Am 19. Oktober 2025 meldete die Mainzer Baufirma Karrié überraschend Insolvenz an, nun ist klar, wie es weiter geht: Zwei Töchter der Bremer Zech Group SE wollen die beiden insolventen Unternehmen Karrié Baugesellschaft und Karrié Bauwerkserhaltung übernehmen. Ein entsprechender Vertrag zur Übernahme sei unterzeichnet worden, teilte am Mittwoch die Zech Group Bremen mit. Damit gibt es eine Lösung für die Mitarbeiter und die Firmen in Mainz – für die ebenfalls von der Insolvenz bedrohten Subunternehmer des Mainzer Taubertsbergbades gilt das indes bislang nicht.

Die Firma Karrié Bau GmbH gehört zu den Traditionsunternehmen in Mainz, dass die inhabergeführte Firma am 20. Oktober 2025 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Mainz stellte, kam für viele überraschend. Das Amtsgericht ordnete am 20. Oktober die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Karrié Bauwerkserhaltung GmbH und am 3. November 2025 auch die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Karrié Bau GmbH angeordnet.
Seither war völlig unklar, wie es mit den Firmen weitergehen würde, für die Stadt Mainz und weitere Firmen hatte das gravierende Folgen: Seither ruht die Baustelle des Taubertsbergbades, das eigentlich Mitte Dezember fertig werden und wiedereröffnet werden sollte. Doch daraus wurde nichts, die Mainzer Stadtwerke haben bis heute nicht bekannt gegeben, wie es mit der Großbaustelle weiter geht. Mehr noch: Rund zwei Dutzend Subunternehmer könnten von der Pleite mit in den Abgrund gerissen werden.
Hilferuf von Subunternehmern am Taubertsbergbad an Stadt Mainz
Zwei davon berichteten Mitte Dezember gegenüber der Internetzeitung Mainz& von ihren Nöten, Inga Skudiene musste Ende Oktober mit ihrer Schreinerei Informo in Mainz-Hechtsheim ebenfalls bereits Insolvenz anmelden – seither bangt sie um den Fortbestand ihres Unternehmens. Skudiene hatte einen verzweifelten Hilferuf an Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) und die Stadt Mainz gerichtet, gemeldet habe sich ein Mitarbeiter der Mainzer Stadtwerke – doch bis heute wisse sie noch immer nicht, wie und ob es für sie weiter gehen könnte, und was mit ihren ausstehenden Rechnungen passiert. Die Stadt hatte im Dezember gefordert, Karrié müsse das Verhältnis zu den Subunternehmern klären.

Für die Karrié Bau hatte der Rechtsanwalt Götz Lautenbach die vorläufige Verwaltung übernommen, Mitte Dezember hieß es von dort, man stehe in „aussichtsreichen Verhandlungen“ mit einem Investor – das bewahrheitete sich nun: Die Zech Group SE aus Bremen will die insolventen Mainzer Baufirmen übernehmen. Die Zech Group SE sei „eine strategische Management-Holding, unter deren Dach drei Geschäftsbereiche mit ihren operativ tätigen Führungsgesellschaften rund um die Immobilie zusammengefasst sind“, heißt es dazu.
Das Bremer Unternehmen teilte am Mittwoch selbst mit: Die ZECH Bau SE und die Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, beides Tochtergesellschaften des Geschäftsbereichs Building der Zech Group, „haben einen Vertrag zur Übernahme der rund 320 Mitarbeitenden sowie des beweglichen Anlagevermögens der insolventen Baugesellschaften Karrié Baugesellschaft und Karrié Bauwerkserhaltung unterzeichnet.“ Mit der Übernahme stärke die ZECH Building „ihre Kompetenzen und Ressourcen im Hochbau und in der Bauwerkserhaltung und erweitert ihre regionale Präsenz in Deutschland.“
Lösung für insolvente Karrié Bau und 320 Mitarbeiter gefunden
Aus formalen Gründen könne der Insolvenzverwalter beide Verträge allerdings erst am Tag der Eröffnung des jeweiligen Insolvenzverfahrens unterzeichnen, heißt es weiter. Für die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH sei das bereits am Freitag, den 02.01.2026 geschehen, die Unterzeichnung für die Karrié Bau GmbH soll dann mit der Insolvenzeröffnung am 02.02.2026 folgen. Der Gläubigerausschuss der Karrié Bauwerkserhaltung habe der Transaktion bereits zugestimmt, die Zustimmung des Gläubigerausschusses der Karrié Bau werde für den 02.02.2026 erwartet, danach sei auch dieser Vertrag rechtswirksam.

Interessant waren die beiden Mainzer Unternehmen für die Bremer Gruppe offenbar auch deshalb, weil die Karrié Bauwerkserhaltung Geschäftsstellen in Mainz, München, Stuttgart, Recklinghausen, Erfurt und Hamburg unterhält. Beide Gesellschaften erzielten den Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr zusammen einen Umsatz in Höhe von rund 77 Millionen Euro. Interessant auch, dass die Meldung auch betont, dass bestehende Aufträge der Karrié-Firmen „weiter ausgeführt und auch neue Aufträge angebahnt wurden.“
Für das Taubertsbergbad galt indes zuletzt ein Baustopp, wie es mit dem Bad weiter geht, dazu äußerte sich die Zech Group nicht. Das Schwimmbad wurde seit Juni 2023 aufwändig saniert, im Spaßbadbereich sollte eine moderne Wellness- und Saunalandschaft Einzug halten, die Kosten wurden mit rund 29 Millionen Euro veranschlagt. Die neueste Meldung dazu auf der Homepage der Mainzer Taubertsbergbad GmbH lautete: „2025: Auf der Zielgeraden“.
Info& auf Mainz&: Unseren ausführlichen Bericht zur Insolvenz von Karrié Bau sowie der Konsequenzen für die Subunternehmer des Taubertsbergbades lest Ihr hier bei Mainz&.






