Der scharfe Januar-Lockdown zeigt Wirkung: Die Zahl der Corona-Infektionen sinkt in Mainz konstant weiter, am Mittwoch meldete das Gesundheitsamt Mainz-Bingen nur noch 20 neue Infektionen für die Stadt Mainz und 28 neue Fälle im Landkreis. Unter die Marke von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner dürfte Mainz damit trotzdem noch nicht gesunken sein: Am Montag lag Mainz noch bei einer Inzidenz von 65, ein so schnelles Absinken um 15 Punkte dürfte binnen zweier Tage nicht zu erreichen sein. Derweil wächst in der Wirtschaft gerade bei kleinen Firmen und Einzelhändlern die Verzweiflung über die anhaltende Schließung ihrer Läden: Viele stehen mit dem Rücken zur Wand.

Der Lockdown wirkt, die Corona-Infektionen in Mainz sinken. - Foto: gik
Der Lockdown wirkt, die Corona-Infektionen in Mainz sinken. – Foto: gik

Seit Wochen sinkt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mainz beständig, Anfang Januar sackten die Zahlen erstmals wieder unter die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100-000 Einwohner im Sieben-Tages-Schnitt. Mitte Januar stiegen die Zahlen zwar noch einmal kurzfristig auf eine Inzidenz von 145 an – offenbar in der Folge von Feiern und Familientreffen an Weihnachten und Silvester. Doch seither sinken die Neuinfektionen beständig: Am 15. Januar lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei 104, am 18. Januar war sie dann auf 95 gesunken, am 20. Januar gar auf 81. Am 29. Januar sank der Wert dann auf nur noch 67 Infektionen, am 1. Februar waren es noch 65.

Am Mittwoch dann meldete das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz für Mainz einen Wert von 46,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner – Mainz wäre damit unter die Marke der 50er-Inzidenzen gefallen, ab denen die Politik Lockerungen in Aussicht gestellt hat. Doch ein Absturz um fast zehn Inzidenzfälle binnen zweier Tage – geht das überhaupt? Am Mittwochabend meldete das Gesundheitsamt Mainz-Bingen dann seine Tageszahlen an die Presse – doch der Wert der Sieben-Tages-Inzidenzen fehlte.

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Tristesse statt Einkaufstrubel: Die leere Mainzer Fußgängerzone im Januar-Lockdown. - Foto: gik
Tristesse statt Einkaufstrubel: Die leere Mainzer Fußgängerzone im Januar-Lockdown. – Foto: gik

“Aufgrund eines Übermittlungsfehlers stimmen die vom Land gemeldeten Zahlen heute nicht mit denen hier vermeldeten Zahlen unseres Gesundheitsamtes überein”, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mit. Daher gebe man den für den Tag vom Land berechneten Inzidenzwert nicht weiter. Ein Sprecher sagte dazu auf Mainz&-Anfrage, es habe technische Probleme gegeben, die zu dem Übermittlungsfehler geführt hätten – offenbar wurden dem Landesamt falsche Zahlen übermittelt. Dass Mainz nun tatsächlich unter der 50er-Marke liegt, ist demnach unwahrscheinlich – konkrete Zahlen gibt es erst wieder am Donnerstag.

Derweil wachsen in der Wirtschaft und vor allem beim Einzelhandel Frust und Wut über die anhaltenden Schließungen: Vor allem viele kleine Unternehmen stehen inzwischen mit dem Rücken zur Wand, weil Rücklagen aufgebraucht sind, die Unterstützungsleistungen der Politik aber noch immer gar nicht ankommen oder viel zu spät fließen. Bei der jüngsten Umfrage der Industrie und Handelskammer (IHK) Rheinhessen unter ihren Mitgliedern sehen sich vier Prozent der befragten Unternehmen kurz vor der Insolvenz, 15 Prozent verzeichnen Liquiditätsengpässe und 14 Prozent haben zunehmende Forderungsausfälle.

Die Zahlen dürften bei Unternehmen jenseits von Kammer-Zugehörigkeit noch weit drastischer ausfallen – am Mittwoch protestierten etwa Friseure in Rheinland-Pfalz gegen die Schließung ihrer Läden und eine fehlende Perspektive zur Wiederöffnung. Laut IHK melden zwar 32 Prozent der Betriebe im Handel eine “gute” Geschäftslage, 48 Prozent bewerten die Lage als weiter nur als “befriedigend” und 20 Prozent als “schlecht”. Besonders in direkt vom Lockdown betroffenen Branchen “sehen sich viele Unternehmen mit einer existenzbedrohenden Krise konfrontiert”, warnte IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz.

Info& auf Mainz&: Die IHKs in Rheinland-Pfalz wollen am kommenden Freitag ihren Ausblick für das Jahr 2021 vorstellen. Mehr zum verlängerten Coirona-Lockdown im Januar könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.

3 KOMMENTARE

  1. Verzweiflung – kann ich nachvollzierhen!
    Frust – kann ich verstehen1
    Wut !?! Auf was denn bitte? Die Blödheit der “anderen”? Die eigene Stumpfheit?
    Dass da ein Zombieorganismus Menschen tötet dem die Gewinnerzielungsabsichten des Groß- und Einzelhandels ebenso unverständlich sind wie der Wunsch nach geschnittenen Haaren oder die Leiden Rauschdrogen anbietender Schankwirte?
    Nun ja – dann seid halt mal wütend….
    Dadurch dass ein paar Regierungsmenschlein, hilflos mit den Armen wedelnd, irgendwelche Restriktionen erlassen die vielleicht unbequem sind, ist das Virus nicht aus der Welt. Darüber wütend zu sein könnte ich nachvollziehen – allein – ich wüsste es ja auch nicht besser!

  2. Dumm Geschwätz…Wir müssen mit dem Virus ebenso lernen umzugehen, wie mit allen anderen Krankheiten auch. Weg mit dieser Schikane und Panikmache. Krankeheiten hats schon immer gegeben und wird es auch immer – leider! – geben. Diese Politiker sollten den Menschen schnell wieder ihre Freiheit zurückgeben. FReiheit und Wirtschaft, vor Masken – Am Aschermittwoch fallen doch immer die Masken

    • Hallo Herr Winzen – soso, mehr als 65.000 Tote sind also “dumm Geschwätz” und “Panikmache”, ist das wirklich Ihre Einstellung zum Leben anderer Menschen? Ja? Wir müssen also echt damit leben, dass rechts und links von uns Menschen an einem unberechenbaren Virus sterben? Na herzlichen Dank – Sie haben Ihre Maske ja hiermit sehr deutlich abgelegt.

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