Die Hitzewelle rollt, das Wasser des Rheins glitzert – da lockt der Sprung ins vermeintlich kühle Nass. Stopp! Halt! Feuerwehr und Wasserschutzpolizei warnen: Der vermeintliche Badespaß im Rhein ist hochgradig gefährlich, im Mainzer Stadtgebiet ist er zudem auch noch verboten. Der Rhein ist nicht harmlos, seine Strömung hat enorme Kraft, dazu lauern Wirbel und Treibgut. Allein in den vergangenen Tagen wurde das im Raum Mainz drei Personen zum Verhängnis: Mittwochabend verschwand ein Schwimmer am Mainzer Rheinufer in Höhe Kaisertor, in Nackenheim ertranken vermutlich zwei Erntehelfer im Rhein.

Das Boot der Mainzer Feuerwehr auf dem Rhein bei Mainz. - Foto: Stadt Mainz / Michael Ehresmann
Das Boot der Mainzer Feuerwehr auf dem Rhein bei Mainz. – Foto: Stadt Mainz / Michael Ehresmann

Bis zu 40 Grad melden die Wetterdienste für die kommenden Tage, auf Mainz rollt – wie auf ganz Westeuropa – eine massive Hitzewelle zu. Klar, dass man da nach Abkühlung lechzt, und was läge näher, als die im Wasser zu suchen? Doch bitte – tut das NICHT im Rhein, auch wenn es noch so verlockend ist. Mehrer Hundert Menschen ertrinken jedes Jahr in Deutschland in Flüssen und Seen, viele Fälle werden durch Leichtsinn und Selbstüberschätzung verursacht. Der Rhein ist doch so flach, das bisschen Plantschen kann doch nicht schaden – gell?

Wie lebensgefährlich diese Gedankenlosigkeit sein kann, zeigte sich auch heute in den frühern Morgenstunden wieder einmal am Feldbergplatz in Mainz: ein junger Mann stieg dort in den Rhein, um ein Runde zu schwimmen. „Nachdem er mehrmals entlang der dortigen Ufertreppe auf- und abgeschwommen war, verließen ihn seine Kräfte und er schaffte es nicht mehr gegen den Strom zu seinem Ausgangspunkt zurückzukehren“, berichtete die Mainzer Feuerwehr – der Mann trieb ab. Kurzzeitig habe er noch Halt an der blanken Kaimauer finden können.

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Nur einem glücklichen Umstand sei es zu verdanken, dass eine Passantin seine missliche Lage erkannte und sofort den Notruf wählte, berichtet die Feuerwehr weiter. Zeitgleich mit der Feuerwehr traf die Wasserschutzpolizei mit dem Motorboot an der Einsatzstelle ein, sie sammelte den Schwimmer auf und brachte ihn zurück ans trockene Land. Der junge Mann erhielt einen Platzverweis, er muss nun auch damit rechnen, die Einsatzkosten tragen zu müssen.

Wird "Schwimmer im Wasser" gemeldet, rückt ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr aus, Hubschrauber inklusive - das ist so vorgeschrieben. - Foto: gik
Wird „Schwimmer im Wasser“ gemeldet, rückt ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr aus, Hubschrauber inklusive, das ist so vorgeschrieben – und unter Umständen kann ein leichtsinniger Schwimmer diesen Einsatz zahlen müssen. – Foto: gik

„Wir möchten an dieser Stelle nochmals auf die trügerische Harmlosigkeit des scheinbar ruhig dahinfließenden Rheins verweisen“, betont die Feuerwehr weiter: Die Fließgeschwindigkeit sei aufgrund der derzeitigen Wassermenge enorm, ein Schwimmen gegen die Strömung sehr kräftezehrend und erschöpfend. „Zudem befahren ständig Wasserfahrzeuge den Fluss und deren Schrauben stellen eine von vielen Gefahrenquellen dar“, so die weitere Warnung. Im Klartext: Baden im Rhein kann tödlich sein!

Es sind die unberechenbaren Strömungen, die einen Fluss wie den Rhein so tückisch machen. Die Kraft des Wassers ist enorm, im Bereich von Brücken und anderen Wasserbauwerken verstärkt sich die Strömung noch einmal deutlich, es können von außen unsichtbare Strudel und Wirbel auftreten. Fahrende Schiffe verursachen dazu nicht nur Wellenschlag, sondern auch einen großen Sog – ein Schiff hat keine Bremsen! Dafür haben die großen Pötte einen toten Winkel von bis zu 350 Metern, in diesem Bereich können Schiffsführer nicht sehen, was oder wer sich vor dem Schiffsbug befindet.

Der Rhein am Strand von Mainz-Kastel mit Blick auf Mainz. - Foto: gik
Auch wenn das Wasser noch so lockt: Der Rhein ist KEIN Badegewässer, das Schwimmen bei Mainz aus gutem Grund verboten. – Foto: gik

Daher gilt: Niemals in den Kurs von Schiffen schwimmen, Hafenanlagen und Einfahrten unbedingt meiden, Wehre und Fähranlagen sowieso. Sollte doch jemand mal auf dem Rhein in Not geraten: Sofort den Notruf 112 oder 110 wählen! Sagt den Rettungskräften ruhig und präzise, wo Ihr seid und wer wo genau in Not ist. Sich selbst in Gefahr zu begeben, ist meist auch keine gute Idee – solltet Ihr doch im Wasser in Not geraten, gilt: Ruhe bewahren, niemals gegen die Strömung ankämpfen. Stattdessen könnt Ihr versuchen, schräg zum Ufer wassertretend in die Richtung zu paddeln, dann kann Euch die Strömung ans Ufer tragen, auch wenn das länger dauert. Ansonsten mit Rufen oder Winken auf Eure Notsituation aufmerksam machen, damit jemand an Land Hilfe holen kann.

Info& auf Mainz&: Einen Flyer mit Tipps und Verhaltensmaßnahmen zum Baden in Flüssen gibt es von der Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz, genau hier zum Download im Internet. Bitte lasst das Schwimmen im Rhein, außer an bewachten Strandschwimmbädern! Die Strände entlang des Rheins können aber natürlich auch so eine echte Oase in Zeiten der Hitze sein, wo es sie gibt und was sie bieten, erzählen wir Euch hier. Ihr wollt unbedingt INS Wasser? Dann sind die Mainzer Schwimmbäder die richtige Wahl – mehr dazu hier bei Mainz&!

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