Die Corona-Pandemie trifft derzeit zunehmend auch Alten- und Pflegeheime, in den vergangenen Wochen wurden immer wieder massenweise Corona-Infektionen in den Heimen entdeckt – und das bei Bewohnern und Pflegern. Angesichts dieser Entwicklung fordert die Mainzer CDU die Stadt nun auf, den Heimen Unterstützung zukommen zu lassen: „Unser Vorschlag wäre, Gespräch zu führen, ob es möglich ist, Personal aus der Gastronomie in den Heimen zur Hilfe einzusetzen“, sagte die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel im Gespräch mit Mainz&. Dabei könnten etwa Mitarbeiter in Küchen oder der Wäscherei zum Einsatz kommen, die derzeit in Kurzarbeit seien.

Homepage der Mainzer Altenheime und Wohnheime GmbH. - Screenshot: gik
Homepage der Mainzer Altenheime und Wohnheime GmbH. – Screenshot: gik

Sörgenloch, Oppenheim, Waldalgesheim – in den vergangenen Wochen wurden immer wieder Alten- und Pflegeheime in der Region zu Corona-Hotspots, auch in Mainz war das immer wieder der Fall – informiert wurde darüber meist öffentlich aber nicht. „Uns ist zu Ohren gekommen, dass es derzeit in verschiedenen Mainzer Altenheimen zu Coronafällen kommt“, sagte die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel nun im Gespräch mit Mainz&. Die Bewohner müssten deshalb „seit Wochen in ihren Zimmern bleiben, die Mitarbeiter hetzen durch die Flure“ und gingen völlig auf dem Zahnfleisch, berichtete Flegel. Tatsächlich berichtet etwa die Mainzer Altenheime und Wohnheime GmbH aktuell von einem „dynamischen Verlauf“ von Corona-Infektionen und hat ein striktes Besuchsverbot erlassen

Flegel und ihr Kollege, CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig, schlagen nun ein Modell vor, Abhilfe zu schaffen: „Wir fordern die Stadt auf, den Mainzer Altenheimen Hilfe anzubieten“, sagte Flegel. Die Stadt solle mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sowie der Mainzer Arbeitsagentur Kontakt aufnehmen. Das Ziel: Personal aus der Gastronomie, das derzeit in Kurzarbeit sei, in den Heimen zur Hilfe einzusetzen. „Es geht explizit nicht um Pflegeaufgaben“, betonte Flegel, „ein Beispiel wäre die Ausgabe von Essen oder Unterstützung in den Küchen oder der Wäscherei der Heime, wenn dort Mitarbeiter wegen Corona-Infektionen ausfallen.“

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Die Mainzer CDU schlägt vor, derzeit freigestelltes Personal aus der Gastronomie zur Unterstützung in Altenheimen einzusetzen. - Foto: gik
Die Mainzer CDU schlägt vor, derzeit freigestelltes Personal aus der Gastronomie zur Unterstützung in Altenheimen einzusetzen. – Foto: gik

All das seien Aufgabenfelder aus der Gastronomie, die in den Heimen ebenfalls vorkämen, und wo die Kräfte sinnvoll unterstützen könnten. Auch an den Rezeptionen könnten diese Kräfte helfen, Besucher zu empfangen, sagte Flegel: „Es macht doch keinen Sinn, dass bei so einer großen Not eine ausgebildete Pflegerin die Adressen der Besucher aufnimmt.“ Der CDU gehe es um Unterstützung für die Pflegekräfte, damit diese entlastet würden und sich den eigentlichen Pflegeaufgaben widmen könnten.

„Wir gucken uns das jetzt seit Monaten an“, sagte Flegel weiter, „wir alle wissen seit Monaten, dass die Pflegekräfte in den Heimen am Anschlag sind.“ Da fielen „Überstunden ohne Ende“ an, viele hätten im Sommer sogar auf Urlaub verzichtet. Auf der anderen Seite gebe es unter den Gastronomie-Mitarbeitern sicher Menschen, „die würden gerne einen sinnvollen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten“, betonte Flegel: „Gewinner wären auch die Bewohner, denn die Qualität der Pflege würde sich erhöhen. Gucken Sie doch mal, wie die Bewohner leiden, das sind doch seit Monaten die von der Pandemie am stärksten Betroffenen.“

Wollen Unterstützung für die Pflegenden in den Mainzer Altenheimen organisieren: CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig und die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel. - Foto: gik
Wollen Unterstützung für die Pflegenden in den Mainzer Altenheimen organisieren: CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig und die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel. – Foto: gik

Natürlich müssten die Aushilfskräfte gesund sein und auf Corona-Infektionen getestet werden, sagte Flegel weiter, auch eine Vergütung der Arbeit müsse natürlich gesichert sein. „Klar kostet das Geld, aber ob es jetzt Kurzarbeitergeld gibt, oder eine Gegenleistung für Arbeit, das muss finanziell zu leisten sein“, betonte sie. Zumindest für die städtischen Heime liege die Zuständigkeit bei der Stadt Mainz. „Ich würde mir wünschen, dass schnellstmöglichst ein Springer-Notfall-Pool eingerichtet wird, dass man ad hoc Unterstützung reinschicken kann“, sagte Flegel.

Info& auf Mainz&: Das Land Rheinland-Pfalz hatte Ende Oktober angekündigt, den Alten- und Pflegeheimen Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen – mehr dazu lest Ihr hier bei Mainz&.

 

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