbrücke werde der „Nordpol“ des Grünufers eine hohe Attraktivität für Radler, Sportler, Spaziergänger und Pendler von und nach Wiesbaden haben.

Entwurf des neuen Gebäudes, der "Nordmole". - Grafik: NORDMOLE
Entwurf des neuen Gebäudes, der „Nordmole“. – Grafik: NORDMOLE

Die letzten Monate hätten bereits gezeigt, „dass das neue Rheinufer am Zollhafenquartier von Bürgern geliebt wird“, schwärmte auch Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos). Die Öffnung der ehemals industriellen Flächen sei „ein Erfolgsmodell für die Stadtentwicklung.“ Und der neue Baudezernent Ludwig Holle (CDU) betonte, die Entwicklung des Grundstücks durch eine Mainzer Investoren- und Betreibergemeinschaft sei „starkes Signal für die Lebendigkeit der Mainzer Gastronomiewirtschaft“ und „ein hervorragender Schlussstein der Gesamtentwicklung des Rheinufers“ zwischen Südmole und Nordmole.

Derjenige, der einst die Entwicklung des Quartiers Zollhafen auf den Weg brachte, ist heute Wirtschaftsminister von Rheinland -Pfalz – Michael Ebling (SPD) betonte denn auch, das Projekt verbinde „regionale Kulinarik, nachhaltige Architektur und hohe Aufenthaltsqualität“ – solche Investitionen stärkten den Tourismus und die Gastronomie in Rheinland-Pfalz. „Die Nordmole wird das touristische Profil von Mainz weiter schärfen und ein neuer Anziehungspunkt für Gäste ebenso wie für die Bürgerinnen und Bürger der Region sein“, prophezeite Ebling.

Info& auf Mainz&: Mehr dazu, wie der „terrassierte Stadtbalkon“ zu Füßen der „Nordmole“ einmal aussehen soll, könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen:

„Grünufer Nordmole“ im Mainzer Zollhafen: Sieger des Gestaltungswettbewerbs gekürt – Wiesen, Bäume und eine „Urbane Aue“