Immer mehr Vertriebene aus der Ukraine kommen nach Mainz, nach Rheinhessen und ins Rhein-Main-Gebiet – aber was genau müssen diese Geflüchteten hier eigentlich tun? Wo muss man sich melden, welchen Aufenthaltstitel beantragen – und warum kann ein Asylantrag sogar hinderlich sein? Solche und andere Fragen stehen im Mittelpunkt eines Online-Seminars, das der Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz an diesem Donnerstag, den 17. März anbietet – und zwar kostenlos. Achtung: Bis zum morgigen Dienstag müsst Ihr Euch dafür angemeldet haben.

Immer mehr Menschen fliehen vor den grauenhaften Zerstörungen in der Ukraine - hier Mariupol. - Foto: Illia Ponomarenko (via Twitter)
Immer mehr Menschen fliehen vor den grauenhaften Zerstörungen in der Ukraine – hier Mariupol. – Foto: Illia Ponomarenko (via Twitter)

Der Krieg in der Ukraine bringt auch immer mehr geflüchtete Menschen nach Rheinland-Pfalz: Seit Freitag wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt 771 Vertriebene aus der Ukraine  in Flüchtlingseinrichtungen des Landes aufgenommen, wie das Mainzer Integrationsministerium meldete. Damit befinden sich aktuell 2072 Kriegsflüchtlinge in den offiziellen Einrichtungen des Landes – es dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein: Viele Ukrainer kommen derzeit auf privaten Wegen hierher und werden von Freunden oder der Familie untergebracht.

Die private Hilfsbereitschaft ist enorm, doch die Helfer stehen vor für viele ungewohnten Fragen: Wo müssen sich die Geflüchteten melden? Welchen Aufenthaltsstatus sollten sie beantragen? Welche rechtlichen Grundlagen zur Beschäftigung gibt es, und wie ist der soziale Status? Zu all diesen Fragen bietet nun der Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz am Donnerstag, den 17. März abends von 18.30 Uhr bis 21.00 Uhr eine Online-Fortbildung an. Der Flüchtlings-Rechtsexperte Jens Dieckmann, Rechtsanwalt aus Bonn, wird dann über alle rechtlichen Fragen und Fallstricke informieren.

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Werbung

 

So könne in vielen Fällen gerade Ukrainern etwa davon abgeraten werden, einen Asylantrag zu stellen, heißt es beim Flüchtlingsrat als Beispiel: Wer einen Asylantrag stellt, ist nämlich zum Wohnen in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes verpflichtet – wer privat untergekommen ist, will das sicher nicht. Und so informiert das Seminar eben auch über “aufenthaltsrechtliche Perspektiven jenseits des Visums” wie ein Aufenthalt aus humanitären Gründen, denn Kriegsvertriebene haben in der EU einen besonderen Aufenthaltstitel, der ihnen unkompliziert das Bleiben erst einmal von einem Jahr, und verlängerbar auf drei Jahre ermöglicht.

Wandgemälde zum Thema Flüchtlinge beim Open Ohr in Mainz. - Foto: gik
Wandgemälde zum Thema Flüchtlinge beim Open Ohr in Mainz. – Foto: gik

Darin eingeschlossen ist auch eine sofortige Arbeitserlaubnis, auch um solche Fragen geht es in dem Seminar. Familiennachzug, Sozialrecht, aber auch Asylanträge für russische Staatsangehörige in Deutschland sind weitere Themen – immer mehr Russen fliehen derzeit wegen der massiven Unterdrückung von Meinungsfreiheit und vor Repressionen aus ihrem Land. Zum Einstieg geht es zudem um die aktuelle Lage in der Ukraine.

Nach Angaben des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind bereits jetzt rund 2,7 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, die meisten davon ins Nachbarland Polen – und 90 Prozent von ihnen Frauen und Kinder. In Deutschland wurden bislang rund 147.000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert, die Verteilung in die Kommunen läuft derzeit aber noch schleppend. Der Landkreistag forderte nun eine bessere und gleichmäßigere Verteilung der Kriegsflüchtlinge im gesamten Bundesgebiet, um eine Überlastung einzelner Landkreise und Städte zu verhindern.

Info& auf Mainz&: Der Online-Workshop “Ukraine – Alles was man jetzt in der Flüchtlingsarbeit wissen muss” findet am Donnerstag, den 17. März 2022 von 18.30-21.00 Uhr statt, veranstaltet von Flüchtlingsrat RLP und das Projekt “Civi Kune”. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmelden kann man sich noch bis morgen (15. März) mit einer Mail an: anmelden@fluechtlingsrat-rlp.de Dann werden die Einwahldaten zugeschickt. Mehr zum Flüchtlingsrat RLP und dem Seminar findet ihr hier im Internet. Mehr zum Thema Unterbringung für Geflüchtete aus der Ukraine lest Ihr auch hier bei Mainz&.

 

Werbung