Durchbruch in Koblenz: Ein Dieselfahrverbot für Mainz ist endgültig vom Tisch. Stadt Mainz und Deutsche Umwelthilfe (DUH) schlossen am Mittwoch vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz einen Vergleich, sämtliche Klagen gegen die Stadt sind damit beendet. Die Stadt verpflichtete sich im Gegenzug dazu, den Zufluss von Autos in die Innenstadt weiter zu begrenzen, wenn die Stickoxidgrenzwerte weiter überschritten werden. „Die Pförtnerampeln müssen dann noch ein bisschen mehr pförtnern“, sagte Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) im Gespräch mit Mainz&.

Ein Dieselfahrverbot in Mainz ist endgültig vom Tisch, Stadt Mainz und DUH einigten sich auf einen Vergleich. - Foto: gik
Ein Dieselfahrverbot in Mainz ist endgültig vom Tisch, Stadt Mainz und DUH einigten sich auf einen Vergleich. – Foto: gik

Konkret hat sich die Stadt verpflichtet, mit vier Pförtnerampeln in Weisenau, am Zollhafen, an der Saarstraße und am Pariser Tor den Zufluss der Fahrzeuge in die Innenstadt noch stärker zu beschränken. Dabei gehe es vor allem um die Staustunden in den morgendlichen Spitzenzeiten, sagte Eder. Schon jetzt „pförtnern wir bereits an der Weisenauer Straße/Salvatorstraße die Ampel, um weniger Autos auf die Rheinachse zu lassen“, erklärte die Dezernentin weiter. Auch am Pariser Tor sei das bereits so eingerichtet. Es gebe genaue Berechnungen eines Gutachtens, wie viele Fahrzeuge etwa die Rheinachse vertrage, um den Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm einzuhalten. Drohe dieser Wert überschritten zu werden, „sind wir gehalten, die Zuflussdosierung zu verstärken, um Verkehrsmengen weiter zu reduzieren“, sagte Eder.

Weitere Pförtnerampeln an der Saarstraße, Ecke Untere Zahlbacher-Straße sowie am Zollhafen Höhe Zwerchallee sollen bis Mitte 2021 eingerichtet werden. Durch die Coronakrise waren die Stickoxidmengen im Laufe des Jahres 2020 deutlich gesunken, die Stadt hatte deshalb argumentiert, ein eigentlich zum 1. Juli 2020 geplantes Dieselfahrverbot sei nicht verhältnismäßig. Damit setzte sie sich offenbar vor Gericht durch. Derzeit reißt die Stadt Mainz vor allem auf der Rheinachse weiter den Grenzwert von 40 Mikrogramm, vor allem auf der Strecke zwischen Templerstraße und Dagobertstraße. Hier soll nun ein weiterer Passivsammler aufgehängt werden, um die weitere Entwicklung der Werte zu überwachen.

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Eder sagte gegenüber Mainz& weiter, sie sei „schon sehr erleichtert“, das sei aber „nicht das Ende der Aufgabe“: „Wir müssen trotzdem noch die Verkehrswende machen“, betonte die Dezernentin, „beim Umgestalten der Mobilität haben wir trotzdem noch große Aufgaben vor uns.“

Info& auf Mainz&: Ausführliche Informationen lest Ihr später (oder spätestens morgen) auf Mainz&, einen ausführlichen Text zum Dieselfahrverbot und der ersten Bilanz von Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen lest Ihr hier auf Mainz&.

 

3 KOMMENTARE

  1. HMM gut- dann sind E-Fahrzeuge auch ausgesperrt. Prima Idee .- chapeau
    Merkt denn keiner mehr wie nackt der Kaiser mitlerweile ist?
    Aber ok – warum dann noch in die Stadt fahren?
    Wegen der schönen Gebäude?
    Einkaufen kann ich besser im IN oder woanders.
    Essen gehen auch – das bisschen Kultur? Dazu brauchts auch keine Stadt.
    Zum arbeiten – wenn es doch Home Office gibt?
    Find‘ ich gut es kommen nur noch ganz wenige in die Stadt – endlich herscht Ruhe, die lärmenden Kneipen wandern wieder auf die Dörfer – die Stadflucht beginnt – Hurra!

  2. Wenn man sein ganzes Leben um sein Auto herum organisiert, hat man am Ende gar keine andere Idee mehr als mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Dafür habe ich kein Mitleid. Die Pförtnerampeln machen das Autofahren unlustiger und zeitraubender. Das mindert den nervigen Autoverkehr, ohne nach finanziellen Möglichkeiten zu selektieren wie eine City-Maut.

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